Autor Thema: Charaktertod und der Char danach  (Gelesen 1814 mal)

Lethos

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Re: Charaktertod und der Char danach
« Antwort #30 am: 01 Okt 2019, 17:11:52 »
Nun, wie sich hier beim Querlesen ergibt: "Hängt von der Gruppe und den Spielern ab"  ;)

Wenn die Gruppe motiviert ist, funktioniert und man als Spielleiter Streit und Stress vermeiden will: Alle die gleichen Punkte, neue und nach-tote Charaktere auch das gleiche.
Gründe sind oben schon viele genannt. (Motivation sollte eh da sein; wenn Leute sich ernsthaft bemühen Zeit zu haben, sollten sie nicht bestraft werden, wenn sie nicht können; für einen Tod nicht noch extra bestrafen; ... man läuft Gefahr, Spieler die mitspielen wollen aber "äußere Probleme" oder "Pech" haben zu verlieren/demotivieren. Natürlich ist es schön, seinen Charakter "wachsen" zu sehen - aber wenn der Gruppen"spaß" wichtiger ist als seinen eigenen Charakter zu profilieren, kann man ja auch den anderen Charakteren die EP "gönnen". Im Kern die Frage, ob die Spieler zusammen spielen oder "im Wettstreit" liegen.)

Wir haben das nur einmal anders gehandhabt (D&D); damals aber gemäßigt:
- Abwesende Charaktere bekamen nur 1/2 XP für die Sitzung.
- Neue Charaktere nach Tod wurden auf 1-Level tiefer gesetzt (ähnlich wie bei Level-drain oder Wiederbelebungszaubern in D&D); aber nicht tiefer als der Charakter mit den wenigsten XP in der Runde.

Das war a) nur nötig, weil sich nicht alle Spieler die gleiche Mühe gaben, anwesend sein zu wollen. (Und das Hauptproblemkind ist dann auch vorzeitig aus der Kampagne ausgeschieden.) Und b) ging das recht gut, weil D&D damals quadratische (3.x) oder exponentielle (2.x) Level-XP-Tabellen hatte. D.h. auch wenn 1 Level weh tat (z.B. bei Magiern mit den maximalen Zaubern), war man nah genug daran, dass die Charaktere gut mitspielen konnten. Und die Verluste schmolzen im Laufe der Zeit automatisch zusammen (relativ zu den benötigten XP pro Stufe).

Wenn mehr "Züchtigung" der Spieler notwendig ist, stimmt vielleicht mit der Gruppe was nicht. ;)
Wenn die Spieler miteinander mehr im Wettstreit liegen wollen, motiviert werden wollen (weil sie es aus sich selbst heraus nicht schaffen) oder sich gegenseitig übertrumpfen müssen/wollen, oder meinen, dass ein erfahrener Charakter etwas ist, was schwer erarbeitet sein muss - bitte, dann kann man gerne auch anders verfahren.

Und wenn ein Spieler "leichtsinnig seine Charaktere verheizt, weil es ihn nichts kostet und er 1:1 Dubletten erstellt" ("ich habe noch 17 Cousins und Brüder...") oder nach Lust und Laune seine Charaktere wechselt... dann sollte man vielleicht mal ein gutes Gespräch mit ihm führen.
(Nichts dagegen, ein Charakterkonzept was total nicht funktioniert, ausgenudelt ist oder nicht zum Rest der Gruppe/Kampagne passt zu wechseln...)

Am Ende, ist das Spiel zwischen Fairness und Gleichheit immer abhängig von dem, was man erreichen will / was einem wichtig ist.
Fairness/Regeln sollten am besten gleich zu Beginn einer Runde definiert und festgehalten werden. Kann man ja später bei "Notwendigkeit/Anlass" anpassen.