Autor Thema: Monster-Montag: Der Fleischgolem  (Gelesen 258 mal)

SeldomFound

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Monster-Montag: Der Fleischgolem
« am: 29 Okt 2018, 00:59:52 »
Stellen wir uns einen mutigen Priester der Tayru vor, der, geschützt durch die Macht seiner Sonnengöttin, unbeschadet durch die Horden von Untoten wandeln kann. Er steht nun vor dem finsteren Magier, der von einer monströs aussehenden Abnormität beschützt wird. Mutig stellt sich der Priester der Kreatur hingegen, schleudert ihr seine mächtigste Bannzauber gegen untote Wesen entgegen... und sie bewirken rein gar nichts! Zu spät begreift der Priester, als schon die mächtige Faust des Wesens auf seinen Kopf zu donnert, dass das Wesen vor ihm niemals überhaupt gelebt hatte...


Die niemals Lebendigen

Eine erfahrene Abenteuertruppe mag versuchen, sich gegen die Schrecken der Dunkelheit mit der Macht des Lichts zu wehren, doch sollte man beachten, dass Täuschungen eine wesentlicher Aspekt des Bösen ist. Die Begegnung mit einem Fleischgolem ist für viele Abenteurer meist eine böse Überraschung, denn leicht verwechselt man sie mit vielleicht etwas besseren oder stärkeren Untoten. Doch Fleischgolems sind nicht untot, denn sie waren niemals tot.

Diese zusammengeflickten Wesen sind in Wahrheit Konstrukte aus dem Fleisch, Knochen und anderen Teilen von konservierten oder mumifizierten Leichen. Als solche teilen sie zwar einige Stärken der Untoten wie das Fehlen der meisten Grundbedürfnisse wie Schlaf, Nahrung oder Atemluft, doch sind sie nicht anfällig oder empfänglich für die Zauberei, mit der Untote gestärkt oder vernichtet werden können. Stattdessen sind sie eher mit den Salzgolems der Drachlinge oder den Kriegsgolems Nuums vergleichbar und genau wie diese anfällig für zerstörerische Kriegs- und Verwandlungsmagie. Weitere Schwächen können Kundigen durchaus auffallen, wenn sie sich mit der Herstellung eines Golems auskennen.


Die Konstruktion eines Golems

Am Anfang der Existenz jedes Golems steht seine Konstruktion. Ausreichend Material muss herangeschafft und mit geschicktem Handwerk passend für ihre Aufgabe geformt werden. Dabei muss nicht am Ende, wie die meisten Leute glauben, eine humanoide Gestalt das Endresultat sein. Ob eine Truhe auf Rädern oder eine mächtige Sänfte auf vier Elefantenbeine, gerade die billigeren Golems nehmen häufig gewöhnungsbedürftige, aber praktische Formen an.

Das im wahrste Sinne des Wortes Herzstück eines Golems ist meist der teuerste Teil, da mindestens dieses Stück aus einem Magie absorbierenden Material wie Thaumarium geformt sein muss. Davon abgesehen werden nicht wenige Golems aus hochwertigen Material geschaffen, um möglich haltbar oder mächtig zu sein, aber Konstrukte wie die Fleischgolems werden in der Regel nicht mit der Hilfe einer ganzen Werkstatt geschaffen oder von reichen Sponsoren finanziert.

Nach der Konstruktion, bei der dem Golem die verschiedenen Applikationen hinzugefügt werden, um ihn zum Beispiel möglichst lebensnah zu gestalten oder mit einem Selbstvernichtungsmechanismus auszustatten, beginnt die Unterweisung. Hier empfängt der Golem seine Instruktionen, mit denen ihm verschiedene Tätigkeiten befohlen werden können, zum Beispiel "Überbringe" oder "Kämpfe". Zum Schluss wird der Golem animiert. Dies kann in zwei Formen geschehen, dem Kleinen Ritus und dem Große Ritus. Während der Kleine Ritus die Kenntnis entsprechender Zauber vorraussetzt, um einen Golem mit seiner eigenen Zauberkraft in Betrieb zu nehmen, wird bei dem Großen Ritus, der ein mächtiges Ritual vorraussetzt, der Golem dauerhaft belebt und an eine Person gebunden. Für dieses Ritual gibt es unterschiedliche Anleitungen und gerade im Falle der Fleischgolems scheinen besondere Umstände wie mächtige Gewitter oder andere zerstörerische Naturgewalten notwendig zu sein.


Die Schwächen eines Golems

Wer nun einem mächtigen Golem gegenübersteht, dem könnte ein kundiger Experte folgendes verraten: Erstens ist ein Golem nicht wirklich zum eigenständigen Denken fähig. Sobald er einmal seine Befehle erhalten hat, wird ein Golem sie befolgen, ungeachtet von veränderten Umstände. Es braucht schon einen sehr fähigen Golembeherrscher, damit dem Golem komplexe Aufträge gegeben werden können, mit denen sie auf bestimmte Bedingungen reagieren können wie zum Beispiel "Wer diesen Raum betritt und nicht innerhalb 10 Sekunden 'Heil dem Beherrscher von Leben und Tod!' ist ein Eindrinling! Töte jeden identifizierten Eindringling und bring ihre Leichen danach in das Konserveratorium. Muahahaha!"
Und selbst dann ist es möglich diesen Golem zu täuschen, indem man sich zum Beispiel tot stellt, wenn der Golem nicht entsprechend darauf "abgerichtet" ist, zur Sicherheit nochmal ordentlich zu zutreten. Oder man wendet ihn gegen seinen Besitzer, indem man diesen verstummen lässt und dann in den Raum mit dem Golem wirft...

Dazu kommt, dass sich bei der Konstruktion und Unterweisung Fehler einschleichen können. Ein Golem mag zum Beispiel besonders langsam sein, sich nur zu bestimmten Zeiten oder an bestimmte Orten bewegen können oder zum Beispiel aus einem Element wie Salz bestehen, was ihn empfindlich gegen Wasser macht.

Aufmerksame Beobachtung und die Kenntnis über die genauen Befehle des Golems können also sehr dabei helfen, den Golem in eine Falle zu locken, in der man ihn entweder festhalten oder vernichten kann. Ansonsten sind sie als komplexe, magische Apparaturen auch empfindlich gegen passende Bannmagie oder Kampfzauber.

Doch gerade, wenn man es mit den Werken zu tun hat, die von einem der Vorfahrenvölker wie die Drachlinge konstruiert wurden oder mit der Macht von Feenfürsten oder Göttern erweckt wurden, sollte man immer eines im Kopf behalten: Nichts im Leben eines Abenteuerers ist sicher!



Beispiel für einen mächtigen, aggressiven Fleischgolem:


Sorry but you are not allowed to view spoiler contents.
« Letzte Änderung: 29 Okt 2018, 15:12:18 von SeldomFound »
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