Autor Thema: Zauber Konzentration stören  (Gelesen 891 mal)

Lucean

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Zauber Konzentration stören
« am: 20 Mai 2020, 07:17:20 »
Dieser Bannzauber richtet sich gegen kanalisierte Zauber, die man vorher mittels Arkaner Kunde identifiziert hat.

Die möglichen Ergebnisse einer erfolgreichen Identifikation beinhalten jedoch keine Angaben zur Wirkungsdauer - man kann also höchstens mit einem herausragenden Erfolg bei der Identifikation in Erfahrung bringen, ob ein Zauber mit Konzentration stören aufgehoben werden kann.
Da es ja bei unwilligen Zielen schwer wird, viele der anderen Zauberbrecher anzuwenden, die als Reichweite Berührung haben (Beherrschung aufheben, Fluch brechen, Verwandlung beenden), interessiert mich, ob dies Absicht ist.
Würdet Ihr jemandem mit diesem Zauber die Auskunft geben oder ggf. von anderen Kriterien abhängig machen?

Wandler

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #1 am: 20 Mai 2020, 08:12:27 »
Mit der normalen Identifikation wird auch der Typ enthüllt - und der verrät sehr oft schon ob der Zauber kanalisiert ist oder nicht. Wo das nicht zutrifft oder falls der Spielleiter solches Wissen nicht als Arkane Kunden sondern als Spieler-/Spieldesignwissen klassifiziert würde ich bei einem normalen Erfolg die Wirkungsdauer (Kanalisiert oder nicht) als Erkenntnis zulassen. Das ist mehr eine Frage der sinnvollen Anwendung - also Spielbalance.

Innerweltlich könnte man argumentieren dass der Magiefluss das mit anzeigt - es also eine Sache ist die man mit Arkaner Kunde feststellen kann.

pmd

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #2 am: 02 Feb 2021, 11:49:32 »
Ich habe weitere Fragen zu diesem Zauber:

Der Namen des Zaubers ("Konzentration stören") legt nahe, dass das Ziel eigentlich derjenige Zauberer sein müsste, der den zu brechenden Zauber kanalisiert. Ist der Zauber so gedacht und nur falsch beschrieben? Davon gehen wir in meiner Gruppe aktuell aus. Wenn man den Zauber nämlich so nimmt, wie er geschrieben steht ergeben sich einige Probleme:

Was ist die Schwierigkeit des Zaubers bei Zielen, die keinen GW haben, also z.B. bei kanalisierten Zaubern, die auf Objekten oder Zonen liegen? Oder ist es so gedacht, dass der Zauber in diesem Fall nicht anwendbar sein soll?

Kann ein Verbündeter, der von einem schädlichen Zauber befreit werden soll, freiwillig auf seinen GW verzichten oder diesen senken? Es ergibt schließlich keinen Sinn, dass er sich dagegen wehrt.

Gibt es zu dem Zauber einen allgemeinen Konsens oder eine Klarstellung durch die Redaktion, wie der funktionieren soll?


(In diesem Kontext kann man sich auch mal den Zauber "Zauber überlasten" anschauen, ob es hier auch tatsächlich so gemeint ist, dass das Ziel des zu brechenden Zaubers und nicht dessen Zauberer die Fokuskosten aufwenden muss.)

Loki

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #3 am: 02 Feb 2021, 12:32:42 »
Hi pmd!

Zunächst: Willkommen im Forum!  :)

Der Namen des Zaubers ("Konzentration stören") legt nahe, dass das Ziel eigentlich derjenige Zauberer sein müsste, der den zu brechenden Zauber kanalisiert. Ist der Zauber so gedacht und nur falsch beschrieben? Davon gehen wir in meiner Gruppe aktuell aus. Wenn man den Zauber nämlich so nimmt, wie er geschrieben steht ergeben sich einige Probleme:

Das Ziel des Zaubers ist der Zauberer, auf den der vorher identifizierte Zauberspruch (Splittermond: Die Regeln, S. 149) gewirkt wurde - deshalb hat der Zauber einen Geistigen Widerstand als Schwierigkeit (und zählt damit als Angriff, siehe Regeln S. 162). Für mich ist mit der Angabe des GW als Schwierigkeit klar, dass das Ziel der Zauberer ist, denn wie du schon richtig schreibst, haben Zaubersprüche keinen GW. Sobald ein Zauber erfolgreich identifiziert wurde und der Konzentration stören-Zauber erfolgreich gegen den Zauberer gewirkt wurde, wird der Zauber beendet, sofern er eben keinen höheren Grad hat als 2 (hier kann es also durchaus eine Rolle spielen, mit welcher Magieschule der Zauber gewirkt wurde). Interessanterweise spielt es keine Rolle, welchen Ursprung der Zauber hat. Ob der also zum Beispiel von einem Strukturgeber gewirkt wurde oder von einem Gefährten des Ziels, spielt keine Rolle.

Bei Zauber überlasten ist ebenfalls der Zauberer das Ziel (steht ja so in der Wirkungsbeschreibung: "ein [...] Zauber auf dem Ziel bis maximal Grad 3 [...]"). Hier ist allerdings nicht der GW des Ziels ausschlaggebend, womit es sich bei diesem Zauber auch nicht um einen regeltechnischen Angriff handelt. Die Fokuskosten müssen von dem Ziel aufgebracht werden, nicht vom Urheber des Zaubers - das geht meiner Meinung nach eindeutig aus der Formulierung hervor. Was natürlich gemein ist, wenn man damit zum Beispiel die Rindenhaut vom Hauptkämpfer entfernt und der nicht genug Fokus hat, um den Zauber zu bezahlen.  8)

LG
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pmd

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #4 am: 02 Feb 2021, 12:52:50 »
Danke für die Willkommensgrüße.  :)

Wie gehst du dann mit dem Fall um, wenn jemand einen kanalisierten Zauber brechen möchte, der nicht auf einem Wesen sondern auf einem Objekt oder einer Zone liegt? Geht das dann deiner Meinung nach überhaupt nicht mit "Konzentration stören"? Und wie wäre das mit "Zauber überlasten"?


Loki

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #5 am: 02 Feb 2021, 14:27:29 »
Darüber habe ich mir tatsächlich bei meiner ersten Antwort auch schon Gedanken gemacht.

Konzentration stören
Etwas, das keinen GW hat, kann nicht als Ziel ausgewählt werden. Einen Zauber wie Beflügelte Waffe kann man (meiner Meinung nach) nicht durch Konzentration stören aufheben.

Zauber überlasten
Hier steht wie gesagt in der Zauberbeschreibung drin, dass das Ziel ein Zauberer sein muss. Dementsprechend können Objekte, Orte und sonstiges, das nicht in die Kategorie Zauberer passt (ein zauberfähiger Golem wäre für mich hier aber ein Zauberer und kein Objekt) nicht als Ziel definiert werden. Interessanter finde ich hier Zauber wie Eiserne Aura, die zwar auf ein Ziel gewirkt werden (üblicherwise der Zauberer), ihre Wirkung aber über das Ziel des Zaubers hinaus entfalten. Hier stellt sich die Frage, ob man auch die Wirkung auf reinen Nutznießern des Zaubers entfernen kann - was ich mit "nein" beantworten würde, da sie nunmal nicht Ziele des Zaubers im regeltechnischen Sinne sind.

Das ist natürlich alles nur persönliche Meinung und Regelauslegung.

LG
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pmd

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #6 am: 02 Feb 2021, 15:39:51 »
Zauber überlasten
In der Zauberbeschreibung steht (im Softcover jedenfalls) nichts davon, dass das Ziel ein Zauberer sein muss. Es wird nur von "einem kanalisierten Zauber auf dem Ziel" gesprochen.

Beide Zauber wären deutlich klarer und auch konsistenter mit dem Rest der Regeln, wenn sich die Gegenmaßnahmen/Widerstandswerte jeweils auf denjenigen beziehen würden, der den zu brechenden Zauber kanalisiert hält.

Scythe

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #7 am: 07 Feb 2021, 06:18:20 »
Sehe ich wie pmd, es sollte mMn die Konzentration an der Stelle gestört werden, wo der Zauber kanalisiert wird.
Allerdings ist nicht immer klar, wer einen Zauber gesprochen hat und dementsprechend kanalisiert hält. In so einem Fall bliebe dem Abenteurer nichts anderes übrig als zu raten oder die Signatur des Zauberers heraus zu finden... beides sehr unbefriedigend für einen Zauber, der lediglich schwache und kanalisierte Zauber bricht.

Ich finde, dass es in Splittermond relativ schwierig ist Zauber zu bannen, da sehr viele Zauber benötigt werden, um auf alles vorbereitet zu sein.
Mir gefällt zwar die Spezialisierung, aber bei diesem Zauber nur Zauber zu beenden, die kanalisiert sind, grad 2 haben, identifiziert wurden und auf etwas mit geistigem Widerstand liegen, macht den den Zauber fast ziellos.

Daher gehe ich davon aus, dass beflügelte Waffe durch Konzentration stören beendet werden kann, indem gegen den geistigen Widerstand der Person gewürfelt wird, die den Zauber ausgelöst hat und ihn kanalisiert hält.

Nun zu dem Problem, dass diese Person unbekannt sein kann:
Angenommen eine Person oder ein Gegenstand A werden von B verzaubert.
Wenn nun der Abenteurer einen solchen Zauber auf A identifiziert, dann ist dies das Ziel für Konzentration stören, wenn es um Reichweite geht.
Aber die Schwierigkeit (dessen Herkunft der Spieler ja nicht unbedingt wissen muss, da der SL sie vorgibt) hängt von der verzaubernden Person B ab.

Steht das so in den Regeln?
nein. Sonst halte ich den Zauber aber für ziemlich witzlos.

Macht das innerweltlich Sinn?
Ja durchaus. Das Ziel wurde im Vorfeld bestimmt und eine kanalisierte Verbindung zu irgendeinem Zauberkundigen B scheint es noch zu geben, da der Zauber kanalisiert vorliegt. Was Konzentration stören macht, ist dann nicht direkt den verzaubernden Zauberer B zu stören, sondern statt dessen A "anzugreifen" oder arkan zu manipulieren. Dadurch kann sich B nicht mehr auf den Zauber konzentrieren.

So kann der Zauber direkt auf A angewandt werden, ohne dass sich Probleme ergeben oder sich B offenbart.

Lucean

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Re: Zauber Konzentration stören
« Antwort #8 am: 10 Feb 2021, 19:37:09 »
Anhand der Regeln zur Zauberei (GRW S. 196) ist das Ziel eines Zaubers nicht immer derjenige, der den Zauber auch gewirkt hat. Schritt 3 im Zaubervorgang beinhaltet das Wählen des Ziels des Zaubers. Und damit können die Ziele eben auch Personen sein, die nicht diejenigen sind, welche die Fokuskosten tragen oder deren regeltechnische Konzentration bei kanalisierten Zaubern notwendig ist.

Sowohl bei Zauber überlasten als auch bei Konzentration stören ist es eigentlich völlig unerheblich, wer diese Zauber gewirkt hat, denn das Ziel sind diejenigen, auf die der oder die Zauber gewirkt wurden.

Man könnte es aber eventuell so interpretieren, um einen Lösungsansatz zu finden:
Zauber überlasten versucht den Zauber zu instabilisieren, weswegen er gegen eine feste Schwierigkeit (die normale Schwierigkeit für Grad-2-Zauber) geht, was durch erhöhten Fokusaufwand ausgeglichen werden kann.
Konzentration stören richtet sich gegen das Band zwischen Zauber und Zauberwirker, weswegen hier der Geistige Widerstand ins Spiel kommt, und man auch noch eine aktive Abwehr machen könnte.
Und ja, wahrscheinlich könnte man tatsächlich eine kleine Hausregel einführen, dass der Fokuspool bzw. der GW desjenigen relevant sind, von dem die Zauber ausgingen. Ziel sind zwar jeweilig die Zauber, aber eben auf unterschiedliche Art - und man hätte trotzdem passende Zaubernamen.