Autor Thema: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?  (Gelesen 1109 mal)

Neruul

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Diese Frage stellte sich mir, nachdem Quendan die vorkommenden Organisationen des Bandes zu den „Lorakischen Organisationen“ vorstellte. Eine dieser Fraktionen sind die Freischärler von Helmark.

Ich bin mal gespannt, ob es (in einem Midstad-Quellenband oder einer anderen Publikation) Ausbildungsvarianten gibt, die eher auf Seiten von König Finn stehen.

Einige der bisher für Midstad verfügbaren Ausbildungsvarianten sind ja zurzeit eher gegen den König eingestellt (Die Hexen, weil Finn den Hekaria-Kult entmachtet hat und seine Anhänger verfolgt. Und die oben genannten Freischärler von Helmark klingen auch nicht gerade nach königstreuen Truppen.)

Generell haben wir ja bereits etwas „dunklere“ Ausbildungen (z.B. den Kultist im Götterband) oder Ausbildungsvarianten (Carans Assassinen, die ebenfalls im Band der Lorakischen Organisationen (und auch Im Selenia-Band) enthalten sind.)

Auch der Band der Arwinger Mark machte bereits deutlich, dass selbst der Rat der Adligen unter Führung von Melinde von Garinsfels gegeneinander intrigiert.

Auf der anderen Seite haben wir bereits im „Diener der Götter“ den Hinweis, dass Diener einer bestimmten Gottheit nicht als Spielercharaktere vorgesehen sind.

Gibt es bereits Pläne, Ausbildungsvarianten einzuführen, die eher auf Seiten von König Finn stehen (z.B. in einem Midstad-Quellenband)?
Oder sind „Gefolgsleute“ König Finns ebenfalls nicht als Spielercharaktere vorgesehen?

Weltenwanderer

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #1 am: 20 Feb 2019, 08:09:24 »
Gute Frage! Ich kommentiere mal, um auf dem Laufenden zu bleiben. :) grundsätzlich bin ich ja eher kritisch, wenn bestimmte Charakterideen vom Regelwerk *verboten* werden. Weshalb sollte nicht auch eine Ork-Kampagne o. Ä. gespielt werden? Wäre hier auf Eure Meinungen und Erfahrungen gespannt. Die Midstadt-Häscher als Ausbildung ließen sich freilich auch sehr leicht Marke Eigenbau zusammenstellen, indem einfach eine vergleichbare Ausbildung umbenannt wird.

TrollsTime

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #2 am: 20 Feb 2019, 08:38:38 »
Gute Frage! Ich kommentiere mal, um auf dem Laufenden zu bleiben. :) grundsätzlich bin ich ja eher kritisch, wenn bestimmte Charakterideen vom Regelwerk *verboten* werden. Weshalb sollte nicht auch eine Ork-Kampagne o. Ä. gespielt werden? Wäre hier auf Eure Meinungen und Erfahrungen gespannt. Die Midstadt-Häscher als Ausbildung ließen sich freilich auch sehr leicht Marke Eigenbau zusammenstellen, indem einfach eine vergleichbare Ausbildung umbenannt wird.
Weil Orks bei Lorakis eher bösartige Dämonen und Feen sind als Humanoide Wesen. Und das sage ich als jemand, der Orks in anderen Systemen gerne in Schutz nimmt.

Vom Grundsatz stimme ich dir aber zu:
A) Alles, was nicht "explizit böse" ist,
B) Alles, was zwar laut Hintergrundsetzung als "böse" gesetzt wurde, diese Setzung aber aus Gedanken der Authenzität/Ingame-Realismus blabla unsinnig wird (sei es grundsätzlich oder zumindest auf das Individuum bezogen),

sollte grundsätzlich eher in Richtung Spielbarkeit geschoben werden, sofern nicht auch andere Gründe dagegen sprechen.

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Loki

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #3 am: 20 Feb 2019, 08:49:40 »
Ich sehe das wie Weltenwanderer.

Gerne mehr "böse" Rassen, Priester, Ausbildungen, etc. Was damit am Ende dann gemacht wird, ist ohnehin jeder Spielgruppe selbst überlassen. Eine Ork-Kampagne, eine Sondertruppe mit Sonderaufgaben im Auftrag König Finns oder eine Gruppe aus Iosaris-Akolythen - wenn alle Spaß daran haben, ist doch alles möglich. Im Zweifel muss man eben ein, zwei Dinge anpassen.

LG
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Gregorius

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #4 am: 20 Feb 2019, 09:00:26 »
Zumal es ja dann erst mal nur eine Ausbildung und ein Hintergrund ist. Die Frage wäre ja nicht, kann ich jemanden spielen, der unter XYZ (ohne Orks?) gelebt/gewirkt/gearbeitet hat, sondern wie würde ich einen Helden spielen, der noch im Dienst von XYZ steht.

Wir wurden mal gefragt, ob es für die Gruppe OK wäre einen (aktiven) Scharfrichter zu spielen und daran sind berechtigte Zweifel geäußert worden. Wir haben uns dann auf einen Scharfrichter-Gesellen geeinigt, dem im entscheidenden Moment die Nerven durchgegangen sind. Das hatte weniger etwas mit gut/böse zu tun, sondern mehr mit der Tatsache, dass wir nicht ständig die merkwürdigsten Begründungen hören wollten, warum der Scharfrichter nicht bei Hofe weilt, sondern in der Weltgeschichte herumzieht.
« Letzte Änderung: 20 Feb 2019, 09:03:04 von Gregorius »
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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #5 am: 20 Feb 2019, 10:02:36 »
Also es ist ja immer ne "Welt"-Frage und keine Regelfrage, welche Ausbildungen in Publikationen auftauchen. Im GRW gibt es mit der "Freien-Erschaffung" ja die Regeln nach denen alle Ausbildungen erstellt werden, also wenn man jetzt einen Iosaris-Priester spielen möchte kann man sich ja durchaus das selbst zusammenbasteln.
Zumindest bisher scheint es aber so zu sein, dass die Bücher eher dazu tendieren von "guten" Charakteren auszugehen. Wobei gut hier auch zwielichtige Diebe o.a. mit einschließt, nur halt wirklich böse charaktere nicht bedacht werden. Ich geh also davon aus, dass die Häscher vom paranoiden Tyrannen Finn eher nicht als Ausbildungsvariante auftauchen werden und man solche Abenteuer und Gruppen mit den Regeln dann eben selbst erstellen muss.
Persönlich find ich das völlig okay so.
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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #6 am: 20 Feb 2019, 10:25:29 »
Zumal es ja dann erst mal nur eine Ausbildung und ein Hintergrund ist. Die Frage wäre ja nicht, kann ich jemanden spielen, der unter XYZ (ohne Orks?) gelebt/gewirkt/gearbeitet hat, sondern wie würde ich einen Helden spielen, der noch im Dienst von XYZ steht.

Wir wurden mal gefragt, ob es für die Gruppe OK wäre einen (aktiven) Scharfrichter zu spielen und daran sind berechtigte Zweifel geäußert worden. Wir haben uns dann auf einen Scharfrichter-Gesellen geeinigt, dem im entscheidenden Moment die Nerven durchgegangen sind. Das hatte weniger etwas mit gut/böse zu tun, sondern mehr mit der Tatsache, dass wir nicht ständig die merkwürdigsten Begründungen hören wollten, warum der Scharfrichter nicht bei Hofe weilt, sondern in der Weltgeschichte herumzieht.
Tatsächlich findet man für den reisenden Scharfrichter eine gute Begründung im Abenteuer "Ein Funken Hoffnung": Nur bestimmte Scharfrichter dürfen Adlige hinrichten. Auf der Reise zur nächsten Exekution passieren dann Abenteuer...

Bei Rassen und/oder Ausbildungen mit moralisch fragwürdigen Charakter sind zwei Sachen essentiell. Die Gruppentauglichkeit und das Potential für Charakterentwicklung. Egal ob gut oder böse, wenn ein SC aufgrund seiner extremen Natur sich allen Erfahrungen, die ihn verändern könnte, verweigert, ist er langweilig. Und wenn er andere SCs darin behindert, ihr Spotlight zu erhalten, stört er.

Das muss nicht bedeuten, dass man so einen Charakter überhaupt nicht spielen kann, aber man sollte ihn vielleicht besser nicht so spielen, wie er sich selbst spielen würde. Man sollte diese Charaktere daher mit Distanz spielen und nicht immersiv!



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Weltenwanderer

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #7 am: 20 Feb 2019, 12:12:53 »
Vielleicht wäre es auch eine tolle Idee für eine Kampagne, wenn die Helden erst nach und nach durchschauen, dass sie auf der falschen Seite stehen. Oder sie sind Pragmatiker und wissen, dass König Finn zwar ein Widerling ist, aber immerhin für Stabilität sorgt. Vielleicht ist es wirklich richtig gewesen, die Hexen zu entmachten - ggf. hatten sie einen üblen Feenpakt abgeschlossen? Und ob es so gut wäre, wenn Midstad als Kolonie von Selenia geschluckt wird? Also beißen die Helden in den sauren Apfel und können so vom SL mit Geqissenskonflikten herrlich gequält werden (sollen sie, wie befohlen, ein Bauernhaus abbrennen, weil der Bauer die Freischärler unterstützt etc.).
« Letzte Änderung: 20 Feb 2019, 12:14:51 von Weltenwanderer »

SeldomFound

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #8 am: 20 Feb 2019, 15:17:29 »
Vielleicht wäre es auch eine tolle Idee für eine Kampagne, wenn die Helden erst nach und nach durchschauen, dass sie auf der falschen Seite stehen. Oder sie sind Pragmatiker und wissen, dass König Finn zwar ein Widerling ist, aber immerhin für Stabilität sorgt.


Der ganze Punkt von Finn ist, dass er eben genau das nicht tut. Er ist ein furchtbarer Herrscher, der alles an die Wand fährt, deshalb hat er ein sehr geringes Ansehen. Sowie Zwingard ganz bewusst als das klassische heroische Fantasy-Setting gedacht ist, ist Midstad das klassische Robin-Hood-Setting. Und ich halte es für wichtig, dass dies beibehalten wird! Ich will nicht schon wieder irgendein Games-of-Thrones-Ableger, ich will wieder ein Erol-Flynn-/Kevin-Costner-Ableger.

Für solche moralisch schwierige Plots empfiehlt sich eher Zhoujiang, wo keine der drei Parteien ausschließlich gut oder böse ist.





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« Letzte Änderung: 20 Feb 2019, 15:27:02 von SeldomFound »
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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #9 am: 12 Mai 2019, 18:52:48 »
Zunächst Danke für Eure Beiträge.

Heute habe ich mir den Workshop zum Mertalia-Band angesehen, in dem deutlich herausgestellt wurde, dass der mertalische Städtebund eine Spielwiese für städtische Intrigen werden wird.
Auch die Unterstadt von Ioria oder die Stadt Runhag in der Arwinger Mark (oder gar die Arwinger Mark an sich) sind vermutlich geeignetere Pflaster, in denen es kein klares schwarz und weiß gibt, und die Abenteurer sich eventuell auf der "dunklen" Seite wiederfinden könnten.

Und wie SeldomFound bereits erwähnte, wird Midstad eher ein Robin Hood-Setting werden.

Im Nachgang betrachtet, würde König Finn tatsächlich einen "schwierigen" Auftraggeber, aber umso mehr einen hervorragenden Antagonisten abgeben.

Neben Robin Hood kommt mir als Vergleich auch Star Wars (Rebellen vs. galaktisches Imperium) in den Sinn, da dort ebenfalls eine kleine Gemeinschaft gegen einen mächtigen bösen Herrscher antritt.
Und vielleicht könnte hinter König Finn eine mächtigere Person stehen, die die Widerständler ebenfalls vernichten will. Ähnlich wie in der X-Wing Serie von Star Wars
("Darth Vader und der Imperator sind tot, das Imperium hat eine vernichtende Niederlage erlitten. Doch auf Coruscant, im Herzen des alten Imperiums, sitzt Ysanne Isard wie eine Spinne im Netz ihrer Intrigen, die die noch junge Republik vernichten sollen. ...")
« Letzte Änderung: 12 Mai 2019, 21:47:40 von Neruul »

barbarossa rotbart

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #10 am: 08 Jul 2019, 15:12:05 »
Aber selbst bei Star Wars gibt es Leute, die unbedingt Imperiale spielen wollen...  ::)
Von dieser "Faszination des Bösen" halte ich eher garnichts. Und daher finde ich es auch gut, dass die wirklich Bösen in einer normalen Kampagne nicht als SCs zugelassen sind. Und dazu gehören auch die Handlanger Finns, weil sie es nämlich besser wissen müssten. Während viele Priester Iosaris überhaupt nicht wissen, wem sie da in Wahrheit eigentlich dienen, was sie wiederum spielbar macht.

Bei Splittermond* geht man eigentlich davon aus, dass die SCs alle eine eigentlich eher gute Gesinnung haben. Es gibt keine wirklich bösen SCs. Selbst der selbstsüchtigste und unzuverlässigste SC steht am Ende auf der Seite der Guten.

* Das gilt auch für die meisten Rollenspiele. Ein Grund weshalb im organisierten Spiel bei Pathfinder und Starfinder böse SCs nicht zugelassen sind,und bei D&D rechtschaffen böse SCs noch gerade so erlaubt sind.

Sturmkorsar

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #11 am: 08 Jul 2019, 15:31:33 »
Bei Splittermond* geht man eigentlich davon aus, dass die SCs alle eine eigentlich eher gute Gesinnung haben. Es gibt keine wirklich bösen SCs. Selbst der selbstsüchtigste und unzuverlässigste SC steht am Ende auf der Seite der Guten.
Was offizielle Abenteuer angeht hast du recht.
Ansonsten ist die Aussage - wie in allen Rollenspielen - Unsinn. Ob gut oder böse entscheiden die Spieler und der Spielleiter. Niemand sonst. Die Regeln geben keine Gesinnung vor. Wenn die Gruppe unbedingt "böse" Charaktere spielen will und sich in den Punkt alle einig sind, können sie das mit den bestehenden Regeln problemlos tun.

barbarossa rotbart

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #12 am: 08 Jul 2019, 16:47:00 »
Was offizielle Abenteuer angeht hast du recht.
Ansonsten ist die Aussage - wie in allen Rollenspielen - Unsinn. Ob gut oder böse entscheiden die Spieler und der Spielleiter. Niemand sonst. Die Regeln geben keine Gesinnung vor. Wenn die Gruppe unbedingt "böse" Charaktere spielen will und sich in den Punkt alle einig sind, können sie das mit den bestehenden Regeln problemlos tun.
Die Aussage ist kein Unsinn, denn man erkennt an den Regeln schon, dass böse SCs eigentlich nicht vorgesehen sind. Es gibt keine wirklich bösen Kulturen und Ausbildungen. Iosaris und ihr Kult wird zwar in Diener der Götter genauer beschrieben, aber gleichzeitig steht dort explizit, dass ihre Priester nicht als Spielercharaktere vorgesehen sind (außer es handelt sich um einen Kult, der heimlich von Iosaris übernommen wurde, also die SCs nicht wissen, wem sie da wirklich dienen). Aus dem gleichen Grund fehlen in Die Magie auch Ausbildungen für die magische Tradition der Orks. Und deshalb fehlen auch böse Organisationen in Banden & Orden. Splittermond schränkt hier die Spieler absichtlich ein.
Hättest Du recht, gäbe es Ausbildungen für wissentliche Iosaris-Priester, Zauberer der Orks oder Handlager des Königs von Midstad. Zum Glück gibt es diese nicht. Sie sind auch nicht notwendig, da NSCs nicht den gleichen Regeln folgen müssen wie SCs.

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #13 am: 08 Jul 2019, 17:22:45 »
Die Aussage ist kein Unsinn, denn man erkennt an den Regeln schon, dass böse SCs eigentlich nicht vorgesehen sind. Es gibt keine wirklich bösen Kulturen und Ausbildungen. Iosaris und ihr Kult wird zwar in Diener der Götter genauer beschrieben, aber gleichzeitig steht dort explizit, dass ihre Priester nicht als Spielercharaktere vorgesehen sind (außer es handelt sich um einen Kult, der heimlich von Iosaris übernommen wurde, also die SCs nicht wissen, wem sie da wirklich dienen). Aus dem gleichen Grund fehlen in Die Magie auch Ausbildungen für die magische Tradition der Orks. Und deshalb fehlen auch böse Organisationen in Banden & Orden. Splittermond schränkt hier die Spieler absichtlich ein.
Hättest Du recht, gäbe es Ausbildungen für wissentliche Iosaris-Priester, Zauberer der Orks oder Handlager des Königs von Midstad. Zum Glück gibt es diese nicht. Sie sind auch nicht notwendig, da NSCs nicht den gleichen Regeln folgen müssen wie SCs.
Pauschale Aussagen wie "Es gibt keine wirklich bösen SCs. Selbst der selbstsüchtigste und unzuverlässigste SC steht am Ende auf der Seite der Guten." sind in der Tat Unsinn, denn das setzt Kenntnis von allen Splittermondrunden Deutschlands und ROW voraus. Und ein einziges Gegenbeispiel widerlegt deine Aussage. Nur weil es von Splittermond nicht vorgesehen ist, heisst noch lange nicht dass es böse SCs nicht gibt.
Für Fetzenstein! Nieder mit Knax!

Xandila

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Re: Die Häscher von König Finn - wird man sie spielen können?
« Antwort #14 am: 08 Jul 2019, 17:27:16 »
Du widersprichst Sturmkorsar aber gerade nicht, sondern redest an ihm vorbei, barbarossa.
Richtig, offizielle Ausbildungen für bewußt und ausschließlich böse Chars gibt es nicht, was in offiziellen Abenteuern ja auch überaus ungünstig wäre.
Aber böse Chars aus den verfügbaren Spielerrassen sind problemlos zu basteln und zu spielen. Ja, es ist nicht jedes mögliche Detail jeder möglichen Organisation, von der sie Teil sein könnten, festgelegt - aber es gibt ja auch genug spielbare Kulte und Organisationen, für die das auch nicht gilt, und man etwas improvisieren oder sich an vorhandenen orientieren muß.

Wenn Spieler und Sl sich einig sind, spricht daher tatsächlich gar nichts dagegen, eine Gruppe böser Chars zu spielen.
Da die Generierung auch freie Ausbildungen vorsieht und wie du ja schon bemerkst, NSCs denselben Regeln folgen, ist das auch regeltechnisch kein Problem, jemand Bösen zu basteln, der einer der fünf vorgesehen Rassen angehört. Tatsächlich gibt es auch jetzt schon einige Ausbildungen, deren Fähigkeiten und deren Textbeschreibung erstmal nichts darüber aussagt, ob die Person damit Gutes oder Böses tut.

Orks sind tatsächlich eine andere Geschichte, wenn man die spielen will, muß man sich erst einiges zusammenbasteln. Aber auch dazu gibt es mittlerweile einige Ideen im Forum.

Aber was deine Formulierung "zum Glück gibt es diese nicht" angeht:
Soll doch jeder so spielen, wie er Spaß daran hat! Du mußt ja nicht mit jedem spielen oder jeder mit dir, auch auf Cons nicht ;) (und spricht nichts dagegen, für Cons grobe Tischregeln festzulegen, was in dem Abenteuer erlaubt und erwünscht ist und was nicht)
Eine überaus spaßige Gruppe hatte ich zB mal, als meine heimische Runde eine zeitlang bei DSA Magierschüler in Brabak gespielt hat, und da wirklich böse Dinge gemacht hat - oder es zumindest versucht, vieles ist nicht an der nicht vorhandenen Boshaftigkeit der Adepten, sondern an ihren noch mangelnden Fähigkeiten gescheitert.