Ansonsten eröffnet das die interessante Frage, wie Magie eigentlich als Magie zu erkennen ist. Man kann IMO den Text von Magie Erkennen und Arkane Kunde so interpretieren, dass tatsächlich jeder Zauber des Systems rein durch Betrachtung und eine Arkane Kunde Probe als solcher zu identifizieren ist.
Die Identifikation von Zaubern läuft prinzipiell nach den hier vorgestellten Regeln ab, unterliegt aber einigen Besonderheiten, die kurz vorgestellt werden sollen:
- Die Identifikation gerade gewirkter Zauber ist während des ganzen Zaubervorgangs (Zauber vorbereiten und Zauber auslösen) möglich, da er insgesamt sichtbar ist und von Geste und Formel begleitet wird. Sobald ein Zauberer eine dieser Aktionen begonnen hat, kann eine Identifikation versucht werden.
- Ein bereits fertig gewirkter Zauber kann identifiziert werden, wenn das Ziel sichtbar ist. Dies zählt,
wie unten beschrieben, als negativer Umstand. Die genaue Schwere des Umstands hängt von den sichtbaren Effekten des Zaubers ab (Steinhaut ist leichter zu erkennen als ein auf Heimlichkeit angewiesener Beherrschungszauber ohne äußere Anzeichen).
- Dazu ist, wie oben beschrieben, eine sofortige Reaktion von 2 Ticks Dauer gegen die Schwierigkeit (15 + dreifacher Zaubergrad) nötig.
- Sollte der Zauberer eine Komponente des Zaubers weglassen (siehe S. 198), dann erschwert das die Identifikation des Zaubers während des Wirkens. Sollten Geste oder Formel weggelassen werden, beträgt die Erschwernis 3 Punkte. Sollten gar beide Komponenten weggelassen werden, ist eine Identifikation nicht möglich. Dies gilt auch, wenn bei einem Zauber explizit gesagt wird, dass Geste oder Formel nicht nötig seien, um ihn zu wirken.
Ausrüstung und Umstände
angespannte (Kampf-)Situation (leicht negativ), Literatur zum
Thema verfügbar (leicht bis stark positiv), nur Effekt eines Zaubers
ist zu sehen, nicht Zauberhandlung selbst (leicht bis fast
unmöglich negativ), beherrscht den Zauber (leicht positiv), mindestens
eine Meisterschaft in der genutzten Magieschule (leicht
positiv), unbekannte Magieschule (leicht negativ), passende Bücher
zum Nachschlagen (leicht bis stark positiv), schlechte Sichtverhältnisse
(je nach Situation im Rahmen der Regeln auf S. 169)
"Hier strömt Magie durch den Stein" (und woher weiß er das, wenn Arkane Kunde offenbar nichts mit Sicht zu tun hat?Eventuell kann man auch einfach die magischen Strömungen "spüren". Muss ja nicht unbedingt heißen, das es mit einem anderen Sinn zusammenhängt, sondern das "Spüren" von Magie quasi ein eigener Sinn ist.
Was mich bei Magie identifizieren immer ein bisschen umtreibt ist die Frage, wie das Ganze fluff-technisch funktioniert. In verschiedenen anderen Systemen (Shadowrun, Vampire: Die Maskerade) gibt es so etwas wie Auren, die einen klaren und unmissverständlichen Hinweis geben. Arkane Kunde scheint aber eine theoretische Fähigkeit zu sein (Kenntnisse von Zaubersprüchen und Ritualen). Dennoch kann man anhand ihrer auch "Strömungen in den Feenwelten erkennen". Leider steht nirgendwo, wie genau jemand einen bestimmten Zauber erkennt.
Neulich kam in einer Spontanrunde von mir ein Dungeon vor, in dem es - natürlich - mittels Magie eingerichtete Geheimtüren gab. Da stellt sich mir die Frage, was jemand fluff-technisch sagen würde, wenn er so etwas entdeckt. Sagt er "Hier strömt Magie durch den Stein" (und woher weiß er das, wenn Arkane Kunde offenbar nichts mit Sicht zu tun hat?) oder sagt er so etwas wie "Die Anordnung dieser Steine ist typisch für das Ritual XY"?
Vor allem in dem Zusammenhang, wenn man eine PErson untersuchen will. Wenn man Magie einfach spüren kann, wie hoch wäre dann die Schwierigkeit wenn ich eine Person darauf untersuchen will, ob sie verzaubert wurde (nicht welcher Zauber auf ihr liegt, sondern nur ob ein Zauber auf ihr liegt).
Ich glaube, das geht einfach nicht, weil ja alles in Lorakis von Magie durchflossen wird, also per se magisch ist.Was aber eine sehr fadenscheinige Begründung wäre. Denn frei fließende Magie und geformte Magie sollten schon unterschiedlich sein. Ansonsten würde ja auch das Beispiel aus Mephisto nicht funktionieren, weil die Umgebung ja immer magisch ist. Da man da aber erkennen kann, das Magie am wirken ist, sollte man das bei einer Person genauso spüren können, das bei ihr Magie am wirken ist.
Ich glaube, das geht einfach nicht, weil ja alles in Lorakis von Magie durchflossen wird, also per se magisch ist.Was aber eine sehr fadenscheinige Begründung wäre. Denn frei fließende Magie und geformte Magie sollten schon unterschiedlich sein. Ansonsten würde ja auch das Beispiel aus Mephisto nicht funktionieren, weil die Umgebung ja immer magisch ist. Da man da aber erkennen kann, das Magie am wirken ist, sollte man das bei einer Person genauso spüren können, das bei ihr Magie am wirken ist.
Auch da wie gesagt. Man sieht mit oder ohne Arkane Kunde nicht mehr oder weniger als jeder andere.Man sieht auch mit Wahrnehmung nicht mehr oder weniger als jeder andere - aber man kann es so viel besser einordnen und interpretieren, dass man weit mehr Informationen zur Verfügung hat.
Bei einer Einzelperson mag die Aura einfach zu schwach sein.Und genau das ist das fadenscheinige daran. Man kann es auch als "willkür" bezeichnen. Du setzt hier einfach willkürlich eine Grenze, ab der es plötzlich nicht mehr geht.
Bei einer Einzelperson mag die Aura einfach zu schwach sein.Und genau das ist das fadenscheinige daran. Man kann es auch als "willkür" bezeichnen. Du setzt hier einfach willkürlich eine Grenze, ab der es plötzlich nicht mehr geht.
Und diese Grenze kommt halt aus dem nichts, du hast sie willkürlich festgelegt.
Und damit ist für mich dieses Argument ein sehr fadenscheiniges.
Speziell für Zauberproben gibt es Modifikatoren zu Affinitäten. Nicht überall auf Lorakis ist die Magie gleich. Es gibt Orte, an denen bestimmte Arten von Zaubern leichter von der Hand gehen als andere. Affinitäten wirken stets nur positiv und auf einzelne Magieschulen. Der Modifikator kann von +1 bis +3 betragen und liegt im Ermessen des Spielleiters. Beispielhafte Orte mit Affinität sind:
eine uralte Nekropole für Todesmagie
ein verwunschener Wald mit Übergängen zur Feenwelt für Naturmagie
ein großer Vulkan für Feuermagie
Denn wenn du recht hättest, dann würde es sich damit widersprechen, dass du einen Zauber wie Suggestion nicht so einfach erkennen kannst.Nicht im geringsten. Wo ist hier ein Widerspruch?
Insofern widerspricht sich das nicht im geringsten damit. Es ist halt ein starker Unterschied ob du bemerkst, das hier irgenwie Magie auf einer Person wirkt oder ob du weißt, um welchen Zauber es sich handelt, weil du ihn identifiziert hast.Allerdings sagt eine gelungene Probe auf Arkane Kunde ja bereits aus, welche Schule wirkt - bei Beherrschung und Illusion kann das bereits ausreichen, den Sinn der Zauber zu untergraben.
Allerdings sagt eine gelungene Probe auf Arkane Kunde ja bereits aus, welche Schule wirktNicht zwangsweise. Das wäre halt nur, wenn man einen Zauber untersucht. Aber wenn ich nur allgemein erspüren will, ob Magie wirkt, warum sollte ich da dann die Schule mitbekommen? Das wäre ein binäres Ja/Nein (eventuell mehr Informationen, wie wenn man direkt den Zauber identifiziert, wenn man genug EG hat. Aber dann hätte man ja auch die Schwierigkeit für den Zauber selbst übertroffen und die Information sowieso bekommen).
Ich frag mich wie ihr überhaupt auf den Trichter mit dem "spühren" kommt.Durch die beschriebenen Auswirkungen der Fertigkeit. Gemäß S.149 f. kann man mittels Arkaner Kunde einen Zauber binnen zwei Ticks identifizieren (oder zumindest einordnen), indem man einen Blick auf sein Zielobjekt wirft. Selbst Beherrschungsmagie wird dabei erwähnt (allerdings mit fiesen negativen Umständen beworfen).
Die Wirkungsdauer ist absichtlich gesetzt, da uns ein permanent (und günstig) eingeschalteter "Magie erkennen" zu stark und zu einschränkend erscheint.
Zur zweiten Frage: Du erhälst einen Eindruck der magischen Stärke in der Umgebung (und nicht nur kurz "Flashlight"-artig, du weißt es danach auch noch länger - ist immerhin ein Erkenntniszauber). Aber eben nur wie es zum Zeitpunkt des Zaubers ist. Und in Lorakis ist ALLES Magie - wenn man es mal metaphysisch betrachtet. Die Welt besteht aus dem Grundstoff, der auch für Magie genutzt wird, daher ja auch die Auswirkungen zu starker Magie auf die Umwelt. Mit dem Zauber erkennst du die Stärke dieser magischen Energie in der Umgebung. Ein mächtiges Artefakt, ein aktiver Zauber oder ein gerade mehrere Sprüche kanalisierender Magier haben eine stärkere "Ballung" dieser Magie, wodurch sich sowas erkennen lässt. Für eine tiefgreifende Analyse ist der Zauber nicht geeignet, er gibt eher einen ersten Eindruck der Magiestärke in Objekten, Orten und Personen. Dadurch lassen sich mächtige Magier, magische Orte oder Artefakte identifizieren. Aber für eine tiefgreifende Analyse (Marke ANALYS) ist es nicht gedacht.
Zu dem ganzen Komplex wird es natürlich später noch mehr Infos geben, im GRW wollten wir einen dafür grundlegenden Zauber aber schon mal drin haben.
Ich frag mich wie ihr überhaupt auf den Trichter mit dem "spühren" kommt.
Komme leider jetzt erst dazu, hier ausführlich was zu schreiben.
Die meisten Traditionen machen zwar unterschiedliche Gesten und benutzen natürlich auch unterschiedliche Formeln, jedem Zauber ist aber ein metaphysisches Geflecht zu eigen, das immer gleich ist. Egal ob du einen Feuerball durch eine kraftvolle Anrufung, einen rituellen Tanzschritt oder ein Gebet an deine Gottheit wirkst: Es ist ein Feuerball und dafür sind bestimmte Komponenten nötig. Diese sehen nicht immer gleich aus, aber sie manipulieren die magische Kraft der Umgebung auf die gleiche Weise und nutzen auch deinen Körper als Fokus auf die gleiche Weise.
Dabei darf man nie vergessen, dass alle Lorakier ein Attribut namens Mystik besitzen. Dieses regelt nicht nur ihren Fokushaushalt, sondern auch ihre Wahrnehmung der einen stets umgebenden Magie. Wenn wir einen (hypothetischen) Zaubervorgang betrachten, würden wir nur etwas sehen. Wenn ein Lorakier einen Zaubervorgang betrachtet, dann sieht er nicht nur - er fühlt auch wie die Magie manipuliert wird. Genau deshalb geht ja auch Mystik in Arkane Kunde ein beispielsweise.
Für mich wird Arkane Kunde den Charakter auch immer befähigen, etwas mehr von der Magie wahrzunehmen als der Standard-Lorakier.
Wenn man aber Formel und Geste nicht braucht, und der Zauber keinen offensichtlichen Effekt hat, ist auch nix mit erkennen und analysieren.
Ich würde eher sagen, ein solcher Zauber ist während des Wirkens nicht zu identifizieren - zumindest würde ich S.150, Kasten, vierter Kringel so interpretieren, dass sich der gesamte Kringel auf die Identifikation während des Wirkens bezieht, wie es der erste Satz nahelegt. Danach (also während der Wirkung) kann man ihn gemäß zweitem Kringel IMO durchaus erkennen - nur eben mit mehr oder weniger negativem Umstand, wobei Beherrschungsmagie allgemein schwieriger zu erkennen ist als offensichtlichere Zauber.Wenn man aber Formel und Geste nicht braucht, und der Zauber keinen offensichtlichen Effekt hat, ist auch nix mit erkennen und analysieren.
Und so steht es ja auch explizit auf S. 150: Ohne Geste und Formel ist ein Zauber während der Wirkung nicht zu identifizieren (d.h. es ist nicht mal zu identifizieren, dass ein Zauber gewirkt wird).
Ich würde eher sagen, ein solcher Zauber ist während des Wirkens nicht zu identifizieren
Zweitens: Ich kann einen Zauber zwar nicht identifizieren wenn ich die Gesten nicht sehe und die Formel nicht höre, aber kann ich nicht generell wahrnehmen, dass gezaubert wird? Ganz ehrlich, selbst ein Zauberer der einen Beherrschungszauber ohne Gesten und Worte wirkt muss mit Passierschlägen rechnen.
Drittens: Wie erkenne ich magische Artefakte in der Umgebung wenn ich Magie nicht einfach erspüren kann?
Nein, man kann Zauber nicht einfach so erspüren, auch wenn man grundsätzlich die Magie der Umgebung spürt. Das ist aber kein feiner magischer Detektor. Da muss ohne sonstige Anhaltspunkte schon irgendwas außergewöhnliches passieren (sehr viel Magie in der Umgebung), dass man einfach so eine Probe machen kann. Ein normaler Zauber ist nicht ohne weitere Anhaltspunkte einfach so zu erspüren.Das kommt mir ein bisschen wie eine unpassende Mischung aus Intention und Fähigkeit.