Autor Thema: Schriftrollen und misslungene Proben  (Gelesen 1433 mal)

Aragharrt

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #15 am: 07 Mär 2019, 22:43:49 »
Grundsätzlich kann man die Frage aus verschiedenen Blickwinkeln angehen.
Vom Text her kann man argumentieren, dass laut die Magie S.169 die Schriftrolle durch den Zaubervorgang verzehrt wird. Dabei wäre es unerheblich, welches Ergebnis der Zaubervorgang hat, solange er durchlaufen wird.
Dem gegenüber steht GRW S. 254 oben. “Anders als Strukturgeber sind Schriftrollen nach einmaligen Gebrauch nicht mehr verwendbar.“ Hier ist nicht klar, ob mit Gebrauch das erfolgreiche Auslösen des Zaubers gemeint ist.

Die zweite Herangehensweise ist die innerweltliche Logik. Hier ist die Frage was die Schriftrolle zerstört.
Ich bezweifle, dass die physische Zerstörung des Trägers der Auslöser des Zaubers ist.
Was mir sinnvoll erscheint, ist das Verzehren des Trägers durch die magische Energie, die durch die Matrix geleitet und dann in die Zauberwirkung geformt wird.
Das würde bedeuten, dass nur eine erfolgreiche Probe die Schriftrolle zerstört.

Die dritte Möglichkeit ist das Balancing.
Steht die Schriftrolle mit ihrem Preis in richtigen Verhältnis zu zum Ca. Fünf mal teureren Strukturgeber, den man so oft benutzen kann, wie man möchte? Und ist eine verbesserte Schriftrolle bei der ja gar keine Probe abgelegt wird, deshalb doppelt so teuer, weil sie auf jeden Fall den Zauber wirken lässt?
Das kann, denke ich, jede Gruppe für sich selbst beantworten.
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Gregorius

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #16 am: 08 Mär 2019, 09:15:21 »
Bitte nicht vergessen, dass alle negativen Auswirkungen eines misslungenen Zaubers auch bei Schriftrollen wirken. Misslungene Proben erschöpfen Fokus und es kann zu verheerenden Zauberauswirkungen kommen. Eventueller Schaden an der Schriftrolle kommen da noch oben drauf. Ein Kompromiss könnte sein:

- knapp misslungen: Keine negativen Konsequenzen
- misslungen mit negativen Erfolgsgraden: Zusätzlich zum erschöpften Fokus wird die Wiederholung der Probe um die negativen EG erschwert. (Malus verschwindet bei nächster Ruhe-oder Verschnaufpause, wie auch der erschöpfte Fokus sich regeneriert.)
-Verheerend misslungen: Zusätzlich zu den Auswirkungen des mißlungenen Zaubers (Ich kann mich auch mit einer Schriftrolle einäschern...) wird die Schriftrolle dauerhaft beschädigt und ihre Probe steigt dauerhaft um 1W4
- Patzer: Schriftrolle wird zerstört.

« Letzte Änderung: 08 Mär 2019, 09:17:44 von Gregorius »
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TrollsTime

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #17 am: 08 Mär 2019, 10:44:16 »
Balancingtechnisch sehe ich immer noch keinen Grund, dass die Schriftrolle bei einem Fehlschlag überhaupt erhalten bleiben sollte.
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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #18 am: 08 Mär 2019, 10:56:37 »
Ich sehe das genauso wie TrollsTime aus den gleichen Gründen (Um mal eine Meinung mehr einzuwerfen)

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #19 am: 08 Mär 2019, 13:03:42 »
Balancingtechnisch sehe ich auch immer noch keinen Grund, dass die Schriftrolle bei einem Fehlschlag überhaupt vernichtet werden sollte.  ;D
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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #20 am: 08 Mär 2019, 13:18:49 »
Balancingtechnisch sehe ich auch immer noch keinen Grund, dass die Schriftrolle bei einem Fehlschlag überhaupt vernichtet werden sollte.  ;D
Der Grund ist, dass sie dann gegenüber dem teureren Strukturgeber keine zu großen Nachteile hat. Ein Grad 5-Zauber zu haben, denn man nur einmal wirken kann, dafür aber sicher über Zeit gelingt für 1/7 des Geldes ist sehr stark und kann dann schon auf HG1 genommen werden. Mit einem soliden AK-Wert (12+) hat man einen verheerenden Misserfolg nur bei einem Patzer, den man dann so oder so hat. (Und der HG1-Char ist dann vermutlich tod, aber das ist ja nebensächlich)
Die Sache ist, dass man einen Grad 5 Zauber 8 mal wirken müsste, damit sich ein Strukturgeber lohnt. Das wird wohl eher sehr selten sein. Bei den niedrigen sind es 6 Mal, was immer noch nicht wenig ist. Strukturgeber würden damit für sehr viele Zauber eher unnütz sein, da man situationsbezogene Zauber ja immer schaffen kann und diese selten zu nutzen sind (Wolkenpfad, Erinnerung löschen)

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #21 am: 08 Mär 2019, 13:33:10 »
Balancingtechnisch sehe ich auch immer noch keinen Grund, dass die Schriftrolle bei einem Fehlschlag überhaupt vernichtet werden sollte.  ;D
Der Grund ist, dass sie dann gegenüber dem teureren Strukturgeber keine zu großen Nachteile hat. Ein Grad 5-Zauber zu haben, denn man nur einmal wirken kann, dafür aber sicher über Zeit gelingt für 1/7 des Geldes ist sehr stark und kann dann schon auf HG1 genommen werden. Mit einem soliden AK-Wert (12+) hat man einen verheerenden Misserfolg nur bei einem Patzer, den man dann so oder so hat. (Und der HG1-Char ist dann vermutlich tod, aber das ist ja nebensächlich)
Die Sache ist, dass man einen Grad 5 Zauber 8 mal wirken müsste, damit sich ein Strukturgeber lohnt. Das wird wohl eher sehr selten sein. Bei den niedrigen sind es 6 Mal, was immer noch nicht wenig ist. Strukturgeber würden damit für sehr viele Zauber eher unnütz sein, da man situationsbezogene Zauber ja immer schaffen kann und diese selten zu nutzen sind (Wolkenpfad, Erinnerung löschen)
Mit einem Wert von 12 hat man eine 6% Chance einen Grad5 Zauber zu schaffen und eine 3% Chance ziemlich tod zu sein. Du kannst ja mal ausrechnen wie hoch die Wahrscheinlichkeit nach x Versuchen ist, entweder a) tod zu sein oder b) den Zauber geschafft zu haben. "Sicheres gelingen" ist da schon eine sehr kreative Interpretation des Ereignisraumes.
Du vergisst auch dass der Strukturgeber erhalten bleibt, und keine Wertminderung erleidet, also nach Einsatz auch weitergegeben/verkauft werden kann.  Und Strukturgeber sind von der Einstimmung ausgenommen, d.h. man hat das komplette Charakterleben Zeit das zu amortisieren.

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #22 am: 08 Mär 2019, 13:41:06 »
Mit einem Wert von 12 hat man eine 6% Chance einen Grad5 Zauber zu schaffen und eine 3% Chance ziemlich tod zu sein. Du kannst ja mal ausrechnen wie hoch die Wahrscheinlichkeit nach x Versuchen ist, entweder a) tod zu sein oder b) den Zauber geschafft zu haben. "Sicheres gelingen" ist da schon eine sehr kreative Interpretation des Ereignisraumes.
Du vergisst auch dass der Strukturgeber erhalten bleibt, und keine Wertminderung erleidet, also nach Einsatz auch weitergegeben/verkauft werden kann.  Und Strukturgeber sind von der Einstimmung ausgenommen, d.h. man hat das komplette Charakterleben Zeit das zu amortisieren.
Das habe ich schon angebracht und ist bei Strukturgebern genauso, also irrelevant für diese Diskussion.
Genauso kann er gestohlen oder zerstört werden, was bei einer Schriftrolle erheblich weniger schlimm ist (1/5 oder 1/7). Außérdem wird man einen Strukturgeber für einen nicht alltäglichen zauber sicherlich herstellen lassen müssen und auch nicht einfach so verkaufen können. (Bei uns kann alles per se erstmal nur für 50% des Listenpreises verkauft werden, ist aber natürlich Gruppensache)
Edit: Wer einen halbwegs hohen Mystik/Willenskraftwert hat wird auch nie Probleme mit Einstimmung bekommen.
« Letzte Änderung: 08 Mär 2019, 13:43:19 von Turaino »

TrollsTime

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #23 am: 08 Mär 2019, 14:06:54 »
Das Balancing ist gegenüber
a) "Selbst zaubern"
b) "Alchimie"
wichtig, denn Schriftrollen haben eine viel höhere Auswahl als das eigene Zauberrepertoir (a) bzw Alchimie (b)
Dafür funktioniert das Elixier halt immer (bzw die Probe wurde vor- oder ausgelagert) und bei Zaubern habe ich mehr Versuche.

Wer aber tatsächlich einen "neuen Spruch ohne EP-Einsatz" kaufen will "gegen Geld" (also "Geld statt EP"), der muss halt auf den teureren Strukturgeber zurückgreifen. Selbst da ist bei außerordentlich hohem Geldfluss in der Gruppe der "normale Zauberer" gegenüber dem "Artefaktzauberer mit Arkankunde" im Nachteil.

Gedankenspiel: Mit Vermögen 4 kann ich mir jedes Jahr zwei Stufe3-Strukturgeber (Zaubergrad 2) kaufen, wenn mich nicht alles täuscht. Nach 5 ingame Jahren sind das 10 fast beliebige Zauber.
Ja, das Beispiel hinkt etwas. Aber nimm dann noch 1-2 Schriftrollen p.a. für den Einmaleinsatz hinzu und wumm.
Vielleicht habe ich mich aber auch verrechnet.
Ich finde das bereits gefährlich genug.
Jetzt noch ein Sicherheitsnetz für Schriftrollen einzubauen, halte ich für falsch.
Echtes Risiko befürworte ich dort.

EDIT: So wird es auch attraktiver, Arkane Kunde zu steigern, um Schriftrollen sicher "nicht zu verschwenden" und umgekehrt kann der SL in der Gruppe Schriftrollen besser handlen, weil er sich sicher sein kann, dass man dem Berserker der Runde mit Arkane Kunde Minimum nicht mal nonchalant präventiv eine niedergradige Schriftrolle in die Hand drückt "weil irgendwann wird es schon gelingen".
« Letzte Änderung: 08 Mär 2019, 14:17:39 von TrollsTime »
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Aragharrt

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #24 am: 08 Mär 2019, 14:20:42 »
Danke für die ausführliche Antwort TrollsTime.

Das erhellt den Ansatz für mich deutlich.

Von der magischen Logik her würde ich die Rollen erhalten, vom balancing her dann aber eher nicht.
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TrollsTime

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #25 am: 08 Mär 2019, 14:25:25 »
Danke für die ausführliche Antwort TrollsTime.

Das erhellt den Ansatz für mich deutlich.

Von der magischen Logik her würde ich die Rollen erhalten, vom balancing her dann aber eher nicht.

Das sind ja auch zwei Paar Schuhe:
Ingame wird es solche Dinger "mit Sicherheitsnetz" geben. Es wird auch schlechtere vollwertige Strukturgeber geben, die du so oft anwenden kannst bis die Probe daneben geht. Da sind diverse Varianten denkbar.
Und JA: In Einzelfällen würde ich als SL ganz bewusst auch mal ne "Schriftrolle mit Sicherheitsnetz" oder einen "Strukturgeber, der irgendwann ausbrennt" vergeben, aber DANN tu ich das ja in meiner Verantwortung.

Bei denen, die spieltechnisch aber frei verfügbar sind durch die Spieler, finde ich die derzeitige Setzung (bzw nach meiner Interpretation) handlebarer
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Deralios

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Re: Schriftrollen und misslungene Proben
« Antwort #26 am: 08 Mär 2019, 16:15:32 »
Ich würde sogar sowohl nach magischer Logik wie auch vom Balancing her die Rollen bei einem Fehlschlag verbrauchen. Egal ob die Benutzung gelungen ist oder nicht, in beiden Fällen leitet der Charakter Fokus in die gebundene Zauberstruktur und benutzt sie damit. Nach einmaligem Gebrauch sind die Rollen weg, jedoch ist ein Fehlschlag trotzdem ein Gebrauch der Rolle. Nach magischer Logik könnte sich die Zauberstruktur destabilisieren, sobald Fokus hinein geleitet wird, was auch gut dazu passt, dass man bei einem Fehlschlag noch Fokuskosten hat.
Die Rollen geben einem halt die Möglichkeit einen Zauber einmalig zu zaubern, nicht einmalig erfolgreich zu zaubern, wer das haben will muss sich halt die verbesserten Rollen holen.
Wie TrollsTime auch bereits meinte wäre es komisch Rollen so oft verwenden zu können, bis es mal gelingt, da es ja nicht ohne Grund die verbesserten Rollen gibt.

Ich hatte auch mal eine Charakteridee von einem sehr reichen Schriftrollenzauberer, der mittels seines Vermögens die verschiedensten Schriftrollen hat, jedoch keine Magieschule beherrscht ^^
Könnte mir einen Einbrecher auch gut vorstellen, der für verschiedene Dinge die passende Rolle dabei hat und jeden Einbruch akribisch plant und die Rollen dahin gehend anpasst. Muss ich mal durchspielen, weil mir die Idee gut gefällt