Umfrage

Wie hat dir das Abenteuer "Die Narren von Aylantha" gefallen?

Note 1
2 (16.7%)
Note 2
5 (41.7%)
Note 3
2 (16.7%)
Note 4
2 (16.7%)
Note 5
1 (8.3%)
Note 6
0 (0%)

Stimmen insgesamt: 12

Autor Thema: Die Narren von Aylantha / Bewertung & Rezensionen  (Gelesen 1886 mal)

Thallion

  • Moderator
  • Full Member
  • *****
  • Beiträge: 243
    • Profil anzeigen
Hier könnt ihr eure Meinung zum Abenteuer Die Narren von Aylantha abgeben.
Das Ganze ist im Splittermond Shop als Buch oder als PDF erhältlich.

Wiki-Artikel
Die Narren von Aylantha

Abenteuer-Übersicht
Hier gelangt ihr zu der Auswertung und Übersicht bereits bewerteter Abenteuer:
https://rollenspiel-bewertungen.de/splittermond/abenteuer/

Klappentext:
Jährlich findet in Aylantha, der geschäftigen Hafenmetropole des Mertalischen Städtebunds, der beliebte Talentwettbewerb Schatz von Mertalia statt. Gaukler und Barden, Kunstinteressierte und zahlreiche Glücksritter lassen die Stadt mit Ausgelassenheit und Frohsinn aus den Nähten platzen. Doch brechen zeitgleich auch Tage der Missgunst und des Neids an, will doch jede Metropole des Städtebunds ihren eigenen Favoriten auf dem Siegertreppchen sehen – und ist bereit, dafür auch unlautere Mittel einzusetzen, ja, sich sogar insgeheim gegen den Willen von Herzog Gaspar IV. zu wenden, dem Oberhaupt Aylanthas –  der deswegen stets wackere Abenteurer für seinen Schutz in Dienst nimmt.

In Die Narren von Aylantha besuchen die Abenteurer die Geburtstagsfeier von Herzog Gaspar VI. und sind anschließend auch beim dreitägigen Talentwettbewerb Schatz von Mertalia zugegen. Am zweiten Tag des Wettbewerbs wird der Herzog am helllichten Tag während der Feierlichkeiten entführt. Im weiteren Verlauf haben die Abenteurer die Möglichkeit, den Herzog wieder ausfindig zu machen und hoffentlich wohlbehalten zurückzubringen, während sie von verwirrenden Hinweisen, Unruhen in der Stadt und den Aufregungen des Wettbewerbs daran gehindert werden. Doch wem können sie auf ihrer Suche vertrauen? Es ist schwer, Freund und Feind hinter all den Masken und Verkleidungen voneinander zu unterscheiden …

Allgemeine Informationen

Name: Die Narren von Aylantha

Heldengrad: 2 (Wanderer)

Startpunkt: Aylantha (Mertalischer Städtebund)

Zeit: Sommer zwischen 991 und 995 LZ

Abenteuerstil

Linearität: 4 von 4

Detailgrad: 3 von 4

Hintergrundwissen: 1 von 4

Wichtige Handlungselemente

Humor: 3 von 4

Intrige: 2 von 4

Kampf: 1 von 4

Recherche: 3 von 4

Soziale Interaktion: 4 von 4

Urban: 4 von 4

Xornim

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
    • Profil anzeigen
Re: Die Narren von Aylantha / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #1 am: 20 Mai 2019, 11:06:09 »
Habe das Abenteuer innerhalb meiner Kampagne geleitet und fand es großartig. Die beschreibungen sind super, die Struktur grundlegend übersichtlich, doch abhängig von den Spezialitäten der Spieler und deren Interesse gibt es so viele verschiedene herangehensweisen an dieses Abenteuer.
Hab eine 1 gegeben.

Loki

  • Korsaren
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 2.769
  • Q: Sein v ¬Sein
    • Profil anzeigen
    • Google
Re: Die Narren von Aylantha / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #2 am: 24 Jan 2021, 21:20:27 »
Ich habe das Abenteuer heute an einem Tag geleitet.

Insgesamt waren sowohl meine Spieler als auch ich vom Abenteuer etwas enttäuscht. Obwohl wir alle viel Potenzial in der Stadtbeschreibung und dem Plot selbst sehen, sind wir der Meinung, dass hier leider viel davon verschenkt wurde.

Es fängt schon beim Einstieg an: Keiner der drei Einstiege befähigt die Abenteurer, sich im Nachhinein frei in der Stadt zu bewegen. Als Leibwache (egal ob für einen der Juroren oder den Herzog selbst) ist man an den Auftraggeber gebunden und wird sich nicht so ohne Weiteres von ihm entfernen, um Nachforschungen anzustellen. Die Teilnahme am Schatz von Mertalia scheint mir - zumindest außerhalb einer längeren Kampagne, also als spontane Spielrunde - nicht realistisch möglich zu sein (immerhin sind die Teilnehmer zu dem Zeitpunkt ja bereits gesetzt). Und selbst wenn einer der Abenteurer teilnimmt, erklärt das nicht, wie die anderen Abenteurer ins Abenteuer kommen. Zum Geburtstag Gaspars wird man aber nicht eingeladen, wenn man nicht jemand von Rang und Ansehen ist. Und auch beim Künstlerwettbewerb selbst kommt man ja nicht in die Nähe des Herzogs bzw. seines Sohnes, wenn man zum gemeinen Pöbel gehört. Man benötigt für die Teilnahme also schon eine hervorstehende Rolle, die einen dann aber wiederum sehr stark eingeschränkt. Hilfe vom Autor für den Spielleiter hätte ich hier gut gefunden - einen anderen Weg, auf den Geburtstag zu kommen z.b.

Der Schatz von Mertalia ist als Wettbewerb bis ins allerletzte Detail ausgearbeitet - nicht nur Juroren, Mäzene und Künstler, sondern auch die einzelnen Vorführungen sind ausformuliert. Zwar steht dabei, dass diese auch weggelassen werden können (was ich mangels Interesse am 2. Tag dann auch gemacht habe), aber damit schrumpft das Abenteuer auf einen im Prinzip recht linearen und simplen Detektiv-Plot mit 4 oder 5 Stationen. Dementsprechend ist es eigentlich kein Wunder, dass man das Abenteuer mühelos an einem Tag durchspielen kann - ein erheblicher Teil der Seiten, die in anderen Abenteuern für Plotwendungen verwendet werden, werden hier mit dem Wettbewerb gefüllt, der für den Plot fast keine Rolle spielt. Auch die Idee, die Spieler als Juroren abstimmen zu lassen, rettet die Sache leider nicht. Was dagegen nett wäre, wäre, wenn einer der Abentuerer tatsächlich selbst am Schatz von Mertalia teilnehmen könnte (siehe oben). Über die meisten vorgelesenen Vorstellungen waren die Spieler auch eher irritiert als amüsiert.

Es fehlt an einigen Stellen Hilfe für den Spielleiter, wenn die Abenteurer dann doch vom recht stringenden Pfad abweichen. Beispielsweise hatte in meiner Runde ein in der Empathie sehr befähigter Abenteurer den Herzogssohn nach der Entführung des Doppelgängers direkt mit Empathie untersucht und so gut gewürfelt, dass er das wahre Motiv auf jeden Fall herausgefunden hätte. Unter den Umständen wäre natürlich keiner der Abenteurer mit ihm mitgeritten, um die Entführer zu stellen (an dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass der typische Abenteurer weder ein Pferd hat noch den Tierführung-Wert, um mit einem Pferd schnell zu reiten - die Idee, dass die Abenteurer also gesammelt dem Herzogssohn hinterher reiten, ist also reichlich absurd).

Auch gefehlt hat es an "Randbegegnungen" in der Art von Biribosch und den Zankbratzen. Ein paar mehr Situationen, um Flair in die Stadtbeschreibung zu bringen, wären sehr gut gewesen. Ebenfalls vermisst habe ich ein paar Vorschläge oder Anregungen für "persönliche Intrigen", für die es ja sogar extra Erfahrungspunkte gibt. Wenn man hier als SL vom Autor ein paar Hinweise und mögliche Aufhänger bekäme, würde das wiederum auch zu mehr Spiel führen.

Dell als Verkörperung des (gescheiterten) Mertalischen Traums kam bei den Spielern hingegen sehr gut an und ich bin froh, ihn eingebracht zu haben.

Mein Feedback zusammengefasst:

Positiv
  • Eine richtig gute Stadtpräsentation (Karte + Legende)
  • Ein spannender und atmosphärischer Plot
  • Coole NSC (vor allem Dell!)

Negativ
  • Sperriger Einstieg
  • Zu großer Fokus auf Wettbewerbsbeiträgen
  • Kaum Freiheiten im Plot
  • Wenig Hilfe für den Spielleiter (was tun gegen Empathie-Proben zur falschen Zeit?)
  • Charaktere können nicht am Mertalischen Traum teilnehmen?

Insgesamt gebe ich dem Abenteuer eine 3(+). Man hätte wirklich einiges aus dem Plot machen können, hätet man weniger Fokus auf den Wettbewerb gelegt oder hier mehr Einflussmöglichkeiten für die Charaktere geschaffen.
« Letzte Änderung: 24 Jan 2021, 23:40:04 von Loki »
„Erfahrung ist fast immer die Parodie auf die Idee.“
- Johann Wolfgang Goethe