Autor Thema: Regelfrage: "Magischer Handwerker"  (Gelesen 572 mal)

Zirkel-Zögling

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Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« am: 11 Jul 2020, 12:14:19 »
Ich habe Fragen zu den Verwandlungsmagie-Meisterschaften "Magischer Handwerker I/II" (aus Magie Band Seite. 107), die sich letztlich alle auf eine allgemeine Frage herunterbrechen lassen: Wie soll man sich den Einsatz dieser Meisterschaft vorstellen?

Wenn man ein Schwert mit dieser Meisterschaft herstellt, wird es dann grundsätzlich wie jedes andere Schwert hergestellt? Das heißt man steht in einer Schmiede, nutzt normales Schmiedewerkzeug und der einzige Unterschied ist, dass man sein Wissen über die Formbarkeit von Substanzen nutzt (ergo auf Verwandlungsmagie würfelt) statt sein Wissen über die Herstellung von Dingen (=Handwerk)?

Oder nimmt man ein geeignetes Stück Metall in die Hand, und formt es über Stunden durch sanftes Streichen in die richtige Form? Man benötigt also alles übliche nicht, sondern erledigt die Sache ganz via Magie.

Wandler

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #1 am: 11 Jul 2020, 12:30:48 »
Hallo Zirkel-Zögling,
willkommen im Forum!

Allgemein tendiert Splittermond nicht zu einer Simulation oder optischen Ausgestaltung von Zaubern oder Fertigkeiten, was zählt ist die abstrakte Beschreibung und die Wirkung.
Hier jedoch kommen Regelmechanik (Crunch) und malerisches Drumherum (Fluff) zusammen:
Die Voraussetzungen im Magiebuch beziehen sich auf das Material, nicht aber die Werkzeuge oder gar eine Werkstatt.
Ich würde daher davon ausgehen dass Du keine Werkzeuge brauchst (Crunch) und dass die Formung eine Meditation, Telekinese, Berührungen oder ähnliches darstellen (Fluff).

Bei dieser Interpretation würde das auch bedeuten dass die Umstände von Handwerk hier nur noch sehr eingeschränkt zum Zug kommen - zum Vor- und Nachteil des Verwandlungsmagiers. Werkzeuge braucht man nicht, geben aber auch keinen Vorteil. Bestimmte Vorlagen können einem natürlich nach wie vor helfen.

Leider ist die Interpretation eben nur eine solche - der Regeltext ist nicht eindeutig. Man könnte den Satz ...

Zitat
Für alle regeltechnischen Belange wird er bei solchen Proben behandelt, als würde er die Meisterschaft XXX für alle mit Handwerk bearbeitbaren Materialien besitzen.

... auch so aus auslegen dass sehr wohl Werkzeug zum Einsatz kommt, nur die Fertigkeit eine andere ist.
Da hier aber schwer wiegt was an Voraussetzungen gelistet ist würde ich nach wie vor die erste Auslegung als beabsichtigt werten.

EDIT: Alternative Auslegung.
« Letzte Änderung: 11 Jul 2020, 12:36:25 von Wandler »

Zirkel-Zögling

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #2 am: 12 Jul 2020, 19:17:00 »
Danke für die Antwort, Wandler.

Was den Fluff angeht ist die Formung rein durch Magie definitiv schöner und damit würde ich es der Rule of Cool folgend auch eigentlich bewenden lassen. Nur habe ich leichte Bedenken bezüglich des Balancing, wenn jemand ohne Werkzeug zu nutzen auch in der alten Ruine eine Mauer reparieren kann oder aus dem Baum am Fluss mit der Hand ein Floß macht, dann erscheint das ziemlich stark.

Wandler

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #3 am: 12 Jul 2020, 19:58:00 »
Ich sehe die Balance nicht gefährdet - an der Geschwindigkeit ändert sich nichts, die Komplexität für Magischer Handwerker I und selbst II ist ja begrenzt (siehe auch Mondstahlklingen S.86 für die modifizierten Regeln), und das Material muss auch da sein.
Es hat auch seinen Grund warum Magischer Handwerker II erst für Schwelle 3 verfügbar ist.
Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Meisterschaften die für das Handwerk gelten, aber nicht notwendigerweise für diese Alternative.

TrollsTime

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #4 am: 20 Aug 2020, 13:41:08 »
Anmerkung: Für Edelhandwerk scheint es sowas nicht zu geben. Für künstlerische Darstellungen eignet sich die Meisterschaft also nicht zB.
Und übrigens auch nicht für Architektur!

Brücke reparieren mittels Verwandlungsmagie scheint also nicht zu funktionieren = "Architektur" (Edelhandwerk).
Einen einzelnen Stein hingegen schon = "Steinbearbeitung" (Handwerk).
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Wandler

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #5 am: 20 Aug 2020, 17:16:37 »
@Trollstime:

Genau wie bei Zaubern würde ich (mit etwas Vorsicht) auch Meisterschaften sehen: Auch wenn sie nicht im Kanon existieren könnte man "Magischer Edelhandwerker I & II" ohne weiteres einführen - und so weit ich das sehe ohne in ein Balanceproblem zu laufen.
Beide Fertigkeiten beziehen sich auf kleine und große Werke (Edelhandwerk: Gravur und Architektur, Handwerk: Möbel und Schneiderei). Unter Holzbearbeitung würde in Lorakis wohl auch Schiffbau fallen ...

TrollsTime

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #6 am: 24 Aug 2020, 18:05:14 »
@Trollstime:
...
Beide Fertigkeiten beziehen sich auf kleine und große Werke (Edelhandwerk: Gravur und Architektur, Handwerk: Möbel und Schneiderei). Unter Holzbearbeitung würde in Lorakis wohl auch Schiffbau fallen ...

Schiffsbau müsste analog zu Architektur unter Edelhandwerk fallen. Ist das in den Beispielen nicht aufgeführt? Jdfs wird Holzbearbeitung da definitiv nicht reichen.

Allgemein lässt sich herauslesen, dass mit Handwerk tendenziell eher einzelne Gegendstände hergestellt werden können und auch einfachere Gerätschaften.
Alle anderen Gerätschaften sowie "Verbünde von Gegenständen" aber eher unter Edelhandwerk fallen.

EDIT:
Bei "magischer EDELhandwerker" bin ich hinundhergerissen. Meist sind die Werkzeuge ja weitaus komplexer und teurer als bei Handwerk, oder?
Aber ja: Grundsätzlich sollte es diese Meisterschaften auch geben, notfalls ein Grad höher. Oder mit einer "Fokus zu Last"-Begrenzung. Wobei hier vielleicht eh eine automatische Balanzierung durch Fortschrittspunkte oder Proben/Zeit (beide dürften beim Schiffsbau immens sein) existiert, wodurch "Ich wedele mit der Hand und das kleine Wäldchen dort verwandelt sich automatisch in ein Schiff" ein Riegel vorgeschoben sein dürfte.

Kurz: Edelhandwerk begegnet hier teilweise anderen Problemen bzw Fragestellungen, die man bei Handwerk noch mit Killefit oder Fluff kulant behandeln könnte.
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Wandler

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #7 am: 24 Aug 2020, 18:23:58 »
    Ist in Splittermond nicht wie eine Simulation geregelt.
    Sowohl Holzbearbeitung als auch Schmiedekunst sind Schwerpunkte von Handwerk.

    Am Beispiel Schmiedekunst:
    • Ausschmieden der Klinge
    • Herstellen des Griffs / Scheibe / Parierstange - historisch oft aus anderen Materialen, teilweise gegossen, oder aus Holz, Knochen oder Stein
    • Schwertfegen (Schärfen der Klinge)
    • Wickeln des Griffs (definitiv oft andere Materialien)
    • Schlagmarke anbringen
    • Gravur anbringen
    • Eventuell zugekauft: Schwertscheide

    Da haben verschiedene spezialisierte Handwerker zusammengearbeitet.

    Bei Rüstungen sieht es oft nicht besser aus. Die Trennung von Handwerk und Edelhandwerk aufgrund der Komplexität durchzuführen ist wohl nicht so einfach.

    Wer also mit Magie gerade eine der fürs Spiel wichtige Fertigkeit mit Magie durchziehen kann sollte auch Edelhandwerk (Gravur, Kalligraphie, Malerei, ...) mit einer entsprechenden Meisterschaft bewältigen können.
« Letzte Änderung: 24 Aug 2020, 18:35:36 von Wandler »

TrollsTime

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Re: Regelfrage: "Magischer Handwerker"
« Antwort #8 am: 24 Aug 2020, 19:40:29 »
Natürlich darf man die Schwerpunkte "ganzheitlich" bzw "was ist überwiegend gefordert sehen". Bezweifle ich nicht und ich bin auch nicht dafür, da strikt nach jedem pipifaxschen Material zu trennen.

Das widerspricht sich aber ebfs längst nicht damit, dass Feinmechanik und Co. bzw alles, was "fein" oder "kunstvoll" sein soll eher unter Edelhandwerk fällt.
Ebenfalls nicht, dass alle in der Größenordnung komplexeren Sachen wie komplexere Bauten und eben auch Schiffsbau auch eher unter Edelhandwerk fällt.

Bei deinen Beispielen wie "Gravur", "Kalligraphie", "Malerei", ja sagar bei "Uhrmacherei" und "Optik" wäre ich jederzeit dabei, eine entsprechende Meisterschaft zu kopieren.
Bei Dingen wie "Architektur" (inkl. Brückenbau) und "Schiffsbau" wäre ich sehr vorsichtig und würde zumindest vorher abklopfen ob sich
a) aus den Regeln zur Herstellung selbst über Fortschrittspunkte oder benötigte Zeit pro Probe für die spezifische Tätigkeit
b) Errata zur Meisterschaft, das zB doch die normalen Werkzeuge zumindest aber die "übliche Mannstärke" vonnöten sei
Balancing ergibt, dann PRO
sonst CONTRA.
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