Autor Thema: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."  (Gelesen 5684 mal)

Xandila

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #15 am: 12 Feb 2017, 09:41:02 »
Manches finde ich nicht ganz fair Daodras gegenüber.
Er hat ja nicht gefragt: könnt ihr mir einen neuen Charakter erstellen? sondern: wie kriege ich diese Eckdaten so hin, daß es stimmig/stimmiger ist als mein bisheriger Entwurf? Und dann quasi alles streichen zu wollen oder gar zu sagen "spiel den nicht mehr in der Gruppe", finde ich keine sonderlich hilfreiche Antwort. Wenn es etwas ist, was ihr so nicht an eurem Spieltisch haben wollt, ihr spielt doch eh vermutlich nicht mit ihm zusammen, oder? Oder zumindest nicht diesen Char, der ja wohl für eine Tisch- und keine Onlinerunde ist.


Wie wäre es denn damit, daß Sorrak, als er um die Anführerwürde gekämpft hat und sein Rudel geleitet hat, stärker war, als da, wo er aus der zusammengestürzten Höhle herauskam?
So ein dramatisches Ereignis, was so viele tötet, kann ja nicht spurlos an ihm vorrübergehen. Seelische Narben waren bisher ja auch eingeplant, aber hat auch sein Körper es unbeschadet überstanden?
Wenn es ihn geschwächt hat, dann wäre damit plausibel, daß er Stärke und Geschicklichkeit und damit auch manche körperliche Fähigkeit, aber vielleicht auch Zuversicht und Aussehen und damit Ausstrahlung oder Willenskraft verloren hat. Er war mal stark genug, ein Anführer eines kleineren oder schwächeren Rudels zu werden, und jetzt will er es wieder werden.

Ganz verzichten würde ich dann auf die sozialen Fertigkeiten, die schon für Anführer erwähnt wurden, trotzdem nicht, aber sie müssen nicht so hoch sein, wie sie sinnvollerweise wären, wenn man tatsächlich ein Anführer noch ist.

Was den Speer angeht:
Ganz so absurd finde ich die Kombination aus "unglaublich wichtig" und "werf ich im Kampf weg" nicht. Wenn eine solch enge Verbindung besteht, dann weiß Sorrak vielleicht ganz genau, daß er den Speer nie wirklich verlieren kann, solange diese Seele darin ist (Legendäre Kraft "Du gehörst zu mir") Da sie aber nunmal jetzt in die Form eines Wurfspeeres gepresst ist, und ja auch gerettet werden will/ihm helfen will, wäre es falsch, ihn nicht gemäß seiner Natur zu nutzen.
Was das besondere Material angeht: Was ist mit Sanjha-Holz? Bringt von den Fähigkeiten Fernwaffen was, ist nicht ganz so selten und teuer und passt vom Material auch als Schaft eines Speeres. Daß das Material aus Ashurmazaan stammt und nicht aus der Sumarkar sollte ja kein Problem sein, wird in deiner Hintergrundstory ja nicht dort abgebaut und hergestellt, sondern mehr oder weniger fertig gefunden. Oder vielleicht wenn wenigstens ein Gott wohlwollend bis hilfreich involviert ist: Holz des Wandermönches - hilft dir auch bei der Reise von den Fähigkeiten, und außerdem wäre damit plausibel, daß du eventuell übrig seiende Ressourcenpunkte in Glaube steckst, falls du sonst nicht weißt, wohin damit. Wäre rollenspielerisch auch schön zu machen, daß Sorrak vielleicht erst nach und nach feststellt, daß er bei all dem Unglück, was ihm passiert ist, nicht von allen Göttern verlassen ist, sondern einer doch zu ihm steht, nachdem der ihn das eine oder andere Mal ein wenig unterstützt hat.

Gonzo

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #16 am: 12 Feb 2017, 13:01:47 »
Manches finde ich nicht ganz fair Daodras gegenüber.
Ist ja alles konstruktiv gelagert. ;) Ich hatte halt beim Spoiler erwartet das nun in-character kommt um eben die Figur vermittelt zu bekommen und dann kommt da Metaebenen Blah Blah - daher hatte ich meinen Unmut geäußert. Finde als Autor sollte man Kritik gut einstecken können und ich habe mich eben gewundert wie man Bücher veröffentlicht und eben vor aktueller Problematik steht. 

... genau so bin ich vorgegangen? Ich hatte erst die - vollständige - Geschichte, dann kamen die Werte. Das dürfte ersichtlich sein.
Komisch, woher kommen dann die Probleme?!  ;) Ersichtlich ist für mich der Gedanke eines Figurentransfers aus einer Story die einer anderen Welt entspringt aus der man Elemente in einen HG1 Charakter pressen möchte, die einfach too-much sind, wurde ja schon hinreichend erklärt. Im Vorfeld sollte man sich mit dem Setting und gerade den Details einer Welt befassen die von Dritten erstellt wurde, bevor es an die Erstellung einer Figur darin geht sofern der Anspruch besteht das diese authentisch wird. Viele Probleme in der Hintergrundgeschichte entstammen aus unzureichendem Verständnis der Spielwelt. Und wie ich im vorangegangen Post ja schon schrieb reduziere den Charakter doch erstmal auf das wesentliche und baue dann Schritt für Schritt die Milestones und stoppe da wo man HG1 erreicht. Ansonsten wie Tokala schon schrieb, nutze einen höheren HG wenn der Hintergrund nach persönlichem Gusto nicht ausreicht, ist dann eben die Frage ob der sich dann noch homogen in eine HG1 Runde einfügt. In meinen Runden bespreche ich zB mit den Spielern auch Milestones die der Spieler sich neben dem unbekannten Teilen der Handlung für seine Figur wünscht.

SeldomFound

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #17 am: 12 Feb 2017, 14:58:27 »
Manches finde ich nicht ganz fair Daodras gegenüber.
Er hat ja nicht gefragt: könnt ihr mir einen neuen Charakter erstellen? sondern: wie kriege ich diese Eckdaten so hin, daß es stimmig/stimmiger ist als mein bisheriger Entwurf?

Ich stimme zu, dass ist durchaus korrekt und ich hoffe, das mein Vorschlag da nicht zu einschneidend war. Ich empfand einfach nur, dass ein bestimmter Teil der Vorgeschichte für den Charakter unnötig war.


Zitat
Wie wäre es denn damit, daß Sorrak, als er um die Anführerwürde gekämpft hat und sein Rudel geleitet hat, stärker war, als da, wo er aus der zusammengestürzten Höhle herauskam?

Das wäre durchaus ein akzeptables Plotdevice und würde auch extremere Werteverteilungen gut erklären, sofern man als SL damit nicht generell Schwierigkeiten hat. Es müsste sich nur in den Ressourcen auch irgendwie niederschlagen, aber das ist nicht unmöglich.


Zitat
Was den Speer angeht:
Ganz so absurd finde ich die Kombination aus "unglaublich wichtig" und "werf ich im Kampf weg" nicht. Wenn eine solch enge Verbindung besteht, dann weiß Sorrak vielleicht ganz genau, daß er den Speer nie wirklich verlieren kann, solange diese Seele darin ist (Legendäre Kraft "Du gehörst zu mir") Da sie aber nunmal jetzt in die Form eines Wurfspeeres gepresst ist, und ja auch gerettet werden will/ihm helfen will, wäre es falsch, ihn nicht gemäß seiner Natur zu nutzen.

Der Haken ist einfach, dass ich als SL unter Umständen irrsinnige Verrenkungen machen muss, damit der Speer nicht einfach futsch geht!

Ich kann damit Sorrak effektiv aus den Kampf oder gar aus dem Abenteuer nehmen, indem ich einen meiner NSCs mit den Speer weglaufen lasse. Und wenn jetzt auf offener See oder in einem hohe Gebirge gekämpft wird und der Wurf fehlschlägt? Tut mir Leid, dann ist der Speer weg und kann unter Umständen nicht mehr wiederbeschafft werden!

Das Problem ist also nicht, dass man einen beseelten Gegenstand als Waffe verwenden will, sondern dass man ihn als eine Waffe verwenden will, die sehr leicht verloren gehen kann! Wäre es ein Bogen oder eine Nahkampfwaffe, hätte ich damit kein Problem, aber eine Wurfwaffe ist eine eher miese Idee für ein Relikt, wenn man nicht die legendäre Stärke "Viel hilft Viel" benutzt!

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Daodras

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #18 am: 12 Feb 2017, 15:56:50 »
Ich wollte es mir eigentlich verkneifen etwas dazu zu schreiben...

I wo, ich hab dir ja schon vor ein paar Tagen gesagt, dass ich deine Hilfe danken annehmen würde. :)


Dao, ich sehe eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

1) Sag deiner SL dass du einen Charakter mit HG2 ins Spiel bringst.
Es funktioniert einfach nicht! Wie weiter oben schon gesagt wurde, die Hintergrundgeschichte ist zu groß für einen HG1 Charakter. Soetwas erleben Charakter die Jahrelang OT gespielt wurden. Nicht welche die gerade erst mit ihrer Abenteurerkarriere beginnen!
Es ist zuviel!

Dem habe ich weiter oben schon zugestimmt. Ich fand da den Vorschlag, einfach nur den Teil in der Surmakar zu nehmen, völlig in Ordnung. Und die Figuren meiner Mitspieler sind auch sehr phantastisch, in meine Gruppe passt es also sehr. :) Vielleicht dafür in keine andere, aber es passt zu meinen Freunden, von daher ist das (für uns) in Ordnung.

2) Hör auf Sorrak in einer regulären Gruppe spielen zu wollen!


 :'(

Nehmen wir mal an, du würdest seine Geschichte ausspielen (wie in meinem zweiten Vorschlag).
Die Flucht, die seeeehr, sehr lange Reise, das neue Rudel, Erwachsen werden, sich beweisen, eine Familie gründen, Anführer werden und sein, der Unfall in der Höhle...
Denkst du da sind 15EP ausreichend?
Ich persönlich bin da eher bei 200-300EP.
Jeder Charakter hat eine Vorgeschichte, aber die ist klein genug um in 15EP reinzupassen.
Rollenspielen ist dafür da um das fast leere Buch eines Charakters mit Leben zu füllen.
Aber bei Sorrak ist dieses Buch ja schon halb, wenn nicht sogar zu dreivierteln gefüllt! Das ist kein Startcharakter.

Ja, ist im Grunde (in anderen Worten) auch das, was SeldomFound schon einmal gesagt hat. Darum hab ich den ersten Teil ja schon gestrichen, und jetzt überlege ich nur innerhalb des zweiten Teils, wie man den logisch gestalten kann. Das ist nicht ganz so voll, und das ist auch nicht unheimlich fern von dem, was andere in unserer Gruppe erlebt haben.

@ zum Thema Wurfspeer und Tochter.
Ich möchte dazu eigentlich gar nichts sagen, weil ich nicht weiß wie ich das machen soll, ohne dabei an deiner geistigen Gesundheit zu zweifeln... aber bei nur einer Gegenstimme verstehst du es anscheinend nicht.
Da ist verdammtnochmal die lebende Seele deiner Tochter drin! Nein, die wirfst du nicht weg!!!
Du spielst russisch Roulette mit der Seele eines Wesens das du liebst? Jeden verdammten Kampf!?

Ich verstehe eindeutig. Ich widerspreche nur: Aus meiner Sicht tut er das nicht. Aus meiner Sicht wirft er nicht einfach die Seele seiner Tochter achtlos weg. Er hatte über ein Jahr Zeit festzustellen, dass der Speer unzerstörbar ist, und dass er immer weiß, wo er sich in etwa befindet, und dass er immer zu ihm zurück kommt. Zusätzlich weiß er nicht einmal, ob sie auch wirklich da drin ist, oder ob er sich das in einer verzweifelten Hoffnung nur vorstellt, nur einbildet. Vielleicht glaubt er, etwas zu spüren, dass nicht existiert - sicher kann er sich nicht sein. "Gefangene Seelen" sollten zumindest nicht unbedingt etwas Alltägliches sein.

Den Rest deines Feedback nehme ich unkommentiert so hin, wie es da steht - die Geschichte hat den Bereich von "unschlüssig" verlassen und ist in den Bereich von "unnötig" übergegangen, da liegst du also richtig. Darum streiche ich ja auch den gesamten unnötigen ersten Teil und überarbeite den zweiten, weniger unmöglichen Teil. Aber ich wiederhole mich.

Manches finde ich nicht ganz fair Daodras gegenüber.
Er hat ja nicht gefragt: könnt ihr mir einen neuen Charakter erstellen? sondern: wie kriege ich diese Eckdaten so hin, daß es stimmig/stimmiger ist als mein bisheriger Entwurf? Und dann quasi alles streichen zu wollen oder gar zu sagen "spiel den nicht mehr in der Gruppe", finde ich keine sonderlich hilfreiche Antwort. Wenn es etwas ist, was ihr so nicht an eurem Spieltisch haben wollt, ihr spielt doch eh vermutlich nicht mit ihm zusammen, oder? Oder zumindest nicht diesen Char, der ja wohl für eine Tisch- und keine Onlinerunde ist.

Ganz ehrlich: Danke. Das Gefühl habe ich teilweise auch erhalten. Dass es von einem „hey, schaut mal, ist nicht die beste Idee, aber vielleicht wisst ihr, was ich da noch machen kann?“ zu einem „Das ist völliger Scheiß, wirf es in die Mülltonne“ geworden ist. Gerade frustrierend, weil mir ja fast nur der „Storyfluff“ angekreidet wird, der spieltechnisch echt gar keine Bedeutung hat.

Wie wäre es denn damit, daß Sorrak, als er um die Anführerwürde gekämpft hat und sein Rudel geleitet hat, stärker war, als da, wo er aus der zusammengestürzten Höhle herauskam?
So ein dramatisches Ereignis, was so viele tötet, kann ja nicht spurlos an ihm vorrübergehen. Seelische Narben waren bisher ja auch eingeplant, aber hat auch sein Körper es unbeschadet überstanden?
Wenn es ihn geschwächt hat, dann wäre damit plausibel, daß er Stärke und Geschicklichkeit und damit auch manche körperliche Fähigkeit, aber vielleicht auch Zuversicht und Aussehen und damit Ausstrahlung oder Willenskraft verloren hat. Er war mal stark genug, ein Anführer eines kleineren oder schwächeren Rudels zu werden, und jetzt will er es wieder werden.

Ganz verzichten würde ich dann auf die sozialen Fertigkeiten, die schon für Anführer erwähnt wurden, trotzdem nicht, aber sie müssen nicht so hoch sein, wie sie sinnvollerweise wären, wenn man tatsächlich ein Anführer noch ist.

Genau aus diesem Grund hatte ich diese Idee des „gebrochenen“ Mannes, der sich selbst die Schuld für alles gibt, Unfall hin oder her, und der nur schmerzlich auf seine Vergangenheit zurückblickt. Auch wollte ich, dass er das Leben in der Surmakar viel mehr aus Scham – und einem Teil Selbstmitleid – zurücklässt, statt dass er (anfänglich „wieder“, aber das ist ja jetzt gestrichen) verjagt wird wie ein geschlagener Hund.
   
Was den Speer angeht:
Ganz so absurd finde ich die Kombination aus "unglaublich wichtig" und "werf ich im Kampf weg" nicht. Wenn eine solch enge Verbindung besteht, dann weiß Sorrak vielleicht ganz genau, daß er den Speer nie wirklich verlieren kann, solange diese Seele darin ist (Legendäre Kraft "Du gehörst zu mir") Da sie aber nunmal jetzt in die Form eines Wurfspeeres gepresst ist, und ja auch gerettet werden will/ihm helfen will, wäre es falsch, ihn nicht gemäß seiner Natur zu nutzen.

So in etwa der Gedanke. Und doch widerspreche ich niemandem, der diese Idee für dämlich hält, und der sie in seiner Runde nicht akzeptieren würde. Gerade weil der Widerspruch existiert, und wer diesen Teil hoch genug bewertet, um keine andere Perspektive dazu mehr zu brauchen, der hat jedes Recht dazu. Ich für meinen Teil sehe es so, und keiner der 5 anderen Menschen, die mit dieser Idee insgesamt schon spielen mussten, hatten ein Problem damit.

Was das besondere Material angeht: Was ist mit Sanjha-Holz? Bringt von den Fähigkeiten Fernwaffen was, ist nicht ganz so selten und teuer und passt vom Material auch als Schaft eines Speeres. Daß das Material aus Ashurmazaan stammt und nicht aus der Sumarkar sollte ja kein Problem sein, wird in deiner Hintergrundstory ja nicht dort abgebaut und hergestellt, sondern mehr oder weniger fertig gefunden. Oder vielleicht wenn wenigstens ein Gott wohlwollend bis hilfreich involviert ist: Holz des Wandermönches - hilft dir auch bei der Reise von den Fähigkeiten, und außerdem wäre damit plausibel, daß du eventuell übrig seiende Ressourcenpunkte in Glaube steckst, falls du sonst nicht weißt, wohin damit. Wäre rollenspielerisch auch schön zu machen, daß Sorrak vielleicht erst nach und nach feststellt, daß er bei all dem Unglück, was ihm passiert ist, nicht von allen Göttern verlassen ist, sondern einer doch zu ihm steht, nachdem der ihn das eine oder andere Mal ein wenig unterstützt hat.

Sanjha-Holz gibt Ferndistanz, richtig? Ich habe dazu Entfernungssinn und Starker Wurfarm, also habe ich im Grunde ohnehin immer die dreifache Wurfreichweite zur Verfügung. Da mein Maximum zu erhöhen (und statt 6 nur noch 4 EG zu brauchen) ist natürlich eine gute Sache. Auf der anderen Seite ist die Idee ja immer, Speer werfen, auf den Gegner den ich beworfen habe zu sprinten, Vorstürmen und dann Handgemenge bis zum Tod einer der beiden Kämpfer. Wenn ich von einem Maximalwurf ausgehe – mit Ferndistanz sind das 70 Meter, bei 10 Metern Grundreichweite, sehe ich das richtig? –, dann komme ich mit einem Sprint niemals daran, egal was ich mache.

Auf der anderen Seite überlege ich gerade, Bewegungsmagie statt Schattenmagie zu spielen. Mit der Meisterschaft aus der Bewegungsmagie hätte ich GSW +1, Flink +1, Sprinter +2, STÄ 6, BEW 5, das macht 15. Dann den Zauber Beschleunigen, verstärkt, GSW +4 (ohne die andere Stärke natürlich nur +3, aber gehe ich mal davon aus, ich nähme das). damit könnte ich mit GSW 19 im Sprint 57 Meter an meinen Gegner heransprinten. Also Überraschungsangriff (ob mit oder ohne die Meisterschaft in Heimlichkeit ist ja egal, obwohl ich schon überlege Heimlichkeit ganz rauszunehmen) auf 59 Metern Distanz werden, der Gegner ist überrascht und verliert 10 Ticks, ich sprinte 10 Ticks zu ihm ran und in der nächsten Runde kommt Vorstürmen auf genau 2m Distanz.

Ein unwahrscheinliches und rein hypothetisches Szenario, aber bis ich 4 zusätzliche Punkte in Geschwindkeit erhalte, (und auf 69m Sprint komme), also bis Heldengrad 3, wäre das im Grunde sogar eine „hinderliche“ Fähigkeit für mich, wenn ich es denn nutze, weil ich „einen Zug verliere“.
Aber das sage ich auch nicht, weil ich Mondstahl behalten will. Ich habe ich keinen blassen Schimmer, was Sorrak damit anfangen soll. Splitterpunkte benutzen wir in der Gruppe nicht allzu oft, vielleicht weil wir einfach ein wenig unerfahren im Rollenspiel im Allgemeinen sind, und Schaden war bisher nie das Problem. Ich weiß nicht einmal, was es alles macht. Wie gesagt, ich wollte eigentlich eher etwas, das Leben rettet, obwohl es eine Waffe ist. Da ist Extraschaden vielleicht auch nicht das beste?

Hab mir von meinem besten Freund auch mal die gesamte Liste der Besonderen Materialien abfotographieren lassen; mir so wirklich zurufen „HIER, ICH! Ich bin perfekt!“ tut mir keines davon. Aber sonst weiß ich auch nicht, wie ich die Punkte verteilen soll. Punkte aus Ressource rausnehmen ist vermutlich wirklich die beste Lösung.

Manches finde ich nicht ganz fair Daodras gegenüber.
Ist ja alles konstruktiv gelagert. ;) Ich hatte halt beim Spoiler erwartet das nun in-character kommt um eben die Figur vermittelt zu bekommen und dann kommt da Metaebenen Blah Blah - daher hatte ich meinen Unmut geäußert. Finde als Autor sollte man Kritik gut einstecken können und ich habe mich eben gewundert wie man Bücher veröffentlicht und eben vor aktueller Problematik steht. 

Und darum hatte ich dir auch nicht widersprochen. Ich stimme dir schon zu, das war tatsächlich so ein Moment des, „Oh, was kommt denn jetzt? Oh, das war ja gar nichts. Wer hat das geschrieben, ein Fünftklässler? O.o“
Da das englische Adjektiv gerade besser passt als jedes Deutsche, es jetzt selbst zu lesen lässt mich einsehen: Schon ein bisschen cringy.

... genau so bin ich vorgegangen? Ich hatte erst die - vollständige - Geschichte, dann kamen die Werte. Das dürfte ersichtlich sein.
Komisch, woher kommen dann die Probleme?!  ;) Ersichtlich ist für mich der Gedanke eines Figurentransfers aus einer Story die einer anderen Welt entspringt aus der man Elemente in einen HG1 Charakter pressen möchte, die einfach too-much sind, wurde ja schon hinreichend erklärt. Im Vorfeld sollte man sich mit dem Setting und gerade den Details einer Welt befassen die von Dritten erstellt wurde, bevor es an die Erstellung einer Figur darin geht sofern der Anspruch besteht das diese authentisch wird. Viele Probleme in der Hintergrundgeschichte entstammen aus unzureichendem Verständnis der Spielwelt. Und wie ich im vorangegangen Post ja schon schrieb reduziere den Charakter doch erstmal auf das wesentliche und baue dann Schritt für Schritt die Milestones und stoppe da wo man HG1 erreicht. Ansonsten wie Tokala schon schrieb, nutze einen höheren HG wenn der Hintergrund nach persönlichem Gusto nicht ausreicht, ist dann eben die Frage ob der sich dann noch homogen in eine HG1 Runde einfügt. In meinen Runden bespreche ich zB mit den Spielern auch Milestones die der Spieler sich neben dem unbekannten Teilen der Handlung für seine Figur wünscht.

Meine Probleme kommen aus vor allem drei Faktoren:
  • Ich habe versucht, eine Idee zu kopieren, und habe manchmal meine Idee an erster Stelle gestellt, statt mich immer an die Welt von Lorakis zu richten.
  • Ich kenne (bzw. kannte, zum Zeitpunkt der Charaktererschaffung) die Welt Lorakis nicht einmal in Ansätzen. Ich hatte eine Karte gesehen und die ersten 80 Seiten des GRW gelesen. Sonst wusste ich nur: „Das ist von einer Menge Autoren aus DSA geschrieben.“
  • Mein bester Freund, der mir das Spiel gezeigt hat, hat die Figur mit mir zusammen zu erstellen begonnen, und hat in seiner (ersten) Figur auch absolut gemin-maxt. Das war mein erster und einziger Orientierungspunkt.


Jetzt bin ich natürlich ein großes Stück weiter und sehe: Wow, das ist murks. Das muss ich nochmal überarbeiten.

Zitat
Wie wäre es denn damit, daß Sorrak, als er um die Anführerwürde gekämpft hat und sein Rudel geleitet hat, stärker war, als da, wo er aus der zusammengestürzten Höhle herauskam?

Das wäre durchaus ein akzeptables Plotdevice und würde auch extremere Werteverteilungen gut erklären, sofern man als SL damit nicht generell Schwierigkeiten hat. Es müsste sich nur in den Ressourcen auch irgendwie niederschlagen, aber das ist nicht unmöglich.

Ich kann der zweiten Hälfte deines Satzes nur teilweise folgen. In welchen Ressourcen könnte ich das ausdrücken? Ich bin da für alles offen, gerade weil ich bei Ressourcen nur ein großes Fragezeichen über dem Kopf habe.

Zitat
Was den Speer angeht:
Ganz so absurd finde ich die Kombination aus "unglaublich wichtig" und "werf ich im Kampf weg" nicht. Wenn eine solch enge Verbindung besteht, dann weiß Sorrak vielleicht ganz genau, daß er den Speer nie wirklich verlieren kann, solange diese Seele darin ist (Legendäre Kraft "Du gehörst zu mir") Da sie aber nunmal jetzt in die Form eines Wurfspeeres gepresst ist, und ja auch gerettet werden will/ihm helfen will, wäre es falsch, ihn nicht gemäß seiner Natur zu nutzen.

Der Haken ist einfach, dass ich als SL unter Umständen irrsinnige Verrenkungen machen muss, damit der Speer nicht einfach futsch geht!

Ich kann damit Sorrak effektiv aus den Kampf oder gar aus dem Abenteuer nehmen, indem ich einen meiner NSCs mit den Speer weglaufen lasse. Und wenn jetzt auf offener See oder in einem hohe Gebirge gekämpft wird und der Wurf fehlschlägt? Tut mir Leid, dann ist der Speer weg und kann unter Umständen nicht mehr wiederbeschafft werden!

Das Problem ist also nicht, dass man einen beseelten Gegenstand als Waffe verwenden will, sondern dass man ihn als eine Waffe verwenden will, die sehr leicht verloren gehen kann! Wäre es ein Bogen oder eine Nahkampfwaffe, hätte ich damit kein Problem, aber eine Wurfwaffe ist eine eher miese Idee für ein Relikt, wenn man nicht die legendäre Stärke "Viel hilft Viel" benutzt!

Aber es gibt doch die Legendäre Stärke, ich weiß nicht mehr welche genau, ich glaube "Rückkehr zum Besitzer". Nach spätestens X Wochen (X= 7 minus Reliktstufe, also momentan 1), aber mindestens einem Tag, kommt das Relikt auf die eine oder andere Schicksalhafte Weise immer wieder zum Benutzer zurück. Das, plus "Du gehörst zu mir!" und eventuell sogar noch "Beschränkung der Träger" sollten diese Idee ermöglichen. Zumindest ist das meine Empfindung.

Was Viel hilft Viel angeht - ich kann dem Speer aber doch nicht mitten in der Luft sagen, dass er sich pklötzlich in acht Teile teilen und den achtfachen Schaden machen soll, oder? Das wäre schon sehr lächerlich stark xD
See you in Rakuen ~

Tokala

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #19 am: 12 Feb 2017, 16:12:46 »
@ zum Thema Wurfspeer und Tochter.
Ich möchte dazu eigentlich gar nichts sagen, weil ich nicht weiß wie ich das machen soll, ohne dabei an deiner geistigen Gesundheit zu zweifeln... aber bei nur einer Gegenstimme verstehst du es anscheinend nicht.
Da ist verdammtnochmal die lebende Seele deiner Tochter drin! Nein, die wirfst du nicht weg!!!
Du spielst russisch Roulette mit der Seele eines Wesens das du liebst? Jeden verdammten Kampf!?

Ich verstehe eindeutig. Ich widerspreche nur: Aus meiner Sicht tut er das nicht. Aus meiner Sicht wirft er nicht einfach die Seele seiner Tochter achtlos weg. Er hatte über ein Jahr Zeit festzustellen, dass der Speer unzerstörbar ist, und dass er immer weiß, wo er sich in etwa befindet, und dass er immer zu ihm zurück kommt. Zusätzlich weiß er nicht einmal, ob sie auch wirklich da drin ist, oder ob er sich das in einer verzweifelten Hoffnung nur vorstellt, nur einbildet. Vielleicht glaubt er, etwas zu spüren, dass nicht existiert - sicher kann er sich nicht sein. "Gefangene Seelen" sollten zumindest nicht unbedingt etwas Alltägliches sein.
[/quote]

Und wieder sagst du erst das eine und sagst 5 Minuten später was anderes... genau wie Freitag.

Es ist mir zu blöd.
Gesegnet seien jene die nichts zu sagen haben und denoch schweigen.

Sinn haben

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #20 am: 12 Feb 2017, 18:26:58 »
Zitat
Ja, ist im Grunde (in anderen Worten) auch das, was SeldomFound schon einmal gesagt hat. Darum hab ich den ersten Teil ja schon gestrichen, und jetzt überlege ich nur innerhalb des zweiten Teils, wie man den logisch gestalten kann. Das ist nicht ganz so voll, und das ist auch nicht unheimlich fern von dem, was andere in unserer Gruppe erlebt haben.

Könntest Du denn dann jetzt mit der neuen, verkürzten Vorgeschichte Deine Chardaten nochmal überarbeiten?
Meine Vorschläge als Basis wären da: Varg - Tarr - irgendwas/freie Generierung - Recke.
Einsiedler würde ich nicht nehmen, das ist zwar das, was er möglicherweise das letzte Jahr gemacht hat, aber Abstammung ist eher so die Kindheit/Jugend und da war er ja noch mit dem Stamm zusammen unterwegs, oder?
Ich würde dann als Ausbildung nicht den Sandläufer nehmen, sondern Recke, da daß in etwa die Ausbildung ist, mit der ich am ehesten einem Rudelanführer simulieren würde.
Was die Attribute angeht, würde ich mehr Gewicht auf Aus und Wil legen (Anführen, Entschlossenheit).
Ressourcen betreffend wäre zu überlegen, ob z.B. tatsächlich alle Deines Ex-Stammes tot sind: Warum ist keiner bei den wertvollen Tieren, Zelten, ... geblieben? Kinder, Amme, Ältere wären üblicherweise bei so einer Rettungsaktion auch nicht dabei. Das Rudel wäre dann vielleicht aufgelöst worden und in anderen Stämmen aufgegangen, aber Du hättest immernoch Kontakte zu den Überlebenden (und früheren Handelspartnern) oder einen alten Mentor? Oder es begleiten Dich Personen aus dem alten Rudel (Gefolge). Vermögen könnte sich aus den verbliebenen, aufgeteilten Sachen des Rudels erklären, u.U. auch eine Kreatur. Die Höhle selber könnte nicht ganz eingestürtzt sein, so daß sie noch als Zuflucht gelten könnte
Und auch wenn Dein Ansehen wegen der Aktion gelitten hat, so warst Du immerhin Rounar (was Stand 3 ist), da wird durchaus etwas übrig geblieben sein.

Draconus

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #21 am: 13 Feb 2017, 06:07:56 »
Zur Verteilung: Anführer? Nie mit den aktuellen Werten, Ausstrahlung und Willenskraft sind hierfür relevant und sollten zusammen schon 4 ergeben und du solltest meiner Meinung nach auch mindestens 3 Punkte in Anführen besitzen, wenn du den Hintergrund nicht stark abändern willst.
Ebenso ist, erst recht bei den Tarr, die Fertigkeit Diplomatie für Anführer sehr wichtig. Auch hier sollten mindestens 3 Punkte sein.

Diplomatie, wirklich? Mindestens 3? Ich merke schon (wieder), ich will mich dagegen sträuben. Habe ich oben ja auch schon ein bisschen. Aber 3 Punkte? Nicht jeder gute Anführer ist diplomatisch, oder? Redegewandt schon eher, aber diplomatisch?
Argh. »__»
Ich habe im Gegensatz zu dir keinen Surmakar-Band, von daher weißt du es wohl selbst genauer als ich. Da allerdings die Tarr nomadisch leben und auch viel für Handel einstehen, sehe ich das für den Anführer schon relevant an. Im Normalfall sind es besonders bei den nomadischen Völkern nämlich die Anführer die erstmal mit Fremden reden und erst wenn sie abnicken oder die groben Regeln ausgemacht haben wird mit den Fremden gehandelt.

Eine gute Sache um solche Dinge (und evtl. auch das von manchen angesprochene HG2 mindestens Problem) anzugehen ist folgender: Merke in deiner Geschichte an, dass er durch die Reise außer Übung kam, da er wenig mit zu tun hatte. Er hat es ganz einfach verlernt. So kannst du einige Punkte senken, einen einzelnen Punkt würde ich aber dennoch empfehlen.

Zu der Frage Redegewandt gegen Diplomatisch:
Redegewandtheit ist eher die Fähigkeit, das Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken. Du kannst Leute kurzfristig beeinflussen. Du kannst zudem Lügen, dich Verkleiden und Feilschen (letzteres geht auch mit Diplomatie).
Diplomatie ist dazu da, um Etikette, Verhaltensweisen und Anreden zu kennen, egal in welcher Kultur. Außerdem ist es für Verhandlungen, politische Zusammenhänge und öffentlichen Reden (die Reden gehen allerdings auch mit Anführen).

Ich sehe Diplomatie relevanter für einen Anführer als Redegewandtheit. Im Grunde habe ich nun nur einen Einleitungssatz von Fluff geschrieben und die blauen Boxen unter den Fertigkeiten teilweise zitiert.
Ich weiß, dass ich verrückt bin, normal ist langweilig

p.s. das großartige Profilbild stammt von Joshua Carrenca und es ist eigentlich... größer

Daodras

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #22 am: 13 Feb 2017, 08:21:52 »
Okay, vielen, vielen Dank! Mit so zahlreichen hilfreichen Vorschlägen kann ich es sicher vernünftig umstellen.

Bei den Attributen habe ich jetzt WIL 2 (3 minus Rassenmalus), AUS 2, und vermutlich steigere ich eins der beiden (sowie STÄ und BEW) mit Erfahrung. Die alten Sechser sind bis auf Akrobatik und Handgemenge verschwunden, ich überlege auch ein drittes zu nehmen.
Vielleicht Überleben wegen der Wüstenkunde

 Anführen 4, Diplomatie 3/4 (noch nicht sicher, vermutlich 4?), Empathie 2, Redegewandtheit 1.
Schlösser und Fallen raus, G&M 1, aber keine Arkane Kunde. Heimlichkeit streiche ich vermutlich ganz, dafür Punkte in Naturkunde und Bewegungsmagie. Schatten passt zu Eleras, aber nicht mehr zu Sorrak.

Poste mal den ganzen Bogen, sobald ich wieder zuhause bin.

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« Letzte Änderung: 13 Feb 2017, 08:24:06 von Daodras »
See you in Rakuen ~

аwtоr zashigajet

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #23 am: 13 Feb 2017, 09:24:58 »
Zitat
1) Sag deiner SL dass du einen Charakter mit HG2 ins Spiel bringst.
Dem habe ich weiter oben schon zugestimmt. Ich fand da den Vorschlag, einfach nur den Teil in der Surmakar zu nehmen, völlig in Ordnung. Und die Figuren meiner Mitspieler sind auch sehr phantastisch, in meine Gruppe passt es also sehr. :) Vielleicht dafür in keine andere, aber es passt zu meinen Freunden, von daher ist das (für uns) in Ordnung.

Auch die Beispielcharaktere in den offiziellen Büchern haben teilweise eine Recht lange Story, bzw sind relativ alt, bevor Sie als HG1 starten. Eine Abgeschlossene Ausbildung haben alle, ja meist ist sogar die erste Abenteuererfahrung beschrieben.

2) Hör auf Sorrak in einer regulären Gruppe spielen zu wollen!

Nehmen wir mal an, du würdest seine Geschichte ausspielen (wie in meinem zweiten Vorschlag).


Am Ende zählt die Spielbarkeit und die "Realität" stellt sich doch eher hinten an. Sicherlich wäre es schön jeden "Fluff" als Wert abzubilden, aber da würde die Balance gewaltig leiden. Auch kann (leider) nicht jeden Part im Leben des Helden vorher ausspielen, das wäre dann zum einen für die anderen recht langweilig und auch würde dann jeder auf einem anderen Level starten... Ich das ganze als Abwägung: Spielbalance in der Gruppe und interessantere Chars durch den Fluff dahinter. Sicherlich kann man mit Grünschnäbeln anfangen die gerade nach Grundausbildung aus dem Kasernentor gefallen sind, aber worüber du dich dann unterhalten? Die Abenteuer erleben Sie eh zusammen, daher kommt also keine "Spannung" in der Gruppe. Sicherlich kann man das auch anders sehen, aber gerade das "entdecken" der anderen Chars finde ich persönlich besonders spannend. Hier entwickelt sich dann auch eine echte in-game Beziehung.

Mein Char hat aktuell ein ähnliches Problem, seine "Vorgeschichte" taugt sicherlich auch für ein 20 Std. Abenteuer, dass ausgespielt mehr als 15 EXP bringen sollte. Das habe ich für meinen Teil spieltechnisch damit erschlagen, dass das quasi seine Ausbildung am lebenden Objekt war. Ähnlich sehe ich das mit Sorrak. Relativ jung, warum auch immer in die Position des Anführers gerutscht. Danach der "Unfall" und damit der Beginn der Heldenkarriere. Passt aus meiner Sicht perfekt.

Vom Prinzip das Analog zu einer nicht ausgespielten Reise. Kein ausspielen, keine EXP. Wenn man quer durch Arwingen reist, können das durchaus auch 10-20EXP sein, da z.B. auf dem Tränendamm "Abenteuer" eher unvermeidlich sind.  Aber wenn das per "Ihr reist von A nach B und kommt wohlbehalten an" gereist wird, gibt es ja auch keine EXP dafür. In beiden Fällen waren die Helden aber 2 Wochen unterwegs haben sicherlich auch einiges erlebt.

@ zum Thema Wurfspeer und Tochter.
Ich schließe mich dem an - "Warum muss das Relikt es ein Wurfspeer sein?" Kann es nicht wirklich nur ein normaler Speer sein? (So habe ich dich auch am Anfang verstanden) Oder ein Speer der nur in Ausnahmen geworfen wird? Da komme mir schon sehr interessante Spielansätze. (anderer Char wird gerade zerfleischt, nur ein Wurf könnte ihn noch retten. Sorrak will aber nicht werfen, weil er Angst um seinen Speer hat etc."
- Ist die Fertigkeit auf Distanz so wichtig, dass sie ein gewisse "unlogik" rechtfertigt? - Was wäre wenn der Char einen oder zwei zusätzliche Wurfspeere dabei hat und den Reliktspeer für den Nahkampf spart? Das Wäre eine nachvollziehbare (durchaus auch real historisch einsetzte) Strategie und würde alle Probleme elegant umschiffen.
Vorbild wären hier die späten Peltasten: Taktik war ungefähr: 2-3x Wurfspeer werfen und zurückziehen, danach eine längere Lanze / Schwert für den Nahkampf mit dem hoffentlich geschwächten Gegner.

PS: Ich sehe das zweite Problem darin, dass ein Kämpfer niemals seine einzige Waffe wegwerfen würde um dann unbewaffnet, lachend in das Schwert des Gegners zu rennen. Abgesehen von dem Reliktstatus macht schon das für mich wenig Sinn. - Egal was du als Soldat tust, deine Waffe bleibt in Griffweite. Das ist die erste Regel die dir bei jeder Armee "eingeprügelt" wird.
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Cherubael

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #24 am: 13 Feb 2017, 11:59:26 »
Letzteres liegt vermutlich primär daran, dass man nicht unbewaffnet in Gewehre läuft - Heutzutage sieht das ja ein Bissl anders aus als früher.
Dennoch stimme ich auch zu: Unbewaffnet in eine Waffe laufen erfordert großartige Fertigkeiten. Und ebenso großes Vertrauen in diese.

Dennoch finde ich die Idee interessant und werde auch nicht versuchen, diese auszureden. Grade in RPGs kommt es doch öfter mal vor, dass man unbewaffnet keine (wirklichen) Nachteile gegen Waffen hat, weil man eben so gut ist. Warum also nicht ausspielen?
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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #25 am: 13 Feb 2017, 12:44:03 »

Auch die Beispielcharaktere in den offiziellen Büchern haben teilweise eine Recht lange Story, bzw sind relativ alt, bevor Sie als HG1 starten. Eine Abgeschlossene Ausbildung haben alle, ja meist ist sogar die erste Abenteuererfahrung beschrieben.


Wenn Sorrak nur mit einer abgeschlossene Ausbildung und ein einschneidendes Erlebnis beginnt in Ordnung, doch bei Ihm hatten wir (ursprünglich) fünf einschneidende Erlebnisse (Verbannung aus der Raugarr-Sippe; Reise durch weite Teile von Lorakis; Aufnahme im Tarr-Rudel; Aufstieg als Anführer; Gescheiterte Rettungsaktion).



Zitat
Vom Prinzip das Analog zu einer nicht ausgespielten Reise. Kein ausspielen, keine EXP. Wenn man quer durch Arwingen reist, können das durchaus auch 10-20EXP sein, da z.B. auf dem Tränendamm "Abenteuer" eher unvermeidlich sind.  Aber wenn das per "Ihr reist von A nach B und kommt wohlbehalten an" gereist wird, gibt es ja auch keine EXP dafür. In beiden Fällen waren die Helden aber 2 Wochen unterwegs haben sicherlich auch einiges erlebt.

Nur ging es in diesem Fall nicht um eine Reise von ein paar Wochen, sondern um ein paar Monate oder sogar Jahre und zwar alleine (?) durch die Wildnis.
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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #26 am: 13 Feb 2017, 13:44:23 »
Letzteres liegt vermutlich primär daran, dass man nicht unbewaffnet in Gewehre läuft - Heutzutage sieht das ja ein Bissl anders aus als früher.
Dennoch stimme ich auch zu: Unbewaffnet in eine Waffe laufen erfordert großartige Fertigkeiten. Und ebenso großes Vertrauen in diese.
Gerade Schwerter und Waffen vergleichbarer Größe waren im Mittelalter noch wichtiger und wurde noch viel seltener als heute ein Gewehr von Rittern und anderen prof. Kämpfer abgelegt. Selbst bei Tisch war es oft dabei, was später dann in Städten explizit auf Grund schlechter Erfahrungen verboten wurde :) . Aus einem Jungen wurde durch Übergabe des Schwertes ein Mann "Schwertleite / Ritterschlag" - und er behielt das gleiche Schwert ein Leben lang. Natürlich solange es nicht beschädigt oder gegen ein besseres getauscht wurde. Mit dem Verlust des Schwertes ging meist auch der Verlust der Ehre einher...

Sicherlich hat er als Varg auch ohne Waffe eine Chance gegen einen Dolch. Aber waffenlos gegen einen Zweihänder, Streitkolben oder nur ein gut geführtes Kurzschwert? Halte ich für Selbstmord, auch als Varg. Ich finde das sollte eher eine Notlösung bleiben, statt einzige Taktik.
Alternative wäre eine Art Armschiene, Handschuh oder ähnliche, mit dem Tatsächlich ein Schwert parieren oder sogar greifen kann.
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Yinan

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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #27 am: 13 Feb 2017, 13:58:30 »
Mit diversen Handgemenge-Meisterschaften kannst du unbewaffnet dich quasi genauso gut verteidigen, wie mit einer Waffe.

Du verlierst halt nur eventuelle Vorteile durch Ausrüstung mit dem Merkmal "Defensiv X", aber das haben die meisten Waffen ja auch nicht, gerade die Leute mit Zweihandwaffen werden sowas meistens nicht haben (gibt nur ein paar Ausnahmen, die überwiegende Mehrheit hat das Merkmal aber nicht).

Mit den Meisterschaften ist man also in Lorakis als unbewaffneter genauso gut/schlecht geschützt vor gegnerischen Waffen wie jemand mit einer der meisten Zweihandwaffen.
Wenn nicht anders gesagt, dann befassen sich meine Aussagen zu Regeln niemals mit Realismus oder Simulationismus, sondern nur mit Balancing.
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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #28 am: 13 Feb 2017, 14:04:53 »
Wir sind jetzt komplett Off-Topic, aber wenn ich noch etwas hinzufügen kann.

Handgemenge hat den Vorteil, dass es sehr schnell ist und zahlreiche nette Manöver mit sich bringt, die einen signifikanten Vorteil erschaffen können ("Verwirren", "schmerzhafter Hieb", "verbessertes Entwaffnen").

Die größte Schwäche von Handgemenge ist der geringe Schaden. Gegner mit einer SR von 6 oder höher oder sehr viel LP können die meisten Handgemenge-Angriffe relativ schadlos überstehen. Dies wird erst auf HG-3 etwas ausgeglichen, wenn "Würgegriff" als Manöver dazu kommt. Leider funktioniert dieses Manöver nicht gegen Gegner mit einer GK von 8 oder größer, so gerne man auch einen Drachen mit bloßen Händen erschlagen will...
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Re: "Hallo, ich bin Sorrak, und ich bin unlogisch."
« Antwort #29 am: 13 Feb 2017, 14:14:08 »
Ein Varg, der seinen heiligen Speer wirft und den Rest, der über bleibt, mit Zähnen und klauen zerfleischt, hat etwas.
So eine Art "Achilles (Troja)"/"Böser Wolf"-Crossover.
Do it!

Dass das Konzept mal funktioniert und mal nicht (bei hoher SR) ist nur recht und billig und macht es dem SL etwas einfacher.
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