Autor Thema: Befürchtung - starke Kreaturen drohen mit "Sofort-Tötung" ohne Chance  (Gelesen 21752 mal)

Jorinen

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Zitat
"Im Modus "Zusammenarbeit beim Kampf" (GRW S.167) ist die VTD der Hydra (für die Helfer) um 5 reduziert, d.h. VTD:33. Das ist selbst mit einem Fertigkeitswert von "nur" 20 schaffbar. Und mit den Bonuspunkten, die die "Kampfhelfer" liefern, müsste es dem Top-Kämpfer in der Gruppe auch möglich sein, die sehr hohe VTD der Hydra zu überwinden."

Ich schätze Zusammenarbeit beim Kampf ja sehr!

Nur schnetzelt das Viech im Beispiel: Hyrda eben mit Koloss 3 und drei Angriffen einen nach dem anderen Weg und nur 1 Charakter teilt potentiell Schaden aus, abgesehen vom Gift, das jeden Zusammenarbeiter im Kampf ganz schnell aus dem Spiel nimmt.

Quendan

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Angriffs- und Verteidigungswerte sind jeweils so ausgelegt, dass die Monster gegen Gegner der entsprechenden Heldengrade eine Herausforderung darstellen. Dafür gibt es ja extra den Monstergrad, damit man sich daran orientieren kann.

Einen HG drüber oder drunter kann es je nach Umständen noch funktionieren. Aber danach ist schlicht Schicht im Schacht. Eine HG1-Gruppe wird von einem Monster, das erst für HG3-Charaktere gedacht ist, zerfetzt - und das ist völlig im Sinne der Erfinder.

Es ist auch gar nicht möglich, sinnvoll MG3 oder MG4-Monster zu erstellen, die aber so niedrige Angriffs- und Verteidigungswerte, das man auf HG1 eine Chance gegen sie hat. Denn dann sind sie (auch unabhängig von allen anderen Variablen) für HG3 oder HG4 Abenteurer keine echte Gefahr mehr. VTD und Angriff sind die wichtigsten und zentralen Variablen im Monsterdesign bei Splittermond und sie müssen entsprechend an den HG angepasst werden, den eine Abenteurergruppe haben sollte, um gegen sie anzutreten. Leichte Abweichungen sind wie gesagt kein Problem, aber ab einer Differenz von zwei Heldengraden geht das nicht mehr sinnvoll.

Jorinen sieht darin ein Problem, ich tue das nicht. Es gibt schlicht Monster, die eine Gruppe junger Wald-und-Wiesen-Abenteurer nicht besiegen kann - und hier wird auch unser Designziel von den Regeln abgedeckt. Eine Hydra ist etwas für echte Helden (tm), nicht für den frisch aus der Mühle losgezogenen Müllerssohn Jupp Mäusetöter. Und das gilt abgeschwächt auch für andere Monster, deren Werte zu hoch für HG1-Abenteurer sind.

Ähnlich wie Noldorion sehe ich diesen Umstand auch bei sehr vielen anderen Spielen und halte es da ebensowenig für einen Designfehler. Wer auf Stufe 1 in DSA den Kaiserdrachen töten will geht  drauf. Und wer auf Level 1 in D&D einen Elder Wyrm angreift, dessen Karriere ist ebenso schnell vorbei.

Die einzige Spielumgebung, in der das zu Problemen führen kann, sind komplett freie Sandboxes mit fehlender Skalierung. Also in denen beispielsweise Zufallstabellen zwischen einer tollwütigen Ratte und einer Hydra alles hervorbringen können. Oder in denen man keinerlei Hinweise darauf erlangen kann, in welchem Hexfeld denn das Hydranest liegt oder in welchem Hexfeld so böse Zufallstabellen lauern, dass man sie besser nicht zu früh besucht. Das ist ein Spielstil, den Splittermond in der Tat nicht gut unterstützt (und ihn auch nicht im Fokus hatte beim Design) - das macht aber kaum ein System da draußen. In so Konstellationen muss man (losgelöst vom System) daran gewöhnt sein, entweder extrem vorsichtig zu sein und gut aufzuklären - oder aber sich oft neue Charaktere machen.

Kurz gesagt: Splittermond skaliert die Gegner nach den Abenteurern und es ist volle Absicht, dass es dann auch Gegner gibt, gegen die man in einem normalen Kampf keine Schnitte hat. Und in diesen Fragen der Skalierung und Treffens auf entsprechende Kreaturen liegt die Verantwortung mE und systemseitig beim Spielleiter (oder Abenteuerautor), aber auch beim Spieler. Ich für meinen Teil habe keine Skrupel eine ganze Abenteurergruppe umzubringen,wenn diese trotz der Hinweise auf die absurd hohe Gefahr auf HG 1 in die Hydrahöhle des sicheren Todes (TM) spazieren möchte.
« Letzte Änderung: 12 Nov 2014, 17:15:14 von Quendan »

Dunbald

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Zitat von: Jorinen
Es geht um eine starke Kreatur / einen starken Gegner gegen niedrige Heldengrad-Charaktere. Diese haben rechnerisch dann ggf. eben keinerlei Chancen mit "inside-the-box"-Möglichkeiten.
Was wäre denn für dich eine solche starke Kreatur abseits vom Maximum was geht (soll heißen 4+/4+)?
Ich hab gerade mal die Gegner angeschaut und selbst 3/2 haben oft eine Verteidigung im hohen 20er Bereich, damit sind sie selbst für HG 1er (nich unbedingt Startcharaktere) durchaus treffbar.


Nevym

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Ich sehe es in der Verantwortung des Spielleiters, dafür zu sorgen, dass die Charaktere nur Kreaturen begegnen, mit denen sie auch fertig werden können.
Ausnahmen dafür kann es natürlich geben - entweder, weil das Setting es so will (Ctuhlhu), weil der SL einfach ein fieser Hund ist, weil es zur Dramaturgie passt, dass Charaktere sterben oder oder oder.

Charaktere können nicht über zu starke Gegner stolpern, außer, der SL will es so. Und dann ist das vielleicht eher ein gruppeninternes Problem.

Die Schlösser der Könige werden ja auch nicht schlechter bewacht, damit da ein paar Heldengrad 1-Charaktere hereinspazieren können.
Das trifft aber nur bei einem bestimmten Spielstil so zu.

In einer Sandbox ist es z.B. anders.
Beispiel aus einer vergangenen Runde:
Wintholt, die Baronie mit dem weißen Fleck: Wir haben die freie Wahl wohin wir gehen, und gehen natürlich direkt in die verlassene Mine, wo der fiese Schattenweber haust, finden entgegen aller Erwartungen mit herausragenden Proben seine Phylakterie und nehmen sie mit. Wir tun unser bestes, aber letztendlich wollen wir nicht kooperieren und der Schattenweber in vollkommener Dunkelheit hat keine Probleme damit, eine Gruppe von HG1 Charakteren niederzumachen.

Von daher: Ja, Übermächtige Gegner sind in Splittermond auch wirklich übermächtig. Wenn man einen solchen ärgert, hat man Pech gehabt.
... und ausßerdem widersprechen sich für mich die beiden letzten Sätze von Belzhorash. Aber das hab ich im vorherigen Beitrag schon zu erläutern versucht, der SL will es immer so - das ist seine Krux dabei, aber auch sein Werkzeug die Welt darzustellen!
Aber es ist eben nicht so, daß der Spieler so agiert wie sein Charakter es tun sollte - das ist schon eine "Bewertung" von außen - und es muß nunmal Konsequenzen haben, wenn man sich mit einem übermächtigen Gegner anlegt.

...
Wer außer dem Spielleiter kann beschließen, dass es aus Grund XY nicht zu einer Konfrontation kommt?

Es ist unmöglich, dass die Spieler in Kontakt mit einer übermächtigen Kreatur kommen, ohne dass der Spielleiter das entweder absichtlich herbeigeführt oder die Torheit der Abenteuer billigend in Kauf genommen hat.
Selbst wenn eine SpliMo-Publikation explizit beschreibt, dass in Region Sowieso eine Hydra ihr Unwesen treibt, können die Abenteurer nur dann mit ihr zusammentreffen, wenn der SL das zulässt. Selbst wenn der Hort der Hydra exakt beschrieben ist und die Abenteurer einfach beschließen, dort mal hinzulaufen, treffen sie die Hydra dort nur an, wenn der SL es zulässt.

Der SL hat ein riesiges Arsenal zur Verfügung, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Er kann Hindernisse in den Weg legen, andere (schwächere) Kreaturen auf die Helden hetzen, sie mit Zaubern traktieren, das Wetter umkippen lassen usw. usw.
Wenn er davon keinen Gebrauch macht, die Gruppe aufgerieben wird und die Spieler dann sauer sind, dann kann man dafür aber nicht das System zum Sündenbock machen. Die Verantwortung für das Wohl und Wehe seiner Gruppe hat immer der SL.
...
1. Kosequenz:
 Ist man als Spielleiter wie als Spieler konmsequent, dann sollte man etwas angesagtes auch durchziehen (können) - oder eben scheitern!
 Es ist einfach langweilig, unglaubwürdig, dumm, bis hin zur Lächerlichkeit, immer wieder einen Rückzieher zu machen, wenn die angeleierte Aktion
 brenzlich wird.
2. Weltrealismus
 Jede Spielwelt hat ihre "Vita"
 Jede Spielwelt hat ihren innerweltlichen Realismus
 Jede Spielwelt hat ihre Eigenheiten, die sie erst interessant machen.
3. Tun was du willst aber SPIEL!
 Zieh die Rolle Deines Chars durch!
 Bereite Deine Mitspieler und Mit-Charaktere auf die Eigenheiten Deines Chars vor.
 Mach was Du für Deinen Char vorbereitet hast.
 Sei bereit die Konsequenzen zu tragen.
 Fiebere mit, bis zum (bitteren) Ende  ;D

Nachträglicher EDIT: Kann es sein, dass deine Erwartung an eine "stimmungsvolle Welt" auch das Prinzip der Fairness beinhaltet? Forderst du deswegen implizit, dass niedrigstufige Abenteurer eine "Chance" gegen Monstergrad 4 haben "sollten", damit es fair ist?
Falls ja, dann solltest du dir klar machen, dass die Natur nicht fair ist. Fairness ist ein menschliches Konzept und in der Natur nicht existent. Die Natur kennt Balance, aber das ist etwas anderes. Der Wolf kann das Kaninchen fressen, umgekehrt aber nicht. Die Hydra kann die Heldengrad-1-Abenteurer besiegen, umgekehrt aber (wohl eher) nicht.
There's no fairness.
Bei Computerspielen erwarte ich diese "Fairness" nicht, im Gegenteil, ich bin immer wieder frustriert über die Destruktivität von Systemen, die der Mensch geschaffen hat...
Die Natur ist da wesentlich "fairer". Mag ein Schimpanse noch um einen getöteten Gefährten trauern, so tut es das Zebra eher nicht sondern hat es wahrscheinlich innerhalb der Herd nicht mal mitbekommen, daß die Löwen einen aus ihrer Mitte getötet haben während die ganze Herdea uf der Flucht war....
Da steckt für mich mehr "Fairness" drin als in Menschengemachten. Und so "natürlich" sollte auch die Fairness einer Spielwelt sein. Wer zu den Löwen geht braucht sich nicht zu wundern wenn die einen mit Spielzeug verwechseln. Aber man kann auch mit den Wölfen heulen und mit den Lemmigen ziehen.

Ja, aber der Punkt von Jorinen ist doch dass es unrealistisch ist, wenn in den besuchten Regionen immer zufällig nur genau die Kreaturen auftauchen, die zum HG der Charaktere passen. Das ist wie in den Computerrollenspielen, wo man zuerst die Ratten im Keller, dann die Spinnen im Wald, anschließen die Bären im Gebirge und letztendlich die Dämonen in der Unterwelt verdrischt.
Das Computer-Spiel-Beispiel wiederum ist auch so eine bescheidenes Unding! Leider ist es hier meist andersrum, daß es eben keine Warnungen gibt oder daß in so vielen Computerspielen die Anfangsgegner später mit einem Fingerzeig weggewischt werden... Geht auch nicht!
Das darf Lorakis auch nicht werden, es darf nicht immer nur "passende" Herausforderungen geben. Wenn die Regionsbeschreibungenn wie im Unreich 1-3 Megamonster vorsehen, dann SIND DIE DORT! Wer es also wagt dorthin zu gehen, der muß einfach mit deren Auftauchen rechnen.
Schwierig aber möglich finde ich es, Geschichten zu schreiben, die ein Scheitern zulassen.
Ebenso aber sollte in jeder Geschichte in der übergroße Probleme auftauchen immer möglichkeiten geben diesen auszuweichen oder diese zu umgehen. Es sollte keine KO-Kriterien geben, die einen Weg versperren.
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Jorinen

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Zitat
"Wer auf Stufe 1 in DSA den Kaiserdrachen töten will geht  drauf."

Das stimmt so nicht. Man nehme drei Elementaristen Stufe 1, die die elementaren Verwundbarkeiten (wie Eis etc.) ausnutzen: Frigifaxius Enger Strahl, das drei Mal mit maximaler Astralenergie und der Drache ist weg.

Nicht, dass ich das anstrebe, aber so läuft es in-the-box-mäßig.


Es geht mir ausdrücklich nicht darum, dass Heldengrad 1- oder 2-Charaktere planmäßig hoch überlegene Gegner unbedingt töten können müssen. Mir geht es darum, dass in einer offenen sandbox-artigen Welt kein Computerspielgefühl entsteht durch "Rattenkeller für Anfänger", Wolfswälder für Fortgeschrittene... langweilig!

Es geht mir darum, solche Gefahren auf irgend eine Möglichkeit überstehen zu können, gerade, wenn eine Konfrontation eben nicht geplant ist.

Sobald aber der Kampffall eintritt, ist in dieser Situation nichts mehr zu machen - außer vielleicht "out-of-the-box".

Jorinen

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@ Dunbald:
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"Was wäre denn für dich eine solche starke Kreatur abseits vom Maximum was geht (soll heißen 4+/4+)?"

Walddrache und Sanddrache im Angriffs- und Verteidigung- Aspekt.

Das ist dann eine Konzeptfrage: Hier im Grundregelwerk ist eben schon angelegt, dass hochgefährliche Gegner / Kreaturen einfach extrem hohe Angriffs- und Verteidigungswerte haben - das wird in Zukunft dann auf alle anderen gefährlichen / hochgefährlichen Gegner / Kreaturen zutreffen.

Nevym

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Erfahrungen aus etwa 7 bis 9 Spielsitzungen mit dem gleichen Abenteuer und damit einer ähnlichen Kampfsituation zeigen,d aß Splittermond auch bei "skalierten" Gegnern tödlich werden kann. Umso "tödlicher" ist es dann sicher mit nicht angepaßten Gegnern. Sind sie zu stark, besteht die Gefahr, daß die Gruppe draufgeht - umgekehrt, daß die Gegner zu schnell ableben.
In obigem Kampf waren es idR 5-7 HG1-Charaktere unterschiedlicher Zusammenstellung. Bei den Gegnern handelte es sich um 1-2 Orkkrieger (Nahkampf) plus 2-3 Orkspähren (Fernkampf) - insgesamt 4-5 Gegner. In 2 von 6 Kämpfen ging ein Nahkämpfer-Charakter auf die Bretter und mußte "gerettet" werden (durch SL oder Spieleraktionen) ein weiterer Kämpfer wurde immer schwer verwundet.
Einmal war es hart an der Grenze, da gab es einen Patzer der beinahe den ORks den Sieg "beschert" hätte.
Splittermond kann durchaus leicht ein "tödliches Spiel" werden.
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Drarsus

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@Jorinen - ich verstehe deine Absicht nicht so ganz.
Als SL hast du doch ALLES in der Hand. Selbst die Tabelle mit den Zufallsbegegnungen.
Von daher verstehe ich nicht, wo das Problem liegt.

Die Helden können auf starke Gegner treffen, müssen es aber nicht.

Vielleicht versuchst du nochmal dein Problem zu konkretisieren, denn ich habe den Eindruck, dass wir dich entweder nicht verstehen oder hm, wir aneinander vorbeireden.

Nevym

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"Wer auf Stufe 1 in DSA den Kaiserdrachen töten will geht  drauf."
Das stimmt so nicht. Man nehme drei Elementaristen Stufe 1, die die elementaren Verwundbarkeiten (wie Eis etc.) ausnutzen: Frigifaxius Enger Strahl, das drei Mal mit maximaler Astralenergie und der Drache ist weg.

Nicht, dass ich das anstrebe, aber so läuft es in-the-box-mäßig.

Es geht mir ausdrücklich nicht darum, dass Heldengrad 1- oder 2-Charaktere planmäßig hoch überlegene Gegner unbedingt töten können müssen. Mir geht es darum, dass in einer offenen sandbox-artigen Welt kein Computerspielgefühl entsteht durch "Rattenkeller für Anfänger", Wolfswälder für Fortgeschrittene... langweilig!

Es geht mir darum, solche Gefahren auf irgend eine Möglichkeit überstehen zu können, gerade, wenn eine Konfrontation eben nicht geplant ist.

Sobald aber der Kampffall eintritt, ist in dieser Situation nichts mehr zu machen - außer vielleicht "out-of-the-box".
Danke für diese REALE aber Grottenschlechte Beispiel aus der einstmals so interessanten Spielwelt....
Ich will auch kein "Computerspielgefühl", aber ich sags nochmal, da hängt an der Region, an der Story und der Kreativität - sowohl der Autoren als auch der Spielleitung und auch der Spieler.
Wir können endlos Beispiele bringen, bringt nix! Die HG3/4-Abenteuer der Zukunft werden zeigen, in welche Richtung Splittermond geht - kommt Dein Beispiel dabei raus (oder so manche bekannte Kampagne), wirds nur ein Abklatsch von Altbackenem Bekannten und irgendwas "belangloses" unter der ach so bunten Spielwelt.
Aber es könnte auch eine gute Mischung werden zwischen einem Setting in dem sich ein HG1-Wesen genauso behaupten kann wie ein HG4-Wesen seine Herausforderungen findet - die Welt ist groß genug dafür!
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JohnLackland

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Ich glaube Jorinen meint, das er zum Beispiel bei einen Riesen keinen Oger einfach auftauchen lassen kann und die Spieler eine Chance haben ihn zu besiegen.... es wäre praktisch generisch... wie bei einen Computerspiel es gibt HG1 Gebiete, HG2 Gebiete usw... Diese Möglichkeit existiert bei DSA unter bestimmten Bedingungen, aber das Beispiel wie man den Kaiserdrachen besiegt ist doch auch wieder Konstruiert. Im Grunde wird hier eine Diskusion gerade um der Diskussionswillen geführt.

Wo ich dir aber recht gebe ist der Downgrad.... ein Wolf ist für HG3 keine Gefahr mehr... und das ist Schade irgendwie, dann muss es der Supermagischemegawolf sein. Die Inzenierung könnte so Enden wie amerikansiche Comics, Serien oder Rollenspiele. Nach der einen krassen Geschichte muss die noch krassere Geschichte kommen, aber ein Dorf das von hungrigen Wölfen bedroht wird ist keine Gefahr mehr. Aber die Leute wollen Crunchis und so weiter und viele Powergaming ;-) SpliMo ist halt so ein Hybrid aus DSA und D&D.
« Letzte Änderung: 12 Nov 2014, 17:48:00 von JohnLackland »
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

Dunbald

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@ Dunbald:
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"Was wäre denn für dich eine solche starke Kreatur abseits vom Maximum was geht (soll heißen 4+/4+)?"

Walddrache und Sanddrache im Angriffs- und Verteidigung- Aspekt.

Das ist dann eine Konzeptfrage: Hier im Grundregelwerk ist eben schon angelegt, dass hochgefährliche Gegner / Kreaturen einfach extrem hohe Angriffs- und Verteidigungswerte haben - das wird in Zukunft dann auf alle anderen gefährlichen / hochgefährlichen Gegner / Kreaturen zutreffen.
Wald- und Sanddrache sind ja aber eben genau dieses Maximum, welches ich erstmal ausklammern wollte.
Ich denke nämlich, dass diese Gegner auch nicht allzu häufig in der Welt vorkommen werden, wodurch man also weniger Gefahr läuft unglaubwürdig zu werden, wenn diese Gegner mal nicht auftauchen (auch wenn man sich in Gebieten befindet wo sie vorkommen)

Und wie ich eben schon sagte: Die meisten Gegner (inklusive 3/2) haben durchaus Werte, die eben nicht zum sofortigen Tod der Gruppe führen dürften. Daher denke ich nicht, das an dieser Stelle "Computerspiel"-feeling aufkommen muss. Natürlich sollte man es als SL nicht übertreiben und gleich 10 Oger schicken ;)



Drarsus

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Ich glaube Jorinen meint, das er zum Beispiel bei einen Riesen keinen Oger einfach auftauchen lassen kann und die Spieler eine Chance haben ihn zu besiegen.... es wäre praktisch generisch... wie bei einen Computerspiel es gibt HG1 Gebiete, HG2 Gebiete usw... Diese Möglichkeit existiert bei DSA unter bestimmten Bedingungen, aber das Beispiel wie man den Kaiserdrachen besiegt ist doch auch wieder Konstruiert. Im Grunde wird hier eine Diskusion gerade um der Diskussionswillen geführt.


Naja, aber warum will er das? Damit die Gruppe Action erlebt weil sie gegen einen Oger kämpfen?
Ja dann nehm ich halt einen jungen Oger, oder eine Ogerunterart und mache die etwas schwächer.
Wo ist das Problem? Der Arbeitsaufwand?

Ich empfinde Splittermond keineswegs so, als gäbe es bestimmte HG-Zonen wie in einem Computerspiel.

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Re: Befürchtung - Berechtigt!
« Antwort #42 am: 12 Nov 2014, 18:32:46 »
Dazu gleich mehr beim Kommentar zu Belzhorash' Beitrag. Wenn eine ganze Gruppe "...über übermachtige Gegner [...] stolpert.." dann ist da was ganz anderes schief gelaufen. Aber ich kenne durchaus "ach so intelligente Spieler" derem Charaktere dreimal hintereinander gegen ein unüberwindbares Hinderniss anrannten und beim dritten Mal der SL (ich) eben nicht mehr bereit war, die Charaktere zu retten - Dummheit ist real.
Ich glaube als SL macht man es sich viel zu einfach, den Spielern in solchen Situationen einfach Dummheit zu unterstellen.
- der SL weiß alles, und es passiert sehr leicht, dass man den Kenntnisstand der Spieler überschätzt
- für die Spieler ist nicht ersichtlich ob das Hinderniss unüberwindbar ist, oder nur einfach besonders schwer
- gerade Spieler mit DSA-Hintergrund sind es oft gewöhnt, dass das Abenteuer objektiv bescheuerte bis selbstmörderische Aktionen erfordert, um weiterzugehen
- unüberwindbare Hindernisse sind sowieso doof. ;)
Für Fetzenstein! Nieder mit Knax!

SeldomFound

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Ich denke, Jorinen, was dich eher stört liegt hier begraben:

Zitat
Ich sehe den kausalen zwingenden Zusammenhang zwischen monströser Kreatur mit monströsem Angriffswert nicht.

Natürlich kann es auch Kreaturen geben, die genauso fies wirken wie die Hydra, aber für HG1-Helden etwas besser in den Griff zu kriegen sind.

Aber es geht ja bei den Monstern, die im GRW beschrieben sind, eher darum dem Leser einen Eindruck zu vermitteln, wie so ein Gegner auf HG4 aussehen kann, und nicht, was jetzt einer Heldengruppe alles in Lorakis begegnen kann.

Wenn eine Gruppe in Lorakis startet, wird sie dass sicherlich nicht in einem Gebiet tun, wo man bei jedem zweiten Schritt eine monströse Bestie trifft. Solche Monster muss man teilweise eher schon bewusst aufsuchen!


Die hohen Angriffswerte der Hydra gehen in Ordnung, weil sie eine Herausforderung für Charaktere auf HG4 sein soll. HG1-Charaktere sollten einen Heidenrespekt davor haben, wenn sie davon hören, dass so ein Viech in der näheren Umgebung herumlungert.

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Blizzard

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Sorry, aber das hier
Die Verantwortung für das Wohl und Wehe seiner Gruppe hat immer der SL.
kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen. Das Wohl&Wehe der Gruppe hat nicht immer der SL. Er hat es wenn dann höchstens nur in Außnahmefällen.  Aber für  die Handlungen der Charaktere-und damit das Wohl & Wehe der Gruppe-sind immer die Spieler ganz alleine verantwortlich. Da dem SL eine Verantwortung oder Mitschuld in die Schuhe zu schieben mutet imho komisch an.

Edit:
Kurz gesagt: Splittermond skaliert die Gegner nach den Abenteurern und es ist volle Absicht, dass es dann auch Gegner gibt, gegen die man in einem normalen Kampf keine Schnitte hat. Und in diesen Fragen der Skalierung und Treffens auf entsprechende Kreaturen liegt die Verantwortung mE und systemseitig beim Spielleiter (oder Abenteuerautor), aber auch beim Spieler. Ich für meinen Teil habe keine Skrupel eine ganze Abenteurergruppe umzubringen,wenn diese trotz der Hinweise auf die absurd hohe Gefahr auf HG 1 in die Hydrahöhle des sicheren Todes (TM) spazieren möchte.
Schön gesagt, Quendan! Ich sehe das übrigens genau so. Natürlich hat man es als SL immer wieder mit Situationen zu tun, in denen man abwägen muss. Genauer gesagt ist man als SL nie davor gefeit, dass Spieler...ich formuliere es mal wohlwollend...ihren Charakter überschätzen...oder aber die Situation oder den Gegner unterschätzen. Oftmals ist es ja auch so, dass Spieler den oftmals vielzitierten-und erwähnten "Wink mit dem Zaunpfahl" nicht verstehen bzw. erkennen wollen. Ich meine, ich habe als SL solche Situationen schon in den unterschiedlichsten Systemen kennengelernt.
Am Bsp. der Hydra würde ich das wohl wie folgt machen:
Es gibt ein Monster/irgendetwas Böses, das wohl sehr gefährlich ist. Bevölkerung ist eingeschüchtert, es gibt diverse Gerüchte & Schreckensmeldungen. Wie z.B. Das Monster hat schon X Personen umgebracht, oder aber "von denjenigen, die in die Höhle rein sind, kam bislang keiner wieder (lebendig) raus." Ok, das hält die meisten Charaktere nicht ab sondern stachelt eher ihre Neugier an (was ich auch verstehen kann). Wenn die Charaktere dann trotz aller Warnungen zur Höhle aufbrechen, würde ich in der Höhle nicht gleich die Hydra auftauchen lassen. Aber die Kämpfe eben derart (hart) gestalten, dass die Charaktere spüren, dass es hier in der Höhle kein Rattlingsragout gibt(höchstens als Vorspeise für die Hydra). Evtl. auch einen NPC mitschicken, der dann am Anfang oder in der Höhle nochmal sagen könnte: "Lasst uns lieber umkehren". Und wenn sie dann trotzdem weitergehen (obwohl die Charaktere vom Kampf zuvor schwer verwundet oder schier drauf gegangen wären)...sorry, irgendwann ist gut. Da sind mir als SL dann die Hände gebunden-und zwar durch die Konsistenz der Spielwelt. Wenn die Charaktere dann (nach zig Warnungen) meinen, es trotzdem mit der Hydra aufnehmen zu müssen...dann rennen sie in ihr eigenes Verderben-und dann ist es eben so. Als SL ist es auch meine Aufgabe, die Plausibiltät der Spielwelt (als Ganzes) zu erhalten. Und nicht nur, den Charakteren Monster&Rätsel zu servieren. Klingt jetzt etwas böse und ist evtl. auch etwas hart formuliert, aber: Die Konsistenz der Spielwelt darf nicht (zu sehr) unter der "Naivität der Spielercharaktere" leiden. Ich hoffe, es ist klar geworden, was ich mit dem letzten Satz meine.
« Letzte Änderung: 12 Nov 2014, 19:50:45 von Blizzard »