Autor Thema: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?  (Gelesen 1854 mal)

Falke02

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Hallo liebe Mitspieler.
Ich bin neu bei Splittermond und daher wurde die Frage bestimmt mal gestellt,  aber weder durch Suchen noch nach 20 Seiten Forum bin ich auf eine gute Antwort gestoßen.  Daher, falls euch das Thema bekannt vorkommt,  gerne verlinken.

Ich versuche mich gerade intensiv vorzubereiten auf eine Runde,  die ich meistern werde.  Ich bin seit über 30 Jahren im Rollenspiel unterwegs. Kern für mich war immer die Lore der Spielzeit, aber halt auch die Regeln,  die ein gutes Rollenspiel unterstützen sollten.  Hier sehe ich Splittermond ganz weit vorne, einzig das Flair der Welt Lorakis mag nicht zu mir überspringen.
Ich wünsche mir aber sehr,  dass mich das Flair,  was immer es in Lorakis sein mag, packt. Denn die Aufmachung der Beschreibungen, und das ganze drumherum ist toll.
Was macht aber die Welt aus? Hier ist mein größter Schmerz in der Tat Dragorea/Selenia. Ich habe noch nicht verstanden,  wie sich nach Jahrhunderten Knechtschaft durch Dachrinne (jaa, coole Idee!) ein feudales System inkl. Kaiserreich mit Rittern in strahlender Rüstung bilden konnte. Passiert sodass automatisch? Es kommt mir leider eher so rüber,  als hätte man Redaktionstechnisch gesagt: boah, zu jedem guten Fantasy RPG gehören nun mal Ritter, Burgen, Kaiser, Ränkespiele. Also zack, Selenia hingesetzt.
Versteht mich bitte nicht falsch,  das soll jetzt kein Autorenbashing sein. Ich MÖCHTE ja den Zugang zu der Idee bekommen.  Daher freue ich mich über jede Hilfe.  Vielleicht gibt es ja ein gutes Quellenbuch wo darauf eingegangen wird? Oder eine gute Diskussion? Was macht für euch den Flair von Lorakis aus? Freue mich auf alle Anregungen und wie gesagt: kein Bashing, im Gegenteil.  Ich bin höchst angetan, aber ich habe auch echt anspruchsvolle Spieler 😀

Danke euch vorab

Ingo
« Letzte Änderung: 09 Mai 2021, 13:32:38 von Falke02 »

Wandler

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #1 am: 09 Mai 2021, 13:32:34 »
Hallo Ingo,

Hier ein paar Gedanken zu Deiner Frage.

Als jemand der mehr als ein Szenario selbst geschrieben hat (nichts veröffentlichtes für Splittermond, ich bin keiner der Autoren!) weiss ich wie umfangreich die Arbeiten an einem solchen System sind - vor allem wenn sie eine ganze Welt umfassen. Es gibt eine Reihe von Dimensionen die dabei beachtet werden müssen: Regelmechanik, Weltenbau/Geographie, Kulturen und Sprachen, Geschichte, "Genres", Religion/Spiritualität, Konflikte, Waffentechnik und vieles mehr. Dabei kann sich eine Redaktion glücklich schätzen wenn sie "Spezialisten" für einen Großteil dieser Gebiete hat.
Doch um ein Produkt zu schaffen das veröffentlicht werden kann - und dann auch noch bezahlbar ist - wird es eben keine Arbeit wie die von J.R.R.Tolien sein mit einer Geschichte die detailliert von der Urzeit und Erschaffung bis zur "heutigen" Zeit reicht - und das für Welt, Kontinente und Länder.

Nun ist natürlich Selenia eines der "Kernländer" - ganz ohne Wertung. Und Hintergründe faszinieren mich ebenso, tragen viel zur Stimmung bei. Doch die Lücke (ganz ohne den Selenia-Band zu kennen) dürfte nicht so groß sein wie vielleicht befürchtet:
Die Drachlinge verschwinden und hinterlassen einen Widerstand der die Drachlinge bekämpft hat. Außerdem müssen sich nun die "Sklavenvölker" um ein paar Probleme kümmern die vorher Sache der magisch versierten und kampfstarken Drachlinge waren. "Wehreliten" haben auch auf unserer Welt zu einer Ausbildung von Hierarchien und Ritterstand geführt (Europa und Japan, nur als Beispiele).
Vereinzelte Widerstandszellen konnten sich nach dem Verschwinden der Drachlinge sicher nicht mehr behaupten - Organisation und Zusammenschluß waren angesagt. Dazu kommen Machtgelüste, ebenfalls ein recht häufiger Grund für Reichsbildungen. Wenn man dann noch das gehäufte Vorkommen von Mondstein in Selenia und angrenzenden Ländern dazu nimmt und die Grenze zu den verheerten Landen hat man viel worauf man eine Historie aufsetzen kann.

Das sind nur grundsätzliche Ideen - vielleicht kann jemand ein paar Hinweise auf Stellen im Seleniaband hinzufügen.

P.S.: Ein weites und relativ dicht besiedeltes, offenes Land in dieser Klimazone begünstigt den Einsatz von Pferden. Auch das ist ein aus "unserer" Welt bekanntes Motiv und formendes Element.

EDIT: P.S.
« Letzte Änderung: 09 Mai 2021, 13:36:49 von Wandler »

Rostam

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #2 am: 09 Mai 2021, 13:35:39 »
Hallo Falke,

ich verstehe nicht so ganz was du meinst.
Dieses Feudalsystem gehört schon so ein wenig zum Zeitgeist in Lorakis. Die Herrschafts der Drachlinge war von stärkster Knechtschafts geprägt, aber das heißt ja nicht, dass die Welt nach derem Sturz in modernen humanistisch-demokratischen Staaten weiterlebt. Die ehmaligen Sklavenvölker wurden bewusst recht ungebildet gehalten und eben unterdrückt. Nach dem Sturz der Drachlingsherrschaft musste sich nahezu ganz Lorakis erst in diesem Macht- und Wissenvakuum zurechtfinden. Und das läufts in den Ländern eben unterschiedlich, mal mehr, mal weniger zivilisiert, mal mit viel oder weniger Technolgie, und eben auch mit unterschiedlichen Herrschaftsformen.
Selbst in Dragorea ist das unterschiedlich: Mertalia hat sich zum beispiel weitestgehend vom Feudalsystem verabschiedet.

Ich würde dir empfehlen, einfach mehr Regionalbänder zu lesen, dann werden dich auch mehr Regionen packen  ;)
Selenia ist ja schließlich nicht die einzige Region, in der man spielen kann.
"Du bist witztig - aber, wenn du in den verheerten Landen verschwindest, werd ich dich nicht vermissen"

Wandler

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #3 am: 09 Mai 2021, 13:40:30 »
Hallo Falke,

ich verstehe nicht so ganz was du meinst.
...
Ich würde dir empfehlen, einfach mehr Regionalbänder zu lesen, dann werden dich auch mehr Regionen packen  ;)
Selenia ist ja schließlich nicht die einzige Region, in der man spielen kann.

@Rostam:
Ich denke ich verstehe was Falke02/Ingo meint: Man könnte es als "geschichtliche Kontinuität" bezeichnen. Warum wurde ein Land so wie es heute ist? Woher kommen Konflikte, Vorurteile, Pakte, Religion und Kultur? Das kann schon Inspiration genug sein für eine ganze Kampagne - aber es zu liefern ist sehr aufwendig.
Ich finde es toll wenn es vorliegt, stelle aber nicht den Anspruch bis hin zu: "Mein Charakter hat 12 Fertigkeitspunkte in Geschichten und Mythen. Er gräbt in diesem alten Tempel - was findet er in der vierten Schicht von oben, und was sagt ihm das?"
 :)

Falke02

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #4 am: 09 Mai 2021, 13:44:22 »
Hallo und vielen lieben Dank.  Ich hab gerade eben gemerkt,  dass die Autokorrektur aus Mitspieler Mitarbeiter gemacht hat...whops, sorry :). Nein, meine Frage war auch an die community gerichtet.  Von daher schon mal vielen herzlichen Dank für diese Ideen. Genau so was suche ich.  Vielleicht steht das ja auch schon irgendwo,  rein aus der Beschreibungen in "die Regeln " oder "die Welt" bin ich noch nicht fündig geworden.  Vielleicht hatte ja jemand das gleiche Problem, den Spielern zu erklären,  wie es zu Selenia kam.

Und bitte, versteht das als absolute Wertschätzung der redaktionellen Arbeit. 

TrollsTime

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #5 am: 09 Mai 2021, 14:08:23 »
1.000 Jahre sind schon ne ganze Menge. In der Zeit hatte sich die arabische Welt fast vom Mittelalter in Renaissance ähnliche Fortschritte entwickelt.

 Europa hingegen hatte nach dem Fall Rom erstmal abgebaut. Dafür hatte es später ne andere Beschleunigung.... Und wir waren benachbart!

Das chinesische Großreich hatte wiederum ganz andere Beschleunigungs- und Bremsverhalten.
Man kann 1.000 Jahre Entwicklung also nicht über einen Kamm scheren.

Mithin halte ich eine Entwicklung wie beispielsweise die Entstehung eines klischeemittelalterlichen* Selenias keinesfalls für unrealistisch.

* und es gibt hier und da durchaus Aspekte die es davon oder auch vom Dsa-Mittelreich abheben.
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gerdio

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #6 am: 09 Mai 2021, 14:12:23 »
Also vom Fall der Drachlinge bis zum Kaiserreich Selenia sind ja einige Jahrhunderte vergangen und da tut sich so einiges. Nach dem Mondfall beseitigten die ehemaligen Sklavenvölker erstmal ihre einstigen Herren, schlossen sich zu Gemeinschaften zusammen und es bildeten sich erst kleinere Reiche bis dann das Kaiserreich Selenia entstand. In der Zeit zwischen Mondfall bis jetzt sind ja auch schon ganze Reiche untergegangen (Kutakina) und finde das alles sehr realistisch und nachvollziehbar. Wenn ihr in Selenia spielt und deine Spieler_innen die Geschichte genau erläutert haben möchten, dann hilft dir der Regionalband sicher immens weiter.
Das Flair von Lorakis zu beschreiben ist gar nicht einfach. Ich denke das ist subjektiv und von Runde zu Runde verschieden. Für mich macht es die Nähe der Feenwelten, die im Vergleich zu anderen Systemen realistischere Behandlung von Gottheiten, die allen zugängliche Magie und die Überreste untergegangener Kulturen (Drachlinge, Azurne Riesen) aus. Aber wie gesagt, subjektiv.

Heuschreckenmann

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #7 am: 09 Mai 2021, 19:10:32 »
Lorakis ist riesig und bietet sehr unterschiedliche Regionen mit variablen Gesellschaften. Wir spielen seit fast 3 Jahren ca. alle 2 Wochen und haben uns fast ausschließlich in Dragorea bewegt. Wenn dir Selenia nicht so gefällt, wählt doch eine andere Region. Ich selbst bin sehr großer Fan von Zwingard (Ungebrochen - Regionalband), aber ich würde sagen auch Mertalia, Ioria und die Kristallsee, Farukan und angrenzende Länder (Badashan, Surmarkar, Tar Kesh) sowie Zhoujiang / Kintai würden sich da sehr anbieten.
Ein späterer Wechsel ist ja über die Mondpfade relativ leicht möglich. Dennoch bieten die unterschiedlichen Großregionen jeweils ein sehr unterschiedliches feeling.

Allerdings bietet Selenia natürlich die meisten fertigen Abenteuer, weil es ja auch die geplante Einstiegsregion Arwinger Mark enthält.

Teilchen

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #8 am: 10 Mai 2021, 08:26:42 »
Ich habe mal von einem Historiker gelesen das das Feudalsystem der Versuch ist aus Weniger Mehr zu machen.
Die Römer (und andere Kulturen die zeitlich vor dem Mittelalter kamen) hatten gut ausgebildete Beamte und eine hinreichend breite gebildete Mittelschicht um ihr Reich zu verwalten.

Das Mittelalter hatte: Nichts. Die handvoll Mönche die lesen können reicht da nicht. Also geht der Herrscher hin und sagt: Du da, du verwaltest diesen Teil meines Reichs für mich, dafür erhalte ich Geld und Truppen. Dieser Adelige geht hin und macht das selbe, und so zieht sich das System nach Unten.
Dadurch ist es auf jeder Ebene sehr stark Personenorientiert.

D.h. ein Selenia passt da historisch absolut für mich rein.
Eine Steinchen das mir als drückt ist: Der geringe technologische Fortschritt. Zwingard führt Krieg gefühlt immer noch so wie vor 500 Jahren! Generell fühlt es sich für mich so an also ob wir nicht fast im Jahr 1000 nach Drachenfall sein sollten, sondern mehr so 6 bis 7 Hundert.
Aber das ist rein subjektiv und ich verstehe das ein FantasyRPG so grob spätes Mittelalter als Technologiestufe hat.

Dr. Beckenstein

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #9 am: 10 Mai 2021, 13:58:35 »

D.h. ein Selenia passt da historisch absolut für mich rein.
Eine Steinchen das mir als drückt ist: Der geringe technologische Fortschritt. Zwingard führt Krieg gefühlt immer noch so wie vor 500 Jahren! Generell fühlt es sich für mich so an also ob wir nicht fast im Jahr 1000 nach Drachenfall sein sollten, sondern mehr so 6 bis 7 Hundert.

Aber der Fortschritt hängt doch auch von den gesellschaftlichen / politischen Gegebenheiten ab. Wenn du nur ein Feudalreich mit Rittern und ein paar schreibenden Mönchen hast, wird sich die Kriegsführung nicht gross ändern. Die Ritter kratzen dann im "V-Fall" ihre Bauern zusammen, die dann gegen einen anderen Haufen Bauern in den Kampf ziehen.
Mich wundert mehr, dass die Magie keinen größeren Einfluss hat.
"Die Quelle alles Guten liegt im Spiel" - Friedrich Wilhelm August Fröbel, Erfinder des Kindergartens

TrollsTime

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #10 am: 10 Mai 2021, 14:16:35 »
...
Mich wundert mehr, dass die Magie keinen größeren Einfluss hat.

Hat sie ja, deshalb sind manche Entwicklungen viel langsamer - Weil Magie die Not hinreichend abfedert

Und andere Entwicklungen viel schneller - Weil Erkenntnismagie Genialität beschleunigt und Geniale Ideen nicht so sehr durch physikalische oder präindustrielle Zwänge ausgebremst werden, bzw diese Zwänge durch Magie überbrückt werden.
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"

Teilchen

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #11 am: 10 Mai 2021, 16:39:10 »

D.h. ein Selenia passt da historisch absolut für mich rein.
Eine Steinchen das mir als drückt ist: Der geringe technologische Fortschritt. Zwingard führt Krieg gefühlt immer noch so wie vor 500 Jahren! Generell fühlt es sich für mich so an also ob wir nicht fast im Jahr 1000 nach Drachenfall sein sollten, sondern mehr so 6 bis 7 Hundert.

Aber der Fortschritt hängt doch auch von den gesellschaftlichen / politischen Gegebenheiten ab. Wenn du nur ein Feudalreich mit Rittern und ein paar schreibenden Mönchen hast, wird sich die Kriegsführung nicht gross ändern. Die Ritter kratzen dann im "V-Fall" ihre Bauern zusammen, die dann gegen einen anderen Haufen Bauern in den Kampf ziehen.
Mich wundert mehr, dass die Magie keinen größeren Einfluss hat.

Der Krieg hängt auch von Technik ab.
Steigbügel haben die Kavallerie revolutioniert. Bessere Rüstungen haben bessere Waffen nach sich gezogen & umgekehrt.
In der Nähe (Selenia) rennen die Ritter mit Plattenrüstung rum, aber die Zwingarder tragen alle noch Schuppe, warum?
Von Zwingard kommt man nach Selenia übers Meer, und da die Plattenrüstung schon deutlich besser ist sollte die sich inzwischen wenigstens anfangen zu verbreiten.

Die frühen Burgen im Mittelalter waren einfach ein großer Haufen Stein, aber später wurde das mit den architektonischen Massnahmen immer ausgefeilter...

Ich weiß das man sowas in Rollenspielen schreibt um den Reichen ihren flair zu geben, und das Rollenspiele keine Historiennachbau sind. Das sind so Dinge die mir eher auffallen als das Selenia halt Feudal ist. Streng genommen sind noch mehr Reiche feudal (Zwingard z.B.) und das finde ich absolut passend.
War jetzt auch nur ne Ausschweifung zum eigentlichen Thema.

Und TrollsTime, zu deiner Anmerkung das Magie manches beschleunigt:
Du hast absolut Recht, und das äußert sich in vielerlei Hinsicht.
Die Heilmagie sorgt für deutlich bessere hygenische Zustände als im Mittelalter. D.h. Leute leben tendentiell länger und haben mehr Zeit Dinge umzusetzen.
Auch der Bauer lebt dann länger als Mitte 30 und hat dadurch einen viel größeren Anteil seines Lebens wo er mit seiner Erfahrung für Veränderung sorgen kann.


Wandler

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #12 am: 10 Mai 2021, 17:49:18 »

D.h. ein Selenia passt da historisch absolut für mich rein.
Eine Steinchen das mir als drückt ist: Der geringe technologische Fortschritt. Zwingard führt Krieg gefühlt immer noch so wie vor 500 Jahren! Generell fühlt es sich für mich so an also ob wir nicht fast im Jahr 1000 nach Drachenfall sein sollten, sondern mehr so 6 bis 7 Hundert.

Aber der Fortschritt hängt doch auch von den gesellschaftlichen / politischen Gegebenheiten ab. Wenn du nur ein Feudalreich mit Rittern und ein paar schreibenden Mönchen hast, wird sich die Kriegsführung nicht gross ändern. Die Ritter kratzen dann im "V-Fall" ihre Bauern zusammen, die dann gegen einen anderen Haufen Bauern in den Kampf ziehen.
Mich wundert mehr, dass die Magie keinen größeren Einfluss hat.

...

Und TrollsTime, zu deiner Anmerkung das Magie manches beschleunigt:
Du hast absolut Recht, und das äußert sich in vielerlei Hinsicht.
...

Mit der Magie und den Auswirkungen ist das so eine Sache. Die Magie in Lorakis ist zwar sehr gut verfügbar, und in Teilen sehr mächtig, aber dann auch wieder in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt.
Wenn man Magie also als innerweltliche Erklärung für Entwicklungen heranziehen möchte wird es schwierig.
Hat praktisch jeder "Magie lite" zur Verfügung um die Hygiene zu verbessern, für Heilung zu sorgen, die Kindersterblichkeit zu drücken, die durchschnittliche Lebensdauer zu erhöhen?
Der Kanon macht nicht den Eindruck auf mich.

Das erzeugt eine Welt die wir wiedererkennen weil die Verfremdung nicht so stark ist. Auf der anderen Seite wird die "fantastische Realität des Alltags" aber auch nicht all zu stark von Magie bestimmt.
Gibt es außergewöhnliche Dinge, und rechnet man auch im Alltag mit Magie? Ganz bestimmt, den Verhandlungsgeschick, Handwerk, Reisegeschwindigkeiten, Sicherheit, Heilung können durch Magie deutlich beeinflusst werden.
Dort wo jedoch so richtig Unterschiede auftreten würden durch die Magienutzung kommt der Faktor "Verfügbarkeit" eben mit weitreichenden Folgen ins Spiel.
Nicht jeder geht Feenpakte ein, nur die allerwenigsten können über Rituale verfügen, und eine Häufung von Magiespezialisten auf kleinstem Raum verbietet sich durch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

Also dürfte die Magie die Entwicklung schon beeinflussen, aber in recht unterschiedlichem Umfang wenn man die einzelnen Gebiete anschaut. Das macht irdische Vorbilder wieder passender.

Magie hält sich jedoch in sehr vielen Bereichen soweit zurück dass sie eben nicht bahnbrechende Erfindungen unnötig macht, jedoch kann sie sie eventuell verzögern oder etwas beschleunigen.
Beispiele für solche Bereiche sind Kommunikation über weite Distanzen, Reisen, Kriegsführung, Gesundheitswesen und Handwerk. Magie unterstützt - sie ersetzt nicht Fertigkeiten und Wissen.

TrollsTime

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #13 am: 11 Mai 2021, 07:55:19 »

D.h. ein Selenia passt da historisch absolut für mich rein.
Eine Steinchen das mir als drückt ist: Der geringe technologische Fortschritt. Zwingard führt Krieg gefühlt immer noch so wie vor 500 Jahren! Generell fühlt es sich für mich so an also ob wir nicht fast im Jahr 1000 nach Drachenfall sein sollten, sondern mehr so 6 bis 7 Hundert.

Aber der Fortschritt hängt doch auch von den gesellschaftlichen / politischen Gegebenheiten ab. Wenn du nur ein Feudalreich mit Rittern und ein paar schreibenden Mönchen hast, wird sich die Kriegsführung nicht gross ändern. Die Ritter kratzen dann im "V-Fall" ihre Bauern zusammen, die dann gegen einen anderen Haufen Bauern in den Kampf ziehen.
Mich wundert mehr, dass die Magie keinen größeren Einfluss hat.

Der Krieg hängt auch von Technik ab.
Steigbügel haben die Kavallerie revolutioniert. Bessere Rüstungen haben bessere Waffen nach sich gezogen & umgekehrt.
In der Nähe (Selenia) rennen die Ritter mit Plattenrüstung rum, aber die Zwingarder tragen alle noch Schuppe, warum?
Von Zwingard kommt man nach Selenia übers Meer, und da die Plattenrüstung schon deutlich besser ist sollte die sich inzwischen wenigstens anfangen zu verbreiten.
...

In den Regionalbeschreibungen zu Zwingard steht drin, dass schon Schuppe und Kette an sich eher zu heiß sind und eher aus Not und Tradition getragen werden. Gut möglich, dass sich deshalb nicht noch schwerere und "isolierendere" Rüstungen durchgesetzt haben, zumindest ist dies als Noterklärung hinreichend.
Zumal ja niemand sagt, dass es KEINERLEI Platte in Zwingard gibt, nur sind andere Rüstungsformen viel häufiger und in Selenia ist es halt umgekehrt.
Gilt eh nur für die militärische obere Mittelschicht aufwärts und Gardisten.
Alle anderen können sich sowas (ingame) eh nicht leisten.
« Letzte Änderung: 11 Mai 2021, 07:57:51 von TrollsTime »
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meomeo

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Re: Lorakis in der Antike...wie formt sich ein Kaiserreich?
« Antwort #14 am: 11 Mai 2021, 11:50:30 »
In einer vorindustriellen Welt ist technologischer Fortschritt auch nicht immer linear. Wenn es in bestimmten Regionen eine gewisse Tradition gibt ändert sich diese nicht besonders schnell, ohne starke Zentralmacht kann auch eine Armee nicht einfach irgendwie reformiert werden. Vielleicht taugt das Eisen in Zwingard auch nicht für Platte oder die Kettenrüstung ist gegen orkische Waffen gut brauchbar.

Die Welt von Lorakis ist sehr gefährlich, im Gegensatz zu unserer Welt lauern überall zahlreiche Monster, denen man nur mit starkem Waffenarm begegnen kann. Ich finde es daher recht nachvollziehbar, dass eine sich eine Kriegerelite mit dem passenden Ethos bildet, die normale Bevölkerung vor diesen Monstern zu beschützen und dadurch eine privilegierte Stellung einnimmt. Das Klima erlaubt eine gute Pferdezucht und gerade die Anwesenheit von Magie kann auch ein Faktor sein. Wenn die meisten Kampfzauber eine Reichweite von unter 50m haben ist ein Lanzenreiter, der diese Distanz blitzschnell überwinden kann sehr viel mächtiger als die defensive Infanterieformation, die vielleicht von einer weniger autokratischen Gesellschaft aufgestellt würde. In meinem Kopf zumindest ergibt das alles eine nachvollziehbare Grundlage für eine feudale Gesellschaft mit Rittern in strahlender Rüstung.