Autor Thema: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?  (Gelesen 2412 mal)

von Thurgau

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Um die Thematik von einem anderen Thema aufzugreifen ohne dort ins Off Topic zu rutschen erstelle ich hier dieses Thema.

Statt zu sagen "ihr macht zuviele Abenteuer einer bestimmten Art" möchte ich gerne Fragen was ihr oder eure Mitspieler, die ihr vielleicht schon seit Jahrzehnten kennt, am liebsten spielen.  Ziel ist nicht für ein Abenteuergenre (z.B. Action, Dungeon Crawl, Grusel/Feen, Krimi, Queste, Schatzsuche usw...) abzustimmen, sondern möglichst viele unterschiedliche Vorlieben zu sammeln.

Autoren (so gut sie auch sie beim Splittermond-Team sein mögen) sind auch Menschen (behaupten manche) und vielleicht freuen sie sich über etwas Inspiration aus Seite der Konsumenten.

*hüstel* Dann fange ich mal an.

Als Spielleiter habe ich es am liebsten wenn meine Spieler etwas herausfinden müssen, ob Rätsel oder ein Mysterium. Macht einfach Spass wie sie meine Hinweise langsam entschlüsseln, dann irgendwann zu einer Erkenntnis kommen und schliesslich Partystimmung am Tisch herrscht.
Als Spielleiter verdirbt man sich die Geschichte durch den Informationsvorteil, hier kann man ihn aber geniessen.

Meine Spieler scheinen im Moment am meisten Spass an Grabplünderung zu haben. Je gefährlicher desto besser. Wenn beim betreten einer neuen Kammer nicht der Angstschweiss tropft, sind sie unzufrieden. Alles muss gefährlich sein, Räume mit Fallen, Türen mit Fallen, magische Fallen, Rätsel mit Fallen... Zudem sollen die Kämpfe zwar wenige sein aber dafür für Nervenkitzel sorgen - damit habe ich am meisten Mühe... bin zu gutmütig...

Bei Splittermond hatten wir am meisten Spass bei "Mord im schwimmenden Zirkus". An den drei Sitzungen waren alle in Topform! So eine gute Immersion bringe ich als Spielleiter nicht immer hin.
Wir haben die Einsteigerbox, einige der Schnellstarter,die ersten 4 Abenteuerbände (Zumindest die HG1-HG2 Abenteuer darin) und einige improvisierte Abenteuer gespielt die in erster Linie das Reisen zwischen den Abenteuern abgedeckt haben. Als nächstes wird der Schimmerturm gespielt, wenn er endlich mal in der Schweiz ankommt.

Gibt es in Lorakis eigentlich auch irgendwo einen Megadungeon a lá Castle Greyhawk oder dem Unterberg?
« Letzte Änderung: 25 Sep 2017, 23:25:36 von von Thurgau »

Loki

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #1 am: 26 Sep 2017, 07:55:47 »
Als Spielleiter mag ich Rätsel auch sehr gerne, aber da finde ich es sehr schwer, auf der Grenze zwischen "sofort gelöst" und "unlösbar" zu balancieren - meistens driften meine Rätsel in eine der Richtungen ab. Ansonsten bin ich auch ein sehr großer Fan von Indiana Jones-artiger Entdeckung, dafür muss man aber eben die richtigen Charaktere dabei haben. Ich bringe gern übermächtige Wesenheiten ein, die die Charaktere in moralische Zwangslagen bringen (Pakt mit dem Teufel) und "zu gutmütig" muss ich mir auch auf die Fahne schreiben.

Am meisten Spaß hat mir glaube ich bisher als Spielleiter Zwist der Geschwister gemacht, als Spieler habe ich bisher keine offiziellen Abenteuer gespielt (aber da hatte ich am meisten Spaß auf dem 1. Forentreffen in Mesum bei Zuula).

Zum Mega-Dungeon: Das Tiefdunkel qualifiziert vielleicht nicht ganz als Dungeon, da es einfach ein Begriff für die "Unterwelt" unter Lorakis ist, aber ich denke, es kann sehr gut Dungeonstimmung erzeugen und man kann hier als Spielleiter der Phantasie freien Lauf lassen, da niemand weiß, was da unten eigentlich so los ist.
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Cherubael

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #2 am: 26 Sep 2017, 08:10:53 »
Dungeons mag ich persönlich sehr. Ob meine Spieler das ähnlich sehen, weiß ich nicht. Ich versuche, die Stimmung immer mal zu wechseln, aber sehr lange leite ich noch nicht.

Ich denke, große Dungeons kann es fast überall in Dragoreia geben, dort, wo Drachlinge vermutlich unterirdisch gebaut haben.
Einen "bekannten" Riesendungeon kann ich so aber nicht nennen. Das Tiefdunkel klingt aber in der Tat als guter Anlaufpunkt.
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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #3 am: 26 Sep 2017, 08:19:31 »
Ich persönlich tendiere zu X-Files/Ghostbuster-ähnliche Szenarien, bei der die Abenteurer mit den Taten eines Wesens von der anderen Welt konfrontriert werden.

Da ich meist eher improvisiere, gibt es bei mir kaum vorbereitete Rätsel, sondern sehr häufig verändert sich die Geschichte durch die Aktionen der Abenteurer. Von daher weiß ich häufig selbst nicht, was am Ende des Abends passiert.


Für große Dungeons bieten sich unter anderem auch Feenwelten an, die dann auch im Stil des Verrückten Labyrinths während des Abenteuers verändern können. Allerdings sollte man dabei dann auch sichere Zonen mit einbauen, in denen die Abenteurer sich erholen können.
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Jamaz

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #4 am: 26 Sep 2017, 08:22:29 »
Guten Morgen,

ich als Spielleiter spiele am liebsten auch gerne Abenteuer die ein wenig etwas geheimnisvolles haben bzw. die Spieler das große Ganze erst Stück für Stück herausfinden müssen.

Splittermond spielen wir erst seit einigen Monaten und haben noch kein offizielles Abenteuer gespielt, als nächstes steht aber "Bis zum Hals" aus dem Dakardsmyr-Regionalband auf dem Plan. Das Abenteuer "Ein Funke Mut" find ich vom lesen her z.B. schon sehr genial...
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Am Anfang ging es bei uns um ein größeres politisches Komplott in Herathis, also Intrigen, Mord, Attentate usw. und ich versuche die Charaktere Stück für Stück begreifen zu lassen, dass sie Splitterträger sind.

Generell spiele ich am liebsten größere Kampagnen die auf ein großes und episches Finale hinauslaufen und verschiedene Themen abdecken. Also mal ein Rätsel, mal ein bisschen Investigation, mal ein Kampf auf Messer's Schneide, mal ein Dungeon usw.


Doc_Screw

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #5 am: 26 Sep 2017, 10:17:03 »
Ich kann mich Jamaz da anschließen.
Als SL gefallen mir auch solche Abenteuer am besten, in denen die Gruppe in verzwickte Situationen hineingezogen wird und erst nach und nach aufdeckt, was hinter den Kulissen abläuft.

Als Spieler habe ich da nicht so klare Präferenzen, da für mich der Spielspaß hauptsächlich von den Qualitäten des SL abhängt. Aber es ist mir schon wichtig, dass die Aktionen meines Charakters am Ende einen tatsächlichen Unterschied in der Welt machen.

Jan van Leyden

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #6 am: 26 Sep 2017, 11:06:37 »
Als Spielleiter liebe ich:
  • Atemberaubende Action-Sequenzen
  • sich langsam entfaltende Geheimnisse
  • moralisch unklare, zweifelhafte Entscheidungen
Meine Spieler stehen hingegen auf ... Plot. sie möchten im Laufe des Abenteuers oder, besser noch der ganzen Kampagne, mitkriegen wie sich eine Geschichte entfaltet. Eine echte Sandbox könnte ich mit ihnen ganz und gar nicht machen.

Huldvoll winkend

---Jan van Leyden
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Tigerle

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #7 am: 26 Sep 2017, 12:43:22 »
Ich leite ja sehr gerne Abenteuer, wo die Helden vor einem Problem stehen und sich selber überlegen müssen, wie sie dieses Problem angehen. Meistens überlege ich mir im Vornhinein auch wirklich nur die Ausgangssituation und reagiere dann auch nur auf die Aktionen der Spieler.
Dabei darf es ruhig auch märchenhafte Elemente oder fantastische Orte geben.

Als Spieler bin ich aktuell fast schon komplett vom klassischen Abenteuer weg. Es müssen keine Helden sein, tatsächlich kann auch Pechvogel oder Opferrolle ganz witzig werden, sofern es halbwegs kreativ ist. Nicht der Charakter muss lachen können, es reicht, wenn es ich als Spieler dahinter tun kann :D
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rillenmanni

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #8 am: 26 Sep 2017, 13:57:58 »
Ich leite ja sehr gerne Abenteuer, wo die Helden vor einem Problem stehen und sich selber überlegen müssen, wie sie dieses Problem angehen. Meistens überlege ich mir im Vornhinein auch wirklich nur die Ausgangssituation und reagiere dann auch nur auf die Aktionen der Spieler.
Dabei darf es ruhig auch märchenhafte Elemente oder fantastische Orte geben.

Jupp. Und wenn ich ein Kaufabenteuer leite, dann kann ich ja nicht in den Kopf des Urhebers schauen. Also möchte ich, dass mir das Abenteuer so viele relevante Informationen wie möglich liefert, um auf Aktionen der Spieler mit "meiner" Abenteuerumwelt reagieren zu können. Aber die meisten Kaufabenteuer sind gar nicht erst von der Art "Verhältnismäßig stabiler Rahmen, in dem es ein Problem gibt, mit dem die Spieler irgendwie umgehen können". Dabei ist das auch kein Hexenwerk, es ist wohl eher eine Frage von "Was kenne ich?" bzw "Das Erzählen einer coolen Geschichte ist mir aber lieber."

Was ich gar nicht beim Leiten haben kann, sind Logiklöcher. Daher habe ich viele Abenteuer in den vielen Jahren auch schnell wieder weggelegt. Das ist mitunter wirklich zum Verzweifeln, wie leichtherzig Schlüssigkeit und dergleichen auf dem Altar der Effekthascherei und der augenscheinlich coolen Geschichte geopfert werden. Aber - und damit komme ich zur Spielersicht - bis zu einem gewissen Grad funktioniert dies sogar sehr gut und kann dem Spielspaß förderlich sein. Viele Spieler kapieren die Hintergründe in ihrer Gesamtheit nämlich gar nicht - und müssen dies auch nicht - und wenn man mal über einen Logikbruch stolpert, dann weiß man ja als Spieler zumeist nicht, wie schlimm es tatsächlich um die Schlüssigkeit steht und sieht derlei mit einem optimistischen "Das wird sich schon alles aufklären" nach. Aber für mich persönlich wird es als Spieler schlimm, falls ich merke, dass da wirklich was im Argen liegt. Das verdirbt mir ziemlich den Spaß.

Lineare Abenteuer kann ich nur dann ohne Brechreiz leiten, dann aber gut, wenn der lineare Ablauf logisch ist. Banales Beispiel: Eine Reise, und die Spieler wissen, dass sie zu zum Zielort X müssen, um ein Problem anzugehen. Wenn das Abenteuer nun x Hinweise liefert, die sonstwohin führen, nur nicht nach X, dann muss ich mich als Spielleiter nicht wundern, wenn die Spieler das Erreichen von X auf der Prio-Liste nicht oben haben. Wenn das Abenteuer aber logisch auf X hinführt, dann bleiben alle auf dem Pfad. Nur eines von mehreren Beispielen für eine gelungene Umsetzung eines linearen Abenteuers ist das DSA-Abenteuer Der Tyrann der Tiefe. Das funktioniert nämlich dank seiner Schlüssigkeit ziemlich gut. Es gibt dennoch (nur) eine Einschränkung, nämlich ...
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... und in einem solchen Fall greifen viele Spielleiter dann in die große Railroading-Kiste. Oder sie appellieren an die Spieler, auf die "Plot-Logik" zu hören und den Spielabend noch nicht sofort zu beenden.

Ja, und den RR-Kram mag ich weder leiten noch spielen. Das Abenteuer / der Spielleiter möchte, dass gewisse Elemente einfach passieren. Und ich merke, dass ich mich nicht "wehren" kann. Widerstand ist sozusagen zwecklos. Paradebeispiel: Wenn ich bemerke, dass der anstehende / begonnene Kampf nur dazu da ist, mir ein "Objekt der Begierde" (schon wieder) wegzunehmen, dann verweigere ich den Spieleinsatz. Denn ich weiß ja: Alle Punkte, die ich im Folgenden ausgeben werde, sind verpulvert. Für nichts. Sie dienen allein der scheinbaren Dramatik des Spiels. Aber meinem Charakter wird es gewiss besser gehen, wenn ich mich so wenig wie möglich wehre. Ähnlich ergeht es mir im Finale (falls vorhanden), sollte ich den Eindruck gewinnen, dass es künstlich in die Länge gezogen wird durch beliebig nachwachsende Lebenspunkte oder andere Schummeleien. Um der Dramatik willen. Wenn die Spieler halt zu cool sind und mit dem Finale den Boden aufwischen, dann finde ich das rechtmäßig gewischt. Ich brauche die Geschichten der Marke "Wisst ihr noch, wir hatten alle nur noch einen Lebenspunkt!" nicht, wenn ich weiß, dass das alles erschummelt war.
« Letzte Änderung: 26 Sep 2017, 14:00:09 von rillenmanni »
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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #9 am: 26 Sep 2017, 17:02:01 »
Ich leite ja sehr gerne Abenteuer, wo die Helden vor einem Problem stehen und sich selber überlegen müssen, wie sie dieses Problem angehen. Meistens überlege ich mir im Vornhinein auch wirklich nur die Ausgangssituation und reagiere dann auch nur auf die Aktionen der Spieler.
Dabei darf es ruhig auch märchenhafte Elemente oder fantastische Orte geben.

Als Spieler bin ich aktuell fast schon komplett vom klassischen Abenteuer weg. Es müssen keine Helden sein, [...]
Nicht der Charakter muss lachen können, es reicht, wenn es ich als Spieler dahinter tun kann :D
Ja, auf dem Stand bin ich auch seit Jahren und versuche das bei meinen selbsstgeschriebenen Abenteuern umzusetzten.
Als Spieler "muß" ich den Eindruck gewinnen, daß ich die Geschichte und damit Verlauf und Ende beeinflussen kann und ich habe bei meinen anderen Systemen zum Glück den einen oder anderern SL, der das selbst bei stark sequentiellen Abenteuern hinbringen kann.

Als Spielleiter liebe ich:
  • sich langsam entfaltende Geheimnisse
  • moralisch unklare, zweifelhafte Entscheidungen
  • Atemberaubende Action-Sequenzen
[...]
Wie oben schon genannt (Als Spieler und mehr noch als SL):
* Märchenhaftes, Phantastisches, Mystisches, ABER keinesfalls dessen Entzauberung! Das ist tödlich für eine Spielwelt.
* Kämpfe / Konflikte ja, wenn sie auch durch andere Optionen und durch jeden Charakter lösbar sind.

Ich habe gute Erfahrungen mit (eigenen) Sandbox-Abenteuer, die quasi den Charakteren am Wegesrand der Geschichte Optionen liefern auf die sie eingehen können.
Bei den "Haudrauf-Spielern" führt das allerdings manchmal zu Enttäuschungen, da sie dazu neigen die Option "Konflikt" zu übersehen und daran vorbeigehen (echte Erfahrung), sich dann aber beschweren...
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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #10 am: 26 Sep 2017, 18:13:42 »
moralisch unklare, zweifelhafte Entscheidungen

Ist für mich genau das Salz in der Suppe, was ich oft in Kaufabenteuern vermisse.

In letzter Zeit bin ich immer mehr von linear verlaufenden Kaufabenteuer weggekommen und präsentiere meiner Gruppe am liebsten einen Sandkasten in dem mehrere Abenteuer parallel erlebt werden können/inneinander laufen/sich gegenseitig ausschließen. Die am Sandkasten beteiligten Haupt-NSCs haben alle eine sinnvolle Agenda die weder schwarz noch weiß ist und den Spielern einige, moralisch zwielichtige Entscheidungen abverlangen.

Meist findet das ganze dann in einer Stadt und Umgebung statt aber aktuell sitzen wir immer noch im Seelenmoor fest, in dem einige Quests des Witcher3-PC-Spiels versteckt sind.

Weltengeist

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #11 am: 26 Sep 2017, 19:29:01 »
Als Spieler stehe ich total auf Mysterien. Geheimnisse aus der Vergangenheit, Kriminalfälle, Intrigen, Rätsel - alles, was meinen Kopf fordert. Außerdem mag ich einen grundsätzlich positiven Grundton und zumindest die Möglichkeit eines erfolgreichen Abschlusses. Ach ja, und wenn der Spielleiter flexibel auf Ideen der Gruppe reagiert, finde ich das auch positiv.

Als Spielleiter mag ich Abenteuer, die von allem ein bisschen enthalten: Stadt, Land, Dungeon sozusagen. Ansonsten gilt das, was ich unter Spielervorlieben schon gesagt habe. Insbesondere lande ich meist bei Plots, in denen es darum geht, irgendwelche Ereignisse der Vergangenheit aufzudröseln und bei denen es nicht reicht, nur Gegner nach dem anderen wegzumoschen. Wobei mir beim Wort "Plot" einfällt: Ich bin da ziemlich anpassungsfähig. Wenn die Gruppe nach 5 Minuten einen Weg einschlägt, den niemand vorgesehen hat, dann spielen wir den. Und wenn ich dafür die ganze Sitzung improvisieren muss.

rillenmanni

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #12 am: 26 Sep 2017, 21:11:19 »
Mir ist aufgefallen, dass ich wahrscheinlich an des von Thurgaus Intention vorbeigeschrieben habe. Oder? Es geht da mehr um Inhaltliches, nicht um Abenteuerstruktur und Rollodogmen. Oder nicht? Und wenn ja: Dann auf Splittermond gemünzt oder so ganz allgemein?

Als Spieler und Spielleiter mag ich tatsächlich bei Splittermond nicht: Jedes gefühlt zweite Abenteuer mit einen Schwerpunkt auf Feen-Krimskrams oder die olle Iosaris oder was eben sonst noch Potential zum Dauerbrenner hat. Ich finde übrigens Illustrationen von Wolfsdamen in Röcken ganz doof. Mir sind die Varge schon zu fremdartig als spielbares bzw anspielbares Element, aber das Darüberhinwegschauen gehört dann für mich eben dazu, wenn ich was mit diesem System zu schaffen haben will.

Und so ganz allgemein ...
  • habe ich als Spieler ein Faible für Sprengstoffe. Wenn der Hintergrund Sprengstoffe zulässt, dann versuche ich, derlei zu ergattern, um damit Probleme anzugehen. Und ich bin sehr frustriert, wenn ich den Eindruck habe, der Spielleiter hält mich kurz aus Angst, ich könnte ihm was wegsprengen (Stimmung, zum Bleistift). Ich muss mich beim Spielen tatsächlich zusammenreißen, um Sprengstoffe nicht ins Spiel zu bringen.
  • bin ich gern für Techtelmechtel mit NSC zu haben. Allerdings achte ich als Spieler hier sehr darauf, ob ich das entsprechende innere Häkchen bei der jeweiligen Charaktererschaffung gesetzt hatte.
  • steht mir das Krimigenre ganz gut. Ich spiele gern Cthulhu-Abenteuer und bin dort ein sehr aufmerksamer Spurensammler und Beobachter, aber nutze auch mit Freuden Gelegenheiten, um zu intrigieren oder zu suggerieren. Dabei mag ich es, sollte ich merken, dass der Spielleiter nervös wird. :)
  • leite ich Krimiartiges auch lieber als Episches. Mein Schwerpunkt beim Leiten liegt mehr beim Zwischenmenschlichen, und ich stelle gern die kleinen, individuellen Tragödien und Untiefen dar, um Spieler auf dieser Ebene betroffen zu machen statt auf irgendwelchen Super- oder Mega-Ebenen.
  • bin ich ein Spieler ein unglaublicher Quatschmacher. (Und muss mich hier zusammenreißen. Ich gelobe Besserung. *blinkerzwinker*) Ich mag betont lustige Abenteuer aber nur sehr bedingt, dh eigtl so richtig nur dann, wenn das System schon in die Richtung geht.
  • spiele und leite ich gern gefährliche und oder schwierige Abenteuer. Also in echt.

Schon wieder fabuliert, oder?
« Letzte Änderung: 26 Sep 2017, 21:27:11 von rillenmanni »
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

Belfionn

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #13 am: 27 Sep 2017, 21:31:56 »
Ich schwimme ein bisschen gegen den Strom: Ich spiele auch gerne klassische Plots (Jungfrau aus Nöten retten). Interessant werden sie genau durch das, was Tigerle angesprochen hat:
Zitat von: Tigerle
…wo die Helden vor einem Problem stehen und sich selber überlegen müssen, wie sie dieses Problem angehen.
Diese Problemlösung in Form von Recherche, Planung und Rätselei gefällt mir, am besten wenn es in einem abenteuerlichen Finale kulminiert.

Und ich spiele gerne heldenhafte Charaktere, die klar auf der guten Seite stehen. "Moralisch unklare, zweifelhafte Entscheidungen" brauche ich daher nicht. Im Gegenteil. Wenn ich mal spiele (was leider selten genug vorkommt), dann will ich dabei entspannt Spaß haben, und nicht schwierige Entscheidungen wie im echten Leben simulieren.

Passend dazu darf auch das Setting für mich ruhig bodenständig sein, z.B. klassisch ritterlich wie in vielen Teilen Dragoreas. Andererseits: Sowohl bei Splittermond, als auch bei DSA früher, mochte ich auch das fantastisch-abgedrehte, was in Aventurien in den "exotischen" Regionen wie Maraskan, Selem oder Feenglobulen vorkam und was in Lorakis die Feenwelten bieten.  Allerdings spiele ich auch so selten, dass ich die "Schwemme" an Feenbezügen nicht so wahrgenommen habe, wie andere hier im Forum.

Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn die Frage nicht lautet "Was spielt ihr am liebsten?", sondern "Womit beschäftigt ihr euch am liebsten?". Denn abseits des Spieltisches, also wenn ich mich lesend, schreibend oder hier im Forum mit Lorakis beschäftige, darf es dann auch gerne komplexer, intriganter und grauer sein.

Etschbeijer

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Re: Was für eine Art von Abenteuer spielt/leitet ihr am liebsten?
« Antwort #14 am: 27 Sep 2017, 23:12:03 »
Heyho,

Also ich habe derzeit eine Splittermondgruppe und sie hat sehr sehr viel spaß am kämpfen in Splittermond und braucht pro Runde mindestens ein bis zwei anständige Kämpfe, bevorzugt gegen Humanoide mit neuen Taktiken.
Sie können mit der Magie und den Feenwelten an sich nicht viel anfangen und meiden solche Situationen wann immer sie können, weshalb das fantastische der Welt von Splittermond leider "etwas weniger" zum tragen kommt bei uns in den Runden.
Sie haben stattdessen viel Spaß am aufbauen krimineller Organisationen, erpressen und ausrauben der Leute entwickelt...
Wichtig ist auch ihnen viel Zeit für Charakterspiel zu geben. Sie wollen lieber eine Sandbox ohne große Kampagne, also eher von Quest zu Quest dümpeln, wobei sie dabei häufig selbst was initiieren und ich gefühlt nur am reagieren und simulieren der umwelt bin.