Autor Thema: Metaplot und die Probleme damit  (Gelesen 20132 mal)

Kasimir

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #60 am: 26 Mär 2013, 08:51:19 »
flippah +1

Davon ab, zur Namensfindung.

Was spricht gegen den Begriff "Briefspiel". Auch Mails sind nur elektronische Post und damit deren Inhalt letzt endlich ein Brief (wenn auch ohne Umschlag).

Beachtet man, dass es einige Briefspiele (heute über Mail) gibt, in denen sich Spieler und teilweise gar offizielle die Mühe machen, die Texte in Wortwahl und Gestaltung schön zu trimmen und ihnen wirklich das Aussehen und den Charm von alten Briefen geben, ist der Begriff sogar ausgesprochen passend.

Gruß

Dannimax

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #61 am: 26 Mär 2013, 09:12:27 »
Das ist tatsächlich mal ne Stilfrage. Mir sind bisher drei Varianten des Briefspiels aufgefallen.

1.) Das Romanspielsystem. Einer denkt sich einen schönen Plot aus, setzt ein Startposting und diejenigen, die mitmachen wollen schreiben die Geschichte bis zu einem weiteren Punkt weiter und spielen so mit der Geschichte quasi Ping Pong.

Das Positive ist an diesem Spiel natürlich die Intensivität, die Charakterentwicklung und der künstlerische Aspekt. Das ganze wird wie ein gutes Buch und kann sehr schnell auch ein richtig dickes Buch werden, ohne dass man es merkt.

Das Negative - es ist sehr zeitaufwendig, da man an so einer Geschichte schnell mal Monate dran sitzt, weiterhin schließt es diejenigen, die zu spät gekommen sind meist aus und diese müssen dann lange Zeit warten, bis sie eine Möglichkeit finden, einzusteigen. Dadurch verliert man auch oft Spieler. Genau so droht die Geschichte irgendwann einzuschlafen. Zudem haben diese Plots durch ihre Langsamkeit für das Umfeld, gerade bei offenem Ausgang kaum Einfluss, behindert auch andere, die u.U. auf das Ergebnis des Plots warten müssen, um ihren eigenen Plot zu initiieren. Nicht-Mitspieler werden bei den Textwüsten, die oft gerne auch einfach nur die Gedanken der einzelnen Chars darstellen (schlimme Sache!) auch nicht die große Lust entwickeln, sich das durchzulesen.

Eine Varianz dieses Spiels ist auch, dass man vorab den groben Rahmen festlegt und die Spieler direkt darum bittet, auf eine gewisse Spielsituation hin zu spielen. Diese Spieler stellen sich aber auch schnell als Motivationsfresser heraus, weil man nicht die Freiheit hat wie beim offenen Plotausgang.

2) Dynastiespiel - Man spielt eine komplette Familie, das meiste Spiel besteht aus irdischer Koordination und Absprache. Man versucht sein Netzwerk zu spannen, plant seine Intrigen und Heldentaten, schreibt Briefe mit Einladungen oder Fehdeerklärungen an Rivalen, verfasst Hochzeitsangebote an Nachbarspieler und versucht sich bei Wahlen oder Entscheidungen als passender Kandidat zu positionieren. Die Ereignisse des Spielers werden oftmals nur in kleinen Zeitungsanzeigen zusammen gefasst, Absprachen mit anderen Spielern werden schnell über Mail, Skype oder Messenger mit anderen abgeklärt. Früher nutze man vor allem Fanzines zur Veranschaulichung der persönlichen Plots, inzwischen sind es weitesgehend Wikis, welche die Funktion der Fanzines ablöst. Auch das Romanspiel hat dabei inzwischen schon vereinzelt einzug in die Wikis erhalten, welche damit die Mails und Mailinglisten als Plattform abzulösen drohen.

Das positive daran: Es geht schnell und ist nicht viel Aufwand, zudem ist man stets in der Lage, sich der offiziellen Geschichtsschreibung zeitlich anzupassen. Ein einfaches Statement z.b. bei Machtwechseln, auf wessen Seite man sich nun begibt kann zum zweizeiler werden, aber sofort Potential für eine hand voll neuer Plots bieten.

Der Nachteil: Es ist sehr simulatorisch, der kulturelle Aspekt besteht meist nur aus den Zeitungsartikeln, welche meist mehr Kleinod sind denn ein wirklich erfüllendes Werk, der Action-Faktor ist sehr gering.

3.) Der Convent-Stil. Ja tatsächlich, auch sich irgendwo Larpmäßig auf ner Burg zu treffen und einen seiner Briefspielchars dort zu spielen kann starke Impulse fürs eigene geben. Der direkte Austausch mit den Mitspielern im persönlichen Gespräch sorgt meist dafür, dass man eine Antriebsfeder fürs "was kommt als nächstes" bekommt. Vom Prinzip her bietet die conleitende Orga ein stimmiges Konzept an, in dem die Spieler ihre Region live erleben können, der Plot selbst stellt meistens eine Situation dar, die bei Conende nicht gänzlich abschließend ist, sondern Impulsgeber für den Austausch und die Verarbeitung des erlebten untereinander.

Der Vorteil: Das Spiel ist sehr intensiv und persönlich, nichts beflügelt das eigene Spiel mehr wie ein persönliches Treffen und der Austausch mti Mitspielern an einem Tisch. Das "Communityfeeling" kommt so am besten rüber.

Der Nachteil: Es ist richtig teuer. Heutzutage muss man für einen Gewandungscon über ein Wochenende locker zwischen 60 und 120 Euro zahlen. Die Gefahr besteht für diejenigen, für die so etwas nicht in Frage kommt oder die ihn aus diversen Gründen ausfallen lassen müssen den Anschluss ein wenig zu verlieren, bzw. sich ein wenig in Richtung Aussenseiter bei folgeplots zu bewegen. Auch braucht es für viele Überwindung, sich einfach so in eine Gewandung zu packen, welche auf solchen Events normalerweise schon gewünscht sind. (Anders dürfte das bei P&P-Briefspielcons sein, auf einem solchen war ich jedoch noch nicht, da kann ich nicht für sprechen, wie es da abläuft.


Soweit die mir bekannten derzeit praktizierten Formen des Briefspiels. Es gab wohl tatsächlich auch mal Würfeltabellen, welche aussagten, "Wie reich ist mein Baron" oder sowas, mEn haben sich diese Formen aber auch nicht durchgesetzt, bzw. sind aus der Landschaft verschwunden. Hab ich was vergessen?
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Quendan

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #62 am: 26 Mär 2013, 12:12:54 »
Lange Rede kurzer Sinn: ich denke, ein "Briefspiel" oder was auch immer es dann am Ende wird, sollte einen storytellerischen Ansatz wählen, denn dieser hat sich bewährt.

So ist es auch geplant, das ganze wird kein Strategiespiel werden. :)

Kreggen

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #63 am: 26 Mär 2013, 12:22:00 »
Lange Rede kurzer Sinn: ich denke, ein "Briefspiel" oder was auch immer es dann am Ende wird, sollte einen storytellerischen Ansatz wählen, denn dieser hat sich bewährt.

So ist es auch geplant, das ganze wird kein Strategiespiel werden. :)

Danke Uli, und dann bin ich auch dabei, obwohl ich eher einer der Skeptiker bin (gebranntes Kind und so...)  ;D
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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #64 am: 27 Mär 2013, 14:28:00 »
1.) Das Romanspielsystem. Einer denkt sich einen schönen Plot aus, setzt ein Startposting und diejenigen, die mitmachen wollen schreiben die Geschichte bis zu einem weiteren Punkt weiter und spielen so mit der Geschichte quasi Ping Pong. [...]

Das Negative - es ist sehr zeitaufwendig, da man an so einer Geschichte schnell mal Monate dran sitzt, weiterhin schließt es diejenigen, die zu spät gekommen sind meist aus und diese müssen dann lange Zeit warten, bis sie eine Möglichkeit finden, einzusteigen.
Dass es sehr zeitaufwendig ist, stimmt sicherlich. Keine Ahnung, ob sich meine Erfahrungen auf Forenabenteuern (FABs) hier uebertragen lassen, aber da hat es nie Probleme bereitet, einen neuen Charakter, sprich einen neuen Spieler dazustossen zu lassen; tatsaechlich bin ich bei fast allen FABs, bei denen ich mitgespielt habe, spaeter dazugestossen. Und kaum eines habe ich zu Ende gespielt gesehen - leider :(
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Kasimir

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #65 am: 27 Mär 2013, 14:33:18 »
Ich persönlich hielte die Forenvariante für die denkbar ungünstigste.
Meine Erfahrung mit Foren-ABs hat sich leider ein jedes mal wieder darauf beschränkt, dass die Leute, die viel Zeit hatten und entsprechend auch viel schreiben konnten, die Geschichte sehr dominierten und die, die weniger Zeit hatten, teilweise nicht einmal mit dem Lesen nachkamen. Und so noch weniger Möglichkeiten zum Einwirken oder ordentlichen noch irgendwie auf etwas von vor x Seiten bezugnehmend etwas posten mussten, um überhaupt noch irgendwie dran zu bleiben.

Da hielte ich die direkte Kommunikation über Mail von Teilnehmer zu Teilnehmer mit Ausgestaltung des eigenen Fleckens und der eigenen Familie/Dynastie weit interessanter und auch ergebnisführender, wenn alle beteiligt werden sollen. Die Entwicklungen können dann über Meldungen an die Spielleitung/den Kanzler/die Offiziellen/wen auch immer bekannt gegeben werden und in Zeitungsartikeln beigesteuert werden.

Gruß

flippah

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #66 am: 27 Mär 2013, 18:43:21 »
In der Tat ist es ein gewisser Unterschied zwischen den Mailbasierten Plots und den Foren-Abenteuern. Dennoch lassen sich auch viele Gemeinsamkeiten finden.

Der wesentliche Unterschied ist mE, dass Foren-ABs eine deutlich höhere Postingfrequenz haben (meist > 1 Posting pro Person und Tag), und dass sie durch die Nutzung eines öffentlichen Mediums relativ offen für spätere Einsteiger sind.

Mail-Plots arbeiten oft mit < 1 Mail pro Person und Woche. Außerdem finden sie eher in einem geschlossenen Kreise statt.
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Kasimir

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #67 am: 28 Mär 2013, 08:30:03 »
es ist richtig, dass Mail-basierte Spiele langsamer sind, aber geschlossener müssen sie nicht sein. Wenn die Spielregion groß genug ist, dass man jederzeit eine "Baronie" oder "Grafschaft" noch anfügen kann, ist das Problem des späteren Einstieges ebenso wenig gegeben, wie bei ausreichend Platz für "Edlengüter".
Klar können sich späteinsteiger nicht mehr ganz so frei entfalten und haben ein paar Vorgaben durch das, was schon war, aber es gibt ausreichend Potential für Späteinsteiger, wenn man die Ergebnisse des Spiels auf einer öffentlichen Plattform zugänglich macht.

Zudem finde zumindest ich persönlich in einer etwas ruhigeren Gangart zum einen die Zeit die Briefe (!=Posts) eines jeden Mitspielers zu lesen, abzuwägen, zu durchdenken und stimmungsvoll zu beantworten. Bei einem Forum sieht dies anders aus, da hier anders als beispielsweise in einem Thread auch nicht auf die Antwort gewartet wird.

Zudem sollte das "Briefspiel" sich nach meinem Geschmack stärker mit der Politik und der Intrige, dem Ringen um Einfluss und Macht drehen, bei dem die Geschichte und die Entwicklung aus eben diesem selbst heraus kommt, denn dessen zentraler Zweck ist.

Und da lobe ich mir die Mailwechsel und die gelegentliche Verabredung in TS oder einem Messenger zum abklären konkreter Situationen, die dann mal punktuell sind.

Bei einer solchen Schwerpunktlegung, ist es sogar sinnvoll, dass zwischen den Erwiederungen auch einmal ein paar Tage liegen. Dies bremst den briefwechsel etwas aus und überschleunigt das Spiel nicht im Vergleich zum Restzeitverlauf der Welt.

Gruß

flippah

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #68 am: 28 Mär 2013, 09:07:10 »
Das Problem ist nicht, dass man später noch einen neuen Mitspieler ins Spiel als ganzes integriert, das ist problemlos möglich. Aber in dem konkreten Plotstrang, der eben über den Mailverteiler läuft, später einzusteigen ist weniger leicht. Erstmal muss der neue (das kann ein ganz neuer Spieler im Briefspiel sein, oder auch jemand, der eben aus anderen Gründen bisher noch nicht dabei ist) wissen (im Sinne von: im Kopf haben - alte Spieler wurden zwar sicher informiert, aber haben es inzwischen bestimmt vergessen), dass da überhaupt gerade etwas läuft.
Das ist die entscheidende Hürde! Wenn dann jemand anklopft und sagt, ich würd gern mitmachen, dann ist die Integration dieses neuen Spielers kein Problem mehr.
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Kasimir

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #69 am: 28 Mär 2013, 09:22:52 »
Was verstehst du unter "Plotstrang" ?

Das letzte Briefspiel, bei dem ich mitspielte, war in erster Linie auf die Verhandlungen und die Briefwechsel zwischen Adligen bezogen. Dazu kamen dann ggf. Treffen zwischen den Familienoberhäuptern oder anderen Familienmitgliedern, die man über Messenger oder Chat ausgespielt hat oder kurz nur absprach udn dann wurden in bestimmten Abständen Ansagen an die Spielleitung (zur Auswertung) abgegeben. Dann bekam man den aktuellen offiziellen Stand zurück, was davon wie gut oder weitreichend geklappt hat und hat dann weiter mit seinen Mitspielern und Nachbarn verhandelt oder Dinge sich entwickeln lassen.
Es wurde zumindest damals in diesem Briefspiel nicht ein Plotgespielt, sondern unzählige, die Spieler zwischeneinander ausgesponnen haben und die irgendwann zusammenlaufen.
Die Spielleitung (damals eine Gruppe) hatte ein paar mehr oder minder zentrale/offizielle Charaktere als Ansprechstelle vertreten und die Ansagen abgewogen und ausgewertet. Damals war es üblich, seine Vorhaben und auch seine Intrigen der Spielleitung mitzuteilen.

Aber das ist nun auch schon ein Weilchen her. Und ich denke, es wird klar, warum für soetwas ein Forum denkbar schlecht geeignet ist.

Gruß

flippah

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #70 am: 28 Mär 2013, 10:05:01 »
Genau das meine ich mit Plotstrang.

Nehmen wir mal folgendes Beispiel:

Der Baron von Kleinkleckersdorf befindet sich in Fehde mit seinem Nachbarn, dem Baron von Hintertupfingen.

"Natürliche" Plotteilnehmer sind die beiden Barone mit ihren Getreuen, sowie die Nachbar mit ihren Getreuen. Allgemein wird die Fehde bekanntgegeben und die Leute, die sich für die Teilnahme interessieren, kommen in einen Mailverteiler.

In diesem Mailverteiler wird die Geschichte der Fehde erspielt und damit erstellt.

Parallel dazu gibt es eine Hochzeitsanbahnung (auch mit eigenem Mailverteiler), ein Turnier (dito), einen Feldzug gegen die einfallenden Orks (dito).

Wenn jetzt der Orkfeldzug beendet ist, könnte Söldnerführer Hugo auf die Idee kommen, seine Söldner den Fehdeteilnehmern anzubieten - wenn er noch auf dem Schirm hat, dass da die Fehde läuft. Denn die Details der Fehde bekommt er, da er in dem Fehde-Mailverteiler nicht drin ist, garnicht mit. Und wenn nicht regelmäßig ein Zwischenstand gemeldet wird (was oft schwer ist), hat er eventuell längst vergessen, dass da überhaupt eine Fehde läuft.

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Dannimax

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #71 am: 28 Mär 2013, 10:48:37 »
es gibt dahingehend sogar noch weitere Probleme. Die aber auch ein Forum / Mailingliste kann diese nicht wirklich verhindern. Zum einen werden die Romanspiele ja schnell zu einer Textwüste. Da langt es schon, wenn man mal ein Wochenende nicht da ist, während zwei drei Spieler sich mit aller Zeit der Welt ausgerüstet sind und X e-mails währenddessen über den Äther schicken. Oftmals liest man sich sowas dann gar nicht mehr durch, sondern markiert sie einfach nur noch als gelesen, da man bei solch einem Anblick auch gerne einfach mal erschlagen wird. Das ist viel eher der Fall, wenn der dritte Spieler da gar nicht mitmacht oder angeschrieben ist, quasi nur im CC steht. Das wird dann zum Problem, wenn das Romanspiel selbst so gestaltet, dass es im Grunde auch für dritte bindende Ergebnisse präsentiert, diese aber im Detail eines riesigen Romanes versteckt. Unter umständen spielt so der dritte sein eigenes Spiel weiter und muss irgendwann es revidieren, weil es nicht mehr mit dem Spiel der anderen kompatibel ist. Dann zu sagen "hätte man da und da nachlesen können" ist auch als Aussage nicht besonders fair. Denn manchen fehlt die Zeit um sachen durchzulesen, in denen vielleicht etwas drin steht, dass einen persönlich betreffen "könnte".

Dazu kommt noch ein weiteres Problem - Irgendwann sind die Resourcen aufgebraucht, dann kann man sich anderen Plots nicht mehr anschließen, weils zeitlich nimmer geht. Das wird dann zum Problem, wenn dadurch die Plots ausgehen. Wenn andere Spieler dazu kommen, merken, dass alle laufenden Spiele schon ewig lange laufen und der Einstieg zu konstruiert wird, dann aber merken, dass andere Plots nicht existieren, weil die erfahrenen, plotbildenden Spieler bereits gebunden sind, dann sitzen die Neulinge erstmal rum. Selbst aktiv werden kann man von Neulingen eher weniger erwarten - und wenn sich dann solche Spiele auf einmal über ein ganzes Jahr hinziehen, sitzen die anderen ein jahr rum und warten. Das ist dann auch unschön.

Daher bräuchte ein gutes funktionierendes Briefspiel auf Romanbasis eine funktionierende Dokumentation, die für andere schnell einsehbar ist. Da bietet sich das Dynastische Spiel als Grundgerüst wirklich schon eher an.
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Kasimir

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #72 am: 28 Mär 2013, 10:58:21 »
Ich stutze gerade über die Aussage "Mailverteiler".
Sowas gab es bei uns damals nicht. Baron X schreibt Baron Y einen Brief. Ebenso erhält Baron Z ein Schreiben. Einziger CC ist die Spielleitung.
Ggf. Greift die Spielleitung ein, sollte Baron 32 angesagt haben, dass er die Boten von und zu Baron X abfängt. Dann greift die Spielleitung ggf. ein, erklärt den Brief für nicht angekommen und gibt ihn dafür Baron 32.

Wenn man dann etwas Größeres tut - über das Diplomatiespiel hinausgehend, wie Feste, Turniere, Truppenbewegungen, gigantische Bauprojekte, die die Nachbarn oder betroffene mitbekommen, dann werden diese darüber informiert. Je nachdem entweder von der SL oder dem Spieler selbst.

Wenn zwei Barone sich dann ausgetauscht haben und der Meinung sind, sie wollen das Ergebnis bekannt geben, schicken sie dem Bord, dem Gesamtverteiler oder der SL einen Artikel darrüber.

Im Prinzip war das damals recht ähnlich wie Diplomacy nur eben auf die Diplomatie beschränkt und ohne große Kriegstruppen udn Zugbefehle, wobei die auch vorkommen konnten.

Hat sich das Briefspiel dermaßen rabiat gewandelt ?

Gruß

flippah

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #73 am: 28 Mär 2013, 11:14:54 »
Hat sich das Briefspiel dermaßen rabiat gewandelt ?

Offensichtlich ja.
"In allen anderen Fällen gehen Sie so schnell wie möglich in See und, ohne sich auf eine Schlacht einzulassen, sofern dies möglich ist, nach Wladiwostok" (Jewgeni Iwanowitsch Alexejew)

Irian

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Re: Metaplot und die Probleme damit
« Antwort #74 am: 29 Mär 2013, 15:49:28 »
Mir sind bisher drei Varianten des Briefspiels aufgefallen.
Im Windhag bestand unser Briefspiel damals vornehmlich darin, einen gemeinsamen Hintergrund für die Region zu überlegen, da offiziell nie wirklich etwas festgelegt worden war.

Ich hatte nämlich immer Probleme damit, mich am Briefspiel zu beteiligen, das über meine unmittelbaren Nachbarn hinausging, weil mir keine Gründe eingefallen sind, warum ein kleiner unbedeutender Junker so weit reichende Kontakte haben sollte.

Insofern hoffe ich, dass im Splittermond-Briefspiel eine Region gewählt wird, bei der bereits innerweltliche Gründe für Interaktion angelegt sind und diese womöglich gar ein wichtiges Element der Region sind (z.B. irgendwelche Wahlen).