Autor Thema: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch  (Gelesen 3923 mal)

Jaldur

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Hallo zusammen,

ich habe eine Regelfrage, bzw. eine Hausregel bezüglich Alchemie auf Reisen.
Diskussionen über Kosten bei der Alchemie-Herstellung gibt es ja nun schon, aber bisher keine Begrenzung wie viele Tränke etc. ein Alchemist herstellen kann. Vielmehr stellt sich ja die vll etwas platte Frage, wem bezahlt er eigentlich die Materialkosten unterwegs oder woher kommen die zusätzlichen Materialien so plötzlich?

Ich möchte meiner Gruppe den Vorschlag machen, dass der Alchemiekoffer eine "Ladung" von 30 Lunaren hat. Dann kann der Charakter unterwegs Tränke etc. bis 30 Lunare Materialkosten herstellen.
In jeder Stadt gäbe es dann natürlich die Möglichkeit die Vorräte wieder aufzufüllen, bzw. den Koffer auf Dauer zu verbessern zu vergrößern.

Gibt es hierzu Alternativen oder wie macht ihr das? Habe ich vielleicht auch einfach etwas im Regelwerk überlesen und das ist längt geklärt?
Eure Meinung interessiert mich :)

Gruß Jaldur

SeldomFound

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #1 am: 23 Apr 2015, 12:16:31 »
Dein Vorschlag ist sicherlich ein Möglichkeit.

Ich selbst mache mir da nicht viel Gedanken drum, wenn der Alchemist während der Reise einen Trank braut, bezahlt er halt die Materialkosten quasi im Nachhinein, d.h. ich gehe einfach davon aus, dass er die entsprechenden Ressourcen sich schon vorher besorgt hat.

Auf dieser Weise kann der Alchemist auch nicht vergessen, seine Vorräte auf zu füllen.

Einzige Einschränkung wäre die Menge an Geld, die der Alchemist auf diese Weise ausgeben kann: Material für 100 Tränke dürften nur schwerlich von einer Person zu tragen sein. Mit einem Maultier oder bei entsprechender Verteilung auf die Gruppe könnte man da aber auch wieder eine Ausnahme machen.
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Cifer

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #2 am: 23 Apr 2015, 12:38:24 »
Ich wäre eher geneigt, zu sagen, dass man schon spezifisch einkaufen muss (also "Zutaten für Heiltränke im Wert von X Lunaren") und nur die Verbrauchskomponenten (im Wert von 1/10 des Endpreises) austauschbar sind. Wer auf Reisen flexibel Alchemie betreieben will, ist gut beraten, Zutaten per Naturkunde zu suchen. Analog betrachtet fände ich es auch seltsam, wenn ich eine Rüstung herstellen möchte und sich meine eingekauften Ressourcen je nach Bedarf als Lederhäute, Kettenringe oder Stahlplatten entpuppen, obwohl alle drei unter die Fertigkeit Handwerk fallen.

Chalik

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #3 am: 23 Apr 2015, 13:12:46 »
Ich selbst mache mir da nicht viel Gedanken drum, wenn der Alchemist während der Reise einen Trank braut, bezahlt er halt die Materialkosten quasi im Nachhinein, d.h. ich gehe einfach davon aus, dass er die entsprechenden Ressourcen sich schon vorher besorgt hat.

Handhabe ich in ähnlicher Art und Weise.

Horus

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #4 am: 23 Apr 2015, 21:10:46 »
Ich möchte meiner Gruppe den Vorschlag machen, dass der Alchemiekoffer eine "Ladung" von 30 Lunaren hat. Dann kann der Charakter unterwegs Tränke etc. bis 30 Lunare Materialkosten herstellen.
In jeder Stadt gäbe es dann natürlich die Möglichkeit die Vorräte wieder aufzufüllen, bzw. den Koffer auf Dauer zu verbessern zu vergrößern.

Wenn ich aus Gründen der Spielbalance es für notwendig erachten würde, wäre Dein Vorschlag ein sehr guter Kompromiss aus Spielbarkeit und Einschränkung. Über die Menge der "gespeicherten" Lunare müsste man dann mal unter kenntnisreicher Berücksichtigung der Preise nachdenken, aber da habe ich gar keine Ahnung.

Eines der Hauptprobleme des reisenden Alchemisten ist vermutlich eh die Zeit, Tränke zu brauen. Eine Probe, für einen Trank, erfordert 8 bis 12 Stunden durchgehend konzentrierter Arbeit, während der man nichts anderes machen kann. Und mehrere Tränke Parallel brauen würde ich auf Reisen wohl nicht zulassen, im gut ausgestatteten Labor dagegen könnte ich es mir vorstellen. Auch hier eine Frage des Balancing, welches sich meines Fingerspitzengefühls zu sehr entzieht, um konkrete Empfehlungen auszusprechen.
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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #5 am: 23 Apr 2015, 21:36:44 »

Eines der Hauptprobleme des reisenden Alchemisten ist vermutlich eh die Zeit, Tränke zu brauen. Eine Probe, für einen Trank, erfordert 8 bis 12 Stunden durchgehend konzentrierter Arbeit, während der man nichts anderes machen kann. Und mehrere Tränke Parallel brauen würde ich auf Reisen wohl nicht zulassen, im gut ausgestatteten Labor dagegen könnte ich es mir vorstellen. Auch hier eine Frage des Balancing, welches sich meines Fingerspitzengefühls zu sehr entzieht, um konkrete Empfehlungen auszusprechen.

Mit den Meisterschaften "Effizienz", "Wunderarbeiter" und Nachtarbeit geht es und mit einem herausragenden Ergebnis braucht man sogar nochmal nur die halbe Zeit.

Es hängt davon ab, was man als "Tag" definiert, ob damit 24 Stunden gemeint ist oder nur die Zeit während der es hell ist, dann wären wir nämlich bei 2 Proben in 12 Stunden und dann geht es erst recht, wenn man Effizienz und Wunderarbeit dazu nimmt.

Aber die tatsächliche Zeitdauer von Herstellungsproben ist relativ fix.
« Letzte Änderung: 23 Apr 2015, 22:13:16 von SeldomFound »
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Horus

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #6 am: 23 Apr 2015, 22:04:24 »

Eines der Hauptprobleme des reisenden Alchemisten ist vermutlich eh die Zeit, Tränke zu brauen. Eine Probe, für einen Trank, erfordert 8 bis 12 Stunden durchgehend konzentrierter Arbeit, während der man nichts anderes machen kann. Und mehrere Tränke Parallel brauen würde ich auf Reisen wohl nicht zulassen, im gut ausgestatteten Labor dagegen könnte ich es mir vorstellen. Auch hier eine Frage des Balancing, welches sich meines Fingerspitzengefühls zu sehr entzieht, um konkrete Empfehlungen auszusprechen.

Mit den Meisterschaften "Effizienz", "Wunderarbeiter" und Nachtarbeit geht es und mit einem herausragenden Ergebnis braucht man sogar nochmal nur die halbe Zeit.

Es hängt davon ab, was man als "Tag" definiert, ob damit 24 Stunden gemeint ist oder nur die Zeit während der es hell ist, dann wären wir nämlich bei 2 Proben in 12 Stunden und dann geht es erst recht, wenn man Effizienz und Wunderarbeit dazu nimmt.

Aber die tatsächliche Zeitdauer von Herstellungsproben ist tatsächlich relativ fix.

Dann könnten Alchemisten im Winter wegen kürzerer Tage ja schneller arbeiten. Ich favorisiere hier die 24h-Tag Lösung.

Wenn sich die Probenzeit auf 4 bis 6 Stunden reduzieren lässt mit Wunderwirker, geht es tatsächlich. Auf herausragende Erfolge kann man sich aber nicht verlassen, und abgebrochene Proben wegen Zeitmangels sollten dann Konsequenzen wie knapp Misslungen haben. Kontrolliertes Abbrechen.

Nachtarbeit geht natürlich, aber dann fallen die Ruhephasen komplett weg, mit allen Folgen von Schlafmangel.

Vielleicht übersehe ich aber auch eine Menge Regeln, ich stecke in der Handwerksmaterie halt nicht wirklich drin, also überlasse ich anderen die Deutungshoheit  ;)
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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #7 am: 23 Apr 2015, 22:29:38 »

Nachtarbeit geht natürlich, aber dann fallen die Ruhephasen komplett weg, mit allen Folgen von Schlafmangel.


Die erste Nacht ist kein Problem:

- Zähigkeitsprobe gegen 15 (S. 137)

- Mit Meisterschaft Wachsamkeit muss überhaupt gar keine Probe in der ersten Nacht geworfen werden!

Negative Auswirkungen hat eine durchwachte Nacht regeltechnisch erstmal nicht.
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Christian

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #8 am: 23 Apr 2015, 22:39:31 »
Bezüglich Arbeitszeit (auf Reisen)
Hallo!

Mit dem "halben Tag" ist tatsächlich ein "halber Arbeitstag" gemeint, keine halbe Periode von 24 Stunden. Das ist hier ein wenig missverständlich.

Ich würde davon ausgehen, dass bei einem Reisetag etwa 8 Stunden wirklich gereist wird, plus Pausen, Wegplanung, Lagersuche und Lagerbereitung vergehen sicherlich 10-12 Stunden Reisezeit. Das macht das mit der Alchemie unterwegs knapp, aber durchaus machbar. Klar kann ein Alchemist unterwegs keine Wunder vollbringen, aber einen einfachen Trank abends zuzubereiten, ist meines Erachtens okay, wenn es notwendig ist. Eventuell würde ich hier einfach erlauben, die Probe auf mehrere Tage zu verteilen, also quasi zu sagen: Klar, du kannst während der Reise brauen, aber du brauchst 2 Reisetage pro Probe (die Hälfte am ersten, die Hälfte am zweiten Tag).

(Im Ausrüstungsband, übrigens, kommen Optionalregeln, die das ganze hier ein wenig verfeinern, die also genauer aufschlüsseln, wie lange exakt eine Probe braucht und wie lange ein Handwerker am Tag arbeiten kann, bevor er sich mit Überanstrengung auseinandersetzen muss. Ich halte es aber ebenfalls für sinnvoller, eine gütliche Lösung mit deinem Spieler zu finden.)
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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #9 am: 24 Apr 2015, 01:21:37 »
Negative Auswirkungen hat eine durchwachte Nacht regeltechnisch erstmal nicht.

Eine sträfliche Vernachlässigung, dabei liefert Erschöpft gleich den passenden Zustand mit. Zum Glück kann sich der Alchemist da eine wunderbare Q0-Stimulanz zur Heilung des Zustands brauen :-)

Da Alchemie auf Reisen also durchaus gut möglich ist, wäre der Vorschlag mit der maximalen Ladung an Lunaren im Koffer sinnvoll, aber man sollte hier die Grenze nicht zu eng legen.

Auch gut wäre eine Begrenzung der erlaubten Alchemieproben, bevor der Koffer aufgefüllt werden muss. Die Aufladung mit Proben kostet nichts, Lunare werden entsprechend der Trank-Herstellungskosten bezahlt, aber man kann nur 10 (20,30, keine Ahnung) mal auf Alchemie würfeln, ehe man irgendwo die wichtigsten Zutaten nachfüllen muss. Inwiefern ein Alchemist in der Lage sein soll, diese Zutaten zum Teil selbst durch speziell dafür gedachte Naturkunde-Proben aufzufüllen, müsste man sich dann überlegen.

Oder statt Proben nimmt man Portionen. Man kann mit dem Koffer 10 Wirksame Anwendungen herstellen (versuchen) bis zur Nachfüllung. Dann ist es egal, ob Q0 oder Q6-Rezepte gebraut werden.
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Rondragos

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #10 am: 02 Mai 2015, 00:24:04 »
In meiner Runde hab ich es ähnlich gehandhabt, wie die Hausregel oben: Der Alchimisten kann Verbrauchsmaterial (die 10%) als allgemeinen Vorrat kaufen und streicht sie je nach Verbrauch ab. Die restlichen Materialkosten (die auch durch Naturkunde besorgt werden können) sind für die Gebräue spezifisch.

Zur Arbeit auf Reisen gehe ich davon aus, dass man nach einem Reisetag meist auch erschöpft ist. Und selbst mit Alchimiekoffer braucht man immer noch einen einigermaßen ruhigen und sauberen (!) Arbeitsplatz, was die meisten temporären Feldlager ausschließt. Und Gasthausbesitzer lassen sicherlich nicht so gerne stinkende und lärmende (und womöglich gefährliche!) Arbeit zu. Besonders nicht nachts.

Das beschränkt Alchimie auf Reisen meist eh auf Ruhepausen  (wir bleiben 2 Tage im Dorf um uns auszuruhen und Vorräte aufzufrischen)

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Re: Alchemie auf Reisen | Alchemistenkoffer | Materialverbrauch
« Antwort #11 am: 02 Mai 2015, 00:40:43 »
Bedenke dabei, dass Alchemie nicht gleich Chemie entspricht und automatisch stinken und gefährlich sein muss. Alchemica können auch zum Beispiel im Hexenkessel gebraut werden oder in Tonkrügen ziehen, ohne dass man gleich ein Labor benötigt.
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