Autor Thema: Die Astronomie der Wandelsterne  (Gelesen 517 mal)

Triton Schaumherz

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Die Astronomie der Wandelsterne
« am: 31 Jul 2019, 23:27:13 »
Hallo!

Ich hab mir mal ein paar Gedanken zur Himmelsmechanik der Planeten gemacht, was vor allem farukanische Astrologen interessieren dürfte. ;) Wie ihr euch denken könnt, sind meine Überlegungen nicht im luftleeren Raum entstanden (no pun intended), sondern haben mit SpliMoKa zu tun. In der aktuellen Version der Mondkalender-App werden die Wandelsterne noch nicht dargestellt. Mit ein paar Annahmen ließen sie sich aber relativ leicht einbauen und machten die App noch etwas interessanter. Um diese Annahmen geht es im Folgenden.

Im Weltenband werden die vier bekannten Wandelsterne auf S. 249 beschrieben, es werden jedoch keine Aussagen zu Umlaufzeiten oder Bahnelementen gemacht. Allerdings lassen sich aus den Beschreibungen jedem Planeten eindeutig ein Vorbild aus dem irdischen Sonnensystem zuordnen:
  • Lanshi (Venus)
  • Etrakis (Mars)
  • Akron (Jupiter)
  • Samur (Saturn)

Zunächst habe ich mir überlegt, welche Werte man für die Umlaufdauer der Planeten sinnvollerweise annehmen könnte. Vermutlich bewegen sich die Planeten wie die Monde auf Kreisbahnen mit gleichbleibender Geschwindigkeit (was alles folgende viel einfacher macht). Wie bei den Monden gibt es vermutlich ganzzahlige Verhältnisse bei den Umlaufzeiten. Wir erinnern uns: Bei den Monden ist dieses Verhältnis genau 5:7:11. Interessanterweise lassen sich auch die Umlaufzeiten der Planeten unseres Sonnensystems (von Ausnahmen abgesehen) ungefähr mit Brüchen aus kleinen ganzen Zahlen ausdrücken. So beträgt das Verhältnis der Umlaufzeiten zwischen Erde und Venus fast genau 13:8. Aber auch für die anderen Planeten gibt es solche sogenannten Kommensurabilitäten.

Ausgehend von obiger Zuordnung ergeben sich dann folgende Verhältnisse der Umlaufzeiten:
  • Lanshi:Lorakis = 8:13
  • Lorakis:Etrakis = 1:2
  • Etrakis:XY = 2:5
  • XY:Akron = 2:5
  • Akron:Samur = 2:5
Das XY in obiger Liste steht übrigens für ein Objekt im Asteroidengürtel zwischen Etrakis und Akron. ;)

Aus obigen Verhältnissen ergeben sich als Umlaufzeiten dann also:
  • Lanshi: 224 Tage = 8 Monate
  • Lorakis: 364 Tage = 1 Jahr
  • Etrakis: 728 Tage = 2 Jahre
  • (XY: 1820 Tage = 5 Jahre)
  • Akron: 4550 Tage = 12,5 Jahre
  • Samur: 11375 Tage = 31,25 Jahre
Und daraus lässt sich bereits ein großer Planetenzyklus von 1000 Jahren folgern. Exakt alle 1000 Jahre stehen alle Planeten (inklusive Lorakis) wieder in derselben Konstellation zueinander. Eine Syzygie, also eine Konstellation, bei der die Planeten in einer Reihe stehen, kann als Startpunkt eines Zyklus angenommen werden. Wann der letzte Zyklus begann, darüber darf natürlich wieder spekuliert werden.

Was man außerdem noch braucht, wenn man wissen möchte, wo sich ein Planet am Himmel über Lorakis befindet, ist der Bahnradius (wir nehmen ja an, dass sie sich auf Kreisen bewegen). Statt nun einfach die Radien von Venus, Mars etc. zu kopieren, können wir annehmen, dass sie der sogenannten Titius-Bode-Reihe folgen. Für unser Sonnensystem ist diese im 18. Jhdt. empirisch gefundene Reihe nur eine Näherungslösung und war spätestens mit der Entdeckung von Neptun passe, aber für das lorakische Sonnensystem mag sie ja stimmen. Die Reihe wird gebildet, in dem man einfach die folgende Formel anwendet: Radius = 0,4 + 0,3 * 2^Planetennummer; dabei beginnt die Planetennummerierung bei 0, also Lanshi=0, Lorakis=1, Etrakis=2 usw.

Das ergibt dann folgende Radien (in Astronomischen Einheiten; 1 AE ist der Abstand Sonne-Lorakis):
  • Lanshi: 0,7
  • Lorakis: 1,0
  • Etrakis: 1,6
  • ( XY: 2,8 )
  • Akron: 5,2
  • Samur: 10,0
Samur wäre also zehnmal so weit von der Sonne entfernt wie Lorakis.

Die Neigung der Planetenbahnen gegen die Ekliptik könnte man zunächst ignorieren, sie beträgt bei den genannten Planeten unseres Sonnensystems auch nur maximal 3,4 Grad, weniger als bei unserem Mond. Das macht dann auch weitere Bahnelemente unnötig.

Soviel zu meinen bisherigen Überlegungen. Ich habe dies u.a. deshalb hier so detailliert ausgebreitet, weil mich natürlich interessiert, ob diese Überlegungen bereits bestimmten Angaben in offiziellen Publikationen widersprechen. Wenn z.B. irgendwo steht, dass "Lanshi neben dem Vollmond leuchtete", dann kann Lanshi nicht mit einem inneren Planeten wie der Venus gleichgesetzt werden. Also falls ihr noch andere Stellen kennt, wo die Planeten erwähnt wurden, oder falls ihr sonst etwas seltsam oder fehlerhaft an meinen Überlegungen findet, dann schreibt es hier.


Herzliche Grüße,
Triton
« Letzte Änderung: 31 Jul 2019, 23:56:10 von Triton Schaumherz »

Loki

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Re: Die Astronomie der Wandelsterne
« Antwort #1 am: 01 Aug 2019, 07:00:33 »
Hi Triton!

Ich denke, dass du von offizieller Seite keine Widersprüche zu befürchten hast:

Das Problem bei einer Festlegung der genauen Mondphasen ist, dass es einen dann halt auch extrem bindet. Nehmen wir zum Beispiel mal eines der beiden Abenteuer aus dem Arwinger Mark-Heft: Da geht es um eine spezielle Mondkonstellation, die man braucht. Gleichzeitig ist das Abenteuer aber frei zu verorten. Würden wir offiziell festlegen, wann es eine Konjunktion der Monde gibt und wie oft das passiert, dann ist eben doch das Abenteuer nicht mehr frei verortbar, sondern man ist darauf festgelegt. Da nützt unserer Ansicht nach eine gewisse Unschärfe mehr.

Das ganze spricht aber natürlich nicht dagegen, sowas in der eigenen Runde stärker festzulegen. :)

In Sachen Astronomie hat der Verlag sich bisher sehr zurückgehalten, was Aussagen angeht, sodass da jeder sich seine eigenen Gedanken zu machen kann.

Explizit (u.a.) auf Wandelsterne bezogen nochmal die Aussage von Thomas Römer:

Zum Thema Tagundnachtgleichen bzw. Sonnenwenden: Ich denke, dass jeweils die Tage (und nicht die Nächte) als Termine für Feierlichkeiten gesetzt sind, d.h. 1. Schneemond, 8. Saatmond, 15. Erntemond und 22. Sturmmond, wobei vielerorts sicher die Sonnenwenden stärker gefeiert werden als die Tagundnachtgleichen.

Mondphasen (des Silberlichts) im Monatslauf: Auch hier haben wir uns absichtlich noch nicht festgelegt, aber es wäre in einem so "geordneten" Universum (zumindest in der guten alten Zeit vor dem Mondfall, als die Drachlinge noch für Sicherheit und Ordnung sorgten und man nachts ohne Sorgen von seinem Sklavenpferch zur Latrine gehen konnte ...  ;)) natürlich überaus passend.
Vielleicht wirklich mal ein Meinungsbild einholen: Immerhin haben wir ja mit den großen Zahlen für die Mondkonjunktionen und den - wegen der unterschiedlichen Achsneigung der Monde - deutlich weniger regelmäßigen Finsternissen ja noch andere Termine, die wir quasi frei bewegen können, wenn wir sie für Abenteuer benötigen. (Plus natürlich noch die Stellungen der Wandelsterne etc.) Grundsätzlich fände ich es nicht schlecht, wenn der Monatserste ein Neumond wäre - dann wäre z.B. der 15. Erntemond ein echter Lichttag mit langem Sonnenlauf und nächtlichem Vollmond. Andererseits wäre er es dann immer ...

LG
„Erfahrung ist fast immer die Parodie auf die Idee.“
- Johann Wolfgang Goethe

Triton Schaumherz

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Re: Die Astronomie der Wandelsterne
« Antwort #2 am: 01 Aug 2019, 10:28:58 »
Hi Loki!

Danke für das Raussuchen der Zitate, an diesbezügliche Äußerungen von Autoren hier im Forum hatte ich gar nicht gedacht!

Quendan hat schon recht, wenn er schreibt, dass eine Festlegung von Seiten des Verlags problematisch weil einschränkend wäre. Ich sehe das auch so, deshalb legt auch SpliMoKa nicht fest, in welchem Jahr ein Mondzyklus beginnt, sondern überlässt diese Entscheidung dem Spielleiter. Mit dem Planetenzyklus werde ich es auch so halten, dass jede Spielrunde das für sich individuell einstellen kann.

Herzliche Grüße,
Triton