Umfrage

Wie hat dir "Phönix und Affe" gefallen?

Note 1
6 (40%)
Note 2
5 (33.3%)
Note 3
3 (20%)
Note 4
0 (0%)
Note 5
0 (0%)
Note 6
1 (6.7%)

Stimmen insgesamt: 15

Autor Thema: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen  (Gelesen 570 mal)

Thallion

  • Moderator
  • Full Member
  • *****
  • Beiträge: 142
    • Profil anzeigen
Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« am: 23 Apr 2018, 11:14:52 »
Hier könnt ihr eure Meinung zum Roman Phönix und Affe abgeben.
Das Ganze ist im Uhrwerk Web-Shop als Buch erhältlich oder als PDF im .



Wiki-Artikel
Phönix und Affe

Roman-Übersicht
Hier gelangt ihr zu der Auswertung und Übersicht bereits bewerteter Spielhilfen:
https://rollenspiel-bewertungen.de/splittermond/romane/

Klappentext:
Von seiner Vergangenheit heimgesucht und auf der Flucht vor einem rachsüchtigen Geist beschließt der desertierte Schwertmeister Zhihou, den verbotenen Phönix-Kampfstil zu erlernen und als stummer Kampfmönch durch die Lande von Zhoujiang zu ziehen.

Bei seinen Wanderungen trifft er auf die rätselhafte Ming-Na, die selbst Grundzüge der seltenen Phönix-Kunst anwendet. Er weigert sich zunächst, sie als Schülerin anzunehmen, doch sie weiß von einer brennenden Karte des Phönix, die zu der heiligen Stätte führen soll, die Zhihou sucht. Eine abenteuerliche Reise beginnt ...

Weltenwanderer

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
    • Profil anzeigen
Re: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #1 am: 25 Apr 2018, 17:55:35 »
Kleine Vorbemerkung: Ich halte Rollenspiel-Romane für eine große Hilfe, um die entsprechende Welt kennen zu lernen. Sie enthalten vielleicht nicht so viel Informationen wie ein Quellenbuch, aber dafür können sie dem Leser noch stärker ein Gefühl dafür vermitteln, wie die Welt funktioniert und was in ihr möglich ist. Aus diesem Grund finde ich z.B. den ersten Splittermond-Roman „Nacht über Herathis“ ganz gut, obwohl mir vieles an dem Buch nicht gefallen hat (Charaktere unsympathisch, Handlung oft vorhersehbar). Gerade die Beschreibungen zum Blutbaum im Prolog und zum Feenmarkt in Herathis haben mir gezeigt, dass Lorakis noch viel phantasievoller ist, als ich dachte.

Jetzt aber zu „Phönix und Affe“: Auf das Buch habe ich mit großer Vorfreude gewartet, da ich überlege, meine Heldengruppe einmal nach Zhoujiang zu führen. Insgesamt ist mein Eindruck von dem Buch eher durchwachsen, was aber vielleicht auch an den hohen Erwartungen lag, die ich mitgebracht habe.

Was mir gut gefallen hat:
  • Der Hauptcharakter Zhihou, ein (freiwillig/unfreiwilliger) stummer Kampfmönch, der sich über tätowierte Schriftzeichen an seinem Körper verständigt, ist eindrucksvoll beschrieben. Sein innerer Konflikt, der Fluch, unter dem er leidet, und seine Kampfkunst haben mich gefesselt. Die Idee der Autorin, einen schweigsamen Hauptcharakter zu verwenden, nutzt sich aus meiner Sicht überhaupt nicht ab, sondern lässt ihn plastisch werden. Seine persönlicher Entwicklungsbogen in der Handlung des Buchs erschien mir glaubwürdig, die Rückblenden nerven nicht (wie so oft in anderen Romanen), sondern sind spannend und ergänzen wie Puzzleteile das Bild, das der Leser von ihm hat.
  • Die Kungfu-Kämpfe (in Splittermond: Chi Kung) sind sehr detailliert, abwechslungsreich, spannend und „realistisch“ beschrieben – „realistisch“ heißt hier: gut verständlich und glaubwürdig; freilich ist Magie im Spiel und die Kämpfe erinnern eher an „Tiger and Dragon““ oder „House of Flying Daggers“ als an weltlichen Kampfsport. Ich habe jedenfalls große Lust bekommen, auch mal einen Kampfmönch in Splittermond zu spielen, und viele Inspirationen für die nächste Spielerunde gezogen. Übrigens: Ich praktiziere selbst Kungfu und hatte den Eindruck, dass sich die Autorin wirklich damit beschäftigt hat.
  • Die Sprache der Beschreibungen und in den Dialogen fand ich gelungen und stimmungsvoll – kein hochtrabender Fantasykitsch und auch kein flapsiges Abrutschen in die Gegenwartssprache (wie es manchmal in „Nacht über Herathis“ passiert), sondern der phantastische „Sound“ ist gut getroffen.

Was mir weniger gut gefallen hat:
  • Die meiste Zeit über hatte ich das Gefühl, dass Buch müsste nicht auf der Splittermond-Welt spielen, sondern könnte in jedem anderen generischen Fantasy-Asia-Universium stattfinden. Das Spezifische an Splittermond kam mir zu kurz (ganz anders als im Vorgängerroman „Nacht über Herathis“, Stichwort Feenmarkt). Auch die magischen Monster, die im Buch vorkommen, bleiben eher farblos und stereotypisch. Ich behaupte: Fast die komplette Handlung könnte ohne große Änderungen in eine Manga/Anime-Welt verfrachtet werden. Mir fehlte also das typische „Splittermond-Feeling“. Wenn ich mich nicht irre, musste sich die Autorin für den Roman erst in die Weltbeschreibung einlesen (laut ihrem Blog), das würde eine gewisse Fremdheit mit Lorakis erklären.
  • Auch die verschiedenen Orte, die besucht wurden, blieben eher blass. Das ist besonders schade, da die Hauptfiguren quer durch Zhoujiang reisen und verschiedene Schauplätze besuchen. Mir ist aber kaum einer im Gedächtnis geblieben (Ausnahme: der Wald der Affen im Prolog), das meiste erschien mir als 08/15-Asiafilmsetting. Dabei gibt es einige gute Ansätze, z.B. die Beschreibung der Inseln Palitans, aber die waren mir zu knapp. Etwas mehr Lokalkolorit wäre schön gewesen (und hätte mir bei der Gestaltung meiner nächsten Abenteuer nutzt :-).
  • Zu den Personen im Roman: Die beste Figur ist Zhihou (s.o.). Seine Begleiterin Ming-Na und ihre Schwester Mitu (Pech mit der Namenswahl oder absichtlicher Anklang an „#metoo“?) sind dagegen nicht so eindrücklich. Für den Bösewicht hatte die Autorin zwar einige Ideen (dazu will ich hier aber nicht zu viel verraten), aber so richtig gezündet haben sie meiner Meinung nach nicht. Insbesondere hatte ich nicht den Eindruck, dass der Bösewicht besonders raffiniert plant oder besonders mächtig wäre – so hat der Held leider keinen ebenbürtigen Gegenspieler.
  • Schließlich noch eine recht harte Kritik am Schluss: Oft plätscherte die Handlung nur so dahin. Manche Bücher kann ich nicht aus der Hand legen und lese die ganze Nacht durch, „Phönix und Affe“ gehörte aber nicht dazu. Der Spannungsbogen bleibt eher flach. Das liegt aus meiner Sicht erstens daran, dass es (wenn ich mich recht erinnere) keinen Höhepunkt gibt, an dem die Helden wirklich in eine verzweifelte Lage gebracht sind. Zweitens mag es daran liegen, dass nicht wirklich klar wird, was bei der Geschichte auf dem Spiel steht, z.B. in welcher Gefahr die Helden sind. Sie folgen zwar einer geheimnisvollen Schatzkarte, aber es wird nicht deutlich, warum sie dies tun müssen, worin der Schatz besteht, weshalb ihre Gegner ebenfalls hinter dem Schatz her sind, und was passieren würde, falls die Helden scheitern. Dazu passt vermutlich auch, dass mich die Auflösung/das Ende eher kalt gelassen hat. Wenn der Vergleich mit „Herr der Ringe“ erlaubt ist: Die Bedrohung durch Sauron und das Böse des Rings wird ziemlich klar, so dass ich mit den Gefährten mitfiebere und ihnen die Daumen drücke. In „Phönix und Affe“ habe ich erst zum Schluss (annähernd) verstanden, weshalb Ming-Na überhaupt gejagt wird.

Fazit: Wie gesagt, habe ich einen durchwachsenen Eindruck vom Roman und würde ihm die Schulnote 3 geben. Mit den genannten Einschränkungen würde ich ihn aber dennoch weiterempfehlen – vor allem an Freunde von Kungfu und Asiafantasy (Wuxia). Ich denke allerdings, das Zhoujiang noch mehr zu bieten hat!

Cifer

  • Korsaren
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 1.750
  • Kapitänin Adawae
    • Profil anzeigen
Re: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #2 am: 25 Apr 2018, 22:21:56 »
Zitat
Übrigens: Ich praktiziere selbst Kungfu und hatte den Eindruck, dass sich die Autorin wirklich damit beschäftigt hat.
Das liegt übrigens daran, dass sich die Autorin wirklich damit beschäftigt hat (um nicht zu sagen: sich zu Recherchezwecken in den Kungfu-Kurs einschrieb, den ihre Kinder ohnehin besuchten).

barbarossa rotbart

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 897
    • Profil anzeigen
Re: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #3 am: 26 Apr 2018, 08:46:50 »
In meinen Augen ist dies der erste gute SpliMo-Roman, weil hier endlich alles passt, weshalb es von mir eine 1 gibt.
« Letzte Änderung: 27 Apr 2018, 10:55:19 von barbarossa rotbart »

JohnLackland

  • Beta-Tester
  • Hero Member
  • ***
  • Beiträge: 2.904
  • Nicht Beißen!
    • Profil anzeigen
    • Oh Kultes
Re: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #4 am: 27 Apr 2018, 01:16:57 »
Habe es auf der Reise gelesen und ist für mich der Beste SpliMo Roman. Die anderen beiden waren guter Fantasypulp und beste Groschenromane, hier habe ich das Gefühl dit stimmt alles.

Fand die welt übrigens sehr lorakisch und das es nicht viel mit Feen zu tun hat sehr angenehm (Gab da zwei Stellen und dit hat wieder gepasst). Finde gut das es alle Fraktionen in Z. gut dargestellt wurden und viele Eigenheiten des Landes. So langsam gefällt mir das Asiensetting in Splimo. Konnte bisher mit Asienfantasy wenig Anfangen. Dank des Romans und der Hintergrundbände  bekomme ich immer mehr eine Idee.

Die Story ist eine klassiche Heldenreise, passt und ich muss nicht immer de Megatwist haben. Für mich hat viel mehr zusammen gepasst als in den beiden anderen Romanen und ich bin für den roten Faden sehr dankbar.

Gerne mehr Romane von der Autorin für SpliMo, es ist der erste Roman von SpliMo den ich als Pflichtlektüre empfehle für Spieler und SLs um ein Feeling für die Region und Kultur zu bekommen.

PS: Hoffe ja immernoch das der Blutbaum ein Ausrutscher war in ... Heratis und ich kann kein Bezug zu #metoo herstellen noch dachte ich daran.
« Letzte Änderung: 27 Apr 2018, 01:42:24 von JohnLackland »
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

Ravenking

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 122
    • Profil anzeigen
Re: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #5 am: 28 Apr 2018, 09:51:52 »
Ich kann mich John nur anschließen: auch für mich war das bisher der mit Abstand beste Splittermondroman.
Nach dem Reinschnuppern in die Leseprobe war ich sehr gespannt, ob der Roman hält, was er verspricht - aber das hat er. Ich hab ihn in einem Rutsch durchgelesen und bin ziemlich begeistert:

Sprachlich hat der Roman in meinen Augen einen besonderen Stil, der perfekt zur Geschichte passt, er entwickelt glaubhafte und interessante Figuren, die sehr persönliche Merkmale haben und nicht einfach Stereotypen folgen. Und die Handlung hat mich bis zum Schluss gefesselt.

Das ist Asiafantasy vom Feinsten - und auch wenn es das "nur" wäre, wäre es für mich ein gutes Buch, aber (und da muss ich Weltenwanderer auch widersprechen) ich fand die Geschichte durchaus auch sehr "splittermondig".

Falls mich überhaupt etwas an dem Roman gestört hat, dann die eine exterm lange Kampfszene. Ja, man merkt, die Autorin hat Ahnung von Kampfkunst und beschreibt das wirklich gut. Aber gefühlt mehr als ein Duzend Seiten für einen sich über mehrere Szenen ziehenden Kampf sind mir persönlich dann doch zu viel.
Als besonderes Highlight hab ich dagegen die Szene mit dem Siegel empfunden. Die Idee gefällt mir so gut, dass ich  überlege, sie zu "klauen" und eine meiner Runden demnächst mal bei einem Abenteuer als Aufgabe zu präsentieren.

Alles in allem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen: ich finde es wirklich gelungen und hatte großen Spaß beim Lesen.
Das Ende der Geschichte lässt mich auch hoffen, dass es möglicherweise eine Fortsetzung der Geschichte geben könnte. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn es dazu kommen würde!
The rain made a door for me and I went through it, the stones made a throne for me and I sat upon it.
[Jonathan Strange & Mr Norrell]

Anou-Ki

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 2
  • Eins du must sein mit dir :)
    • Profil anzeigen
Re: Phönix und Affe / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #6 am: 23 Mai 2018, 20:14:44 »
Ni Hau...Hallo erstmal,

letztes Jahr bin ich durch einen offenen Rollenspieltag in eine sehr nette Splimo-Runde aufgenommen worden. Nach einer kurzen Einleitung und einem tollen Abenteuer mit einem vorgefertigten Charakter (Tiai) habe ich mich dazu entschieden einen eigenen Charakter zu basteln. Nach kurzem Überlegen stand für mich ein asiatischer Charakter mit möglichst viel "Eastern-Feeling" fest. Zusammen mit IceDread Frost habe ich mir die Albin "Anou-Ki" erstellt, die in:
[Spielerbericht/Abenteuerbericht] Drache und Nachtigall (Mondsplitter 4)  https://forum.splittermond.de/index.php?topic=6091.msg128130#msg128130  vorgestellt wird.
Erst danach, habe ich mir den Roman Affe und Phönix gekauft und im Urlaub sehr schnell durchgelesen.

Kurzum: Mich hat der Roman Phönix und Affe so richtig gefesselt.

Die Geschichte hätte aus einem "Eastern" kommen können und gerade die sehr bildlich beschriebenen Kampfszenen fand ich richtig klasse. Man konnte förmlich spühren, wie die Autorin die Kampfszenen vielleicht selber durchexerziert hat ;)

Auch fand ich super, das die beschrieben Wege und Orte auf der beiliegenden Karte mit etwas suchen gefunden werden konnten. Das hat mich etwas an der "Roten Band" von Herr der Ringe erinnert, wo auch dort der Weg der Gefährten verfolgt werden konnte.

Auch bietet der Roman einige Punkte, die bewußt offen bleiben um.. hoffentlich.. einen zweiten Band rauszubringen.

Ich fand ihn einfach nur genial und habe danach meinen Charakter mit den nächsten Erfahrungspunkte so erweitert, das noch mehr "Easter-Feeling" beim Rollenspiel rüberkommen.

Ich kann ihn nur empfehlen :)
« Letzte Änderung: 23 Mai 2018, 20:21:00 von Anou-Ki »