Autor Thema: Helden/SC zu stark?  (Gelesen 708 mal)

Gromzek

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Re: Helden/SC zu stark?
« Antwort #15 am: 12 Jun 2019, 13:07:29 »
(Leider habe ich dann beim "Schattenpfeil" so schlecht gewürfelt, dass die Gruppe nicht angekratzt wurde.

Hahaha, das kenne ich. Einst hat ein Kampfmagier eine zerstörerisch aufgeladene Eislanze mit Blutbad in meine Helden geschossen. Ich habe mies gewürfelt und hatte nur einen EG (konnte also nur eine weitere Lanze schießen). Dann ich habe bei 2x 2d10+4 insgesamt 4 Einsen gewürfelt. Bis zum Schadenswurf konnte man die Furcht förmlich greifen! :D


Dshafir

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Re: Helden/SC zu stark?
« Antwort #16 am: 12 Jun 2019, 16:55:43 »
Besonders bitter: Direkt vorher musste der NSC eine Entschlossenheitsprobe ablegen, um weiter zu zaubern. Da hatte ich eine Doppel-10.

TrollsTime

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Re: Helden/SC zu stark?
« Antwort #17 am: 17 Jun 2019, 08:36:09 »
Erfahrungen aus anderen Systemen:
DSA4:
Dort spielten wir sogar "hierarchisch", soll hier heißen: Die SC hatten stark unterschiedliche Erfahrungspunkte. Von nem Vollprofi bis zu nem Anfänger war alles dabei.
Mit DSA habe ich zwar zeitlichen Gesetzmäßigkeiten wesentlich mehr Erfahrung bei der Gegnerabstimmung. Aber auch da tat ich mich früher immer schwer.
Lösung: 1-2 knackige Gegner. ZB Räuberhauptmann und ein vernünftiger Kampfmagier. Der Rest Kämpfer aus "dem Buch".
Meistens funktionierte das ganz gut. Falls man sich als SL mal verschätzt hatte, gab man halt Tipps für nonkombattive Lösungen.
Ich vermied strikt "1 SC - 1 Gegner"-Kämpfe. Der vermeintliche Vollprofi bekam stets 2-3, während die Anfänger meist nur 1 oder weniger Gegner bekamen.
Ich favorisiere "psychologische" gegenüber "taktische" Spielweise:
Das wird vielleicht paradox, weil ich taktische Herangehensweise der SC befürworte. Gemeint ist hier, dass die NSC nicht alle Daten haben, die ich als SL habe. Da darf ein NSC schonmal "dümmer als der SL reagieren". Eine Vorgehensweise wie bei einem taktischen Brettspiel lehne ich eher ab, wenn dadurch meine Sicht von "ingame Authenzität" geschädigt wird.
Im Zweifel sind die SC eh professioneller als ihrer Gegner...
Man kann gerne mehr Gegner einsetzen und die dann fliehen lassen, sobald sie schwer verletzt oder "von unerwarteter Zauberei eingeschüchtert sind.

DSE - Ein Science Fiction Homebrew
Dies ist ein vereinfachtes Klassen- und Stufensystem, grob an 80er-Jahre-Klischees orientiert. Meine Spieler haben SC exakt der gleichen Stufen und mit exakt gleichviel "Klassen". Also ganz anders als unsere DSA4-Spielweise.
Hier kann ich Gegner-Werte sehr schnell im Kopf überschlagen. Ich orientiere mich an den Stufen und Werten der SC und überschlage im Kopf, welche virtuellen Stufen und Klassen der Gegner in etwa haben könnte.
Auch hier bevorzuge ich den "psychologischen" Ansatz.
Umgekehrt werden ja auch die SC teilweise "dümmer als der Spieler" gespielt. Das ist ein Geben und Nehmen.
Im Allgemeinen bevorzuge ich wenige Gegner, dafür aber mit Fieslichkeiten wie Gift, engen Räumen etc.

Auf den Punkt gebracht
"1 SC - 1 Gegner"-Kämpfe
vermeiden. Lass die Gegner sich ihre eigenen Gedanken machen. Der vermeintlich stärkste SC bekommt dann mehr Gegner. Schützen werden sich eher um vermeintliche Fernkämpfer/zauberer kümmern.

"Unterscheide 'taktische Herangehensweise' und 'taktische Spielweise'"
Die SC und die NSC können und sollen gerne taktisch agieren, aber nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Sie kennen das Spielbrett und alle Möglichkeiten der Gegner nicht.

"Dümmer als der Spieler/Spielleiter"
Man erwartet meist von den Spielern "Gutes Rollenspiel" bzw die Schwächen und das Unvermögen des SC auch auszuspielen. Bitteschön gilt das aber auch für NSC. Im Zweifel wird ein durchschnittlicher Gegner den Bogenschützen, als guten Schützen wahrnehmen, aber mangels anderer Erfahrungen nicht als "superspezialisierten Legolassniper mit explodierenden Pfeilen.
Die NSC werden die SC eher nach Äußerlichkeiten einschätzen nach dem Motto "teure Rüstung plus grässliche Waffe = gefährlich"

"Wir sind Profis"
Bei der Vielzahl verschiedenartiger Abenteuer, die die SCs so traditionell erleben, sollte diesen im Zweifel professioneller sein als die Gegner. Dass muss nicht für den High-End-Gegner gelten, aber zumindest für seine "Minions". Mithin darf der Räuberhauptmann meinetwegen mal superintelligent und vorausplanend denken und vorgehen.... aber er wird mitunter an dem Unvermögen seiner Lakaien liegen.

"Schlauer als der Spieler/Spielleiter"
Gerade im Bereich Kampf, aber auch in vielen "nichtirdischen Spezialbereichen" dürfte uns Erdenbürgern schlicht die Erfahrung fehlen.
Gehe daher großzügig mit dem Einschätzen der Gegner um. Notfalls eine Empathieprobe. Wenn man da aber restriktiv vorgeht, sollten die NSC noch unprofessioneller vorgehen und sich wesentlich öfter verschätzen als die SC.
Ich habe eher gute Erfahrungen damit gemacht, Spielwerte oder ungefähre Kampfkraft zu verraten und mache das nur dann nicht, wenn die Spieler das ausdrücklich wünschen.

"Von hart nach weich"
In Detektivabenteuern habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, die Spieler
erst knallhart raten zu lassen
dann vage Tips zu geben und/oder Proben machen zu lassen
zu Guter letzt mit dem Zaunpfahl zu agieren.
Im Grunde kann man einen ähnlichen Ansatz auch bei Kämpfen machen*: Lass sie es mit einer vermeintlichen Übermacht zu tun haben.
Ermuntere sie, taktische Lösungen statt eines Frontalangriffes zu finden.
Anschließend der klassische Kampf. Zu guterletzt auch mal einen Gegner frühzeitig fliehen  lassen

*Doch Vorsicht:

"'Siebte Kavallerie' vermeiden"
Was ich als Spieler hasse wie die Pest: Der SL hat keine Ahnung von dem Vermögen der SC und noch weniger von Monstern....
… Der Kampf beginnt schwer schluckend gegen abnorme Bestien. Der Blutzoll ist hoch, die Spieler sehen fast keine Lösung... und kurz vor Schluss kommen die befreundeten NSC oder irgendwelche caritativen dritte und retten alle... laaangweilig.
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"