Autor Thema: Die Leuchtfeuer von Sarnburg  (Gelesen 912 mal)

Loki

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Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« am: 09 Jul 2018, 15:46:12 »
Huhu.

Die Diskussion im Nebenthread zu lorakis-weiten Organisationen brachte mich auf folgende Idee: Auf Lichtsignalen basierende Semaphorentürme.

Die Rahmenhandlung (als längerfristiger Plot): Ein junger und aufstrebender Unternehmer in Sarnburg (oder in Ioria oder sonstwo) kommt auf die Idee kommt, eine effizientere Methode der Kommunikation zu entwickeln und daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln. Natürlich gibt es in Splittermond bereits effiziente Möglichkeiten, Nachrichten zu überbringen (z.B. mit Hilfe von magischen Tierboten oder direkt einem magischem Gedankenaustausch), aber die dürften nicht für alle Interessenten verfügbar bzw. erschwinglich sein. Beispiele für solche Semaphoren gibt es sowohl in der Fantasy-Literatur (Scheibenwelt, Herr der Ringe) als auch in der realen Geschichte (Optische Telegrafenlinie Metz-Mainz). Die technische Umsetzbarkeit ist also durchaus gegeben. Tatsächlich sind die Semaphoren-Türme in unserer Realität letztlich von der elektrischen Signalübertragung verdrängt worden, was auf Lorakis eher weniger passieren wird.

Was ich mich nun frage ist:

1.) Wie schätzt ihr die technische Umsetzbarkeit ein?

2.) Was für Schwierigkeiten könnten bei so einem Projekt auftreten?

Meine eigenen Gedanken dazu:

Zu 1.) Ich denke, mittels eines Parabolspiegels oder eines Prismas und einer natürlichen Lichtquelle sollten solche Signaltürme kein großes technisches Problem für findige Lorakier darstellen. In unserer realen Vergangenheit wurden für die Überwindung von 200 km etwa 20 Signaltürme verwendet (mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 2 Minuten je Zeichen). Wenn ich diese Angaben verwende und auf die Distanz Sarnburg - Arwingen (etwa 750 km) übertrage, wären das etwa 75-80 Signaltürme, die für eine lückenlose Kommunikation nötig wären (die man natürlich beliebig anpassen kann, weil... Gründe). Angenommen, man legt für die erste Phase des Projekts keinen allzu hohen Wert auf die Stabilität solcher Türme, auf welchem Niveau würdet ihr die Kosten für ein solches Projekt einschätzen? Wäre eine kürzere Strecke für den Anfang logischer?

Zu 2.) Neben üblichen Plot-Aufhängern wie unliebsamer Konkurrenz (etwa eine auf die Übertragung von Nachrichten mittels magischer Boten spezialisierte Gruppierung): Was gilt es zu beachten? Die Personalkosten dürften ziemlich hoch sein (mindestens eine Person je Turm plus Verwaltung, also mindestens 80-85 Personen). Sind mundane Mittel wie große Leuchtfeuer überhaupt praktikabel? Mittels entsprechender Bündelung sollte die Leuchtkraft eigentlich ausreichen (mehr hat man früher ja auch nicht getan). Wären magische Möglichkeiten in Betracht zu ziehen (würde eine simple Lichtkugel genügen)? Würde man eines der immer leuchtenden Drachlings-Artefakte für besonders wichtige Signaltürme (z.b. in Sarnburg) verwenden? Wie würde sich das Lebensgefühl ändern, wenn plötzlich eine so schnelle Kommunikationsmöglichkeit da wäre?

Und, falls die Idee jemandem bekannt vor kommt Ja, ich bin ein großer Fan von Ab die Post (bzw. Going Postal) und finde den zugrunde liegenden Gedanken sehr charmant. Es wird aber in meinem Splittermond keinen Feucht von Lipwig (und auch keinen Lord Vetinari oder Reacher Gilt) geben. ;)

LG
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SeldomFound

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Re: Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« Antwort #1 am: 09 Jul 2018, 16:10:44 »
Die Idee ist durchaus interessant, aber ich würde es eher begrüßen, wenn die Idee tatsächlich in Farukan oder Takasadu zuerst Fahrt aufnehmen würde, einfach um nicht allzu sehr an dem Beispiel von Scheibenwelt festzuhängen. (Natürlich, Signalfeuer sollten zum Beispiel in Zwingard schon recht weit verbreitet sein)

Tatsächlich dürfte Farukan tatsächlich der beste Kandidat für diese Idee sein, denn dieses Reich ist momentan nicht nur stabil, sondern hätte auch eine große Interessengruppe, nämlich die Fernhändler, die schon recht gut etabliert sind. Besonders zwischen Pashtar und Aitashar sollte es ein großes Interesse an den schnellen Austausch von Informationen darüber geben, was zum Beispiel das Eintreffen von Waren angeht oder mögliche Nachfrage an der Kristallsee.

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Ravenking

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Re: Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« Antwort #2 am: 09 Jul 2018, 18:46:31 »
1.) Wie schätzt ihr die technische Umsetzbarkeit ein?

Die Entfernung der Signaltürme würde ich deutlich variabler sehen. Ich weiss nicht, wie es bei den realen Projekten war, aber mir scheint, der entscheidende Faktor ist doch die Sichtbarkeit des nächsten Turms - und die ist doch sehr stark von den jeweiligen (Gelände-)Gegebenheiten abhängig?

Hier würde ich mir als Pilotstrecke vor allem eine Gegend denken, bei der die Übertragung eines Signals deutliche Vorteile gegenüber z.B. einem reitenden Boten o.ä. bringt. Also z.B. eine Turmstaffette, die eine unpassierbare Stelle wie ein tiefes Tal, eine Meeresenge oder so überbrückt, bei der ein Reiter einen langen Umweg machen müsste.

Als Leuchtquelle könnte natürlich ein normales Signalfeuer dienen, aber hier würde ich das Argument der Ressourcen ins Feld führen: auf Lorakis ist es vermutlich einfacher, ein magisches Leuchten zu nutzen, als Berge von Brennholz zu den Türmen zu transportieren.

Zumal ich deine Beschreibung so verstehe, dass richtige Nachrichten übertragen werden sollen. Das wäre mit einfachen Signalfeuern (die bloss einmal angehen und z.B. die Ankunft eines Feindes signalisieren können) so nicht machbar - auch hier böte sich m.E. ein magisches Licht an, dass man zwecks "Morsecode" einfach an- und ausschalten kann.

2.) Was für Schwierigkeiten könnten bei so einem Projekt auftreten?
Beim Bau kann es natürlich die von dir genannte Sabotage geben oder auch ganz einfach "normale" Bauhindernisse: von verschwundenen Baumaterialien über streikende Arbeiter bis zu rachsüchtigen Feenwesen, die auf "ihrem" Berg keinen Turm haben wollen.

Lustig fände ich auch ein Abenteuer, nachdem die Strecke steht, aber offenbar falsche Nachrichten übermittelt werden. Die Abenteuerer müssen dann die Strecke abreisen und an jedem Posten prüfen, ob noch die korrekte Nachricht weiter gegeben wird.
Am Ende stellt sich dann raus, dass entweder der übliche Saboteur oder auch bloss ein betrunkender Signalgeber oder sonst was dafür verantwortlich war (oder ein paar Leucht-Flimmer-Feen, die aus Spaß "mitgeleuchtet" und so die Nachrichten verfälschen haben).
« Letzte Änderung: 09 Jul 2018, 18:50:59 von Ravenking »
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Wandler

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Re: Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« Antwort #3 am: 09 Jul 2018, 19:12:04 »
In einer magischen Welt wie Lorakis könnte ein einfaches Artefakt (viel einfacher als die schreibende Feder die gesprochene Worte in Schrift umsetzt) Licht empfangen und darauf "antworten" in dem der Gegenstand selbst aufleuchtet. Es bedürfte nur noch eines besonderen Lichts (grün, blau, flackernd, magisch, ...)
Die Nutzung eines solchen Artefakts würde die Geschwindigkeit der Datenübertragung deutlich erhöhen.
Daraus ergäben sich jedoch immer noch interessante Abenteuerideen: Feen die mit den Artefakten spielen wollen, falsche Nachrichten, Diebe die es auf die Steine (Q3, Q4?) abgesehen haben, oder auch wie schon angesprochen Konkurrenz.

Sollte das Licht so speziell sein dass nicht jeder es mit einem Artefakt herstellen kann gäbe das eine gewisse Absicherung gegen falsche Signale solange alle Steine im Besitz der Betreiber der Turmfeuer wären - auch das ein möglicher Einstieg in Abenteuer - auf der Seite von Leuten die unbedingt ein falsches Signal senden wollen, oder dies verhindern wollen.

Wenn die magischen Steine bestimmte Materialien benötigen um eine "Kette" zu bilden - also eine grüne, eine blaue, eine rote Kette - in sich wieder fälschungssicher - dann lässt sich schon aus der Erschaffung der Signalsteine eine kleine Kampagne machen.

Wandler

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Re: Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« Antwort #4 am: 09 Jul 2018, 19:26:57 »
Und da wäre noch die "Men in Black 2" Methode für schnelle Datenübertragung  ;)

Sollte jemand nur vorgeben magische Steine zu benutzen, statt dessen aber Feenwesen versklaven die viel schneller als jeder Mensch Flaggensignale sehen und weitergeben könnten - dann stünde dem Betreiber ein ernsthaftes Problem ins Haus wenn diese Wesen aufbegehrten, Hilferufe weitergäben oder sich jemand ihrer erbarmte und sie zu befreien suchte.

Beide Ideen (Magische Steine und Feenwesen) lassen sich prima als konkurrierende Ansätze in eine Kampagne aufnehmen - wer schafft die erste Anbindung zwischen zweier Städte, wer überträgt die erste Nachricht fehlerlos (mit alle den hübschen Sabotagemöglichkeiten), wer bekommt den Zuschlag für die erste große Strecke - und warum will die partout nicht funktionieren?!

Loki

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Re: Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« Antwort #5 am: 09 Jul 2018, 19:30:09 »
Danke schonmal an euch drei für die Antworten und Anregungen soweit!

@SeldomFound

Ich denke, die Lokation werde ich letztlich vor allem an die Bedürfnisse der Kampagne anpassen und da kommt Farukan leider sehr ungelegen (da sind die Charaktere nämlich gerade abgereist und einige der Spieler möchten auch nicht unbedingt wieder zurück). Daher kam ich auf die Idee, das in Selenia zu machen, denn das ist quasi das "Ausgangsland".

@Ravenking

Bei der Mechanik hab ich mich tatsächlich an den "Klackern" von der Scheibenwelt orientiert (Ein Bild zur Illustration siehe hier). Das Licht strahlt permanent und durch mehrere Blenden werden bestimmte Bereiche des Lichts abgedeckt - das Äquivalent zum heutigen Morsen. Dadurch wäre es sogar egal, ob es sich nur um großes Feuer handeln würde - der eigentliche Mechanismus sind die Blenden und deren Bedienung. Eine bestimmte Blenden-Anordnung könnte dann "Standby" heißen, das heißt gerade wird nichts gesendet.

Das mit dem Tal (oder vielleicht einer Meerenge) als Test-Strecke ist auf jeden Fall eine gute Idee!

Du hast aber natürlich Recht, dass eine magische Lösung für Lorakis näher liegt. Andererseits muss man sich dann die Frage nach den Ressourcen stellen. Selbst wenn wir die errechneten 75 - 80 Signaltürme zwischen Sarnburg und Arwingen drastisch auf 10 Signaltürme reduzieren wären das 10 Türme, bei denen in bestimmten Abständen kanalisierte Zauber erneuert werden müssten. Das heißt, die Angestellten müssen in Lichtmagie geschult werden - und zwar möglichst alle. Selbst wenn man das Netzwerk erstmal nur über Selenia errichten will, verschlingt das eine Unmenge an magischen Ressourcen. Zumal sich auch die Frage stellt, ob einer der Lichtzauber, die dafür in Frage kommen (Licht oder Lichtkugel - Nacht zum Tag lasse ich als Grad 5 Zauber mal außen vor) stark genug dafür wären.

Vielleicht liegt die Antwort hier auch in einer Hybrid-Lösung: Die Semaphoren, die in der Nähe von großen Städten sind und leicht gewartet werden können, werden mit magischem Leuchten angetrieben, die weiter außen klassisch mit Brennholz (je nach Nachrichtenaufkommen müsste man das Feuer ja auch nicht permanent brennen lassen).

@Wandler

Auch eine schöne Idee. Dann würde sich aber auch die Frage stellen, wer es sich leisten kann, so viele Q3-/Q4-Artefakte herzustellen und einzusetzen. Und werden sie dann bewacht? Und wer bezahlt die Wachmänner? Ich denke, je mehr Magie ins Spiel kommt, desto mehr muss man im Auge behalten, dass das Ganze ein groß angelegtes Netz sein soll (eben nicht nur von Gondor nach Rohan, sondern ggf. viel weiter). Auch hier könnte man eventuell in die Hybridlösung einsteigen und solche Artefakte für Strecken verwenden, bei denen es wirklich schnell gehen muss (z.B. im Kriegsfall zur Front und zurück). Zudem müsste man in dem Fall irgendwelche neuen Zauber oder magische Mechanismen einführen. Damit habe ich an sich kein Problem, aber mich würde interessieren, ob soetwas mit Splittermond "Boardmitteln" möglich ist.

Vielleicht könnte man das Ganze auch anders aufziehen. Manche mag es ja nerven, dass immer alles auf die Drachlinge geschoben wird. Vielleicht gibt es auch Hinweise darauf, dass solche Türme in der Vergangenheit schon von den Uralten (den Erbauern der Mondportale) benutzt wurden und nach und nach tauchen entsprechende Steine auf, die nur ihrem neuen Zweck zugeführt werden müssen.

LG
« Letzte Änderung: 09 Jul 2018, 19:41:26 von Loki »
„Erfahrung ist fast immer die Parodie auf die Idee.“
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Wandler

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Re: Die Leuchtfeuer von Sarnburg
« Antwort #6 am: 09 Jul 2018, 20:14:46 »
Bei Tag und klarem Himmel lassen sich Signale mit Spiegeln übermitteln - und zwar (siehe Morsen) mit relativ hoher Geschwindigkeit.
Bei Nacht bräuchte man tatsächlich eine - wenn auch schwache - Lichtquelle wenn man ebenfalls einen Spiegel zur Hilfe nimmt.

Die Methode funktioniert so gut dass sie benutzt wird um als Schiffbrüchiger oder verirrter Wanderer Flugzeuge auf sich aufmerksam zu machen - im Hilfeset ist wirklich nur ein kleiner Handspiegel.
Damit würde die magische Lichtquelle optional und der gemischte Betrieb (falls vorhanden eine magische Lichtquelle - kanalisiert Zaubergrad 0 oder 1 reichen, sonst eben eine wirklich gute Lampe).

Der Bau des Turms mit der Ausrichtung der Fenster in die richtige Richtung, die Möglichkeit das Sonnenlicht einzufangen oder eben die Nutzung der Lichtquelle mit dem Spiegel sollten die Betriebskosten deutlich senken.

Aber was eine richtige Welt ist in der es so viele "Buffing"sprüche gibt die schafft sich ihren eigenen Spruch für diese Aufgabe:
Blinkendes Licht, Licht 1, K4V1, verstärkt  1 EG +K1V1:
Das Blinkende Licht kann bei guten Sichtverhältnissen bis zu 500 Meter weit gesehen werden, verstärkt bis zu 1500 Metern. Es lässt sich durch den Erschaffer steuern.

Dieser Spruch wird natürlich hervorragend durch gewisse Hellsichtsprüche ergänzt. Eine Gilde der Lichtmacher wäre vorstellbar :-)
« Letzte Änderung: 09 Jul 2018, 20:20:37 von Wandler »