Autor Thema: Best Practices: Vergangene Magie erkennen  (Gelesen 580 mal)

weltenwonne

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Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« am: 19 Jan 2018, 17:02:44 »
Vorweg: Ich habe jetzt eine Weile gesucht und mir auch durchaus einige Threads durchgelesen, bin aber relativ sicher, dass ich keine Antwort auf meine konkrete Frage gefunden habe. Daher, wenn ich doch was übersehen habe, gern einen Link posten!

In unserer Runde kommt immer mal wieder der Wunsch auf, die Umgebung nach Spuren vergangener Magie zu untersuchen: Wurde der Schlüssel in der Tür magisch im Schloss bewegt? Wurde Person X früher am Tag Opfer eines Beherrschungszaubers? Hat vielleicht jemand vor kurzem etwas aus ihrem Gedächtnis gelöscht? Hat sich der Verdächtige vielleicht vor kurzem erst aus einer Tierform zurückverwandelt?

Der Zauber "Magie erkennen" ist ja ziemlich diffus formuliert; und so wie ich die Regeln zum Zauber identifizieren interpretiere, gelten sie für Zauber, die gerade jemand wirkt, oder für solche, die noch wirken (weil ihre Dauer nicht abgelaufen ist bzw. sie noch kanalisiert werden).

Nun warten wir alle munter auf das Magiebuch, in dem so etwas vermutlich genauer beantwortet wird (hoffe ich zumindest!), aber: Wie regelt ihr so etwas in der Zwischenzeit? Habt ihr so etwas wie eine schwächer werdende Reststrahlung nach Beendigung eines Zaubers?

JohnLackland

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #1 am: 19 Jan 2018, 17:07:46 »
"Zauber erkennen" gibt dir nur die "Feldstärke" des aktuellen Zustands wieder, sprich wo wirkt aktuell die meiste Magie, wenn da etwas stärker ist als die Umgebung kann man davon ausgehen das da ein Zauber wirkt. Arkane Kunde ermöglicht erst direkte Schlüsse zu ziehen. Im grunde bildet es den magischen Instinkt ab die jeder Lorakier hat. Wenn dann über Arkane Kunde, aber die Probe dafür dürfte recht schwer sein, weil das nicht trivial ist. Oder du machst ne Meisterschaft dafür, fände ich für HG3 passend, sprich 12 Punkte auf AK.
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

Jeong Jeong

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #2 am: 19 Jan 2018, 17:11:57 »
Wenn man will, dass man vergangene Magie erkennen kann, würde ich das über die Regeln zu Zauber identifizieren machen und mit negativen Umständen arbeiten.

Beispielsweise:

Zauber wurde vor wenigen Minuten gewirkt (leicht negativ -2)
Zauber wurde vor mehreren Stunden gewirkt (stark negativ -4)
Zauber wurde vor mehreren Tagen gewirkt (fast unmöglich negativ -8)
Zauber wurde vor mehr als einer Woche gewirkt (Malus nach Spielleiter-Entscheid, evtl. gar nicht möglich)

Evtl. würde ich dann aber auch Meisterschaften einführen, um genau so eine nachträgliche Analyse zu erschweren.

JohnLackland

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #3 am: 19 Jan 2018, 17:18:40 »
Die Frage ist ob man dann auch erfährt was für nen Zauber oder nur ob da einer darauf gesprochen war.... ich tendiere ja nur für ob ein Zauber darauf gesprochen war... sonst sind manche Detektivplots zu billig...
« Letzte Änderung: 19 Jan 2018, 17:41:19 von JohnLackland »
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Ravenking

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #4 am: 19 Jan 2018, 18:02:51 »
Ich handhabe das etwas anders: für mein Verständnis der Welt ist in Lorakis Magie so weit verbreitet, dass überall eine Art "magisches Feld" herrscht.
Falls dieses aktuell manipuliert bzw. genutzt wird, weil gerade aktiv ein Zauber gesprochen oder aufrecht erhalten wird, kann man das ggf. feststellen und entsprechend an den Veränderungen der Magie vor Ort wahrnehmen.

Aber vergangene Zauber sind vorbei. Ihre Aktivität im "magischen Strom" ist verebbt und geht dann im allgemeinen "Magie-Rauschen" der Welt unter.
Hier kann man für mein Verständnis nur noch deduktiv aus den Folgen schließen, ob ein Phänomen möglicherweise durch Magie entstanden ist.
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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #5 am: 19 Jan 2018, 18:25:06 »
Laut GRW, S. 150, gilt:

Bei einem bereits fertig gewirkten Zauber muss das Ziel bzw. der Effekt des Zaubers sichtbar sein.

Es gibt grundsätzlich einen Abzug von 2 Punkten (leicht negativer Umstand) der auf bis zu 8 Punkten ansteigen kann, wenn sie von Natur aus weniger auffallend sollen, zumindest laut Spielleiterschirm.

Im Falle eines schon abgelaufenen Zaubers würde ich mich an der "Sichtbarkeit" des Effektes orientieren:

- Es wird eine runde, verbrannte Fläche auf dem Feld untersucht, wo ein Vulkandrache gewütet haben soll. Ein Experte hat es nicht allzu schwer, einen "Feuerball"-Zauber zu identifizieren.

- Eine Wache wird wegen ihrer Komplizienschaft bei einem Einbruch verhört. Dabei ergeben sich einige Lücken, die einen Experten darauf bringen können, dass das Gedächtnis der Wache modifiziert wurde.


Ich empfehle übrigens hier im Vorfeld das Vorwissen des Untersuchenden zu klären und ob Vermutungen erlaubt sind. Jemand, der schon einmal einen Feuerball gesehen hat, darf meiner Meinung nach allein anhand der Beschreibung eines Tatortes die Vermutung äußern, dass hier ein Feuerball benutzt wurde.


Und bei Detektivabenteuern gilt: Handelt es sich dabei um eine Herausforderung an die Charaktere oder an die Spieler selbst? Hier muss man von vorneherein Grenzen ziehen und sollte so gut wie es geht, wichtige Hinweise nicht vom Würfelglück abhängig machen.

Das bedeutet, dass auch der dämliche Barbar dann vermuten darf, dass die Wache verzaubert wurde und seine neue Freundin daran Schuld ist!

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JohnLackland

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #6 am: 19 Jan 2018, 18:26:21 »
@Ravenking: Ah, ich habe mich nicht so Präzise ausgedrückt Herr Kollege, ich gebe ihnen Recht. Nun wir sehen uns in Numen... der Golem 300 muss noch fertig werden^^
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Ravenking

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #7 am: 19 Jan 2018, 18:40:12 »
@JohnLackland: sehr gerne, Herr Kollege. Ich wollte schon immer einen Regenbogenschaf-Golem erwerben  :D
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weltenwonne

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #8 am: 23 Jan 2018, 11:58:11 »
Vielen Dank für die Beiträge!

Zum Hintergrund: Konkreter Anlass waren Zauber, bei denen ein bleibender Effekt nur sehr indirekt oder gar nicht vorhanden war: Bewegte Gegenstände (z. B. der klassische von innen steckende Schlüssel im Locked Room, vergangene Beherrschungen oder entfernte Erinnerungen, etc.). Hier sind wir auch bisher schon so vorgegangen, dass man primär anhand der Umstände Schlüsse ziehen sollte und somit deduzieren kann, dass höchstwahrscheinlich Magie im Spiel gewesen sein muss. Dennoch gibt es einen Spielercharakter, der viel magisch recherchiert und regelmäßig Magie erkennt und Zauber identifiziert – und hier wollten wir zumindest Klarheit darüber, was geht und was nicht.

Als Fazit (falls jemanden interessiert, wie ich mich für unsere Runde entschieden habe): Wir werden bei uns ab jetzt so verfahren, dass man im Sekunden- bis Minutenbereich mit "Magie erkennen" noch magische Restaktivität wahrnehmen kann, und das je nach Menge der umgesetzten Fokuspunkte: Eine Stahlhaut mit K16V4 schwingt länger nach als eine Rindenhaut mit K4V1. Die konkrete Zeitspanne überschlage ich ganz grob so: Etwa alle 10 Sekunden halbiert (abrunden) sich der Restfokus; bei 0 ist nichts mehr spürbar. Da ist "in unserem Lorakis" noch so viel Turbulenz vom gerade verflogenen Zauber vorhanden, dass es einem sehr geübten Analysten auffällt. (Man kann überlegen, ob man das alternativ in Ticks umrechnen will, aber da haben zumindest wir gerade keinen Bedarf, weil diese Art von Tätigkeit bisher nie in einer Kampfsituation auftrat.)

Beim Identifizieren bedeutet das (bei uns), dass ich entsprechend starke, entsprechend zeitnah beendete Zauber nach den normalen Regeln mit dem Bonus aus "Magie erkennen" identifizieren kann; aber (1) je länger es her ist UND (2) je weniger Fokus der Zauber umgesetzt hat, UND (3) je weniger sichtbare Effekte da sind, kommen negative Umstände bis hin zur Unmöglichkeit dazu (und das relativ schnell nach Zauberende).

Zur Klärung: Der Probenbonus, der bei "Magie erkennen" entstehen kann, ist für mich eher zweitrangig: Bei uns ist es eher so, dass die Stärke der Magie an einzelnen Personen oder Objekten beschrieben werden kann (z. B. "An der Waffe ist viel Magie zu spüren; vermutlich war an ihr vor kurzem Magie tätig"). Den Rest überlasse ich dann vorrangig den Spielern, damit sie selbst überlegen, was das bedeuten kann. Wenn z. B. jene Waffe noch Reste von Magie aufweist, wäre eine erwartbare erste Vermutung eine magische Verstärkung der Waffe. Da kann man aber auch falsch liegen - wenn z. B. der Täter sie magisch vom Blut seines Opfers befreit hat, usw.

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #9 am: 23 Jan 2018, 12:21:34 »
Was man vielleicht dabei in Betracht ziehen sollte sind die verschiedenen Möglichkeiten, um den Magischen Fluss zu manipulieren.

Das heißt, ein findiger Verbrecher könnte einen Tatort so einrichten, dass das Ergebnis von entsprechenden Analysen gefälscht wird.

Fingerabdrücke kann man wegwischen, die Leichenstarre durch niedrige Temperaturen verlangsamen, etc.

Von daher macht es Sinn, dass gewiefte Verbrecher auch einige Tricks kennen, um eine magische Analyse zu täuschen.

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Jeong Jeong

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #10 am: 23 Jan 2018, 13:02:16 »
Interessant wäre auch die Frage, ob vergangene Priester-Magie leichter oder schwerer zu erkennen ist. Schwerer, weil kein Fokus aus der Umgebung manipuliert wurde oder leichter, weil mehr Fokus da ist, als eigentlich in der Umgebung sein sollte.

SeldomFound

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Re: Best Practices: Vergangene Magie erkennen
« Antwort #11 am: 23 Jan 2018, 14:33:49 »
Interessant wäre auch die Frage, ob vergangene Priester-Magie leichter oder schwerer zu erkennen ist. Schwerer, weil kein Fokus aus der Umgebung manipuliert wurde oder leichter, weil mehr Fokus da ist, als eigentlich in der Umgebung sein sollte.
Die offizielle Richtlinie ist, dass es zumindest bei der Magie, die ein Priester wirkt, keinen Unterschied gibt und geben soll. Der "Verborgene Kultist" ist in Splittermond nicht eingeschränkt.

Bei göttlich geweihten Ort oder Großritualen sieht die Sache natürlich anders aus.

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