Autor Thema: Herrschaftsform in den Städten Kungaitans  (Gelesen 2072 mal)

Chalik

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Herrschaftsform in den Städten Kungaitans
« am: 23 Aug 2014, 11:16:10 »
Das Herrschaftssystem von Kungaitan als Stadt ist ja im Weltenband detailiert beschreibt. Ich finde es in einem Fantasy-Setting extrem interessant. Da ich jetzt dort in der Gegend eine Runde starten werde und ich in dieser Runde auch zwei Charaktere aus Kungaitan habe, stellt sich mir die Frage, wie sich das Herrschaftssystem in den einzelnen Städten fortsetzt.

Besitzt wohl jede Stadt nochmal einen eigenen Hohen Rat und Senat? Logischerweise wird wohl jede Stadt ihr Umland kontrollieren. So wie ich es verstanden habe, wird das Militär doch wohl direkt vom Hohen Rat bzw. den Ministerien / Generälen / Admirälen kontrolliert. Als Frage stellt sich mir auch, ob das Militär auch die Kontrolle und die Sicherheit in den Städten aufrecht hält, ob das Söldnereinheiten machen, oder ob die Städte tatsächlich auch eigene Garden unterhalten. Aufgrund der Bedeutung des Militärs in Kungaitan könnte ich mir persönlich durchaus ersteres vorstellen.

TauReticuli

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Re: Herrschaftsform in den Städten Kungaitans
« Antwort #1 am: 24 Aug 2014, 22:50:46 »
Grundsätzlich setzt sich das republikanische System auch in den (großen zwölf) Städten fort, wobei in den meisten Fällen kein separater "Hoher Rat" besteht, sondern der Senat sowohl lokale Verordnungen aufstellt als auch die Verwaltungsposten (Gardekommandant, Hafenmeisterin, Münz- und Zollpächter, Vertreter für magische und weltliche Bildung etc. pp.) einsetzt. In diesem Senat sind sicherlich Sitze für Vertreterinnen und Vertreter der religiösen Institutionen, des Militärs und der (Handels-)Flotte reserviert, dazu für die einzelnen Viertel und das Umland einige (wenige) "Volksvertreter/Volkstribunen". Nominell dürften alle "Wahlbürger" auch für Senatsposten wählbar sein, de facto machen das aber die alten und angesehenen Häuser unter sich aus. Wahlbürger sind alle Freien (also keine Schuldsklaven, Kriegs- und Strafgefangene) mit Ausnahme der Angehörigen von Militär und Klerus (deswegen die reservierten Plätze), die sich die Wahlsteuer leisten können.
Dass es dabei zu Schachereien, Wahlgeschenken, Ämterkäufen und dergeleichen kommt, ist selbstverständlich, aber die recht große Zahl von Senatoren/Familien und die primär am "Gesamtwohl" interessierten Militärs und Kleriker halten das System in der Balance. Echte Plebiszite (z.B. durch "Hammelsprung" durch verschiedene Stadttore) sind sehr selten und auch nur von lokaler Bedeutung.

Die städtische Sicherheit wird durch lokale Garden gewährleistet, die von den vom Senat eingesetzten Kommandanten angewiesen werden. Viele Gardisten sind aber ehemalige Legionäre, die natürlich die Denkungsart des Militärs übernommen haben. Bei den Legionen kann ich mir vorstellen, dass sie die Städte explizit nur unbewaffnet betreten dürfen, ansonsten aber im Umland - vorzugsweise nicht einmal der eigenen Heimatstadt - kaserniert sind. (So sehr man das Militär schätzt, will man doch keinen Putsch riskieren. Da waffenlose Kampfkünste bei den Legionen jedoch weit verbreitet sind, dürfte diese "unbewaffnet"-Regel jedoch eher akademisch sein.)
Söldnereinheiten dürften in den Städten selten sein, werden aber sicherlich gerne als Enterkommandos bei der Piratenjagd eingesetzt oder sind in (verdecktem) kunganischem Auftrag entlang der Smaragdküste und vor allem auf der Sadu-Halbinsel unterwegs. ("Verdeckt" bedeutet hier: Sie werden zwar von den Kriegsherren Sadus als Söldner gemietet, sind aber quasi kunganische Legionäre, die Kampf- und Auslandserfahrung sammeln.)

Chalik

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Re: Herrschaftsform in den Städten Kungaitans
« Antwort #2 am: 24 Aug 2014, 23:20:10 »
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Damit kann ich doch schon mal eine Riesenmenge anfangen. Ich fände auch einen Kungaitan-Regionalband in absehbarer Zeit cool. Wahrscheinlich stehen da aber eher andere Regionen im Fokus.