Hi!
Als vermutlich einer der ersten, die schon wieder zu Hause sind (an alle, bei denen ich mich nicht mehr verabschieden konnte; hatte mich verquatscht und die Zeit rannte leider davon ... :-() möchte ich die Gelegenheit nutzen, und basierend auf den frischen Erinnerungen ein erstes Feedback zur HeinzCon geben. Dies geschieht in dem naiven Glauben, dass andere meinem Beispiel folgen mögen und dieser Thread den Organisatoren der nächsten HeinzCons als kleines Nachschlagewerk mit Stimmen aus der Community dienen mag.
LocationProblem: Norddreich ist wunderschön. Der Standort des Haus des Gastes keine 100 m vom Strand entfernt ist einfach genial. Aber, man muss ganz klar sagen, bei allem Charme, den der windige Norden versprüht, ist die Location schon ziemlich weit ab vom Schuss. Ich habe ein bisschen rumgefragt und hatte den Eindruck, dass ich mit meinen knapp 3 Stunden Zugfahrt (bzw. 3,5 Stunden vom Haus des Gastes bis zu meiner Haustür) noch einer von denjenigen mit der geringsten Anreisezeit war - der einzige Vorteil war, dass ich auf der Zugfahrt Zeit genug hatte, die Erstellung des Charakters nachzuholen

. Ein Mit-Rollenspieler aus Berlin hat eine Fahrzeit von 7 Stunden angegeben, einer aus Gießen 9.
Lösungsvorschlag: Verlegen der Location. Ich weiß, ihr wollt das nicht, aber das ist die Stimme des Volkes.
FerienwohnungenProblem: Eigentlich eine coole Idee und an unserer Ferienwohnung gab es an sich auch überhaupt nichts auszusetzen, an der Organisation seitens des Uhrwerk Verlags kann hier aber noch einiges verbessert werden. Zum Beispiel kam ich mir ziemlich blöd vor, als ich - der ausgehändigten Karte vertrauend (wohlgemerkt in Übereinstimmung mit meiner eigenen Smartphone-Mapsoftware) - durch die Wallachei geeiert bin, weil unserer Ferienwohnung sich überhaupt nicht dort befand, wo sie eingezeichnet war. Dafür war die Wegstrecke von Ferienwohnung zu Con-Gelände sehr bequem schaffbar.
Der zweite Punkt, der mich hier gestört hat, war das Chaos bei der Schlüsselverwaltung. Dass es sich nicht ausgeht, wenn vier Leuten, die zusammen in einer Ferienwohnung unterkommen sollen, insgesamt nur zwei Schlüssel austeilt, vor allem wenn man dann auch nicht aufschreibt, wem man einen gegeben hat (ist das nicht allein aus versicherungstechnischen Gründen notwendig?), liegt eigentlich auf der Hand. Das daraufhin stattfindende Herumtelefonieren, um die ausgeteilten Schlüssel a) zu lokalisieren und b) eine Übereinstimmung in Hinblick auf die sinnvolle Verteilung unter Berücksichtigung persönlicher Schlafzyklen zu finden hätte wenn auch nicht gänzlich vermieden zumindest reduziert werden können.
Lösungsvorschlag: Genauere Skizzen machen, diese ggf. einmal "ablaufen" und auf Besonderheiten (versteckte Häuser) hinweisen, in die Google Maps-Karte vielleicht auch gleich die Strecke einzeichnen (sind nur zwei Klicks mehr). Genau nachhalten, wer wann welchen Schlüssel hat. Natürlich könnt ihr nichts dafür, wenn die Leute untereinander die Schlüssel tauschen, ohne euch Bescheid zu geben, aber ihr solltet auf jeden Fall einen "letzten Stand" haben, den ihr mitteilen könnt.
TischnummernProblem: Ich kenne keine andere Con, auf der den Spielern bei der Wahl eines Ortes für die Spielrunde auf der einen Seite völlig freie Hand gelassen und auf der anderen Seite völlig auf jegliche Beschriftung/Orientierungshilfe bei der Unterscheidung der einzelnen Tische verzichtet wurde. Wie oft habe ich Leute desorientiert am Brett mit den Aushängen stehen und auf potenzielle Mitspieler / Spielleiter warten sehen. Oft hat das hingehauen, aber nicht immer. Teilweise sind Spielrunden mit halber Mannstärke auskommen müssen, weil man sich nach dem Eintragen einfach nicht wieder gefunden hat.
Lösungsvorschlag: Die Tische einfach nummerieren, pro Tischnummer reicht da ein DIN A4-Zettel und ein bisschen Tesa. Alternativ: Highlights platzieren, an denen man sich orientieren kann (z.B. "am zwei Meter großen Heinz-Plüschtier" oder "Am Tisch mit der roten Lampe drüber").
Kaffee-WarteschlangeProblem: Ich weiß nicht, wie viel Einfluss ihr hier habt, aber die riesigen Warteschlangen und das völlig überforderte Personal im Kiosk haben einem schon ziemlich die Laune verhageln können. Die Kaffee-Flat ist gut und schön, aber wenn man sich eben für eine Kampfhandlung aus der laufenden Runde verabschieden will, um Kaffee zu holen und dann, wenn man zurück kommt feststellt, dass der Kampf vorüber ist, weil man 10 Minuten in der Schlange gestanden hat, um sich eine normal-große Tasse mit Kaffee füllen zu lassen, zweifelt man daran, ob das nicht vielleicht auch anders geht. Das Problem war, dass Kaffee und Tee sowie sämtliche Gerichte an ein und dem selben Schalter zu bekommen waren, was zu einer wahnsinnigen Verzögerung für diejenigen, die nur Kaffee wollten, durch diejenigen, die etwas zu Essen haben wollten, geführt hat. Fairerweise sei dazu gesagt, dass diese Beobachtung sich allein auf den Freitag bezieht.
Lösungsvorschlag: Mir ist klar, dass dieses Problem euch als Orga nicht anzulasten ist, aber unter Berücksichtigung des Umstands, dass man auch oft genug SMufanten in der Warteschlange gesehen hat, wäre es vielleicht hilfreich, die Leute vor Ort mal anzusprechen und eine Lösung ähnlich des Frühstücksbuffets (wo einfach überall Kaffeekannen herumstanden, die an einer zentralen Kaffeemaschine nachgefüllt werden konnten) anzustreben. Wenn das ein Problem mit der Unterscheidung zwischen "Kaffee-Flat" und "Tagesgast" ist, dann bin ich sicher, dass die Leute auch einen gewissen Mehrbetrag dafür zahlen würden, dass die Kaffee-Flat einfach der Standard wird. Ich bin auch sicher, dass sich genügend Leute dazu bereit erklären würden, sicherzustellen, dass die Versorgung mit schwarzem Gold (bzw. heißem Wasser für Tee) auch nach Schließung des Kiosks nicht abbricht, in dem sie regelmäßig Bohnen und Wasser nachfüllen - wenn das jeder mal macht, löst sich das Problem ja von selbst.
MülleimerProblem: Kann sein, dass ich einfach blind bin, aber ich habe keinen einzigen Mülleimer gesehen. Kann aber auch durchaus mein Fehler gewesen sein. Ganz alleine scheine ich damit aber auch nicht gewesen zu sein, denn auf den Tablets für die Geschirrrückgabe hat man bei genauerem Hinsehen jede Menge Müll gesehen, der dort von rücksichtsvollen Con-Besuchern liebevoll platziert worden war, damit dem Thekenpersonal auch ja nicht zu langweilig wurde.
Lösungsvorschlag: Mehr Mülleimer aufstellen oder deutlicher kommunizieren, wo diese stehen.
Zugegeben, das waren jetzt überwiegend kritische Bemerkungen. Deshalb kommen jetzt die Glanzstunden, die für mich eigentlich den Hauptteil der Con ausgemacht haben, die Workshops!
Splittermond: Was bringt das Jahr 2015? (Moderator: Uli Lindner)
Viel Neues hat man hier nicht unbedingt erfahren, aber ich fand die Stimmung (und das gilt, ganz generell für alle Workshops und für alle Gespräche mit "Offiziellen") sehr, sehr angenehm. Es wurde sich für alle Fragen Zeit genommen und der Workshop war auch nicht vorbei, bevor nicht alles geklärt war. Außerdem gab es dann doch ein paar brandheiße Infos, wie zum Beispiel die von Stefan Unteregger just auf dieser Con, wenige Stunden vor dem Workshop, entwickelte Abenteuer-Idee ("Seidenstraße"?). Sehr schön fand ich auch das Kapitel zu den LoGe sowie die doch recht ausführlichen Infos zu den fünf Finalteilnehmern des Abenteuerwettbewerbs. Ich meine aber, Orkenspalter TV hat den Workshop aufgezeichnet, daher wird er vermutlich sowieso in Kürze irgendwo im Internet zu finden sein (?).
Splittermond: Zhoujiang-Regionalband (Moderator: Adrian Praetorius)
Der Workshop war sehr informativ und stand mehr unter dem Zeichen der Publikumsfragen, hatte also weniger den Charakter eines Vortrags als der Workshop davor. Im Detail kann und will ich die Inhalte jetzt nicht wiedergeben, es klang aber auf jeden Fall sehr interessant. Es wird sowohl Kampfkunst-Regeln als auch neue Charakterkonzepte (Leibwächter/Wegbegleiter, Exorzist, ...) geben, es wird über die Triaden gesprochen, über die Machtverhältnisse, Intrigen und Klüngel und so weiter. Im Zentrum werden aber die Provinzen und deren Beschreibungen stehen (falls ich hier Mist schreibe, einfach korrigieren).
Workshop: Wie schreibe ich ein Abenteuer? (Moderator: Stefan Unteregger)
Für mich auf jeden Fall der Höhepunkt der Con. Mit viel Humor und Sachkenntnis hat Stefan aka Gwydon die einzelnen Elemente eines Abenteuers sowie Wege, diese zu verknüpfen, die typische Herangehensweise an das Entwerfen eines solchen und vor allem auch No-Gos und Fallstricke aufgezeigt und Lösungsvorschläge gemacht. Sehr gut fand ich das Brainstorming mit dem gesamten Plenum im Vorfeld, dessen Ergebnisse dann durch die von ihm ohnehin vorgesehenen Themen ergänzt wurden. Ich habe selten bei einem Workshop so viele Leute so konzentriert mitschreiben sehen und bin zuverlässig, dass die Aufzeichnungen für die Überarbeitung meines Abenteuerwettbewerb-Beitrags sehr hilfreich sein werden.
So, nach gerade Mal 2 Stunden Schlaf und einigen Stunden Zugfahrt haue ich mich jetzt aber aufs Ohr und trete den Schlaf der Gerechten an.
Cheers!
PS: Es sieht so aus, als würde es erstmal
keinen Regionalband des Unreichs geben!

[Edit]Strukturierung[/Edit]