Autor Thema: [HeinzCon 2016] Farukan-Workshop  (Gelesen 1112 mal)

Farnir

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[HeinzCon 2016] Farukan-Workshop
« am: 06 Mär 2016, 14:18:14 »
Der Regionalband mit dem Arbeitstitel "Farukan Mitte" wird von Uli Lindner, Nicole Heinrichs, Klaus Adrian, Lars Reissig, und Jan Bratz betreut. Die Projektvergabe wird nächste Woche abgeschlossen, sprich es sind noch lange nicht alle Texte geschrieben. Der Band soll Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres erscheinen.

Der Band folgt dem Selenia-Format von 100-120 Seiten. Die Struktur ist dreigeteilt in allgemein zugängliche Informationen, einen Regelteil für Spieler und Spielleiter, sowie einen reinen Spielleiter-Teil mit SL-exklusiven Regeln (wie Monsterwerten) und Geheimnissen. Für die Geheimnisse wird es Querverweise zu und aus dem allgemeinem Teil geben.

Da 120 Seiten definitiv zu wenig Platz für ganz Farukan bieten, beschränkt sich der Band auf das Kernland: Die Shahirate Ashurmazaan, Aitushar und Fedirin sowie das Eigenland des Padishash, Farukhur. Diese Shahirate wurden ausgewählt, weil sie kulturell sehr nahe beieinander liegen und einen sehr ähnlichen Ehrbegriff pflegen. Dazu kommt der gesammte Überbau des Staates Farukan - also Themen wie der Hofstaat des Padishah, Strukturen in Farukan, die Satrapien oder die  Befugnisse der Sharirate.

Die spätere Behandlung der übrigen Shahirate ist noch unklar. Es gibt mehrere Gedanken. Ein zweiter Band, ist möglich, hätte dann aber wenig inneren Zusammenhang, da die Shahirate sehr verschieden sind. Eine Alternative sind Konstellationen mit den Nachbarn, wie Chorrash mit Jagodien und den Steppenvölkern oder Badashan mit Tar-Kesh etc. Eine dritte Möglichkeit sind "kleine" Regionalbände im Stile der Arwinger Mark.

Ebenfalls nicht enthalten ist eine ausführliche der Keshabid. Diese werden eher Material für einen zukünftigen Fokusband gesehen, der dann auch das untergegangene Kesh behandeln könnte. Selbiges gilt für die Tarr. Diese werden im bereits angekündigten Fokusband Surmakar betrachtet werden.

Die vier behandelten Shahirate bekommen jeweils 6-7 Seiten Platz. Das erlaubt einerseits eine tiefere Beschreibung als im Weltenband, wird andererseits aber immer noch mehr als genug Freiraum für eigene Ideen und Ergänzungen bieten. Als Schlaglichter werden wichtige Städte und Personen beleuchtet, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Es sollen auch weitere weiße Flecken definiert werden.

Der allgemeine Farukan-Teil beschreibt Brauchtum, die Gesellschaftsstruktur, Handel und Handwerk, Fluff zur Magie und vor allem den Elementarrufern, Kleidung, Musik, Riten, Speisen und Getränke, Legenden, das Pantheon und der Glaube und so weiter. Besonderes Augenmerk liegt selbstverständlich auf dem farukanischen Ehrsystem und dem Bereich Recht und Ordnung, der auf Schuldsklaverei Bezug nimmt - inklusive der Frage, wie man da wieder raus kommt.

In jedem Regionalband werden 3-4 Schlaglichtthemen behandelt, die für die Kultur der Region besonders bedeutsam sind. Die Schlaglichtthemen sollen zusammen etwa 25% des Umfangs ausmachen. Für Farukan sind diese: Der Padishah und sein Hofstaat, das Erbe der Lamassu, das Universalgelehrtentum sowie farukanische Feen und Elementarwesen.

Der Padishah-Schwerpunkt beschreibt den goldenen Käfig des Palastes. Der Padishah selber ist isoliert und genauso im Netz der Palastintrigen gefangen wie die sonstigen Beamten und Adeligen. Deswegen greift er über seinen Hofwesir gerne auf auswärtige Kräfte zurück, um Dinge erledigt zu bekommen. Aber wie kommt man durch zig Beamte und den Hofstaat als Abenteurer überhaupt an den Padishah heran? Außerdem gibt es Informationen zum Steuersystem, dem Hofzeremoniell, den Beamten mit ihren realen oder rituellen Funktionen, den Frauen und Schwestern des Padishas. Das ganze Setting eignet sich hervorragend für Intrigenabenteuer.

Das Erbe der Lamassu erklärt die gesellschaftliche Bedeutung der verbliebenen Lamassu sowie das kulturelle Erbe für ganz Farukan bis heute. Es geht weniger um Erläuterung der Rasse an sich, als um die Legendenbildung um sie herum. Als Beispiele werden alte Aufträge und Bannflüche genannt, die durch reinen Aberglaube in der Bevölkerung aufrechterhalten werden - und natürlich wird die Frage behandelt, was passieren kann, wenn das einmal ausbleiben sollte. Im Spielleiterteil werden auch einige Geheimnisse gelüftet, wie zum Beispiel, warum sich die verbliebenen Lamassu nicht treffen, sondern am gleichen Ort bleiben.

Das Universalgelehrtentum umfaßt einen weiten Bereich vieler Disziplinen, inklusive Magie. Es werden Akademien beschriebe, die man sich aber nicht wie moderne Universitäten vorstellen darf, sondern eher wie Zusammenschlüsse einiger Lehrmeister, die durchaus im Widerstreit liegen könnten. Anstelle von Lehrstühlen oder Fakultäten versucht jeder Lehrmeister, möglichst viele Schüler um sich zu scharen, denn mehr zahlende Schüler bedeutet mehr Geld und Einfluß. Es geht weniger um eine Beschreibung, wie Wissenschaft in Lorakis funktioniert, und mehr um abenteuerrelevante Inhalte wie wichtige Personen, bedeutende Bibliotheken und so weiter. Dieser Abschnitt wird auch Stadt-Schlaglichter beinhalten, wo es relevant ist.

Bei den farukanische Feen und Elementarwesen geht es natürlich vor allem um Djinne, Elementarrufer und ihre Rolle in der Gesellschaft. Die Feenwelten bleiben im Hintergrund, denn es geht vielmehr um die Interaktion der Feen mit den Farukanis. Djinne sind allgegenwertig, es gibt alte Pakte mit Bedeutung für das ganze Reich.

Im anschließenden allgemeiner Regelteil werden Ausbildungsvarianten eingeführt, vielleicht auch eine komplett neue Ausbildung. Es werden landesspezifische Waffen und Ausrüstung beschrieben, farukanische Abstammungen sowie besonders geeignete Schwächen. Für das Ressourcensystem ist eine Beschreibung der farukanischen Ausprägung vorgesehen. Dabei werden keine neuen Ressourcen eingeführt, sondern vielmehr geklärt, was Stand 3 oder Rang 4 bedeuten. Das Ehrsystem wird über die Ressource Ansehen integriert.

Im SL-Teil sind neben NSC- und Kreaturenwerten dann Informationen zu den Geheimnissen und Mysterien enthalten. Außerdem wird es Erläuterungen zur Anwendung der Reiseregeln geben, also z.B. Karawanen und Karawanenrouten oder Farukan-spezifische Begegnungstabellen. Bei den NSCs werden, wenn sinnvoll, ihre Kosten als Mentor angegeben.
   
   
Und dann noch Vermischtes aus der Fragerunde:

Sind Universalgelehrte auch als SCs vorgesehen?
Lehrmeister sind sicher keine HG1-Charaktere. Das ist dann eher ein Lehrling, der nach seiner ersten Ausbildung loszieht.

Welche Karten werden enthalten sein?
Es wird eine Regionalkarte der Region geben. Der Selenia-Band enthält eine A2-Karte, auf deren Rückseite Sarnburg in A3 und zwei weitere Städte in A4 abgedruckt sind. Für Farukan wird es ähnlich sein, die Rückseitenkarten sind aber noch nicht entschieden. Es könnten Stadtkarten sein, aber auch der Palast des Padishas ist denkbar.

Wird Mathematik behandelt?
Mathematik wird ein Bereich der Wissenschaft sein, ebenso wie Astrologie, Astronomie, Lyrik, Redekunst und die  Rechtswissenschaften. Eine aktuelle Arbeitsidee ordnet jeder Wissenschaft einzelne Götter zu; das ist aber noch nicht komplett entschieden.

Sind Hinweise zu Handel, Feilschen und Basarwesen geplant?
Ja, vermutlich im allgemeinen Kulturkapitel.

Werden Weltwunder beschrieben werden?
Ja. Gerade in Farukhur, haben sich viele alte Padishas durch Bauten verewigt.

Wird es Rechtsschulen mit konkurrierenden Ansichten geben?
Ja, die gibt es ja schon im Weltband.

Wird es Geheimgesellschaften geben?
Das ist kein Thema, das sonderlich im Fokus liegen wird. Im Selenia-Band wird es dazu aber Material geben.

Was ist mit Nekropolen?
Nekropolen werden vermutlich im Federin-Kapitel angesprochen. Ob die Padishah-Nekropolen verteilt oder zentral sind ist noch unklar.

Wird es mehr Sipahi-Orden geben?
Im Ashurmazaan-Kapitel ist ein Kasten mit einigen Orden vorgesehen, die kurz genannt und deren Unterschiede beleuchtet werden. Geplant sind 3-4 zur Auswahl als Anregung für eigene Orden.

Wird das Thema Täuschungsmanöver und Ehrkodex angesprochen?
Ja. Die Vorschriften im Ehrkodex sind absichtlich schwammig, Grenzen werden umrissen. Die Ehre und die Pfauenfedern sagen, wie gut man der Gesellschaft erscheint. Es ist kein starres System, kein BGB, sondern viel mehr die Frage, was die Umgebung anerkennt. In der Fremde, in der einen niemand kennt, kann man mehr täuschen und hochstapeln. Aber mehr Federn erhöhen das Anspruchsdenken der Umgebung: "Schön daß du da bist, wir haben hier ein Nephilim-Problem…".
Auch interessant ist die Spielerfrage, wie man damit umgehen kann, wenn der eigene Charakter vor einem moralischen Zwiespalt steht. Farukanis sind weder perfekt noch Idioten. Oft zählt die Intention mehr als der Wortlaut - tue Gutes, die Regeln sollen Dir dabei helfen. In Federin ist man natürlich etwas radikaler.

Sucht die Wissenschaft nach Fremdwelt-Übergängen, speziell nach Portalen?
Das ist kein Schwerpunkt. Mondportale werden nicht gesucht, weil diese mit Drachlingen verbunden werden, die es in Farukan nie gab.

Wird die 20. Magieschule gesucht?
Das ist ein gutes Beispiel für eine Gelehrtensuche, ebenso wie der Stein der Weisen bei den Alchemisten.

Werden Splitterträger studiert?
Eher nein. Splitterträger sind in ganz Lorakis kaum bekannt. Es könnte einen einzelner NSC werden, der das erforscht und von seiner Umgebung als Spinner abgetan wird.

Wird es geheime Handwerksmeisterschaften geben?
Möglich, Rezepte und Anleitungen sind schon im Plan. Aber es ist kein Fokus des Bandes. Im Fluff sind geheime Handwerkstechniken und -meister denkbar.

Werden Diebesgeschichten beleuchtet?
Ja, im Aitushar-Regionalteil