Autor Thema: [Spielbericht] Aufbruch ins Ungewisse  (Gelesen 439 mal)

Tokala

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[Spielbericht] Aufbruch ins Ungewisse
« am: 10 Mai 2018, 13:00:23 »
Hallo liebe Forenmitglieder,
meine werte Spielgruppe und ich haben uns an ein kleines Experiment gewagt. Und zwar wollen wir eine Königreich- oder auch Aufbaukampagne in Splittermond spielen. Da das mal etwas anderes ist, als die typischen wir-ziehen-durch-die-Lande-und-werden-Helden-Abenteuer, wollten wir hier dokumentieren wie es uns so ergeht.
Wir werden sowohl das regeltechnische beleuchten, als auch unsere Abenteuer hier festhalten. Fühlt euch frei Fragen zu stellen, Diskussionen lagert aber bitte aus, damit es nicht zu unübersichtlich wird.
Für die spätere Verwaltung unserer Stadt (oder was auch immer wir vom Spielleiter bekommen ;) ), werden wir uns an den Regeln für Königreicherschaffung und -verwaltung von Pathfinder bedienen.
Eine Kurzbeschreibung der Charaktere wird ebenfalls folgen.
Und jetzt viel Spass bei unserem persönlichen Aufbruch ins Ungewisse...

Charaktere:

Igraine Aisling Guinevere Eisenfang
Hintergrund
Sorry but you are not allowed to view spoiler contents.
Werte
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« Letzte Änderung: 10 Mai 2018, 14:29:26 von Tokala »
Gesegnet seien jene die nichts zu sagen haben und denoch schweigen.

Tokala

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Re: [Spielbericht] Aufbruch ins Ungewisse
« Antwort #1 am: 10 Mai 2018, 13:02:52 »
Eine Geschichte soll ich euch erzählen? Nun gut, was wollt ihr denn hören? Wie diese Stadt hier entstanden ist? Aber das wisst ihr doch bereits. Ihr wollt sie von Anfang an hören?
Ich werde wohl ein wenig ausholen müssen, schließlich begann alles schon etwas früher müsst ihr wissen.

Mein Name ist Aindrea, ihr würdet es im Basargnomischen wohl AN-dra aussprechen und ich stamme ursprünglich aus Nyrdfing. Durch die Fügung der Götter lebte ich zuerst ein Leben in Armut und als Vagabund, wurde aber in meinem vermutlich 23 Frühling von meiner geliebten Herrin gefunden und gerettet.
Von wem ich spreche? Lady Igraine Aisling Guinevere Eisenfang, Ritterin und Tochter von Jasbaer Helmar Eisenfang, dem einstigen Hüter von Burg Krähenwacht in Selenia. Ja ganz recht, sie ist eine der Mitbegründer dieser Stadt.
Am besten beginne ich an dem Tag, als wir zum ersten Mal die Anderen trafen…

Es muss der 5. Heumond des Jahres 991 LZ gewesen sein, meine Herrin und ich befanden uns auf der Straße nach Albronnen, der Hauptstadt Wintholts. In wenigen Wochen, an Sonnenstieg sollte die Krönung von Aelfric Schwarzhand, wie auch seine Vermählung mit einer Dalmarischen Adligen stattfinden und meine Herrin war als Repräsentantin der beiden Häuser aus denen sie stammte dorthin unterwegs. Selbstverständlich begleitete ich sie dorthin, bin ich doch schließlich neben ihren Waffen und ihrer Rüstung ihr wertvollster Besitz.
Wir waren gerade auf dem Weg zum Gasthaus „Zum Eberkopf“, die weißen Steine der Drachlingsstrasse unter unseren Füßen und die dunkler werdenden Wolken über unseren Köpfen, als wir vor uns einen Aufruhr bemerkten.
Neben uns war auch noch eine andere kleine Gruppe unterwegs. Ein farukanischer Diplomat mit Namen Ahmad ibn Fadlān ibn al-'Abbās ibn Rāschid ibn Hammād, sein Targischer Leibwächter Nourrdarr und ein Prospektor namens Porter. Euch kommen die Namen bekannt vor? Woran das wohl liegen mag…
Einige dutzend Schritt vor uns brach ein Ork aus dem Wald um, wie es sich für diese verderbten Kreaturen gehört, Tod und Verderben zu sähen. Sein auserkorenes Ziel schienen Ahmad, Nourrdarr und Porter zu sein, auf die er mit furchterregendem Gebrüll und einem primitiven Streitkolben zu rannte. Zu unserem großen Pech war diese schändliche Kreatur nicht alleine. Einige Späher, mit Bögen bewaffnet, saßen in den Bäumen und begannen Ahmad und seine Gefährten unter Beschuss zu nehmen. Dies nahm Porter, der zu diesem Zeitpunkt das Herz eines Kaninchens hatte, zum Anlass um fortzulaufen. Gut, dass meine Herrin keine Zeit hatte sich um ihn zu kümmern. Sie sah nur einen Feind den es zu bekämpfen galt, zog ihr Schwert und schickte mich an, ich solle mich in Sicherheit bringen. Sie wusste ja nur zu gut, dass ich kein Kämpfer bin. Sie selbst rannte zu den in Bedrängnis geratenen Anderen. Unerwarteterweise wurden auf einmal auch die Orks von Pfeilen durchbohrt. Ein weiterer Streiter hatte an unserem Kampf teilgenommen. Der albische Waldläufer Imric und seine Bärin Skuld sollten das Blatt zu unseren Gunsten wenden.
Der Kampf war lang und äußerst blutig, bis Nourrdarr dem Ork seine Ruagharrklinge in die Eingeweide trieb. Als sie ihren Anführer fallen sahen, suchten die restlichen Orks ihr Heil in der Flucht.
Der Magen des Farukani schien solche Aufregung nicht zu vertragen und er übergab sich erstmal lautstark über der Leiche des Orks. Ich kam aus meinem Versteck gerannt und kümmerte mich um die tiefen Wunden und gebrochenen Knochen des Tarr und seines Schützlings.
Porter und dem Esel des farukanischen Diplomaten ging den Göttern sei Dank irgendwann die Luft aus und sie hörten auf vor den Orks zu fliehen.
Imric kam zu uns um sich den Kopf des Orks zu holen, schließlich war ihm ein Kopfgeld für die Kreatur versprochen worden. Wir stellten uns kurz vor, doch wurde unser Gespräch von den ersten schweren Regentropfen unterbrochen und wir schickten uns an unser Ziel, das Gasthaus „Zum Eberkopf“ zu erreichen. Lediglich Porter zog es vor querfeldein durch den Wald zum Gasthaus zu gelangen.

Wenige Zeit später, es regnete mittlerweile stärker, aber das Unwetter war noch nicht ganz über uns hereingebrochen, erreichten wir das zweistöckige, an einem kleinen beschiffbaren Flüsschen gelegene Gasthaus. Der „Eberkopf“ verfügte sogar über eine Anlegestelle.
In der unteren Ebene des Gebäudes befand sich der große Schankraum, sowie ein Schlafsaal und die Küche. Im Hof gab es einen Stall und eine offene Schmiede.
Es waren schon einige Leute versammelt, die die Nacht lieber im Trockenen verbringen wollten.
Leicht durchnässt suchten sich meine Herrin, der Farukani, sein Leibwächter und ich einen Platz nahe des Kamins. Während wir auf Essen und Zuber mit heißem Wasser warteten, nahmen wir die anderen Gäste in Augenschein. Imric setzte sich zu Lyf, dem Wirt an den Tresen und Porter nahm an unserem Nebentisch bei einem Gnom mit Namen Finnegan, Sohn des Kent, Platz.
An einem der Nebentische saß ein auffälliger junger Mann. Auffällig, weil er ein Hüne von einem Menschen war und den Wappenrock des Hauses von Ahren, eines Rittergeschlechts aus Wintholt, trug. Später erfuhren wir, dass sein Name Byron war und er die Befehle seiner Herrin nur bedingt gerne ausführte. Ebenso saßen drei andere bewaffnete Männer dieses Hauses bei ihm und wechselten sich mit Armdrücken ab.
Die Tür öffnete sich und drei weitere Männer traten ein, augenscheinlich einfache Reisende.
Wir wurden mit Essen versorgt und konnten den Gesprächen um uns herum lauschen und die angenehme Wärme des Feuers im Kamin genießen. Wir hatten unseren ersten Krug voll gutem bürgerlichen Ale noch nicht einmal zur Hälfte geleert, als von oben ein Mann, ein Diener schien es, herunterkam und die Bewaffneten aus dem Hause von Ahren darüber in Kenntnis setzte, dass ihre Herrin wünscht, sie sollen ihre Betten aufsuchen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf Byron gelegt. Um ihn schien sich Kecia von Ahren besonders zu sorgen.
Allerdings, schien Byron davon überhaupt nichts zu halten und jagte den Diener wieder dorthin, wo er herkam. Es dauerte nicht einmal so lange, wie ein geübter Säufer brauchte um einen Krug Bier zu leeren, als eine erbost dreinblickende Dame die Treppe herunterkam. Kecia von Ahren höchst selbst.
Es war recht beeindruckend wie diese zierliche Dame in gehobenerem Alter, diesen Hünen in Grund und Boden starrte. Byron besaß in diesem Moment wohl genug Verstand um sich nicht zu widersetzen und artig wie ein kleiner Junge auf sein Zimmer zu gehen.
An Byrons statt, setzte sich ein Herr mit grauem kurzen Haar an den Tisch. Später fanden wir heraus, dass dieser ebenfalls zu von Ahrens Gefolge gehörte.
Noch einmal öffnete sich die Tür und es traten vier weitere Personen ein. Zwei Männer die augenscheinlich Fährleute waren und ein Paar, welches in durchaus besserer Kleidung gewandet war.
Die Fährmänner machten es sich an der Bar bequem, während das äußerst verliebte Paar sich nur kurz um ein Zimmer bemühte und dann auch gleich nach oben verschwand. Man mag sich wohl denken wofür.
Wir hatten uns noch gar nicht fertig über die letzten Gäste amüsiert, als die Tür des Eberkopfs ein weiteres Mal geöffnet wurde und drei Priester des Gunwar eintraten. Sie baten um ein Zimmer in dem sie selbst und ihre „Fracht“ unterkommen konnten. Sie würden die Nacht über die Totenwache halten und trugen dann einen Sarg in die obere Etage. Zwei Kutscher betraten nach den Gunwarpriestern ebenfalls den Eberkopf um sich aufzuwärmen und auf den nächsten Morgen zu warten.
Ihr seht, allerhand interessante Männer und Frauen die sich im Eberkopf tummelten und es sollte noch weitaus interessanter in dieser ereignisreichen Nacht werden. Aber davon werde ich euch heute nicht mehr berichten, denn es ist spät geworden und wir müssen morgen alle wieder unserem Tagewerk nachgehen.

Gesegnet seien jene die nichts zu sagen haben und denoch schweigen.

Tokala

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Re: [Spielbericht] Aufbruch ins Ungewisse
« Antwort #2 am: 10 Mai 2018, 14:29:46 »
Igraine Hintergrundbeschreibung und Werte eingefügt
Gesegnet seien jene die nichts zu sagen haben und denoch schweigen.

Tokala

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Re: [Spielbericht] Aufbruch ins Ungewisse
« Antwort #3 am: 16 Mai 2018, 16:36:12 »
So, nun habe ich etwas Zeit. Alric, sei so gut und wirf noch etwas Holz auf das Feuer. Ich soll weitererzählen? Wo hatte ich den das letzte Mal geendet? Ach ja, wir waren im Eberkopf und die Gunwarpriester waren gerade eingetroffen…

Während sich also Imric mit den beiden Kutschern unterhielt und Porter die meiste Zeit von Finnigan dazu gedrängt wurde doch mit ihm Karten zu spielen brach langsam die Nacht herein. Ahmad beschwerte sich, wie er es noch heute gerne tut, über die Barbarei Dragoreas und meine geliebte Herrin und ich saßen dort in stiller Eintracht und aßen. Porter hatte sich derweil dann doch dazu hinreißen lassen mit Finnigan und den beiden Kutschern Karten zu spielen. Vermutlich hatte er Angst, dass Finnigan mit einem gezinkten Blatt spielte.
Die Tür des Gasthauses öffnete sich, eine rothaarige Söldnerin, wir erfuhren später, dass ihr Name Tyreen war, trat ein und setzte sich an den Tresen um etwas Warmes zu essen.
Endlich schaffte es das Gesinde dann auch, die Zuber für meine Herrin und den Farukani bereit zu stellen und Mac, der im Gasthaus arbeitete führte die beiden auf ihre Zimmer. Nourrdarr und ich blieben derweilen noch am Tisch sitzen und genossen noch etwas die Wärme des Feuers.
Leider sollte das heiße Bad für meine Herrin nicht ganz so entspannend sein, musste sie doch das äußerst lautstarke Liebesspiel aus dem Nebenzimmer ertragen. Sie hatte schon Schöneres mit angehört. Erheitert wurde sie lediglich von der Tatsache, dass Mac, der junge menschliche Bedienstete des Gasthauses, versuchte ihr den gewünschten Wein zu bringen, ohne dabei den Becher fallen zu lassen, während er sich die Augen bedeckte, ob ihrer Blöße. Er hatte zumindest ein äußerst dümmliches Grinsen im Gesicht, als er zurück in den Schankraum kam. Kaum verwunderlich, immerhin gleicht die kalte Schönheit der Lady Eisenfang dem ersten Wintermorgen, wenn die Sonne das Eis funkeln lässt.
Ach, aber ich schweife ab… wo war ich stehen geblieben? Ah ja, kurz nach dem Ahmad und Igraine hinaufgegangen waren, kam ein weiteres Mal ein Bediensteter der Edlen Kecia von Ahren hinunter und verkündete, dass sich nun bitte alle aus dem Hause Ahren zu Bett begeben sollten. Dies wurde dann auch ohne größeres Gemurre getan.
Es wurde etwas ruhiger im Schankraum, lediglich das leise Rascheln von Finnigans Karten, das Prasseln des Feuers und die Geräusche der Speisenden durchbrochen vom Unwetter waren zu hören.
Eine kurze Weile später kam der junge Mann, allerdings ohne seine Begleitung, nach unten um eine Flasche Wein zu besorgen. Noch bevor er wieder die Treppe nach oben verschwinden konnte, wurde er von einem der Diener von Ahrens aufgehalten und es wurde leise gestritten. Verstimmt, nahm er seinen Weg nach oben wieder auf.
Unterdessen schlich sich Byron wieder nach unten, um weiter dem Ale zu frönen und die beiden Fährmänner zum Armdrücken herauszufordern. Davon angestachelt, gesellte sich auch Tyreen zu den Männern und forderte Byron zum Armdrücken heraus. Es war ein äußerst interessantes Duell zwischen den beiden, leider gewann Byron. Ich glaube viele hätten der rothaarigen Söldnerin den Sieg gegen diesen Muskelprotz gegönnt. Aber sie trug es mit Ehre.
Nur wenige Zeit später machten auch Nourrdarr und ich mich auf um unsere Betten aufzusuchen, dafür ließen wir uns von Mac den Weg zeigen. Noch bevor wir aber die Treppe erreichten, sahen wir noch wie einer der Gunwarpriester herunterkam und einige Münzen Lyf zusteckte. Wer besonders feine Ohren hatte, konnte vernehmen, dass die Priester auf ein Boot warteten, welches noch in der Nacht eintreffen sollte. Ja genau, bei diesem furchtbaren Sturm. Wir wunderten uns etwas, sagten aber nichts. Schließlich sind auch wir nur einfache Diener unserer Herren. Wir waren aber nicht die einzigen die sich wunderten. Selbst Tyreen versuchte Lyf mit ein paar Münzen zum Reden zu bringen, was die Gunwaranhänger denn vorhatten.
Ich hatte in diesem Moment allerdings anderes im Sinn, wollte ich doch endlich ins Bett und dafür einen Führer zu Lady Eisenfangs Zimmer finden, allerdings fiel mir noch der sehr besorgte Blick der Bediensteten Rowena auf, die hier als Schankmaid arbeitete.
Imric nahm die allgemeine Aufbruchsstimmung ebenfalls zum Anlass um zu seiner Gefährtin in den Stall zu gehen und dort die Nacht zu verbringen.
Mac sollte uns gerade zu unseren Zimmern führen, als von oben wieder einer der Bediensteten der Edlen herunterkam und Byron darüber in Kenntnis setzte, dass sein Fehlen in seinem Bett bemerkt wurde. So zog er sich missmutig nach oben zurück, uns im Schlepptau. Auch Porter zog sich nun in den Schlafsaal zurück.
So kam es, dass auch ich mich endlich dem warmen Wasser hingeben konnte. Doch diese Wonne war mir nur kurz vergönnt, denn die Ohren meiner Herrin hatten etwas vernommen. Ein wütender Aufschrei einige Zimmer weiter. Allerdings schenkten wir diesem wenig Beachtung, bis ich ein seltsames Schleifgeräusch hörte und ich meine Herrin darauf aufmerksam machte. Mit einem kurzen Blick gab mir Igraine den Befehl kurz nachzusehen, habe ich doch durch meine albische Herkunft die besseren Augen in der Dunkelheit von uns beiden. Ich sah jemanden am Ende des Ganges verschwinden, aber noch bevor ich zurück gehen konnte, ging die Tür unseres Nebenzimmers auf und der junge Mann blickte heraus. Er wirkte müde und etwas besorgt. Nicht ganz das was man erwarten sollte, wenn ein Mann von seiner Gesundheit ein hübsches Mädchen bei sich hatte. Ich versteckte mich leicht im Schatten und wartete darauf, dass er die Treppe runterging um dann selbst wieder zurück in unser Zimmer zu gehen.
Ich berichtete kurz meiner Herrin was ich gehört und gesehen hatte. Sie wusste, dass sie sich auf meine Worte verlassen konnte und so ging sie danach selbst mit mir und einer Lampe wieder hinaus um dem seltsamen Treiben ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Wir begannen den Gang zu untersuchen und fanden tatsächlich frische Schleifspuren auf den Holzbrettern, wenn auch schwer auszumachen. Anscheinend wurde eine schwere Last vom Inneren des Ganges in Richtung Treppe gezerrt. Vielleicht, den ganz sicher waren wir beide uns nicht.
Gestört wurden wir lediglich von einem der Kutscher, der zweimal an uns vorbeiging.
Wir schickten uns dann an endlich zu Bett zu gehen, jedoch hatte meine Herrin noch das Bedürfnis unseren Zimmernachbarn darauf hinzuweisen, dass er sich dem Liebesspiel mit seiner Gefährtin doch bitte leiser hingeben möge. Nun ja, Lady Eisenfang war schon immer für ihre schonungslose Direktheit bekannt. Bei diesem kurzen Zusammentreffen fiel uns auch zum ersten Mal auf, dass dieser junge Mann wohl ebenfalls vom Stand sein musste. Wir hofften, dass nun endlich Ruhe herrschte, wollten wir doch am nächsten Morgen frühzeitig aufbrechen und begaben uns wieder zurück zu unserem Zimmer. Ich hatte die Klinke der Tür noch nicht heruntergedrückt, da vernahmen wir das Öffnen und Schließen einer Tür, danach einen Schlag und dann das zu Boden fallen eines schweren Gegenstandes.
Es mag wohl die elfte Stunde gewesen sein, also eigentlich eine Zeit in der normale Leute in ihren Betten lagen und schliefen. Uns war klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zu ging. Igraine schickte mich nur mit einer Handbewegung zu Ahmads Zimmer und dem Befehl, ich solle Nourrdarr holen. Sie wusste, dass dieser beeindruckende Krieger aus der Surmarkar gut kämpfen konnte und wollte seinen Schwertarm nicht missen. Während ich also den Tarr holte, stürmte sie bereits mit gezogenem Schwert den Gang hinunter zu unserem liebestollen Zimmernachbarn um dort die Tür einzutreten, wähnten wir die Geräusche doch aus seinem Zimmer.
Zu ihrer Überraschung öffnete sich seine Tür schon von selbst und er sah sie fragend an, ob sie denn wisse woher dieser Lärm käme. Meine Herrin hatte schon oft genug bewaffnete Männer und Frauen befehligt und so fiel es ihr nicht schwer, den jungen Gecken und Nourrdarr hinter sich zu sammeln und mit ihnen zusammen den Gang abzusuchen. Sie wandte sich der nächsten Tür zu und klopfte sehr laut und eindringlich, woraufhin einer der drei Reisenden die sehr früh am Abend in die Taverne kamen öffnete. Viel herauszubekommen war aus ihm nicht. Er und seine beiden Gefährten genehmigten sich noch ein Bier vor dem Schlafengehen, wobei einer der drei gerade ausgetreten war und sie deshalb nur zu zweit im Zimmer waren. In ihrem Zimmer fanden wir ebenfalls nichts Verdächtiges und so behelligten wir sie nicht weiter, auch wenn mir der Ausdruck des Mannes an der Tür nicht gefiel. Etwas lag in seinem Blick was mich unruhig machte. Doch behielt ich diese Meinung einstweilen für mich.
Etwas frustriert ob der nächtlichen Störung und der nicht von Erfolg gekrönten Suche beschlossen wir, wieder einmal, zurück in unsere Zimmer zu gehen. Auffällig war auch hier wieder der junge Mann, der tunlichst darauf bedacht war uns keinen Blick in sein Zimmer zu offenbaren. Ein äußerst merkwürdiges Verhalten welches er an den Tag legte. Ob das Geräusch nicht doch von ihm kam?
Wir konnten uns keinen Reim darauf machen. Auf einmal tauchte einer der Diener der Edlen von Ahren auf und setzte uns davon in Kenntnis, dass ein Herr Lotsanger uns sehen wollte. Interessanterweise bezog er sich auch auf Imric und Ahmad, die Nourrdarr und ich schnell holen gingen.
Alsbald befanden sich dann Igraine, Ahmad, Imric, Nourrdarr und ich in den bescheidenen Gemächern des Helmar Lotsanger, Gelehrter der Kecia von Ahren. Schnell viel uns auf, dass auf dem Boden ein hastig fortgewischter Blutfleck war. Anscheinend der Grund warum er uns zu sich gerufen hatte.
Da er unsere Hilfe wollte rückte er auch sehr schnell mit der Sprache heraus:
Als Lotsanger noch jung und frisch an der Universität war, schloss er sich schnell einem der Studentenbünde an. Doch fand er bald heraus, dass der an den er geraten war, sich nicht nur mit eifrigem Lernen und dummen Jugendstreichen begnügte. Nein, vielmehr wurden dort finstere Rituale zu Ehren der dunklen Mutter ausgeübt und Lotsanger distanzierte sich schnell wieder von diesem Bund. Aber wie es nun einmal so ist. Ein Gerücht konnte an den richtigen Ohren viel Ungemach bringen, wenn es erst einmal gestreut ist. Viele Jahre hatte er nicht mehr daran gedacht, hatte die bösen Erinnerungen tief in sich vergraben, bis zu jener Nacht. Einer aus dem damaligen Bund war hier, hatte ihn erkannt und ihn sofort mit seinem Wissen erpresst. Lotsanger wusste sich nicht anders zu helfen und erschlug den Mann und versteckte ihn in einem Wandschrank im Gasthaus. Er bot uns zweihundertfünfzig Lunar damit wir ihm die Leiche und die beiden Mitreisenden des Kultisten vom Hals schafften.
Ahmad versuchte noch mit den für ihn verwirrenden Gepflogenheiten Dragoreas zurechtzukommen, während die anderen bereits zustimmten Lotsanger zu helfen. Man mag über Lady Eisenfang sagen was man wollte. Auch den Gerüchten um ihren göttlichen Schutzherren mag man Glauben schenken oder nicht. Aber hier ging es darum Anhänger einer verbotenen Gottheit zu jagen und sie tat damals wie heute nichts lieber, als das Gesetz der Ordnung über die Völker Lorakis zu bringen.
Lotsanger beschrieb uns noch die beiden anderen Kultisten. Zu unserer Überraschung kannten wir diese bereits. Es handelte sich um die beiden Reisenden, die wir nur kurze Zeit vorher in ihrem Zimmer befragt hatten. Weiterhin beschrieb er uns das Erkennungszeichen dieses Kultes. Ein Ring mit zwei eingefassten Marmorsteinen. Einer weiß, einer schwarz. Licht und Schatten.
Wir wollten uns gerade anschicken uns dieser Aufgabe zu stellen, als wir hörten wie unten jemand versuchte die Tür des Gasthauses geradezu einzuschlagen.

Ihr wollt wissen wie es weitergeht?
Das werde ich euch morgen erzählen, jetzt ist es erstmal Zeit für eure Betten.
Gesegnet seien jene die nichts zu sagen haben und denoch schweigen.

Marduk

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Re: [Spielbericht] Aufbruch ins Ungewisse
« Antwort #4 am: 17 Mai 2018, 22:02:54 »
So, ich melde mich dann auch mal kurz zu Wort: ich bin der SL der Illustren Runde. Wie man vielleicht an den Werten von Igraine sieht, spielen wir mit ein paar Regelmodifikationen. Diese wären:

- Die Regeln für Wundfieber finden Anwendung
- Die Zustände Blutend und Verwundet enden nicht von selbst
- Fokus und Fokusregeneration wird verdoppelt
- Splitterpunkte füllen sich aufgrund der kurzen Spielsitzungslänge nur alle 2 Spielsitzungen auf

Errät übrigens jemand, um welches Kaufabenteuer es sich hier handelt?  8)

Ich gebe einen Tip: Es wurde nicht für Splittermond geschrieben...