Autor Thema: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite  (Gelesen 10714 mal)

JohnLackland

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #15 am: 03 Sep 2015, 18:45:28 »
Das hat nichts mit Politik zu tun, das hat etwas mit der Gesellschaft zu tun in der wir Leben und leben wollen. Politik ist nicht gleich Gesellschaft, sondern Politik ist etwas was gerne Gesellschaft machen will. Rechtes Gesindel ist ein Teil der Gesellschaft und gar nicht so selten wie viele glauben.

Wenn es dich nervt, ärgert oder sonstiges, dann musst du nichts schreiben, es nicht lesen, keine Anteilnahme haben an dem Schicksal von Menschen die nicht das Glück haben zu Hause zu sitzen und Rollenspiele zu spielen, sondern aus Ländern kommen wo es um das nackte Überleben, ihre Existenz und Glück geht.

Gerade am Spieltisch gehört das hin, weil da wird gerne mal Rassismus, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt thematisiert ohne es zu hinterfragen.

Wir spielen gerne Helden in Spielen, aber in der Realität zeigt es sich ob man wirklich das Zeug dazu hat. Empathie und Mitgefühlt sind für wahre Helden ein Zeichen und das geht über Politik hinaus und  jeder der Teil der Gesellschaft ist, auch Unternehmen wie Verlage, sollten ihre Meinung sagen und wenn es ihren Ansichten entspricht ein Statement abgeben.
« Letzte Änderung: 03 Sep 2015, 18:49:26 von JohnLackland »
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

Gilandilas

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #16 am: 03 Sep 2015, 19:08:14 »
Verstehe und "rechtes Gesindel" gehört vergast?

und was "rechtes Gesindel" ist bestimmt wer?

John das ist genau was ich gerade geschrieben habe:
Jemand, der Deine politische Meinung nicht teilt, ist kein Mensch und hat daher keinen Anspruch auf Menschenrechte.

Zinsen, Privatbanken, Globalismus und die (a)soziale Marktwirtschaft sind das Problem.

Wegsehen hilft nicht, wir sind gerade dabei mit Volldampf in die zweite Diktatur der Tugend zu rauschen (vgl. franz. Revolution). Wir werfen hier gerade Freiheitsrechte und Unschuldsvermutung über Bord, geht ja nur um Nazis.


800.000 Flüchtlinge kriegen wir hin, kein Thema. Was ist mit 2016 und 2017? Geht es dann immer noch ohne Ghettos?
Ist es nicht vielleicht sinnvoller sich zu überlegen, welche Gesellschaft wir wollen und wie wir das erreichen können?
Sollte man nicht vielleicht eventuel überlegen, wie die Verhältnisse in den Ländern verbessert werden können aus denen die Leute fliehen?

Volker Pispers auf youtube (warum auch immer, Programm doppelt - bis zur Hälfte neuer Kontent, danach repeat)
https://www.youtube.com/watch?v=y2EjS-YHk-s

*edit: eine wirkliche Demokratie ist stark genug, die Mindermeinung von ein paar Bekloppten souverän auszuhalten. Wenn die Zensurmaschine rollt, ist es keine starke Demokratie mehr, sondern etwas viel finsteres!*

vg,
Gil
« Letzte Änderung: 03 Sep 2015, 19:11:53 von Gilandilas »

JohnLackland

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #17 am: 03 Sep 2015, 19:25:38 »
Verstehe und "rechtes Gesindel" gehört vergast?
Wer fordert das?
und was "rechtes Gesindel" ist bestimmt wer?
Jeder der sich selbst als Rechts und Nazi betrachtet
John das ist genau was ich gerade geschrieben habe:
Jemand, der Deine politische Meinung nicht teilt, ist kein Mensch und hat daher keinen Anspruch auf Menschenrechte.
Hab ich nicht geschrieben. Du schiebst mir da etwas in den Mund und ich bitte dich an der Stelle auch davon Abstand zu nehmen.
800.000 Flüchtlinge kriegen wir hin, kein Thema. Was ist mit 2016 und 2017? Geht es dann immer noch ohne Ghettos?
Ist es nicht vielleicht sinnvoller sich zu überlegen, welche Gesellschaft wir wollen und wie wir das erreichen können?
Sollte man nicht vielleicht eventuel überlegen, wie die Verhältnisse in den Ländern verbessert werden können aus denen die Leute fliehen?
Zwei Links von mir zu den Thema  die besser sind als Kabarett
http://www.nachdenkseiten.de/?p=27394
http://www.nachdenkseiten.de/?p=27289
« Letzte Änderung: 03 Sep 2015, 19:34:18 von JohnLackland »
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

arnadil

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #18 am: 03 Sep 2015, 19:28:20 »
Super Aktion vom Uhrwerkverlag!

Gilandas' Kritik verstehe ich nicht (und die Unterstellungen gegenüber John sind schon sehr weit hergeholt). Hier geht es nicht um Zensur oder ähnliches. Hier geht es um ein gesellschaftliches Zeichen und das ist mit Grundrechten perfekt vereinbar. Wir verbieten keine rechten Meinungen, aber wir zeigen als Gesellschaft, dass wir derlei rechte Verbrechen und Übergriffe nicht tolerieren. Die eigene Meinung zu äußern gegen Intoleranz ist keine Zensur.
Ich bin Jurist und Rechtsphilosoph und sehe wahrlich nicht, wo derzeit Freiheitsrechte und Unschuldsvermutung in diesem Bereich über Bord geworfen werden. Das passiert nicht selten, aber hier ist das Alarmismus.

Gilandilas

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #19 am: 03 Sep 2015, 19:34:50 »
John,

ich finde es gut, dass Du mir zustimmst - auf den Nachdenkseiten wird ebenfalls angeregt, mal zu hinterfragen was die Flucht bzw. Probleme eigentlich auslöst und man landet punktgenau auf der Diktatur der Märkte.

Jetzt frage ich nochmal:
Gehört die Diskussion über die Symptome des Problems (Fremdenfeindlichkeit bis zu Fremdenhass) an den Spieltisch?

Sollte man sich da nicht vielleicht mit den Programmen der etablierten Parteien auseinander setzen (huch, keine geht diese Probleme an) und ggf. wählen oder demonstrieren gehen?

Wo ist sonst die Grenze? Bei der Apothekenrundschau - oder gehört da auch ein Bild der großen Schwester drauf, die mir sagt was ich zu denken, essen, reden und fühlen habe?

Also Rückzkug auf : "War ja nur ein Spass und wir wollten nur aufmerksam machen?"


vg,

Gil

Gilandilas

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #20 am: 03 Sep 2015, 19:37:03 »
Super Aktion vom Uhrwerkverlag!

Gilandas' Kritik verstehe ich nicht (und die Unterstellungen gegenüber John sind schon sehr weit hergeholt). Hier geht es nicht um Zensur oder ähnliches. Hier geht es um ein gesellschaftliches Zeichen und das ist mit Grundrechten perfekt vereinbar. Wir verbieten keine rechten Meinungen, aber wir zeigen als Gesellschaft, dass wir derlei rechte Verbrechen und Übergriffe nicht tolerieren. Die eigene Meinung zu äußern gegen Intoleranz ist keine Zensur.
Ich bin Jurist und Rechtsphilosoph und sehe wahrlich nicht, wo derzeit Freiheitsrechte und Unschuldsvermutung in diesem Bereich über Bord geworfen werden. Das passiert nicht selten, aber hier ist das Alarmismus.

Ist es das?

Na dann.

*Nachtrag:
sorry für den etwas schnippischen Tonfall nur:
ich erinnere an die Pegida Fälle letztes Jahr, die niemals so hohe Wellen geschlagen hätte, wenn nicht klar gezeigt worden wäre, wie das System mit anders denkenden umgeht
Wir haben derzeit mit Heiko einen Justizminister, der als studierter Jurist klare Handlungsempfehlungen ohne Rechtsgrundlage gegeben hat.

Oder halt Cem Özdemir, der Trotz eines geltenden Verbots zu einer nicht angemeldeten Demo aufgerufen hatte - daraufhin wurde die Demo flugs im Eilverfahren an einem Wochenende noch genehmigt.

Insofern verstehe bitte meine Vorbehalte gegen die Argumentation: Ich als Jurist finde das alles ok.

Können wir uns darauf einigen:
Bei der Resourcenverteilung und Verwendung handelt es sich um eine der Ursachen der Flüchtlingsproblematik?
Vielleicht auch noch auf: Umdenken und Anpassen bedeutet auch, dass die vormals 1te Welt zukünftig hinsichtlich des Wohlstandes Abstriche machen muss?
Und ganz verwegen auch noch auf: Je weniger man das offen erklärt, desto mehr Übergriffe wird es geben?*

vg,

Gil
« Letzte Änderung: 03 Sep 2015, 20:22:38 von Gilandilas »

Yinan

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #21 am: 03 Sep 2015, 20:27:36 »
Es ist eine Seite im Uhrwerk-Magazin.

Findest du nicht das du etwas übertreibst mit dem "Gehört die Diskussion über die Symptome des Problems (Fremdenfeindlichkeit bis zu Fremdenhass) an den Spieltisch?"?
Denn am Spieltisch wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht die einzelnen Seiten des Uhrwerk-Magazins analysiert, oder?

p.s. auch von mir gibts ein *daumen hoch* für die Seite :)
Wenn nicht anders gesagt, dann befassen sich meine Aussagen zu Regeln niemals mit Realismus oder Simulationismus, sondern nur mit Balancing.
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Gilandilas

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #22 am: 03 Sep 2015, 20:41:24 »
Ahoi Yinan,

sorry ich dachte das tun wir hier gerade.  ;D

Ok, die Darstellung war Nazis sind Scheisse.
Stimme ich vorbehaltlos zu.

Mein Problem an der ganzen Sache ist, dass emotionsbehaftete Vorfälle immer als "Einfallstor" bentutzt werden (Feminismus, Flüchtlingsdiskussion, Atheismus/Religion was auch immer) um damit ein politisches Argument zu verknüpfen => wie Du bist dagegen? Das geht ja gar nicht!

Entweder ein kurzes Statement: "Es gab einen Übergriff, bei dem ein Asylant brutal zusammengeschlagen und dann bepinkelt wurde, das finden wir nicht ok daher..." oder besser lassen. Ich hätte das also wesentlich unproblematischer gefunden, wenn es im Editorial oder als Vorwort da gestanden hätte.

Einfach nur unkommentiert drauf gehört mMn nicht in ein Spielemagazin.

vg,
Gil

Kenshin

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #23 am: 03 Sep 2015, 21:08:21 »
Vielen Dank für die Seite. Genau so, wie sie ist.

Cifer

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #24 am: 03 Sep 2015, 22:56:58 »
@Gilandilas
"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." Eine tolerante Gesellschaft, die sich nicht gegen jene verteidigt, die die Toleranz abschaffen wollen, ist nicht lange tolerant.

@Topic
Vielen Dank an den Uhrwerkverlag für ein klares Zeichen zu einer Zeit, in der es gerade für sozial aktive mit Sicherheit aufbauend ist, neben dem Hass auch solche Zeichen der Solidarität und Zustimmung zu sehen.
« Letzte Änderung: 03 Sep 2015, 23:04:56 von Cifer »

SeldomFound

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #25 am: 03 Sep 2015, 23:15:34 »
@ Gilandias et al.

Kurze, persönliche Meinung von mir: Ich verstehe und akzeptiere die Meinungen und Kritiken von beiden Seiten hier. Und das muss reichen. Ich würde es vorziehen, wenn wir jetzt hier nicht versuchen uns gegenseitig von persönlichen Meinungen zu überzeugen. Dafür ist diese Plattform einfach nicht geeignet und auch nicht gedacht. Egal wie ihr euch auch anstrengt, in dieser Debatte "Recht zu haben" ist genauso schwer wie einen Pudding an die Wand zu nageln. Denn auch wenn ihr es nicht bemerkt, die Wörter, die ihr verwendet, haben für euch ganz unterschiedliche Bedeutungen.

Das ist alles, bitte antwortet nicht auf diese Post, sondern lest sie nur. Klickt "Thank you", wenn ihr sie gut findet oder lasst es, wenn ihr sie nicht gut findet. Das reicht vollkommen aus.
Patience is a virtue, possess it if you can
Seldom found in woman
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Belias

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #26 am: 03 Sep 2015, 23:44:47 »
Ich mache eigentlich einen Bogen um politische Diskussionen (insbesondere im Internet, weil meistens eh nix gutes dabei rauskommt), aber eben genau dieses Denken
Zitat
"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." Eine tolerante Gesellschaft, die sich nicht gegen jene verteidigt, die die Toleranz abschaffen wollen, ist nicht lange tolerant.
finde ich problematisch.

Wenn man so auf Toleranz erpicht ist, sollte man auch akzeptieren, dass es nunmal Leute gibt, die nicht pauschal mit allen Strömungen etwas anfangen können/schlichtweg einfach anderer Meinung als man selbst sind. Nur weil es gegen eine intolerante Idee geht, heißt das nicht, dass der Umstand des Dagegen-Hetzens etwas anderes als eine intolerante Handlung darstellt, wenn dabei derartig verallgemeinert wird.
Gerade im Internet habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass eine Art Meinungsdiktatur unter dem wehendem Banner der Toleranz betrieben wird.

Ungeachtet dessen bin ich auch gegen gewaltätige Übergriffe jeglicher Form, insbesondere wenn ideologische Gründe dahinter stehen und finde, dass sie mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden sollten, da es nichts mehr mit Protest zu tun hat, sondern lediglich menschenverachtend ist.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass dieser (politische) Thread nicht in ein Splittermond-/Rollenspielforum gehört und denke, dass es besser wäre, wenn man ihn schließt, aber das ist nur meine Meinung.

Edit: Ansonsten stimme ich der Person über mir zu, auch wenn ich dadurch vermutlich gegen seine Bitte verstoße. ;)
« Letzte Änderung: 03 Sep 2015, 23:54:34 von Belias »

Gilandilas

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #27 am: 04 Sep 2015, 00:19:19 »
Belias und Seldomfound - Bravo, genau darum ging es mir! Like an beide Posts.

vg,

gil

Jeong Jeong

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #28 am: 04 Sep 2015, 00:36:08 »
@Gilandilas
Wenn es dir nur um das von Belias und Seldom gesagte ging, dann solltest du vielleicht ein wenig an deiner Rhetorik arbeiten. ;)


Zur Seite im Uhrwerkmagazin: super und volle Unterstützung von mir! :)

Noldorion

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Re: Aktuelles Uhrwerkmagazin: Danke für die letzte Seite
« Antwort #29 am: 04 Sep 2015, 00:44:52 »
Eins vorweg: Ich schreibe das hier nicht als Verlagsmitarbeiter oder Mod, sondern rein als Privatperson.

Denn eines ist mir wichtig:

Wenn man so auf Toleranz erpicht ist, sollte man auch akzeptieren, dass es nunmal Leute gibt, die nicht pauschal mit allen Strömungen etwas anfangen können/schlichtweg einfach anderer Meinung als man selbst sind.

Es ist eine Seite, das zu akzeptieren, aber eine ganz andere, es kommentarlos hinzunehmen. Das wird irgendwie immer gerne verwechselt. Wenn jemand eine Meinung vertritt, die ich nicht teile, wenn er gegen Flüchtlinge hetzt, wenn er zu Hass, Gewalt und Brutalität aufruft, dann akzeptiere ich, dass das seine Meinung ist. Aber ich nehme es nicht hin. Ich gebe ihm Kontra. Ich diskutiere. Ich rufe dazu auf, sich dagegen zu stellen. Selbstverständlich akzeptiere ich, dass andere Leute andere Meinungen haben. Selbstverständlich akzeptiere ich, dass sie das Recht haben, sich zu äußern. Aber dann müssen sie auch damit rechnen, Kontra zu kriegen.

(Und ja, das gilt für beide Seiten. Schließlich dürfen sich die Gegner des Aufrufes im Magazin hier ebenso äußern wie die Befürworter.)

Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man den Aufruf des Uhrwerk Verlags so verstehen kann, dass bestimmten Personen Grundrechte abgesprochen werden sollen, dass eine "Diktatur der Tugend" aufgebaut werden soll oder sonst etwas. Selbstverständlich muss man diese Meinung nicht teilen, und selbstverständlich kann man das auch äußern. Aber bitte: Den Aufruf unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu kritisieren, mit falschen Vorwürfen zu bedenken und gleichzeitig anzumerken, dass der Aufruf nicht in ein Spielemagazin gehört, ist wenig überzeugend.

Gehört so etwas in ein Rollenspielforum? In ein Spielemagazin? Ja? Nein? Wer bestimmt denn, wo etwas "hingehört"? Und spielt es eine Rolle, ob der Uhrwerk Verlag aus wissenschaftlich unabhängigen Journalisten besteht? Haben nur solche Personen ein Recht, sich öffentlich zu äußern?

Ich halte es in der heutigen Zeit und der heutigen Situation für außerordentlich wichtig, dass man Zeichen setzt, und zwar nicht nur dort, wo sie "hingehören", sondern vielleicht auch dort, wo sie sonst vielleicht auch mal nicht zu hören sind.

Insofern bin ich zutiefst froh über diesen Aufruf.