Autor Thema: Schwierigkeiten ansagen?  (Gelesen 10291 mal)

Shemhamforash

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Schwierigkeiten ansagen?
« am: 05 Aug 2018, 13:25:16 »
Hey :)
Sagt ihr die Schwellen an? „Um die über die Mauer zu klettern brauchst du eine Athletik 15“ „um den Gegner zu treffen musst du über 22 würfeln“, oder sagt ihr nur „eine Athletikprobe“ „der Gegner sieht aus, als würde er sich nicht so leicht treffen lassen“?

Ich weiß grad wirklich nicht, was besser für die Spannung wäre. Erfolgsgrade kann man ja dann später dem Spieler mitteilen.

ShadowAsgard

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #1 am: 05 Aug 2018, 14:02:57 »
Eine Zeit lang habe Ich den Spielern viele Schwierigkeiten vorenthalten, vor allem die, wo es innerlorakisch keinen Sinn macht, dass sie sowas wissen können. Eine Klippe/Baum kann man länger betrachten und sich überlegen, wo man hinklettern soll oder wo der beste Kletterweg ist (Regeltechnisch: Sie kennen die Schwierigkeit und können auch Risikowürfe einsetzen). Wenn es aber um die Widerstände von Feinden ging, habe Ich ihnen nur die EGs mitgeteilt und erzählt, ob es knapp war oder nicht. Denn man kann zwar Personen einschätzen (Dafür gibts ja auch die Meisterschaft) aber das kostet Zeit und setzt solche Aktionen voraus. Einfach mal so nebenbei zu erkennen, dass der andere eine  VTD von x hat, kam mir irgendwie unlogisch vor.

Meine Spieler haben mich dann aber auf ein Problem aufmerksam gemacht: Splitterpunkte.
Sage Ich ihnen nicht, welche Schwierigkeit vorliegt, dann können sie die Splitterpunkte nicht wirklich einsetzen, denn sie wissen ja nicht, ob es sich lohnt bzw ob sie dann überhaupt die Probe schaffen. Sag Ich ihnen, dass der Einsatz von einem Punkt die Probe rettet, aber schweige  über die Schwierigkeit, dann wissen sie im Prinzip trotzdem mit einer Abweichung von bis zu 3 Punkten die Schwierigkeit. Hinzu kommt, das wir über roll20 spielen und da sehen sie meine Würfe (v. a. im Kampf) und sie sehen ja auf welchem Fertigkeitswert ich die 2W10 drauf packe.

Ich tendiere also mehr und mehr dazu, ihnen einfach alle Schwierigkeiten zu sagen, damit sie sich drauf einstellen können.

Ducks

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #2 am: 05 Aug 2018, 18:29:02 »
Muss man Splitterpunkte nicht VOR der Probe einsetzten?

Turaino

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #3 am: 05 Aug 2018, 18:47:40 »
Muss man Splitterpunkte nicht VOR der Probe einsetzten?
GRW S. 81: Vor oder nach einer Probe. Quasi immer, wenn man selbst gewürfelt hat (Oder die Gabe etwas anderes sagt).

@ShadowAsgard: Das Splitterpunkproblem verstehe ich nicht. Du kannst als SL doch sagen "Aber ein Splitterpunkt würde helfen", so machen wir es. Im Nachhinein ist die Schwierigkeit dann klar, aber bei Splitterpunkten sind wir in unserer Gruppe relativ klar, ob es etwas bringt oder nicht (Wir füllen sie aber auch nur nach dem AB auf, nicht nach jeder Sitzung)

Quendan

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #4 am: 05 Aug 2018, 19:46:45 »
Ich sage die Schwierigkeit eigentlich immer an, außer es gibt explizit dagegen sprechende Gründe / die Schwierigkeit schon zu viel verrät (etwa öfters bei Empathie-Proben oder z.B. wenn ein Zauber identifiziert werden soll).

Dabei gilt aber auch: Ich sage die Schwierigkeit an, wenn die Probe gemacht wird - danach gibt es kein "Oh, hm, dann doch nicht."

Spieler können aber durchaus auch nach Schwierigkeiten fragen, bevor sie sich für eine Probe entscheiden. Ob ich ihnen dann die Schwierigkeit (oder eine mögliche Spanne) mitteile, hängt davon ab, ob der Charakter es logischerweise wissen kann oder nicht (GW einer Person mit der man sich nie näher beschäftigt hat: nein; Schwierigkeit einer Athletik-Probe zum Klettern wenn der Char sich damit auskennt: ja).

ShadowAsgard

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #5 am: 05 Aug 2018, 20:33:34 »
Wenn Ich sage, dass ein Splitterpunkt hilft, dann wissen meine Spieler ungefähr, welche Schwierigkeit vorliegt, denn sie kennen ja ihr eigens Würfelergebnis und rechnen einfach 3 Punkte oben drauf. Von daher besteht die Problematik, dass Ich ihnen eigentlich die Schwierigkeit nicht verheimlichen kann. Da kann Ich sie auch vorher ansagen. Dasselbe gilt dann auch für Empathie-Proben.

Quendan

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #6 am: 05 Aug 2018, 21:01:28 »
Wenn Ich sage, dass ein Splitterpunkt hilft, dann wissen meine Spieler ungefähr, welche Schwierigkeit vorliegt, denn sie kennen ja ihr eigens Würfelergebnis und rechnen einfach 3 Punkte oben drauf. Von daher besteht die Problematik, dass Ich ihnen eigentlich die Schwierigkeit nicht verheimlichen kann. Da kann Ich sie auch vorher ansagen. Dasselbe gilt dann auch für Empathie-Proben.

Das eine hat doch mit dem anderen nix zu tun. Ja, wenn sie bereits gewürfelt haben und zufällig innerhalb von -3 bis -1 liegen, dann wissen sie grob die Schwierigkeit, wenn man sagt sie können einen Splitterpunkt nutzen.

Aber in allen anderen Fällen wissen sie die Schwierigkeit nicht. Und daher ist es NICHT dasselbe, wie wenn du die Schwierigkeit vorher ansagst.

RagnarStein

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #7 am: 06 Aug 2018, 07:36:25 »
Eine Zeit lang habe Ich den Spielern viele Schwierigkeiten vorenthalten, vor allem die, wo es innerlorakisch keinen Sinn macht, dass sie sowas wissen können. Eine Klippe/Baum kann man länger betrachten und sich überlegen, wo man hinklettern soll oder wo der beste Kletterweg ist (Regeltechnisch: Sie kennen die Schwierigkeit und können auch Risikowürfe einsetzen). Wenn es aber um die Widerstände von Feinden ging, habe Ich ihnen nur die EGs mitgeteilt und erzählt, ob es knapp war oder nicht. Denn man kann zwar Personen einschätzen (Dafür gibts ja auch die Meisterschaft) aber das kostet Zeit und setzt solche Aktionen voraus. Einfach mal so nebenbei zu erkennen, dass der andere eine  VTD von x hat, kam mir irgendwie unlogisch vor.

Meine Spieler haben mich dann aber auf ein Problem aufmerksam gemacht: Splitterpunkte.
Sage Ich ihnen nicht, welche Schwierigkeit vorliegt, dann können sie die Splitterpunkte nicht wirklich einsetzen, denn sie wissen ja nicht, ob es sich lohnt bzw ob sie dann überhaupt die Probe schaffen. Sag Ich ihnen, dass der Einsatz von einem Punkt die Probe rettet, aber schweige  über die Schwierigkeit, dann wissen sie im Prinzip trotzdem mit einer Abweichung von bis zu 3 Punkten die Schwierigkeit. Hinzu kommt, das wir über roll20 spielen und da sehen sie meine Würfe (v. a. im Kampf) und sie sehen ja auf welchem Fertigkeitswert ich die 2W10 drauf packe.

Ich tendiere also mehr und mehr dazu, ihnen einfach alle Schwierigkeiten zu sagen, damit sie sich drauf einstellen können.

Erstmal : Selbiges können sie schon bei den EG. Wenn sie wissen "Oh, der Wurf hat jetzt 2 EG gebracht" dann hilft runterrechnen durchaus auch, den Verteidungswert zu ermitteln.

Desweiteren als kleiner Tipp : Du kannst in Roll20 entscheiden wer die Würfe sehen soll
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Gregorius

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #8 am: 06 Aug 2018, 09:44:22 »
Ich sage die Schwierigkeit verklausuliert an (wenn ich daran denke zumindest). Gewöhnliches Schloss, extrem reißender Fluss, herausfordernde Kletterpassage. Zumindest, wenn die Helden die Schwierigkeit auch realistisch einschätzen können, es also sichtbare Kriterien gibt. . Ansonsten sind die Dinge fremdartig, mysteriös und unbekannt.
« Letzte Änderung: 06 Aug 2018, 10:33:42 von Gregorius »
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Shemhamforash

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #9 am: 06 Aug 2018, 10:32:12 »
Ja ich glaub ich finde es auch stimmungsvoller mit Adjektiven und zur Not sagen, dass ein Splitterpunkt helfen würde.
Mir gehts auch weniger darum, dass die Spieler sich den Wert niemals ausrechnen können, sondern eher um die Atmosphäre am Spieltisch.


Jeong Jeong

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #10 am: 06 Aug 2018, 11:06:47 »
Für mich persönlich ist das keine Frage der Stimmigkeit, sondern eine der Praktikabilität. Im Kampf merkt man das immer am Stärksten: sage ich die Widerstandswerte der Gegner nicht an, kann ich andauernd EGs ausrechnen, sage ich sie an, machen das die SpielerInnen für mich. Das macht den Kampf (und andere Situationen) schneller und glatter.

Ein weiterer Punkt: manchmal ist es schwer abzuschätzen, welche Schwierigkeit für eine Situation angemessen und fair ist. In solchen Fällen trete ich gerne kurz in den Dialog mit meiner Gruppe und wir finden dann gemeinsam eine, mit der alle zufrieden sind.

Insgesamt spielt in diese Frage aber auch viel persönliche Geschmack mit rein und welchen indviduellen SL-Stil man hat.

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #11 am: 06 Aug 2018, 11:17:50 »
Ich halte mich da an das GRW. Ist die Schwierigkeit offensichtlich nenne ich auch die Zahl, bei so etwas wie Fallen oder unbekannten Gegnern nenne ich sie erst nach dem ersten Versuch.

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #12 am: 06 Aug 2018, 13:47:48 »
Eine Zeit lang habe Ich den Spielern viele Schwierigkeiten vorenthalten, vor allem die, wo es innerlorakisch keinen Sinn macht, dass sie sowas wissen können. Eine Klippe/Baum kann man länger betrachten und sich überlegen, wo man hinklettern soll oder wo der beste Kletterweg ist (Regeltechnisch: Sie kennen die Schwierigkeit und können auch Risikowürfe einsetzen). Wenn es aber um die Widerstände von Feinden ging, habe Ich ihnen nur die EGs mitgeteilt und erzählt, ob es knapp war oder nicht. Denn man kann zwar Personen einschätzen (Dafür gibts ja auch die Meisterschaft) aber das kostet Zeit und setzt solche Aktionen voraus. Einfach mal so nebenbei zu erkennen, dass der andere eine  VTD von x hat, kam mir irgendwie unlogisch vor.

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Ich tendiere also mehr und mehr dazu, ihnen einfach alle Schwierigkeiten zu sagen, damit sie sich drauf einstellen können.

Ja, Splittermond als Regelwerk funktioniert nur dann rund, wenn die Spieler beim Wurf die Schwierigkeit kennen. Ansonsten leidet das Balancing sehr.
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Anguisis

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #13 am: 06 Aug 2018, 14:21:28 »
Ich sage meinen Spielern "offensichtliche" Schwierigkeiten auch verklausuliert an (z.B. das Erklimmen der Wände sollte für dich normalerweise kein Problem sein). Bei Schwierigkeiten, die nicht offensichtlich sind bzw. noch nicht feststehen (z.B. der GW oder bei konkurrierenden Würfen), gebe ich keinerlei Hinweise. So bleibt immer etwas Ungewissheit, ob der NSC der Lüge bemerkt hat oder ob die Wachen nicht doch was gehört haben und sich nur unwissend stellen.

Im Kampf sage ich beim ersten Angriff den VTD noch nicht an. Die Gruppe soll sich erstmal ins Getümmel stürzen und dann sehen, wie stark das Gegenüber ist. Wenn der SC dann aber getroffen hat, dann verrate ich auch die VTD. Damit können die Spieler die Angriffe und den Schaden schon vorher auswürfeln und brauchen nur noch das Ergebnis anzusagen, wenn sie dran sind.

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TrollsTime

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Re: Schwierigkeiten ansagen?
« Antwort #14 am: 06 Aug 2018, 17:02:13 »
Achtung Totschlagargument:
"Trennung von Spieler- und Charakterwissen".

1) Nur weil ich den Spielern die Schwierigkeit ansage, wissen dies die Charaktere ingame noch lange nicht einzuschätzen.
2) Kurioserweise auch umgekehrt. Das führt dann dazu, dass ein professioneller Kämpfer mit Kenntnis X ingame sehr wohl bspw seinen Gegner, die Schwierigkeit einer Reise, die Verführbarkeit des Gegenübers sehr wohl einschätzen kann,
Spieler oder gar SL aber sträflich wenig Ahnung von der Materie haben und deshalb fälschlicherweise die Probenerschwernis verhehlen.
Wenn ich mir also nicht sicher bin, sage ich die Schwierigkeit an,

Aus 1) und 2) folgt "ergo grundsätzlich".

Ich sage sie nur dann nicht an, wenn ich das Gefühl habe, dass der Spieler (!) das spannender findet.
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"