Autor Thema: [Soziale Konflikte] Überzeugen und Bekehren mit Diplomatie (GRW 111)  (Gelesen 1876 mal)

maggus

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Hallo zusammen,

bei der Fertigkeit Diplomatie findet sich zum Schluss des Textes folgender Hinweis:

Zitat von: GRW 111
Soziale Konflikte
Diplomatie kommt auch in sozialen Konflikten zur Anwendung (u. a. beim Überzeugen von Personen). Details finden Sie auf Seite146.

Ein Blick auf die verweisende Seite 146 zeigt allerdings, dass es gar kein explizites "Überzeugen" gibt. Diplomatie erlaubt "Feilschen" und "Verführen", das "Überreden" ist der Redegewandtheit vorbehalten (und ist ja auch nicht dasselbe wie Überzeugen!). Dasselbe gilt auch für das "Bekehren" von Personen, das im Kapitel der Sozialen Konflikte nicht erwähnt wird.

Wie also soll Überzeugen (Bekehren) am Spieltisch eingesetzt werden?
  • Die Regeln für Soziale Konflikte greifen nur bedingt. Schon die Grundvoraussetzung, dass sich zwei Kontrahenten mit unterschiedlichen Zielen gegenüberstehen, ist beim Überzeugen / Bekehren häufig nicht erfüllt, da das Gegenüber nicht unbedingt ein gegenläufiges Ziel haben muss
  • Die Regeln zur "Manipulation" (147) greifen nur bedingt, denn damit wird die Einstellung des Gegenübers zu sich selbst verbessert; es geht aber darum, die Einstellung zu einem Sachverhalt (Überzeugen) oder einer Gottheit (Bekehren) so zu verbessern, dass das Gegenüber dauerhaft überzeugt / bekehrt ist

Sicher ist Bekehren ein eher langfristig angelegtes Unternehmen. Aber Überzeugen muss mitunter auch mal schnell gehen... Irgendwelche Ideen?
"Befreien Sie das Unreich!"

SeldomFound

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War es nicht ursprünglich so, dass zwischen der Einstellung einer Person gegenüber und einer Sachen gegenüber unterschieden wurde?

Das hätte man meiner Meinung nach nicht zu streichen brauchen. Ich würde es wie folgt abhandeln.


Bei Einstellung zählt nicht nur die Einstellung des Gegenübers zu dir, sondern auch seine Einstellung gegenüber deinem Ziel. Abzüge summieren sich und werden von Boni abgezogen, Boni addieren sich aber nicht.

Um jemanden zu bekehren, muss man seine Einstellung gegenüber dem Gott erhöhen. Die Anfangseinstellung muss im Vorfeld ermittelt werden, wie es zum Ziel der Bekehrung passt. Ein Splitterpunkt gibt es, sobald die Einstellung gegenüber dem Gott "Freundlich" beträgt und sich der Bekehrte aktiv an der Unterstützung der Religion beteiligt (Geldspende von mehr als 100 Lunare an den Tempel, treuer Kirchengänger seit mindestens 2 Monaten, nimmt Novizenschaft an, etc.).


Patience is a virtue, possess it if you can
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Milhibethjidan

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Gibt es mittlerweile dazu eine offiziellere Aussage? Bekehren ist nun wirklich nicht unwichtig und würde bei uns auch momentan aktueller werden. Leider ist es wie gesagt gar nicht erwähnt wie es funktioniert. Angenommen ein Priester einer Heilergottheit will einen Krieger zur Friedfertigkeit bekehren - wie liefe das ab?

Noldorion

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Ich habe mich gar nicht mehr an den Thread erinnert, tut mir leid.

Also - eine offizielle Aussage kann es nicht geben, weil der Bereich derzeit tatsächlich nur bedingt von den Regeln abgedeckt wird. Was ich dir aber anbieten kann, ist die Aussage eines mehr oder weniger Offiziellen, die ich aber strikt als "inoffiziell" kennzeichnen möchte ;)

Alles in allem ist SeldomFounds Hinweis da sehr gut. Ich würde in so einem Fall der Person zwei Einstellungen geben, einmal gegenüber dem Überzeugenden / Bekehrenden, einmal gegenüber der Sache, von der er ihn überzeugen will. Abzüge summieren sich, Boni kommen nur zum Tragen, um Abzüge auszugleichen, erhöhen den Bonus aber nie über 0 (wie bei der Manipulation).

Beispiel: Ein Priester einer Heilergottheit will seinen Reisegefährten (Einstellung Freundlich), einen Söldner, der sich gerne prügelt, von absoluter Friedfertigkeit überzeugen (Einstellung Erzfeind - der Söldner ist zwar kein blutrünstiger Schlächter, aber vollständiger Pazifismus ist für ihn undenkbar, ein Ziel wie "keine unnötige Gewalt" wäre wesentlich leichter zu erreichen). Ihn von der Sache zu überzeugen ist zwar schwer (-8), aber der Söldner ist bereit, seinem Freund zuzuhören (+6), im Ergebnis also ist die Probe -2. Das bedeutet auch, dass es eventuell nützlich ist, sich zunächst mit dem Ziel anzufreunden, als einfach einen Fremden zu bekehren - was ja ein klassisches Mittel von Priestern ist: Gewinne das Vertrauen der Leute, dann hören sie dir zu.

Alles weitere würde ich über die Regeln zur Manipulation abhandeln, wobei das Ergebnis nur die Einstellung gegenüber der Sache beeinflusst, nicht gegenüber dem Prediger. Welche Einstellung erreicht werden muss, hängt davon ab, was getan werden soll - wenn jemand einfach nur überzeugt werden soll, dem Abenteurer bei seiner Aufgabe zu helfen, reicht schon Hilfsbereit, für eine bleibende Bekehrung sollte es schon Enger Vertrauter sein.

Wie häufig die Probe abgelegt werden darf, würde ich ebenfalls von der Größe der Sache und den Folgen abhängig machen - von mehrfach innerhalb weniger Stunden bis zu mehreren Wochen, wie es die Manipulation ja auch vorsieht.

Gewürfelt werden kann meines Erachtens vor allem auf Diplomatie, eventuell auch auf Redegewandtheit. Außerdem ist bekehren und überzeugen natürlich selten subtil, das Gegenüber merkt also, was der Prediger vorhat.

So würde ich es vermutlich handhaben. Ist aber strikt inoffiziell :)