Autor Thema: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?  (Gelesen 685 mal)

Xandila

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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #15 am: 02 Mär 2018, 12:38:57 »
@ Gregorius
Danke!
Die Seite von Dr. Manouchehr Moshtagh Khorasani hab ich auch entdeckt, hatte ich oben ja verlinkt als Beispiel, wovon ich mich für meinen Ruhmsucher hab inspirieren lassen :)

Und das Bild, was maggus zeigt, passt ja auch mehr in die Richtung Shamshir als zu dem Dekobauchtanzscimitar.

Der Wikimedialink ist spannend - so eine Ecke, wie der Dekosäbel in stärker ausgeprägt hat, sehe ich da bei einigen deutschen Säbelbeispielen :D
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Huggare,_s%C3%A5_kallad_Malchus,_eftergjord,_ca_1840-1850,_Tyskland_-_Livrustkammaren_-_26472.tif

Gregorius

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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #16 am: 02 Mär 2018, 14:33:31 »
Ich war etwas hintendran und meinte auch nicht die Säbel von Maggus sondern die von Dshafir. Die Dekosäbel mit den "Entenschnabel" mag es auch als echte Kampfwaffen gegeben haben und auch den ganz rechten mit dem Jelman. Nur bei dem "Price of Persia" Design bin ich mir nicht so ganz sicher.


Mal allgemein zu Schwertern, Säbeln und Dolchen: Die Klingen der meisten historischen Waffen verlaufen vom Heft zum Ort (Spitze) in einer durchgehenden Linie und enden dort in einer Grootspitze (einseitig geschärft) oder Mittelspitze (beidseitig geschärft). Mag daran liegen, dass das ein guter Kompromiss aus Handhabbarkeit, Balance und Stabilität ist oder einfach daran, dass es gut zu schmieden ist. Sieht aber nicht sonderlich spannend aus. Waffen mit Zähnen oder Wellen, mit Entenschnabel- oder Pandurenspitze, mit lederumwickelter Fehlschärfe oder Hohlkehle machen einfach mehr her.

Zum Glück muss beim Fantasy Rollenspiel so überhaupt nicht auf historische Vorlagen geachtet werden und damit steht es jedem frei sich die phantastischste Klinge auszumalen und damit loszulegen. Es geht aber auch beides, also aufregende Waffen mit historischen Vorlagen. Zum Beispiel die „Kilidsch“ Säbel der der osmanischen Fußsoldaten. Reitersäbel sind meist leichter gearbeitet, denn bei einem Hieb stammt ein Teil des Schwungs aus der Bewegung des Pferdes und wuchtige Waffen sind vom Pferderücken aus nur schwer zu handhaben. Infanteriesäbel wie der Kilidisch oder die Yagatan sind dagegen oft wuchtiger und weniger Heft-lastig gearbeitet, damit der Fußsoldat ordentlich zuschlagen kann.

Nur diese „Bowie-Messer-artigen“ und doppelten Schwert/Säbelspitzen habe ich bei noch keiner historischen Waffe gesehen. Die geschwungene Rückenklinge bei Jagdmessern dient dem Ausnehmen/Ausbrechen und Doppelspitzen sind maximal nutzlos. Denke das ist eher eine neuzeitliche Sache, vielleicht von den vielen „Dhū l-faqār“ (die Waffe des Propheten, oft als Schmuck getragen) Darstellungen übernommen. Was es hingegen gegeben hat waren Säbel mit dreikantiger Spitze/Ort um Rüstungen zu durchstechen.
« Letzte Änderung: 02 Mär 2018, 14:39:35 von Gregorius »
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Gregorius

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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #17 am: 02 Mär 2018, 14:41:02 »

Doppelpost, sorry-
« Letzte Änderung: 02 Mär 2018, 18:27:37 von Gregorius SpliMoSchlumpf »
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Dshafir

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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #18 am: 02 Mär 2018, 21:02:11 »
Was meinst Du mit "durchgehende Linie"?

Die Form eines Säbels muss ja, wenn man ihn in eine Scheide stecken möchte, eine gleichmäßige Krümmung aufweisen. Die von mir verlinkte kopflastige Variante lässt sich wohl nur blank in die Schärpe stecken, was dann wohl auch eher auf eine stumpfe Repräsentationswaffe hinweist.

Wenn ich es mir recht überlege, tendiere ich nun auch eher zu einer sehr schlanken, einschneidigen Klinge, die eine beidseitig angeschliffene Spitze aufweist, wobei diese dann gerne an der Rückkseite in einer anderen Krümmung angeschliffen sein darf (Entenschnabel?).

Lustig, dass solche Klingen tatsächlich eher im deutschen Raum zu finden waren. woher es wohl kommt, dass ich diese Form mit dem Orient in Verbindung bringe? Ob da das Rollenspiel mit den drei Buchstaben schuld ist? Ich war großer Tulamiden-Fan, der Charakter, von dem mein Nickname stammt war Novadi und kämpfte mit einem - na? - richtig, mit einem Khunchomer.

Vielen Dank für die rege Teilnahme, ich hätte nie gedacht, dass dieses Thema es bis zu einer zweiten Seite bringt...

Gregorius

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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #19 am: 02 Mär 2018, 22:25:35 »
Was meinst Du mit "durchgehende Linie"?

Vom Heft zur Spitze hin verjüngend und dabei ohne Bäuche, Winkel, Zacken oder sonstige Sollbruchstellen. Mir hat mal ein Schmied erzählt, dass früher Bumbus oder Schilf gebogen wurde um eine perfekte Form für einen Säbel zu bekommen. Die wirkenden Kräfte werden dann ideal verteilt, das Modell aus der Natur ersetzt die beste Mathe. Gilt auch für gewellte Klingen.
Der Khunchomer ist am ehesten ein Falchion. Der Wortstamm verrät schon die Funktion: Fauchon/Falx ist die Sichel. Säbel die zum Ort hin breiter werden gab es fast überall. Neben der Funktion als Waffe konnte man sich damit durchs Unterholz schlagen, Palmenherzen futtern, Bambus anspitzen und vielen mehr. Man konnte sie wegen der Breite aus billigem Erz fertigen und sie unterschieden sich im Kampf nicht sonderlich von der Handhabung einer Keule. Perfekt für den einfachen Fußsoldaten oder Haremswächter. Der Adelige zu Pferd hingegen hatte einen leichten und elastischen Säbel feinster Machart der auch nicht für profane Tätigkeiten herhalten musste.

Und dann gibt es da noch die Sache mit dem Abhacken von Händen, Köpfen und sonstigen Körperteilen. Nichts vermittelt "ich bin das Gesetzt" besser als ein offen getragenes Richtschwert. Und das sind auch die Waffen, die ein Reisender zu Friedenszeiten zu sehen bekommt. Die Richtschwerter im Süden und Osten waren tatsächlich krasse Säbel auf dem halben Weg zur Axt. Nur in den Kampf gezogen ist damit niemand. Denn ein halbwegs erfahrener Kämpfer weiß, dass er nach dem ersten Hieb eine halbe Ewigkeit Zeit hat um den Mann mit dem Doppelkunchomer fertig zu machen.

Und dann gibt es da noch die Sache mit dem Abhacken von Händen, Köpfen und sonstigen Körperteilen. Nichts vermittelt "ich bin das Gesetzt" besser als ein offen getragenes Richtschwert. Und die Richtschwerter im Süden und Osten waren tatsächlich krasse Säbel auf dem halben Weg zur Axt. Nur in den Kampfgezoge ist damit niemand. Denn ein halbweg erfahrener Kämpfer weiß, dass es nach dem ersten Hieb eine halbe Ewigkeit Zeit hat den Mann mit dem Doppelkhunchomer fertig zu machen. Solch ein Hacksäbel ist ein wichtiges Symbol der Schiiten, Aleviten und Alawiten.  (Und bevor das jemand falsch versteht: Die Christen haben ein anderes brutales Mordinstrument als Symbol, das gibt sich nicht viel...)
« Letzte Änderung: 02 Mär 2018, 22:42:59 von Gregorius SpliMoSchlumpf »
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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #20 am: 02 Mär 2018, 22:34:58 »
Kann gut sein, daß du die Bilder von DSA im Hinterkopf hattest - wobei der im Gegensatz zu deinen beiden Beispielbildern kaum oder sogar gar keine Spitze hat, sondern fast "gerade abgeschnitten" endet (grad nochmal im Arsenal nachgeschaut, weil ich den optisch nicht mehr genau in Erinnerung hatte)
Aber scheint ja auch sonst eine verbreitete Optik in Spielen und bei Dekowaffen zu sein, wenn ich mir überlege, was ich an Bildern gefunden hab, bevor ich gezielt nach historischen Waffen gesucht hab.
Hätte ich aber auf jeden Fall schneller gewußt, worauf du hinaus willst, wenn du den Khunchomer erwähnt hättest ;)

Aber ich hab jetzt gerade mal Bilder in beiden Regelwerken verglichen: Der Khunchomer sieht nicht nur wie
Cherubael festgestellt hat, dem Dao, sondern auch dem Entermesser ein wenig ähnlich, dessen Werte sollten also auch dafür funktionieren. Die Pfauenfeder könnte - bis auf die namensgebende Pfauenaugenverzierung - eine Schwester des Doppelkhunchomers sein.
Wenn du aber nach dem Text im Mondstahlklingen gehst, dann ist der Säbel tatsächlich DIE farukanische Waffe, da steht nämlich drin, daß der sich dort verbreitet hat, weil der Khopesh nicht jedem erlaubt war.
Ich würd daher dabei bleiben, daß die Werte des Säbels perfekt für einen Ruhmsucher passen. Wenn die Klinge aber breiter sein soll und mehr dem Khunchomer ähneln, würde ich die Werte vom Dao oder vom Entermesser nehmen.

Saint Mike

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Re: Welche Waffe entspricht dem farukanischen Krummsäbel?
« Antwort #21 am: 19 Mär 2018, 17:33:08 »
Falls noch aktuell, unsere Farukani hat sich für 2 Dschiahns entschieden und diese dann als landestypische Krummsäbel deklariert. Da ich mit Ihr verheiratet bin, habe ich artig abgenickt ;)
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"...und der Ehre geht Demut voran." - Die Bibel, Sprüche 15,33