Autor Thema: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?  (Gelesen 3791 mal)

Connoar

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #30 am: 15 Apr 2020, 20:57:59 »
Mal ne Verständnisfrage meinerseits : wie verbreitet ist Basargnomisch denn genau ? Im GRW steht sie sei „eine verbreitete Gemein- beziehungsweise Verkehrssprache der meisten Bewohner von Lorakis geworden.“. Also die meisten beherrschen sie, sind dass 60, 80 0der 98 % der Bewohner von Lorakis und wo trifft man auf jemanden der sie nicht, mindestens gebrochen, spricht ?
Good bye Emo cry

Wandler

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #31 am: 16 Apr 2020, 06:21:58 »
Hallo Connoar,

hier ein Zitat meines Beitrags aus dem gleichen Thread.
Prozentsätze wirst Du nicht finden - vieles dürfte einer Auslegung von Spielleiter und Spielern in der konkreten Kampagne sein.

Viele Grüße,
Wandler

Die Interpretation von Basargnomisch ist recht unterschiedlich.
Wie auch das Zitat unten zeigt soll es sicher nicht ein Babelfish sein: Jeder versteht jeden.
Das würde Sprachen mehr oder weniger zur Zierart verkommen lassen. Es ist also gewünscht und sinnvoll sie zu lernen.
Sprachen lernen = Aufwand = Kosten (Balance). In Ordnung.
Die Sprüche aber sind zerfasert und aufwändig - das beschränkt sich jedoch nicht auf Kommunikationsmagie.
Sprachen zu lernen soll nicht durch einen einzigen Zauber entwertet werden - verständlich. Je nach Spielstil einer Gruppe kann das aber sehr hinderlich werden ("Du bist mit dem Lernen der Sprache dran, hopp hopp, wir sind schon zwei Tage im Land", oder "die sprechen alle Basargnomisch, und so einen lustigen harten Dialekt, aber der interessiert uns nicht, wir sprechen ja ohnehin Basargnomisch").

Vorschlag zur Hausregel: Sprachverständnis wird geändert: Einfach geschafft: Sprache verstanden, wenn auch ohne Feinheiten. Verstärkt: Sprache kann auch gesprochen werden - ebenfalls ohne Feinheiten.

Es gibt in Sachen "Verbreitung des Basargnomischen" ein Missverständnis (auf das Quendan neulich hinwies): Nur, weil jeder Splitterträger automatisch Basargnomisch kann, bedeutet das nicht, dass es jeder kann. In meinem Lorakis ist Basargnomisch eben genau das, als was es auch beschrieben wird: Eine Verkehrs- und Handelssprache, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb können in meinem Lorakis NSC wie Händler, Hafenarbeiter, Söldner oder Dirnen sich in der Regel zumindest halbwegs auf Basargnomisch verständigen, der einfache farukanische Taubenzüchter oder midstader Kohlbauer aber eher nicht.

Und das ist auch exakt richtig. Ja, jeder Spielercharakter kann Basargnomisch, einfach, damit innerhalb der Gruppe keine Verständigungsprobleme bestehen, nur, weil die Abenteurer aus allen Regionen von Lorakis stammen. Niemand soll EP ausgeben müssen, nur, um mit den anderen sprechen zu können.

Das heißt nicht, dass jeder Lorakier Basargnomisch spricht.

Lucean

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #32 am: 16 Apr 2020, 06:24:28 »
Spielt denn irgendjemand einen Charakter mit diesen Zaubern? Kann denn tatsächlich niemand dieses Problem nachvollziehen? Insbesondere, da man ja mindestens 2 der Zauber gleichzeitig benötigt um sprechen und verstehen zu können.

PS: Die Idee mit Länderkunde macht für mich nicht so viel Sinn, da durch die Meisterschaft "tiefe Erkenntnis" plötzlich Arkane Kunde, Naturkunde, Länderkunde und Geschichte & Mythen mit dem Wert in Erkenntnismagie genutzt werden können - damit ist jeglicher EP Invest dort umsonst.
PPS: Gibt es irgendwelche Daten darüber wie viele Spieler mit der Gruppe reisen und wie viele eher ortsgebunden spielen ?
Meiner Meinung nach ist es nämlich nicht untypisch mit der Gruppe viel zu reisen, denn die offiziellen Abenteuer spielen ja auch überall auf Lorakis. Nachdem wir in meiner Gruppe nicht so extrem viel Zeit haben eigene Abenteuer zu schreiben nehmen wir gerne die offiziellen als Startpunkt und erweitern sie nach Bedarf.

Mein Arkaner Gelehrter hat Sprachverständnis und ist Sprachbegabt. Ich habe Hand des Zauberers in Erkenntnismagie gewählt und werde im Zweifel den Zauber Sprachverständnis auch auf mein Gegenüber wirken, wenn es wichtig (und möglich) ist. Damit fallen schon einmal 4 Fokus weg, weil es ja nur Grad2-Zauber sind und ich habe öfter EG übrig, um die Kosten noch weiter zu senken.

@PS: Tiefe Erkenntnis erlaubt lediglich das Unterstützen bei den genannten Fertigkeiten, es ersetzt diese nicht. Um also von der Meisterschaft zu profitieren, muss jemand anders diese Fertigkeiten haben. Und wenn jemand Länderkunde hat - wieso ist dieser dann bei eurem Spielstil nicht auch Sprachbegabt?

@PPS: Reisen dauert. Woher soll der Charakter wissen, dass nachdem man jetzt in Senrai war, als nächstes z.B. ins Unreich oder nach Gotor reisen sollte und nicht viel lieber stattdessen noch etwas bei den Kintarai bleiben?
Unsere Gruppe ist bisher nur in Dragorea und auf der Kristallsee unterwegs. Und mit Dragoreisch kommt man schon richtig weit, da zum Beispiel Mertalisch jetzt nicht so unterschiedlich ist.

@Connoar: Ich gehe davon aus, dass jeder Händler und jeder Wirt Basargnomisch kann. Je näher etwas ein Ort an Handelswegen ist, desto größer ist die allgemeine Wahrscheinlichkeit. Nicht jeder Torfstecher oder Holzfäller wird es verstehen, bei den Vaigarr wird die Zahl der Sprechenden überschaubar sein - aber da sollten die Informationen auch selten so relevant sein.

Wandler

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #33 am: 16 Apr 2020, 06:34:19 »
Discobutcher,

Deine Fragen lassen sich bis zu einem gewissen Grad beantworten wenn man das Spieledesign - innerweltlich und außerweltlich anschaut.
Innerweltlich unterstützt Magie, ersetzt aber nicht das dazu passende Berufsbild. Das gilt zum Beispiel für Krieger, Schmiede, Bäcker, Spurenleser und Bauern. Es gilt nicht für Heiler (wo Magie unter Umständen die mundäne Fähigkeit ziemlich überflüssig machen könnte - je nach Verbreitung).
Außerweltlich geht es um Balance - zwischen Magieschulen, zwischen Magie und mundänen Anwendungen, zwischen unterschiedlichen Ausrichtungen von Charakteren (schnell und leichter Schaden versus langsam und heftiger Schaden, auf bestimmte Attribute / Stile ausgelegt, usw.)
Auch hier gibt es Ausreißer aus Spielersicht - die Systemautoren haben die Balance sehr gründlich durchgezogen - aus ihrer Sicht. Beispiele für Ausreißer im Kampf sind "Schlaf".

Also sollte man das System nehmen und es den eigenen Bedürfnissen anpassen. Wer nicht wie ich oft lange (selbstgeschriebene) Kampagnen an einem Ort spielt oder leitet läuft nicht in das "Übersetzerproblem". Wer wie Ihr ständig den Kanonabenteuern hinterher reist schon. Da treibt eine außerweltliche Frage innerweltliche Entscheidungen.
Die Vorredner haben schon viele Vorschläge gemacht - ich würde die in Betracht ziehen oder einfach die Zauber an Deine Bedürfnisse anpassen.

Wandler

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #34 am: 16 Apr 2020, 07:05:12 »
Einer meiner Charaktere wurde als Vindarai quer durch Zwingard geschleift (Schicksal - oder der Spieler wollte eine Vindarai als Charakter  ;) ).
Sie hat nicht nur aus wissenschaftlichem Interesse Lingua Dracis gelernt sondern als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe Zwingardisch. Das wäre dank Barsargnomisch nicht notwendig gewesen - passte aber für mich zum Fluff. Allerdings ist die Gruppe inzwischen HG3.
Dank Kampagnenspiel in Zwingard und Reisen hauptsächlich in größere Städte ergab sich nicht die Notwendigkeit weitere Sprachen zu lernen - und wenn wäre das eine Aufgabe für die Kommunikationsexperten gewesen.

Sinn haben

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #35 am: 16 Apr 2020, 09:46:32 »
Zitat
Meiner Meinung nach ist es nämlich nicht untypisch mit der Gruppe viel zu reisen, denn die offiziellen Abenteuer spielen ja auch überall auf Lorakis. Nachdem wir in meiner Gruppe nicht so extrem viel Zeit haben eigene Abenteuer zu schreiben nehmen wir gerne die offiziellen als Startpunkt und erweitern sie nach Bedarf.

Im Spiel beherrschen genau soviel Leute Basargnomisch, wie der SL das braucht oder für richtig empfindet: Wer mit seiner Gruppe quer durch Lorakis "springt" um verschiedene Abenteuer zu spielen und dabei keine großen Gedanken daran verschwendet, wie lange man auf welchem Weg denn jetzt von Farukan nach Selenia gekommen ist, und warum man im nächsten Abenteuer auf einmal in Zwingard ist, und danach in Zhoujiang, der wird im "normalen" Umgang mit Bewohnern keine Sprachbarrieren ausspielen; sondern nur, wenn es vielleicht darum geht, die Aufzeichnungen zu entziffern, die der Bösewicht natürlich angefertigt hat und die ihn überführen, oder Ähnliches.

Zitat von: Connoar
Mal ne Verständnisfrage meinerseits : wie verbreitet ist Basargnomisch denn genau ? Im GRW steht sie sei „eine verbreitete Gemein- beziehungsweise Verkehrssprache der meisten Bewohner von Lorakis geworden.“. Also die meisten beherrschen sie, sind dass 60, 80 0der 98 % der Bewohner von Lorakis und wo trifft man auf jemanden der sie nicht, mindestens gebrochen, spricht ?

Ich würde sagen, daß die meisten, die eine Verkehrssprache benötigen, Basargnomisch können: Also irgendwelche Bauern auf dem Land eher nicht, und damit sind je nach Bevölkerungsverteilung (mittelalterlich) schon bis zu 95% raus.
In Städten ist der Anteil sicherlich höher, aber auch da hängt es davon ab, ob Handelswege durchführen (Sarnburg, Arwingen) oder eher nicht. Und wenn die "Fremdkundschaft" in einer grenznahen Stadt sowieso nur aus dem andern Land kommt, dann kann man da eher die Nachbarlandessprache als Basargnomisch.

TrollsTime

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #36 am: 16 Apr 2020, 10:33:58 »
Nicht mal jeder kleine Gastwirt wird Basargnomisch sprechen. N Bier zu bestellen, ist so schwer nicht.
Und zu Essen gibt es eh nur das, was die Küche gerade liefern kann.
Im Zweifel sieht der Wirt eh, was der Gast sich so leisten kann und gibt ihm eher die dünne Suppe oder hingegen vom guten Braten.

Kurz: Der SL hat da einige Freiheiten.
« Letzte Änderung: 08 Jun 2020, 15:34:08 von TrollsTime »
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"

Discobutcher

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #37 am: 16 Apr 2020, 15:55:30 »
Vielen Dank, gerade an Zauberfeder, ich fühle mich etwas besser verstanden und habe jetzt ein paar Ideen aufgenommen, die ich mit dem SL besprechen werde.

Lucean, ich habe tatsächlich das "unterstützen" bei der der Meisterschaft nicht richtig gelesen. Danke für den Hinweis!

Rollenspieler seit ca 30 Jahren und immer noch vom Hobby fasziniert.

Cifer

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #38 am: 17 Apr 2020, 14:23:14 »
Komischerweise sind wir in den realen Welt eher bereit eine Fremdsprache zu erlernen, als in einer Rollenspielwelt, obwohl der Aufwand real viel höher ist. Der Nutzen real ist halt, dass man mit anderen Menschen kommunizieren kann, mit denen man dies sonst nicht könnte. In der Rollenspielwelt, kann ich mit den Spielern kommunizieren, spiele, dass ich das nicht kann und habe Kosten zu tragen, um dann wieder kommunizieren zu können.
Wie viele Leute machen sich denn die Mühe, außer ihrer Muttersprache und Englisch (dem Äquivalent von Basargnomisch) noch Sprachen auf einem Niveau zu lernen, dass sie sich damit flüssig unterhalten können ? Doch eher wenige. Meistens ist es sonst nur "hat es mal kurz in der Schule gehabt und dann schleifen lassen".

Und wie viele Leute haben überhaupt kein Problem, um die halbe Welt zu reisen, sei es für Urlaub oder Beruf, ohne jedesmal die Sprache der Einheimischen zu erlernen ? Fast jeder.

In der realen Welt sind die Leute genau so sprachlernfaul wie die lorakischen SCs.
Das ist zwar richtig, allerdings halte ich die Situationen nicht für vergleichbar - denn wer im Ausland Urlaub macht, interagiert primär mit Leuten, die sich beruflich darauf spezialisiert haben, mit Fremden umzugehen. Und wer dort arbeitet, tut das in vielen Fällen in internationalen Branchen, wo im Zweifel auch alle Englisch sprechen. Was die meisten hingegen eher nicht tun, ist in Berufe einzusteigen, wo soziale Interaktion mit teilweise unzuverlässigen und unwilligen Gesprächspartnern vonnöten ist - zumindest vermute ich, dass im Bereich Privatdetektiv/Polizei die Zahl der sprachunkundigen Expats ziemlich gering sein dürfte.

Wandler

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Re: Warum ist Kommunikationsmagie so teuer ?
« Antwort #39 am: 07 Jun 2020, 12:35:14 »
Und im übrigen ist Kommunikationsmagie gar nicht so teuer.
Die Luxusedition (Gruppe, verschlüsselt, keine Vorkenntnisse) heisst Geheimsprache (Magie Seite 128).
Schnell, günstig, kanalisiert, mehrere freiwillige Ziele, Sprechen und Gesprochenes verstehen, verschlüsselt - was will man mehr?

Allerdings ist hier die Frage ob dieser Spruch (für den keine (!) gemeinsame Sprache Voraussetzung ist) so von den Autoren gedacht war.
Zwar könnten Umstehende ob des plötzlichen unverständlichen Gefasels der Fremden und der eigenen Landsleute misstrauisch werden, ansonsten wäre das eine mächtige Musterlösung.
 ;)
« Letzte Änderung: 07 Jun 2020, 13:20:12 von Wandler »