Autor Thema: Fragen über die Götter  (Gelesen 10628 mal)

Noldorion

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #15 am: 21 Aug 2015, 15:44:17 »
Fle-Adine?
Fle-Adüne?
Fle-Adin?

Bei uns ist es eine Mischung aus diesen drei Möglichkeiten :)

Quendan

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #16 am: 21 Aug 2015, 15:50:25 »
Wahrscheinlich je nach Region unterschiedlich - es gibt ja kein Radio und Fernsehen, das eine einheitliche Benennung forciert. :)

Bei uns sagen wir sowohl Fle-a-düne als auch Fle-a-din - je nach Spieler. Auch bei den Autoren gibt es da nicht eine korrekte Benennung.

Drachenbrut

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #17 am: 21 Aug 2015, 16:34:25 »
Vielen Dank schonmal für die schnellen Antworten. Eine habe ich dann noch. Wie stellt man sich in Selenia mit ihr und Gunwar das Jenseits vor? Wenn ich richtig gelesen habe, ist einer von Flaedynes Aspekten ja Wiedergeburt. Da sie und Gunwar ein Paar/ Geschwister sind, wie handhaben die das mit den Seelen der Toten? Glauben die Gläubigen, dass sie wiedergebohren werden oder nur wenn Umstand X eintritt?
« Letzte Änderung: 22 Aug 2015, 17:53:46 von Drachenbrut »
Hallo :)

TrollsTime

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #18 am: 21 Aug 2015, 19:24:15 »
Im Zweifel kurz.  Es ist deutsche Unsitte Worte fremder Sprachen in die Länge zu ziehen oder zu "zersilben".
"Flädinn" wäre mein Favorit
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"

Finarfin

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #19 am: 23 Aug 2015, 09:36:01 »
Eine Relativierung der religiösen Toleranz in Lorakis.

Im Weltenbandartikel zum Shahirat Shahandir wird bei der Eroberung ja beschrieben, dass die besiegten Dalmarier erwarten, dass die farukhanischen Ketzer ihre Tempel schänden etc., und sind nicht schlecht überrascht, dass die Farukhanis im Egaristempel niederknien und beten.

Offenbar erwarteten die Dalmarier religiöse Intoleranz. Es könnte (!) also durchaus zwischen den kulturellen Pantheons sich gegenseitig ausschließende Ansprüche geben, nicht im Sinne von "Deren Götter gibt es nicht!", sondern mehr in Richtung "Deren Götter sind nicht verehrungswürdig!" oder "Die beten die Götter falsch an, haben eine frevelhafte Ansicht zu den Göttern!"

Mit anderen Worten: Die Toleranz geht in Lorakis immer so weit, wie es der Plot erfordert.

Fadenweber

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #20 am: 23 Aug 2015, 11:25:03 »
Eine Relativierung der religiösen Toleranz in Lorakis.

Im Weltenbandartikel zum Shahirat Shahandir wird bei der Eroberung ja beschrieben, dass die besiegten Dalmarier erwarten, dass die farukhanischen Ketzer ihre Tempel schänden etc., und sind nicht schlecht überrascht, dass die Farukhanis im Egaristempel niederknien und beten.

Eine Relativierung der Relativierung: Das war gerade auf dem Höhepunkt einer Invasion. Da traut man dem Gegner prinzipiell erstmal alles Mögliche / Unerfreuliche zu ;) Und wenn man dann als Dalmarier die Religion der Farukanis, die jedem Land erstmal seinen eigenen zuständigen Gott zuschreiben und zubilligen, nicht kennt, wird man zumindest nicht damit rechnen, dass der siegreiche Eroberer den Tempel betritt, um sich den Göttern der Besiegten zu Füßen zu werfen, sondern annehmen, dass er nach dem Erschlagen der Verteidiger jetzt den Sack zu macht und auch noch die 'unterlegenen' Götter in den Staub wirft.

Das nur als Abtönung, denn der Krieg in Süddalmarien war ja explizit kein Glaubenskrieg - In der Sache bin ich dennoch bei Dir. Und Dalmarien mit seinem 'vererbten' lokal aufgeteilten Pantheon, wo die weltlich verfeindeten Häuser gleichzeitig auch jeweils andere göttliche Patrone haben, ist für religiöse (Teil-)Intoleranz vielleicht sogar tatsächlich ein durchaus passender Ort. Vor diesem Hintergrund ist es dann wieder ganz spannend, dass die Farukanis in Shahandir keine der beiden Hauptgottheiten Dalmariens als Shahiratsgottheit angenommen haben (womit sie sich in den Augen der Dalmarier vielleicht gleichzeitig im Bürgerkrieg positioniert hätten), sondern eine eher untergeordnete wie Egaris. Da ist bewusst Raum für Spekulationen :)

Finarfin

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #21 am: 23 Aug 2015, 13:02:19 »
Genau, aber religiöse Intoleranz ist grundsätzlich auch in Lorakis möglich, je nach Region und Situation. Die Dalmarier verknüpfen Religion sehr eng mit Politik, und das führt zwangsläufig zu religiöser Intoleranz. Eine Staatsreligion legitimiert das Regierungssystem. Damit lehnt jeder, der die betreffenden Götter nicht mitverehrt, auch das von diesen abhängige Regierungssystem ab. Haben wir in Dalmarien, in Midstad ... wäre auch in Selenia denkbar, wenn jemand einen Mondgott in Konkurrenz zu Yonnus etablieren möchte, denn die Relativierung des Wahrheitsanspruches der Yonnus-Kirche relativiert auch den Machtanspruch des Kaisers. Da kommt es auf die Vereinbarkeit der Wahrheitsansprüche verschiedener Kulte. In Selenia kümmert sich kein Potentat um irgendwelche Sonnenkulte, solange die nicht behaupten, dass die Sonne mächtiger wäre als die drei Monde, ob Sinbara als Nichtstaatsgottheit nun Konkurrenz durch andere Meeresgötter bekommt, juckt keinen Kaiser, Herzog oder "Bischof"* der Yonnuskirche. Aber ich könnte mir schöne Konflikte mit dem patalischen Luseria-Kult vorstellen. Die Adoratio privata könnte der lorakischen Toleranz folgend noch gestattet sein, aber große Tempelbauten, Kultumzüge und Predigten außerhalb der kultischen Räume könnten dann zu weit gehen, gerade angesichts der Konflikte zwischen Selenia und Patalis.

*Gibt es dafür schon offizielle Titel?

Tok

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #22 am: 24 Aug 2015, 08:15:32 »
Zum einen:

Alle Götter existieren. Wieso der Glaube regional bedingt ist, kann durch ihr wirken entstanden sein.
Gott A hat sich an Ort B desöfteren gezeigt und es bildet sich ein Kult um ihn.
Gott C steht für den Handel und an Hafenstadt D wird deswegen viel an ihn gebetet
E schützt die Seefahrer usw.

Auch wenn es regionale Unterschiede gibt ist doch allen bewusst dass all diese Götter existieren. Der eine verspricht sich einfach von der Gunst des einen mehr der andere von einem anderen und ein dritter kennt auf Grund seiner Bildung die anderen Götter gar nicht. Was sollte dann anlass geben für streitereien.
Immerhin glaubt keiner von ihnen wirklich was falsches.

In der Anthike gab es das auch zb. Keiner hat da vermutlich groß gestritten weil der See fahrer einfach mehr oder öfters zu Poseidon gebeten hat und keiner war am streiten wieso der Krieger Ares verehrt hat. Sowohl der Seefahrer als auf der Krieger waren sich einig es gibt beide und der eine hat sich von der Gunst des einen mehr versprochen der andere von der Gunst des anderen Gottes und fertig.

Ebenso dürften Priester egal welchen glaubens in allen Teilen des Kontinets respektiert werden.
Während andere sich nur die Gunst der Götter wünschen, sind sie wahrliche auserwählte einer Gottheit.
Und ich glaube kaum das Bauer X einen Priester Y an den Karren scheißen würde nur weil er das "falsche glaubt"
Wer legt sich denn schon mit dem abgesandten eines wahren Gottes an.
Inwiefern es regionale Twiste zwischen Gottheiten gibt (Gott X mag Gott Y nicht weil er ihm seine göttliche Frau ausgespannt hat) wird sich dann noch im götterband zeigen.

Finarfin

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #23 am: 24 Aug 2015, 09:09:39 »
Naja, in der Antike gab es durchaus religiöse Intoleranz, in Italien wurde zeitweise der Bacchuskult verfolgt, weil dieser seine Kultfeiern in geschlossenen Räumen und nicht - wie jeder anständige Kult - unter freiem Himmel abhielt.
Niemand hat dabei die Existenz oder die Verehrungswürdigkeit des Bacchus in Frage gestellt: Nicht der Glaube an den Gott, sondern die Form der Verehrung wurde verfolgt.
Ebenso gab es in der Antike sehr viel Intoleranz gegenüber denjenigen, die die jeweiligen Staatsgötter NICHT - aktiv - verehren wollte. Es war illegal, Juppiter Optimus Maximus NICHT an den entsprechenden Tagen entsprechend des eigenen Vermögen ein Opfer zu bringen.

Glaube heißt ja nicht zu glauben, dass Gott X existiert, sondern zu glauben, dass dieser Gott verehrungswürdig ist, und zu glauben, dass dieser auch auf diese Weise verehrt werden will. Der Glaube an die Existenz ist lediglich eine notwendige Voraussetzung.

Intoleranz kann sich an vielen Punkten zeigen, mit denen wir, die wir vor allem die Intoleranz der Monotheismen westlicher Prägung kennen, nicht rechnen. Wir gehen immer davon aus, dass die Glaubensinhalte der Streitpunkt sind. Ebenso gibt es die Möglichkeit der richtigen Verehrungsform - "Und was macht der Gott, wenn der Nachbar ihn durch seine vermeindliche Verehrung in Wahrheit erzürnt? Wir müssen diesen Dummkopf von Nachbar aufhalten, sonst wird Gott X das Dorf vernichten!" - oder der richtigen aus dem Glauben resultierenden Ethik - Es gibt Gegenden in Indien, da wird man gesteinigt, wenn man den Armen hilft, da ja die Armut deren Karma als Strafe ist. Wenn man denen hilft, ihr Leid lindert, müssen die armen Säue ja nochmal dadurch und haben es nicht nach diesem Leben hinter sich. Der Helfer der Armen ist damit der Böse, der diese abermals zu einem Leben in Armut verdammt! - was alles funktioniert, ohne sich über Inhalte zu streiten. Zum Teil sah man in den Göttern der Feinde die Feinde der eigenen Götter, im alten Orient war es normal, die Götter besiegter Städte in Ketten zu legen und dem eigenen Gott zu füßen zu legen. Gerade dieses Vorgehen belegt ja, dass die Leute sogar ausdrücklich von der Existenz dieser Götter ausgingen, aber man sah sie nicht als verehrungswürdig an.

Und was ist, wenn das notwendige Opfer von Gott X das heilige Tier von Gott Y ist, dem kein Schaden zugefügt werden darf. Das können die jeweiligen Götter ja gerne anders sehen; für die Intoleranz reicht es, dass die Anhänger das so sehen.

Das Potential ist da und das ist wichtig. Aber es genügt für den Plot, wenn es ein Potential ist. Ich will auch keinen grundsätzlichen Konflikt zwischen Luserianern und Yonniten, aber ich will ihn ohne Widerspruch zum Hintergrund haben können, wenn ich will.

Tena Breuer

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #24 am: 25 Feb 2016, 17:17:32 »
Wie wichtig die Götter für Splittermond sind wird meiner Meinung nach auch darin deutlich, dass eine der vier Domänen die der Götter ist. (Vielleicht ist es sogar "die ursprüngliche"?)
Ich finde "die Welt" S. 7/8 da schon sehr anregend. Für die Anhänger finde ich die Motivation für das Dasein nach dem Tod, vielleicht in die Götterwelt "berufen" zu werden anstelle des "normalen" Wechsels der Seele in die Geisterwelt, interessant.

Außerdem hat mir in der Vorstellung der Weltordnung der farukanische Glauben (die Welt S. 163) sehr geholfen: [...] wurde das Diesseits einst durch die Götter von den chaotischen Feenwelten getrennt und unter ihnen aufgeteilt. Als die Götter jedoch sahen, dass nun Ordnung war, aber keine Vernunft, hauchten sie einigen Wesen Verstand ein. [...]
Ich finde die angesprochene Toleranz notwendig, für so viele Götter neben einander. Wobei sicherlich bei einigen Göttern auch nur unterschiedliche Namen für die selbe Wesenheit existieren.
(Die Abtrennung aus der Feenwelt hilft mir außerdem, die für meine Begriffe sehr kreative und wenig naturwissenschaftliche Zusammenstellung der geographischen Erscheinung der Welt, zu akzeptieren.)

Für mich besteht die Frage noch darin, warum sich die Götter so oft in die Geschicke der Welt einmischen, was treibt sie dazu?
Das GRW deutet soetwas an: "[...]diverse Gelehrte streiten jedoch schon lange darüber, ob und wenn ja wieso die Götter ihre Verehrung aktiv
fördern."

Vermutlich ist die erwähnte Aufteilung umkämpft.
Vielleicht sind z.B. auch ihre "schöpferischen" Kräfte von der Anzahl der Gläubigen, Gebete oder Opfer abhängig?

Ich bin gespannt auf den entsprechenden Band, der ankündigende Thread gibt ja schon einen guten Überblick. Auch wenn das "Wirken" der Götter an vielen Stellen bestimmt unergründlich bleibt, was es meiner Meinung nach auch bleiben muss.

« Letzte Änderung: 01 Mär 2016, 22:45:49 von Tena Breuer »
Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten. (Goethe)

Chanil

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Re: Fragen über die Götter
« Antwort #25 am: 01 Mär 2016, 18:57:26 »
Ich finde auch die Tatsache interessant, dass einige Götter scheinbar direkt auf Lorakis wandeln. Die Göttin der Immersommeralben Asha-Vera als Beispiel (Splittermond: Die Welt, Seite 33).
'Nomis' schrieb am 17 Juli 2012 - 11:26:

Anbei erwähnt, ist gesunder Menschenverstand, anders als viele annehmen, sehr variabel in seiner Ausprägung und keinesfalls eine feste Größe in Art, Umfang oder Funktion.