Oho, sehr schön, dass die idee so viel Diskussion hervorruft

Was, wenn sich ein Teil der Aufständischen nach dem Sieg (oder dem Teilsieg) als ähnlich übel herausstellt wie die alte Herrschaft
Genau das stelle ich mir ganz interessant vor. Was, wenn Vatenna wieder zu einer Unterdrückergesellschaft wird? Nur, dass dieses Mal die Anführer des Unfreienaufstandes die anderen unterdrücken, mit der Legitimation, jene hätten ja nichts in den Unruhen riskiert?
Ein Dilemma wäre es ja nur wenn es gute Gründe gäbe die Unterdrücker zu unterstützen ... gibt es die?
Darüber würde ich mir keine Gedanken machen. Die meisten Regierungen in Lorakis dürften das sein, was man gemeinhin "Mittelalterliche Barbarei" nennt. Gründe für Unzufriedenheit und Aufstand finden sich da leicht.
Aus unserer Sicht ja, aber so einfach ist das ja dann doch nicht. Willst du dich auflehnen, brauchst du Macht! Ein Revolution in Midstadt ist viel wahrscheinlicher als in Mertalien, weil dort in Großem und Ganzen die Elite schon relativ sicher im Sattel sitzen sollte. Ich kann mir gut vorstellen, dass mögliche Anführer eines Aufstandes einfach bestochen werden.
Das schöne ist ja, dass die Spieler - wenn sie von ihren Idealen ausgehen, das imemr schlecht finden werden (hoffe ich zumidnest). Interessanter wird es aber sogar noch, wenn die Spieler in character bleiben - was zu hoffen ist. Der mertialische Städtebund ist ein bestehendes Gesellschaftssystem, das die Helden (je nach ihrem individuellen Background) für unterstützenswert halten könnten oder nicht. Ein aus dem Armenvierteln stammender Held wird das Ganze anders betrachten als ein adliger Held ;-) Genau dies möchte ich auch bei Spielern von adligen Helden provozieren: Dass sie vielleicht vollkommen entgegen ihrer persönlichen Spielermeinung handeln sollten, weil es eben zum Charakter passt (wenn es dazu passt, vielleicht gibt es ja einen adligen unter den Spielern, der solche Aufstände unterstützt).
und schliesslich: woher die Idee der Demokratie?
Es gibt auf Lorakis immerhin schon Republiken. Da könnte es Philosophen geben, die diese Idee weiterspinnen. Ob da dann eine Demokratie im heutigen Sinne herauskäme, wär ja noch fraglich.
Und der Städtebund ist ja in erster Linie entstanden, weil man von Monarchie und Aristokratie die Nase voll hatte. Klar, jetzt herrscht eine Oligarchie, aber der mertalische Städtebund bietet sich tatsächlich am ehesten zusammen mit Kungaitan als Geburtsort einer Demokratie an.
der Frage mit der Demokratie stimme ich sogar zu, da habe ich nicht daran gedacht, dass Demokratie nicht zwingend der erste Schritt sein muss. Vielleicht würden die Unfreien auch nur die Auflockerung der Bürgerschaftsregelungen fordern? Oder aber sie wollen einfach nur ihren Frondienst verringern, ähnlich zu den Bauernkriegen. Hier könnte man noch entsprechendes finden, aber ich denke auch, dass im Mertialischen Städtebund das Moment der Revolution zweifach vorhanden ist: Einerseits, weil der Mertialische Städtebund sich ja schon hin zur Oligarchie entwickelt hat und zweitens, weil es anscheinend schonmal Aufstände gab (muss daheim nochmal in mein Buch schauen, das habe ich nicht dabei).
Aber das gesagt, Klatschis Idee, wie in Eisenbrann ein Aufstand ausbrechen kann, halte ich für durchaus glaubwürdig. Nur ob sich das derart ausbreiten kann... Dafür müsste es schon seit Jahren ordentlich gären:
1. Jemand muss das Problem der "Schuldsklaven" identifizieren und entsprechend den Soll-Zustand der Gleichheit definieren. Dafür bietet sich ein Philosoph aus Taupio an.
2. Diese Idee muss verbreitet werden. Es gibt noch keinen Buchdruck in Lorakis, aber meiner Meinung nach kann das durch den Grad-0 Zauber "Zauberfeder" gut abgedeckt werden. Dann braucht man nur ein paar klügere Arbeiter, die lesen können und das Wort und die Idee der "Schuldsklaverei" verbreiten. Am Besten noch mit Feindbildern, wo die reichen Herren mit den Drachlingen verglichen werden, oder so.
3. Die Elite selbst muss Schwäche zeigen, vielleicht eben wie bei Eisenbrann aufgrund einer andersweltlichen Bedrohung. Aufstand von Eisenbrann -> Blutige Unterdrückung.
4. Die Nachricht des Aufstands von Eisenbrann muss weitergegeben werden und am besten mögliche Tote als Märtyrer dargestellt werden. Vielleicht könnte schon hier ein Kult der Iosaris oder Jesavis ansetzen. Gleichzeitig mögen einige der Elite versuchen, diese Aufstände zu nutzen, um ihre Rivalen zu schwächen. Die Intrigen beginnen...
Das mit Eisenbrann ist mir aufgrund der Sache mit dem Spuk auf den unteren Minenebenen eingefallen - hier sollen einfach nur die ersten Funken des Aufstands "sprühen" und brutal niedergeschlagen werden. Gerade ja auch, weil die Mediatorengilde mit zum oligarchischen Club gehört, kann man hier auch nicht wirklich Streitschlichtung erwarten. Eben diese Schwäche und der unsaubere Umgang mitd en Unfreien (was ich oben als Walk of Shame bezeichnet habe) soll der Auslöser sein: Die "Herrschenden" reagieren mit unnötiger Brutalität und Erniedrigung, weil sie so sehr darauf bedacht sind, das System am Laufen zu halten. Die Abschreckung ist aber dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Grund zum Aufstand ist im Mertialischen Städtebund ja reichlich vorhanden: Die Unfreien müssen Frondienst leisten und die Grenze zur Sklaverei verschwimmt, vor allem im Fall von Drevilna, die Unfreie anderer Städte aufkaufen (und somit alle Städte in Richtung der Sklaverei driften lässt). Hier würde ich dann eben auch den Ort sehen, an dem die Aufstände richtig ausbrechen, aber solche Punkte lassen sich bei einigen Städten relativ leicht finden (ich zitiere einfach ein bisschen aus meinen Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht habe):
- Drevilna: fast schon Sklaverei, wenn man Unfreie kaufen kann, wo ist dann noch der Unterschied zwischen einem Leibeigenen und einem Sklaven? Zudem ist die Stadtgarde ziemlich rabiat, das putscht sowas noch weiter auf. Hier schließen sich eventuell auch Rattlinge den Aufständischen auf, die ja sowieso eine Zweite Kalsse an sich darstellen.
- Aylantha: In dieser Handelsstadt hat es schon Aufstände gegeben, die aber relativ schnell niedergeschlagen wuurden. Was, wenn es noch Befürworter gibt? Immerhin ist der Herzog Kopf eines Handelshauses - was, wenn ein anderer Händler (oder besser: ein Geheimbund von Händlern) versucht, mit Hilfe der Aufständischen den Herzog zu stürzen bzw. sein Handelsimperium zu beschädigen?
- Fulnia: Die Mediatorengilde gehört eben auch zum Club der Oligarchen. Die Aufständischen haben sich ja am Anfang Hoffnung erwartet (siehe meinen ersten Post), aber die blieb aus, die Mediatoren haben versucht, den status quo zu erhalten.
- Gondalis als Lustort der Magnaten: Hier wird die Zweiklassengesellschaft nochs tärker spürbar als sonstwo.
Man muss nicht in jeder Stadt was machen, das ist mir aber auf die schnelle eingefallen als Plothooks, die zur Grundidee passen.
Deine Idee mit der Zauberfeder finde ich klasse, gerade auch die Propaganda mit den Drachlingen.
Vielleicht könnte schon hier ein Kult der Iosaris oder Jesavis ansetzen.
Da muss ich mich definitiv nochmal an den Weltenband setzen und recherchieren - solche Hinweise sind super, danke

Die geopolitischen Auswirkungen muss man dann wirklich mal schauen, da muss ich mich auch noch weiter an den Weltband setzen. Ich gehe aber davon aus, dass das Ganze wieder sehr schnell niedergeschlagen wird und die Nachbarn somit keinen Grund haben, einzugreifen. Den Aufständischen steht immerhin die Macht von neun recihen Städten gegenüber. Vielleicht verhalten sich aber auch einige neutral? Beispielsweise Taupio, die das alles beobachten oder - wie SeldomFound schon angemerkt hat - vielleicht die Philosophie im Hintergrund liefern? Eventuell gibt es ein paar radikale Studierende, die die Nachricht verbreiten und die Propaganda liefern?