Autor Thema: Inspirationen außerhalb des Kanons?  (Gelesen 837 mal)

Drakon

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Re: Inspirationen außerhalb des Kanons?
« Antwort #15 am: 16 Sep 2020, 23:23:03 »
Ich würde jedem vernünftigen Menschen übrigens davon abraten Terry Pretchett als Referenz für Splittermond zu nehmen kaum einer seiner Romane scheint sich als Abenteuer zu eignen außer vielleicht die "Farben der Magie"
Vielleicht nicht für die Handlung, aber tatsächlich war Ankh-Morpork keine ganz unwesentliche Inspiration für die Städte des Mertalischen Städtebundes...
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Pholas

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Re: Inspirationen außerhalb des Kanons?
« Antwort #16 am: 17 Sep 2020, 00:13:17 »
Einzelne Orte und gewiss auch so mancher Charakter ließe sich übertragen aber bei den Handlungen fände ich dass doch sehr schwierig zu erklären. Allein die ganzen Romane vom TOD kommen nicht in Frage und zugegeben auch die wo Oma Wetterwachs vorkommt könnten schwierig werden. Wo ich aber zustimme Charaktere oder Städte kann man da sehr gut leihen. Einen Erzkanzler Ridcully zum Beispiel kann man prima überführen nach Lorakis. Oder auch Hauptmann Karotte, Lordkommandeur Mumm usw.
Ich glaube dass vor allem die Art und Weise wie die Handlung darauf aufbaut gewisse narrative zu karikieren und bestimmte Überlegungen ad absurdum zu führen sich nicht für das Rollenspiel anbietet. Es würde sich in dem Moment selbst pointieren sobald man versuchen würde es ernsthaft zu spielen.
Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht.

Sindaja

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Re: Inspirationen außerhalb des Kanons?
« Antwort #17 am: 17 Sep 2020, 09:06:00 »
Ich hätte als Inspiration zumindest mal einen Filmtipp - die Reihe Wildes...
z.B. Wildes Japan, WIldes China - einfach für Setting und Landschaften - die sind oft zauberhaft und magisch gefilmt.
Für mein eigenes Uhrwerkmagazin-Abenteuer hatte ich übrigens den Film "Life of Pi" für die Seereise als Inspiration...
An literarischer Inspiration kommt es sehr drauf an, in welcher Region man spielt. Generell aber Märchensammlungen - vor allem aus Reihen wie "Märchen der Welt", die einige unbekanntere Kulturen abdecken, aber auch Märchen- und Sagensammlungen zu wenig abgegrasten Regionen. Die Plotstrukturen würde ich meist nicht übernehmen, aber trotzdem geben sie auch Flair und oft Inspiration für"Feenwesen" der Region.
Musik - setze ich zwar eher nachträglich drauf, weil ich primär Kaufabenteuer spiele, aber als Musikerin wäre mein Tipp hier auch - hört in Musik anderer Kulturen rein - japanische No-Theatermusik, koreanische Hofmusik, Pekingoper, Gu zhen, indonesisches Gamelan, Sitar, Tabla, bulgarische Gesänge, Obertongesang aus Tuva, samischer Joik,... und in der europäischen klassischen Musik auch mal "Off the beaten Path" z.B. Messen von Perotin oder Marchaut, Gesualdo die Venosa, Scarlatti, Ballettmusiken - auch Undine von Henze und alles von Prokoffiev und Stravinsky. Modernste Oper wie das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Lachenmann. Notations von Boullez, Quatour pour la findu temps von Messiaen. Poulenc, französische Romantik, spanische Frühklassik, englischer Barock...
« Letzte Änderung: 20 Sep 2020, 19:46:53 von Sindaja »

TrollsTime

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Re: Inspirationen außerhalb des Kanons?
« Antwort #18 am: 17 Sep 2020, 09:08:20 »
...
Ich glaube dass vor allem die Art und Weise wie die Handlung darauf aufbaut gewisse narrative zu karikieren und bestimmte Überlegungen ad absurdum zu führen sich nicht für das Rollenspiel anbietet. Es würde sich in dem Moment selbst pointieren sobald man versuchen würde es ernsthaft zu spielen.

Da muss ich mit einem ganz klaren "JEIN!" antworten. Beim Slapstick um des Slapsticks willen, bzw einer Klamotte, "weil isso", würde ich dir zustimmen. Wobei aber diese Komödien und Grotesken helfen und als Inspiration dienen können, ist folgendes:

Oft wirken NSC zu einsilbig oder zu perfekt. Die machen keine Fehler, die missverstehen nicht, die denken genauso logisch wie die SC bzw denken nur dann anders, wenn es so im Skript steht.
- überzeichnet -

Wenn man dann mal kurz in sich geht und mal überlegt, wieviel Fehler so ein "NSC" in einer Komödie oder Groteske macht und dann einen ganz subjektiven Mittelwert bildet, wirken die NSC plötzlich glaubhafter, weniger perfekt und die Spieler haben auch ihr Spotlight, weil sie in Teilbereichen einfach viel mehr Informationen haben als selbst der fürchterliche Endgegner.

Ich habe meinen SC mal mehrere Schergen auf den Hals geschickt, weil der bitterböse Schwarzmagier ihnen ein magisches Schwert abjagen musste. Auf meine Frage an den Spieler: "Wo genau im Gepäck hast du denn dieses Schwert?" sagte dieser "Wie? Das habe ich zu Hause sicher im Tresor verstaut!"
War lustig. Den Plot habe ich nicht umgeschrieben. Der Schwarzmagier ging weiter davon aus, dass die SC das ersehnte Schwert bei sich haben und die SC (die Spieler weniger) waren verwundert, was die Schergen eigentlich von ihnen wollten.

Ein Teil dieser Schergen wiederum, wurde als Vorhut losgeschickt. In ein Labyrinth, um den SC aufzulauern... und löste dort tödliche Fallen aus.... die SC trafen nur noch auf deren Leichen und hatten es bei einzwei Rätseln so etwas leichter...
Die NSC sind halt auch nicht perfekt und machen meist ebenso dumme Fehler wie gelegentlich unsere Spieler bzw SC.

Dabei helfen Komödien wie bei Terry Pratchet, um weg vom Perfektionswahn bei manchem NSC-Design zu kommen.

EDIT:
Im Grunde gilt es, Hilfestellungen und Inspiration zu finden, um folgendes zu erreichen:
-- Trennung von Spielleiterwissen und Nichtspielercharakterwissen
« Letzte Änderung: 17 Sep 2020, 10:09:26 von TrollsTime »
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Pholas

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Re: Inspirationen außerhalb des Kanons?
« Antwort #19 am: 17 Sep 2020, 19:50:24 »
Worauf ich hinaus wollte ist das gewisse Handlungsideen die in seinen Scheibenweltromanen in dem Kontext den er sich aufbaut vollkommen logisch und sinnvoll agiert man aber diese ganze aufgeladene und tiefgründige Komponente nicht adäquat übertragen kann.

Worin ich dir jederzeit recht geben würde ist die Tatsache dass seine Charaktere mehr als alle anderen glaubwürdige Schrullen und Eigenheiten besitzen und natürlich eine Menge Unzulänglichkeiten und Schwächen haben die vollkommen stimmig und glaubwürdig eine Persönlichkeit darstellen. Dahingehend  ist er regelrecht als Vorzeigebeispiel zu nennen wenn man Charaktere mit Ecken und Kanten braucht. Man stelle sich einmal Frau Kuchen als Informantin während einer Quest vor, schon allein der Gedanke bringt mich zum Schaudern.

Daraus ließe sich aber um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen eine spannende Geschichte basteln. Man nehme einen besonders fidelen, quirligen Charakter mit Ecken und Kanten und Schwächen setze ihn in eine Schlüsselposition einer vergleichsweise einfachen Mission und schon allein dadurch bekommt die Mission einen eigenen Flair. Ich habe mal von einem Autor die wundervolle Bemerkung gelesen dass man eine Geschichte nicht neu erfinden müsse es reiche manchmal schon sie anders zu erzählen und sie mit einige Neuheiten zu füllen um daraus eine ganz andere Geschichte zu machen.
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TrollsTime

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Re: Inspirationen außerhalb des Kanons?
« Antwort #20 am: 18 Sep 2020, 09:00:36 »
Das ist ja ungefähr das, was ich meine.
Eine bestehende, meinetwegen alberne, Figur nehmen, seinen Bedürfnissen anpassen und den Humor etwas abschleifen, eine Prise Grimm&Gritty (je nach Setting und Gruppengeschmack) hinzufügen und fertig ist ein runder NSC.

Umgekehrt einen sehr ernsten NSC spaßiger zu machen, geht auch und wird häufiger betrieben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich "einfacher" ist.

Zu guter Letzt: aus einer klinischen Idee (NSC nur aus Stichworten; ein Vorurteil oder Klischee; eine real existierende Person, mit der man sich nur bedingt auskennt) was rundes zu basteln, muss auch nicht einfacher sein als "albern-> glaubhaft".
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