Autor Thema: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?  (Gelesen 2663 mal)

Sturmkorsar

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #15 am: 08 Jul 2019, 18:40:54 »
Du hast recht Barbarossa. Es ist nicht vorgesehen, dass man böse Charaktere spielt.
Das bedeutet aber nicht, dass man es nicht kann. Es wird lediglich nicht gefördert, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen (Gewaltverherrlichung, etc).

Es gibt keine bösen Kulturen: Nein. Natürlich nicht. Eine "böse" Kultur existiert nicht. Es gibt nur gut und böse in einer Kultur. Die komplett-böse Kultur existiert nur in der Propaganda und anderen fiktiven Geschichten mit sehr fragwürdigen Realismus. Nur weil Midstad von einem Tyrannen regiert wird, ist die Kultur Midstads nicht automatisch böse.

Es gibt keine bösen Ausbildungen: Doch gibt es. Aber Nekromanten und Assassine gelten inzwischen als "normal" und nicht zwingend "böse". Und auch die verschiedenen Kämpfer-/Kriegerarchetypen kann man ohne Probleme "böse" spielen. Selbst der Dieb wird von den meisten Leuten eher als böse betrachtet.
So gesehen gibt es auch keine "guten" Ausbildungen. Auch den Heiler kannst du als bösartigen Folterer spielen.

Orks: Orks sind bewusst als böse Monster konzipiert und fallen daher auch nicht unter den Kulturbegriff in Splittermond. Da fallen nur die Menschenähnlichen Völker drunter.

barbarossa rotbart

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #16 am: 08 Jul 2019, 18:58:50 »
Wir kommen hier vom Thema ab!

Ihr mögt alle irgendwie recht haben, aber von den offiziellen Regeln, den offiziellen Abenteuern her, wird eigentlich klar, dass wirklich absolut böse SCs nicht vorgesehen sind. Wer eine böse Kampagne spielen will, muss da viel hausregeln, da entsprechende Elemente fehlen. Und hier geht es ja um offiziellen Angaben für Angehörige einer bösen Organisation als SC.

@Sturmkorsar:
Du hast recht Barbarossa. Es ist nicht vorgesehen, dass man böse Charaktere spielt.
Das bedeutet aber nicht, dass man es nicht kann. Es wird lediglich nicht gefördert, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen (Gewaltverherrlichung, etc).
Mit den offiziellen Regeln kann man es nicht.
Es gibt keine bösen Kulturen: Nein. Natürlich nicht. Eine "böse" Kultur existiert nicht. Es gibt nur gut und böse in einer Kultur. Die komplett-böse Kultur existiert nur in der Propaganda und anderen fiktiven Geschichten mit sehr fragwürdigen Realismus. Nur weil Midstad von einem Tyrannen regiert wird, ist die Kultur Midstads nicht automatisch böse.
Falsch, es gibt zu mindest eine böse Kultur, die Kultur der Orks. Und wer weis, welche anderen, noch nicht bekannten Kulturen, es gibt, die ebenfalls nicht für SCs gedacht sind. Und wie bei den Orks, wird es für diese auch keine offizielle 'Kultur' geben.

Es gibt keine bösen Ausbildungen: Doch gibt es. Aber Nekromanten und Assassine gelten inzwischen als "normal" und nicht zwingend "böse". Und auch die verschiedenen Kämpfer-/Kriegerarchetypen kann man ohne Probleme "böse" spielen. Selbst der Dieb wird von den meisten Leuten eher als böse betrachtet.
So gesehen gibt es auch keine "guten" Ausbildungen. Auch den Heiler kannst du als bösartigen Folterer spielen.
Jein, man kann zwar jede Ausbildung 'böse' spielen, aber es gibt zumindest eine Ausbildung, die man nicht 'gut' spielen kann: Iosaris-Priester, die wissen, wem sie da verehren. Hier fehlen die Werte.

Orks: Orks sind bewusst als böse Monster konzipiert und fallen daher auch nicht unter den Kulturbegriff in Splittermond. Da fallen nur die Menschenähnlichen Völker drunter.
Genau. Aber trotzdem gibt es leider Leute, die genau solche Charaktere spielen wollen...

Ich glaube, dass eigentliche Problem ist, dass wir hier keine einheitliche Definition von Böse haben.

Ritterlich

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #17 am: 08 Jul 2019, 19:53:10 »
Naja. Hart definiert ist Böse wer Böses tut um Böse zu sein oder es zu tun. Ohne eine andere Ambition als eben Böse zu sein.
Da würden die Orks noch am ehesten drunterfallen.
Der Ioria Kultist vermutlich schon nicht mehr. Den dieser wird meist Ioria anbeten um von ihr Macht, Reichtum oder was auch immer zu bekommen. Selbst Ioria würde da nicht darunter fallen da sie nach etwas strebt das nicht die Vernichtung der Welt ist. (Näheres lass ich mal aus da ich nicht wie Spoiler mit Handy geht  :P )

Auch Finn ist selbst nicht Böse er ist nur ein Arsch und wirkt im vergleich zu allen anderen Herrschern Böse. Weil man ihn auch gut als vergleich nehmen kann was der eigene Herrscher besser macht.
Und Spielen kann man seine Häscher. Man braucht nur einen ( oder mehr) Rang in seiner Armee oder Privatinquisition. Und muss sagen ich bin Finn treu.
Mit Ritterlichem Gruß,
ebendieser

barbarossa rotbart

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #18 am: 08 Jul 2019, 21:28:53 »
Nein, das wäre schon etwas zu streng.

Ich vermute einmal, dass viele NSCs mit einer bösen Gesinnung doch eher Antihelden sind. Es gibt zwar echte SC-Bösewichte, die gegen die eigene Gruppe spielen und dabei sogar einen fast vollständigen TPK in Kauf nehmen, aber diese sind doch eher selten. (Aber, da muss ich mich selbst korrigieren, es gibt solche Charaktere und auch leider solche Spieler...)

In dieser Hinsicht, kann ein Ork, ein Iosaris-Priester oder ein königstreuer Midstader kein Antiheld sein, weil sie sich aus dem einen oder anderen Grund sich nicht gegen ihre Gruppierung stellen können.

Um auf die ursprüngliche Frage mal zurück zu kommen: Ja, Du kannst einen Häscher König Finns spielen, aber da Splittermond davon ausgeht, dass man sich (früher oder später) gegen den König stellt, ist man eher ein ehemaliges Mitglied (dem aber trotzdem kein guter Midstader vertraut). So ein Charakter hat eher ein geringes Ansehen und auch keinen Rang (mehr). Man könnte aber jetzt argumentieren, dass die Runde nicht in Midstad spielt, der Charakter folglich kein ehemaliger sondern ein aktiver Handlanger ist, und er somit auch einen Rang hat. Aber ich bezweifle, dass König Finn Handlangern, die aus dem einen oder anderem Grund sein Land verlassen, noch vertraut. Er wird sie eher als Verräter ansehen. Und somit werden sie auch keinen Rang haben. Wenn es Handlanger gibt, die mit offiziellen Auftrag im Ausland unterwegs sind, dann werden das welche sein, die sehr hoch in seiner Gunst stehen und senen er absolut vertraut (falls dies überhaupt möglich ist), und dies können meiner Meinung nach nur reine NSCs sein. (Außerdem braucht es doch einen wirklich guten Grund, damit ein Mitglied einer lokal doch sehr mächtigen Organisation mit einem doch sehr guten Einkommen und relativ viel Macht zum Abenteurer wird...)

Grimrokh

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #19 am: 08 Jul 2019, 22:23:35 »
In Splittermond gibt es kein Gesinnungssystem. Jeder Spieler darf selbst entscheiden wie moralisch verwerflich, eigennützig, gefühlskalt, verlogen, gierig, gewaltbereit, etc. er seinen Söldner, Assassinen, Ränkeschmied, Nekromanten, Korsaren, Zeshid-Priester, Geisterbeschwörer, usw. spielen möchte.

Solange es für die jeweilige Gruppe in Ordung ist, können die Abenteurer sich wohl in so ziemlich jedem Abenteuer auf die Seite der vermeintlich "Bösen" schlagen. Wobei "Böse" ja ohnehin nichts weiter als ein Begriff ist, mit dem immer gern die Gegenseite betitelt wird, weil viele sich dadurch dann moralisch überlegen und auf der "richtigen" Seite wähnen. ;)
 
Auf jeden Fall muss sich zum Glück niemand von Dritten vorschreiben lassen, ob vermeintlich böse Abenteurer in einer Kampagne als SC zugelassen sind oder nicht. Jede Gruppe entscheidet für sich, wie kaltblütig und brutal oder zuvorkommend und freundlich sie mit den NSC und der Welt interagiert.
Wer also Spaß daran hat, Charaktere zu spielen, die treu im Dienste des Midstader Königshauses stehen, der kann das natürlich gern tun, ohne dass ihm das Splittermond Regelwerk Steine in den Weg legt oder er Regeländerungen vornehmen müsste.
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barbarossa rotbart

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #20 am: 08 Jul 2019, 23:01:18 »
Stimmt, es gibt kein Gesinningssystem, aber das offizielle Regelwerk und erst recht die offiziellen Abenteuer erlauben nun einmal keine absolut bösen Charaktere. Ja du kannst einen moralisch verwerflichen, eigennützigen, gefühlskalten, verlogenen, gierigen, gewaltbereiten, etc. Charakter spielen, aber Du wirst mit ihnen trotzdem die offiziellen Abenteuer spielen und auch im Sinne der Autoren abschließen können. So ein Charakter ist absolut Böse sondern 'nur' ein klassischer Antiheld (auch wenn da vielleicht nicht viel zum Bösewicht fehlt). Anders sieht es aber aus, wenn Du einen Ork oder eine Iosaris-Priesterin o.ä. spielen willst, denn in diesen Fällen lassen Dich die offiziellen Regeln in Stich. Und das gilt auch für die Gefolgsleute der Midstader Krone. Warum? Weil in diesen Fällen wichtige Informationen, nämlich u.a. Ausbildungen oder Rangstufen nicht veröffentlicht wurden. Es ist vom Regelwerk nicht vorgesehen. Man muss folglich dies alles selbst erstellen (was bei Splittermond zwar einfach ist, aber trotzdem irgendwie problematisch).

Und es gibt natürlich das Problem der Plausibilität. Zwar gilt dies auch für Schwertrichter u.ä. aber bei den als Antagonisten ausgelegten 'Ausbildungen' ist dieses Problem deutlich größer. Bleiben wir bei dem Midstader Handlanger. Wieso sollte er sein doch priviligierte und auch lukrative Stellung aufgeben und zum Abenteurer werden? Wenn er im Auftrag des Königs unterwegs ist, gilt er doch als besonders vertrauenswürdig und loyal. König Finn von Harreburg wird schließlich nur jene wegschicken, denen er wirklich vertrauen kann. Und so jemand wird schließlich dieses Vertrauen nicht enttäuschen und seinen Auftrag für ein lausiges Abenteuer unterbrechen. Er wird seinen Auftrag möglichst schnell beenden, damit er sbald wie möglich zurück in Midstad ist, wo der die Bevölkerung weiterschikanieren kann.

Ich kann diese "Fazination des Bösen", die Leute verleitet absolut böse Charaktere zu spielen oder absolut bösen Charakteren eine eigentlich nicht existierende menschliche Seite zu geben, nicht verstehen. Ich lehne sie sogar ab!

Xandila

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #21 am: 08 Jul 2019, 23:19:35 »
Wir kommen hier vom Thema ab!

Ihr mögt alle irgendwie recht haben, aber von den offiziellen Regeln, den offiziellen Abenteuern her, wird eigentlich klar, dass wirklich absolut böse SCs nicht vorgesehen sind. Wer eine böse Kampagne spielen will, muss da viel hausregeln, da entsprechende Elemente fehlen. Und hier geht es ja um offiziellen Angaben für Angehörige einer bösen Organisation als SC.
Vom Regelwerk her sehe ich nicht, daß böse Handlungen behindert oder gar verboten wären und daher dafür Hausregeln nötig wären. Man kriegt doch eine Menge Werkzeug an die Hand in Form von Kampfregeln, Zaubern, Meisterschaften, ... aber wofür man sie konkret inhaltlich dann einsetzt, das wird nicht festgelegt.
(btw, weil Sturmkorsar es erwähnt hat: Nekromantie ist nicht zwingend böse bei Splittermond! ;) Sie ist ein Werkzeug, was je nach Gegend sogar gesellschaftlich anerkannt ist, wenn es entsprechend der kulturellen Regeln eingesetzt wird.)

Was die Abenteuer angeht, gebe ich dir recht, barbarossa: die gehen im Allgemeinen davon aus, daß man mehr oder weniger etwas Gutes tun will oder wird. Wobei ja aber auch böse Chars nicht automatisch jede Agenda eines Antagonisten teilen müssen, sondern schon aus Eigennutz seine Pläne vereiteln wollen können, und dadurch dann eben doch zumindest in Teilen offizielle Abenteuerideen nutzen können. Aber selbst wenn nicht: Ein Rollenspielsystem verlangt doch nicht, daß jeder nur offizielle Abenteuer spielt - wie langweilig wäre das denn auch!

Schon bei den Hintergrundinformationen kann man aber problemlos sich Ideen holen, wie man stattdessen dann vorgehen mag. Dann guckt man im Feinde und Schurken-Band eben nicht auf die Szenarioideen für Helden sondern auf die Pläne und Vorhaben des Schurken, und bastelt daraus etwas, wo die SCs Helfer sind.

Ja, wenn man sich streng wörtlich an der Frage des Threadtitels aufhängt, dann sind wir schon etwas über das Thema hinaus. Aber du hast dich ja auch schon von der Frage zu Grundsätzlicherem wegbewegt.
Ich gehe nicht davon aus, daß Häscher von Finn als offizielle Ausbildungsvariante kommen werden (unabhängig davon, was evtl durch die Insolvenz jetzt vielleicht nicht kommt, aber mal angedacht war), aber wer einen spielen möchte, findet auch jetzt schon alle nötigen Informationen, genau das zu tun (Kulturmodul ist da, Kämpfer- und Schurkenausbildungen sind vorhanden, Informationen zu anderen, die für Finn arbeiten, gibt es u.a. in Feinde und Schurken oder in Abenteuern wie Fluch der Hexenkönigin, ...)

Ich kann diese "Fazination des Bösen", die Leute verleitet absolut böse Charaktere zu spielen oder absolut bösen Charakteren eine eigentlich nicht existierende menschliche Seite zu geben, nicht verstehen. Ich lehne sie sogar ab!
Du mußt es ja auch nicht verstehen oder mit Leuten spielen, die das machen wollen.
Nur behauptest du hier, es GEHT nicht von den offiziellen Regeln her, und das stimmt eben nicht.
Ja, Orks gehen nicht. Aber jede der Spielerrassen kann man auch so vom Charakter ausgestalten, daß die Figur absolut böse ist. Viele potentielle Handlungen sind vom Regelwerk abgedeckt. Abenteuerausgänge meist nicht. Aber das müssen sie ja auch nicht.

TrollsTime

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #22 am: 09 Jul 2019, 06:39:34 »
Mich stört stets Schwarzweißmalerei:
Einen voll loyalen Häscher von König Finn zu spielen, hätte ich auch keinen Bock.
Aber einen intriganten Häscher, der einfach ein größeres Stück vom Kuchen abhaben will? Evtl.
Einen Agenten, der mit Standard-SCs durch die Lande zieht? Evtl.
Einen Ehemaligen, der das große Zittern bekam und sich erst aus reiner Verzweiflung ein paar verwegenen Gestalten (gen. "Helden")anschließt? Gerne, siehe als grobes Beispiel StarWars Episode 7.

Natürlich hängt es auch etwas davon ab, ob man Standard-Abenteuer spielt oder Abenteuer in oder gegen Midstad.
Aber zumindest bei ersterem sehe ich kein Problem.
Zumal meine Überzeugung ist, dass wenn der -anfangs böse- SC mit anderen SCs mehrere Abenteuer durch Blut und Schweiß watet und man einander unzählige Male das Leben gerettet hat, dies ein sehr schöner, manchmal sogar zwingend logischer Grund ist,
die alten Prinzipien und Loyalitäten an den Nagel zu hängen oder zumindest hintan zustellen,
weil die Loyalität gegenüber der "Heldenbande" viel größer geworden ist.

Ich betrachte SC grundsätzlich als unglaubwürdig, die nach Jahren mit den gleichen Gefährten noch genauso gespielt werden mit exakt den gleichen Charakterzügen/Nachteilen/Loyalitäten wie am Anfang.
Und das gilt natürlich auch für "Häscher von König Finn". Solange dieser keine magische Kontrolle ausübt auf seine "Agenten"...

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ghost_of_darkness

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #23 am: 09 Jul 2019, 07:58:21 »
Also genau genommen geben die offiziellen Regeln (Achtung: Abenteuer sind nicht gleich Regeln) durchaus her, einen bösen Charakter zu spielen. Die Regel sagt nur, welche Schwierigkeit ich mit einem Angriff habe, um mein Ziel zu treffen. Ob es sich bei meinem Ziel für meinen Angriff nun um den bösen Schwarzmagier handelt, der die Welt versklaven oder vernichten will, den Bauern, der sich aus Hunger und Verzweiflung dazu entschlossen hat, mit seinen Kumpels das Nachbardorf zu überfallen oder das unschuldige Neugeborene, um danach sein Blut zu trinken und aus seinem Schädel ein Bonbon-Gefäß zu machen, ist den Regeln erst einmal ziemlich egal. So etwas unterliegt lediglich dem Konsens der Spielergruppe.
Ich persönlich habe ehrlich gesagt als Spielleiter relativ wenig Probleme, wenn ein Spieler meint, so einen "bösen" Charakter zu spielen, solange ihm bewusst ist, dass Handlungen eben Konsequenzen haben und auf jede Aktion eine entsprechende Reaktion folgt. Er kann gerne mordend und plündernd durch das Land ziehen, darf dann aber eben nicht überrascht sein, wenn irgendwann ein wütender Mob mit Fackeln und Mistgabeln vor ihm steht. Da ich als Spielleiter meinen Spielern eine relativ offene Welt gebe, in der sie sich erst einmal frei austoben können, aber die Welt eben entsprechend auf ihre Handlungen reagiert, sind ähnliche Situationen bei mir schon öfter vorgekommen und meine Spieler hatten damit bisher auch nie ein Problem ;)

Ob es nun vom Autorenteam beabsichtigt ist, dass die Spieler auch durch und durch böse Charaktere spielen, ist nochmal ein anderes Thema und steht auf einem anderen Blatt. Ich denke, hier sind sich tatsächlich die meisten einig, dass es zumindest nicht die ursprüngliche Intention der Autoren ist. Aber möglich ist es definitiv

EDIT: Und um auf das konkrete Einstiegsthema nochmal zu sprechen zu kommen: Wieso sollten die Häscher von Finn denn noch nicht zu spielen sein? Die Ausbildungsmodule sind im Endeffekt lediglich Vorschläge, das wurde ja immer wieder betont. Und was hindert mich daran, meinen Kämpfer/Mystischen Krieger/Ränkeschmied/Schattenklinge als Untergebenen von Finn zu spielen? Alles, was ich dafür machen muss, ist die entsprechende Kultur zu beachten und evtl. die Ressourcen etwas anpassen (Rang, um den offiziellen Stand in Finns Armee zu unterstreichen und eventuell ein negatives Ansehen fallen mir da vor allem ein).

ghost_of_darkness
« Letzte Änderung: 09 Jul 2019, 08:27:54 von ghost_of_darkness »
Das ist nicht die Signatur, die ihr sucht...

Dahrling

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #24 am: 09 Jul 2019, 08:18:10 »
Was ist denn ein böser Charakter?

Ich habe einen totalen Egoisten, ohne irgenwelche moralischen Bremsen. Der hat nichts "Böses" im Ziel - aber dem ist es egal, wen er tötet solange er glaubt dadurch einen Vorteil zu haben. - Ja, manchmal muss ich ihm seine Motivation vorgeben - z.B. die Mitspieler nicht zu töten, sondern weiterhin zu glauben, dass es ihm zum Vorteil gereicht mit ihnen zusammen zu arbeiten (und ihnen vorzugaukeln gar nicht so böse zu sein). Aber Motivation für einzelnen Abentuer usw. muss ich bei jedem einzelnen "guten" Charakter den ich besitze auch oft genug vorgeben.

Ich sehe ihn als bösen Charakter an - und es war weder ein Problem ihn mit den Regeln zu erstellen noch musste ich irgendwas dem Regelwerk hinzufügen um ihn spielen zu können.

Leben vor Sterben. Stärke vor Schwäche. Reise vor Ziel. - Brandon Sanderson

TrollsTime

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #25 am: 09 Jul 2019, 08:30:42 »
Ich mag "echte böse" Charaktere nicht. Ich mag solche Abenteuer nicht.
Was ich sehr gerne mag, sind böse Charaktere, die aus egoistischen Gründen oder um des eigenen Überlebens willen, Gutes tun.
Ich mag gute Charaktere, die aus falschen Gründen was böses tun.
Gewalt als Problemlösung.
Diebstahl, Einbruch.
Intrigen durch oder mittendurch die Charaktere. Alles iO.
Aber Mord um des Mordens willen und andere Schwerverbrechen, ne tut mir leid.

Sicher Geschmacksache. Himmel, ich hatte mal einen Troll gespielt, der sich aus einem Assassinen ein ausgestopftes Kuscheltier gebastelt hat. Aber heute ließe mich der Casus würgen. Und auch damals war immer klar, dass der Troll gelinde gesagt "verrückt" war (Chaosmagier, Chaospriester bei AD&D).

Folterungen spare ich meist aus oder umschreibe sie lediglich.

Hier sprechen wir aber eher von Stilmitteln bzw "Wie explizit hätten's denn gerne?". Weniger von der Sache an sich.

Dass die Helden auch mal Dinge tun, die ich als irdischer Wohlstandsbürger aus diversen Gründen ablehne, sollte selbstverständlich sein.
Aber ich mag keine Exzesse.

Sofern ein "Häscher König Finn's" diesen meinen Maximen genügt, hätte ich mit ihm genausowenig Probleme wie mit Assassinen, Berserkern, Leichenfleddern auf der einen Seite und "Paladinen(tm)", Gesetzespriestern und zum Pazifismus neigenden Heilern auf der anderen Seite.

Hauptsache der Charakter eignet sich hirneichend für die meisten Abenteuer (Gelegentliche Slapstickstolperei ist aber gestattet) und der Spieler findet einen Grund grundsätzlich mit den anderen Charakteren und damit den anderen Spielern(!) zusammen zu arbeiten.
----

Beispiel:
Unser Gruppenpriester/heiler ist ein Anhänger der "Herrin vom feuchten Grab". Diese selbst erfundene Gottheit ist stark angelehnt an die "gefallene/bösartige/dämonische" (je nach Auslegung) Charybda aus dem DSA-Universum.
Zu keinem Zeitpunkt hatten wir innerlorakisch die Illusion, die göttliche Dame sei "nett". Ein düsterer Priester also.
Dank Schattenmagie o.ä. wirkt er im Kampf eher wie ein "Schwertdämon aus dem Schatten" als wie ein hilfloser Kleriker, der aus der Not heraus zur Waffe greift.
Aber
-- er ist der Gruppenheiler
-- er hat uns ein ums andere Mal das Leben gerettet
-- er ist der gebildete Ansprechpartner
-- kurz: Wir brauchen ihn
-- außerdem: Er lehnt Menschenopfer ab
Und daher ist er mittlerweile wider willen sogar der geistige Führer meines Gnomberserkers

Passt scho!
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Loki

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #26 am: 09 Jul 2019, 08:43:37 »
Die Splittermond-Autoren stellen den Spielern einen großen Bottich mit Knetmasse hin. In einem Regal stehen ein paar Knetfiguren als Beispiele dafür, was man aus der Knetmasse machen kann: Ein paar Blümchen, Regenbögen und Ponys. Zusätzlich gibt es ein paar Leitfäden, was man mit diesen Blümchen, Regenbögen und Ponys tun kann.

Es gibt kein Regal mit Knetfiguren, die Mord und Totschlag zeigen. Aber man muss sich nur ein bisschen Knete nehmen und kann damit machen, was man will.
„Erfahrung ist fast immer die Parodie auf die Idee.“
- Johann Wolfgang Goethe

barbarossa rotbart

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #27 am: 09 Jul 2019, 16:16:09 »
Das mag alles stimmen aber leider wird da eine Sache übersehen, nämlich die Angaben in den einzelnen Büchern, die explizit besagen, dass bestimmte Ausbildungen/Traditionen/etc. nicht für Spieler bestimmt sind1 und deshalb nicht mit genauen Werten versehen wurden2. Dies sieht für mich ganz klar nach einem strickten Verbot aus. Und so etwas macht aus Sinn, denn die betreffenden Organisationen sind als reine Antagonisten ausgelegt. Was bedeutet, dass die Abenteurer früher oder später in Konflikt mit diesen Organisationen geraten.

Was bedeutet dies für einen Häscher Finn von Harrebergs? Es ist durch aus als Antiheld spielbar. Vielleicht sogar auch als Held, der mit seiner dunklen Vergangenheit gebrochen hat. Aber es gibt bisher keine offiziellen Ausbildungsvarianten und auch keine Beschreibung seiner Organisation.

@TrollsTime
Ich stimme Dir da voll und ganz zu. Nur eine Sache, Götter müssen nicht 'nett' sein. 'nett' ist keine Gesinnung. Eine finstere Gottheit mag durch aus 'gut' sein. Und eine scheinbar 'nette' Gottheit mag in Wahrheit absolut böse sein (siehe die verschiedenen Masken der Gefallenen, deren Priester z.T. als SC zugelassen sind.) Der Priester in eurer Gruppe fällt da wirklich nicht aus dem Rahmen.

1 Bisher betrifft dies nur Iosaris-Priester und Orks. Das Fehlen einer Beschreibung in einem Quellenbuch ist noch kein Verbot.
2 Was auch wieder Sinn macht, da NSCs nicht den gleichen Regeln folgen müssen wie SCs.



Saint Mike

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #28 am: 09 Jul 2019, 16:36:25 »
... Dies sieht für mich ganz klar nach einem strickten Verbot aus. ...
2 Was auch wieder Sinn macht, da NSCs nicht den gleichen Regeln folgen müssen wie SCs.[/size]
Schon ne sehr krasse Auslegung. Bei (SpliMo-) Orks gehe ich gern noch mit, aber bei Iosaris Priestern & Midstadt auf Seiten Finns bin ich da deutlich flexibler und sehe das eher als Empfehlung.

Midstadt eignet sich für Robin Hood Abenteuer auf der einen und für Post- ursupatorische Szenarien (Beispiel Rom, Wikingerraubzüge nach Häuptlingswechsel, inquisatorische Abenteuer oder Mittelalterähnliche Szenarien ala Kreuzzüge) auf der anderen Seite. Manchmal muss das "Recht" eben mit auch harter Hand durchgesetzt werden, strikt "Gut oder Böse" liegt halt nicht jeder Gruppe. Der Sieger schreibt ja eh die Geschichte.

Gott sei Dank kann das ja jede Gruppe selbst regeln ;)
---
"...und der Ehre geht Demut voran." - Die Bibel, Sprüche 15,33

Loki

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #29 am: 09 Jul 2019, 16:42:38 »
Die Splittermond-Autoren, und soweit es meine Erfahrung betrifft, generell Rollenspiel-Autoren, sprechen keine Verbote aus. Das würde auch gar keinen Sinn ergeben, denn sie könnten ja gar nicht sicherstellen, dass sie eingehalten werden. Sie sagen lediglich: "Wir empfehlen es nicht, einen Jünger der Iosaris (oder einen Ork) zu spielen".  Trotzdem stellen sie den Kult (und auch Orks, wenn auch als Gegner) ausführlich vor. Also wenn ich Redakteur wäre und wollte die Spieler meines Systems aktiv davon abhalten, einen Iosaris-Priester zu spielen, würde ich definitiv keine Kultbeschreibung liefern und auch keine Iosaris-Anhänger als NSC, an deren Werten man sich orientieren könnte. Ich würde den Kult gelegentlich als finstere Bedrohung einbringen und ansonsten totschweigen.

Die Abwesenheit einer Ausbildungsvariante ist ein Hinweis auf die Meinung der Autoren. Aber Meinungen sind eben Meinungen. Denen kann man zustimmen oder halt nicht.

LG
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- Johann Wolfgang Goethe