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« Letzter Beitrag von Takur am 01 Nov 2025, 11:39:23 »
Die seidene Stadt: Teil III (Spoiler für das Abenteuer „Die seidene Stadt“)
Kintai, zwischen Atasato und Senrai (Akira, Hao)
Die nächste Reiseetappe sollte fünf Tage dauern, würde allerdings durch ein gefährliches, zwischen verschiedenen Adelsfamilien umstrittenes Niemandsland führen. Banditen und ähnliches Gesindel gediehen in der Abwesenheit von Recht und Gesetz, drangsalierten die Bevölkerung und nutzten die Gegend als Basis für ihre Raubzüge. Das verlangte nach erhöhter Wachsamkeit, zumal der zumindest halb erfolgreiche Raubüberfall auf die „Seidene Stadt“ möglicherweise Nachahmer ermutigen würde.
Der erste Reisetag verlief ereignislos. Allerdings wurde Akira von seinem Vorgesetzten Suguri Ito wegen Akiras Verwicklung in die jüngsten Festnahmen zur Rede gestellt. Ito hatte der verhafteten Kurtisane Himmelsblume nahegestanden. Er glaubte nicht an die offizielle Geschichte, dass sie einen Diebstahl begangen hatte. Akira wollte nicht preisgeben, dass Himmelsblume als vermutliche Rebellin festgesetzt worden war. Er konnte die bohrenden Fragen Itos abblocken. Freunde würden die beiden jungen Männer aber bestimmt nicht werden.
Abend rastete die „Seidene Stadt“ bei der kleinen Siedlung Ashiba. Die Dorfbewohner empfingen die Tributkarawane gastfreundlich, flehten aber gleichzeitig um Unterstützung gegen die örtlichen Räuberbanden. Dies hätte allerdings bedeutet, ein größeres Kontingent Truppen für längere Zeit zu detachieren. Dazu war „Stadtherrin“ Tomoe nicht bereit, zumal ein solches Engagement in dem umstrittenen Territorium leicht politische Komplikationen nach sich ziehen konnte.
Im Lager kam es aufgrund der kärglichen Wasserversorgung zu Spannungen zwischen den Händlern. Dabei zumindest konnte Akira helfen, indem er die Streitenden beruhigte und seinen Reitertrupp einsetzte, um zusätzliches Wasser heranzuschaffen. Auch Hao hatte damit zu tun, Unfrieden zu besänftigen: Eines der Unterkunftszelte war beim Transport beschädigt worden: Die Leinwand und Zeltstangen wiesen große, übelriechende Löcher auf. Die Betroffenen – Bedienstete aus dem Dienstleistungssektor der „Seidenen Stadt“ – vermuteten Sabotage durch Konkurrenten oder sittenstrenge Mitreisende, beispielsweise unter den Seleniern. Hao dämmte die Spekulationen ein und konnte mit ihrer Magie den Schaden weitgehend reparieren. Bei einer Untersuchung des betreffenden Transportwagens fand sie Spuren von Säurefraß. Hatte es vielleicht einen Unfall mit Schmuggelgut gegeben? Ein auf Haos Initiative herbeigeholter Spürhund reagierte ängstlich und hatte Mühe, der Spur zu folgen. Letztlich führte er die Suchenden aber zu einem weiteren Wagen, bei dem sich ebenfalls Säurefraßspuren fanden. Die Ursache blieb ein Rätsel. Ein von Hao hinzugezogener Alchemist stellte fest, dass es sich um eine starke Säure handeln musste. Allerdings sei sie wenig zielgerichtet angewandt worden. Hao informierte die Verwaltung der „Seidenen Stadt“, doch nahm man die Sache nicht allzu ernst.
Die Helden beschlossen, wachsam zu bleiben. Nachts fiel Akira ein blaues Leuchten jenseits der Lagergrenzen auf. Hao stellte fest, dass einige Tiere der Menagerie unruhig wirkten. Beides trug nicht dazu bei, das Misstrauen der Helden zu verringern.
Am nächsten Morgen stellten sich die Befürchtungen als begründet heraus: Diesmal waren zwei Weinfässer ausgelaufen – und die Fässer wiesen ebenfalls Säurespuren auf. Sofort wurden wieder wechselseitige Verdächtigungen laut, die Hao einzudämmen versuchte. Allerdings setzte sie durch, dass eine Warnung herausgegeben wurde, auch wenn die Angelegenheit von offiziellen Stellen immer noch als lediglich lästig angesehen wurde.
Akira fiel während des Tages einer der seltenen Blaureiher auf, der dem Zug folgte. Er wertete das als ein gutes Omen. An diesem Abend lagerte die Karawane in der Wildnis, weshalb die Wachen besonders aufmerksam waren. Akira erwärmte sich inzwischen immer mehr für die Idee, dass die Säure-„Sabotage“ eventuell das Werk eines blinden Passagiers sei. Er erinnerte sich an die seltsamen Insektenpuppen. Beherbergte der Zug vielleicht irgendein säurespuckendes Insekt aus den Feenwelten, welches zum Beispiel auf dem Mondpfad nach Palitan in das Gepäck der selenischen Händler gelangt war?
In der Nacht stellte Hao fest, dass die Tiere der Menagerie – besonders die Quirin – erneut unruhig waren. Akira sah wieder das blaue Leuchten außerhalb des Lagers. Als er dem nachging, erblickte er den Blaureiher, der ihm schon tagsüber aufgefallen war – doch leuchtete dessen Gefieder in der Dunkelheit. Akira war sich sicher, dass ein so anmutiges Wesen nicht böse sein konnte und näherte sich ehrerbietig. Er gewann den Eindruck, dass das Tier (?) wegen irgendetwas im Lager aufgeregt schien, sich allerdings nicht näher wagte. In der Hoffnung, mehr über das Wesen zu erfahren, suchte er das Zelt auf, in dem Aki und einige andere Priesterinnen untergebracht waren. Diese identifizierten den leuchtenden Vogel nach Akiras Beschreibung als einen Aosagibi, ein magisches, glücksbringendes Wesen. Hao konnte beisteuern, dass Aosagibi Wesen der Finsternis und des Todes verfolgen würden – das verhieß nichts Gutes für den Zug. Die Helden beschlossen, am nächsten Abend erneut den Kontakt mit dem Aosagibi zu suchen.
Der nächste Morgen brachte neuen Streit unter den Händlern, da an zwei Wagen Säureschäden an den Achsen festgestellt wurden. Auch dank Haos Unterstützung konnten die Schäden beseitigt werden, aber langsam wurden die Schäden beunruhigend und verlangsamten die Reise zunehmend. Die Nerven lagen blank, auch wenn Hao und Akira ihr Möglichstes taten, die wechselseitigen Verdächtigungen zwischen den verschiedenen Händlern beziehungsweise den Kintarai und den Ausländern zu zerstreuen. Der Blaureiher folgte dem Zug weiterhin. Akiras nächtlicher Besuch bei den Priesterinnen brachte ihm kritische Nachfragen seitens Ritenmeisterin Uome Satomi ein, die an den Motiven des jungen Kriegers zweifelte.
Gegen Mittag stieß Akiras Reitertrupp überraschend auf einige Bewaffnete. Beinahe wären Waffen gezogen worden, aber der junge Unteroffizier konnte die Lage beruhigen. Die Holzmasken tragenden Fremden hatten ihre Mäntel mit Asche geschwärzt. Es handelte sich um herrenlose Kriegerinnen, die nach dem Tod ihres Anführers im Dienste der „Seidenen Stadt“ ihre Ehre wiederherstellen wollten. Am Abend durften sie ihr Ansinnen Tomoe vortragen. Akira legte ein gutes Wort für die Ronin ein, und schließlich gab die zögernde „Stadtherrin“ nach. Sie durften den Zug begleiten und sollten ihr Anliegen in Senrai vortragen können.
Bei Einbruch der Dunkelheit machten sich Hao und Akira auf die Suche nach dem Aosagibi. Tatsächlich fanden sie den magischen Vogel und Hao konnte ihn dazu bewegen, das Lager zu betreten. Allerdings mussten die Helden einige Neugierige wegscheuchen, die dem angeblich glücksbringenden Vogel auf den Leib rückten.
Die Operation erwies sich als voller Erfolg, als der magische Vogel ein seltsames Insekt mit silbernen Flügeln und blauem Leib einfing, das sich in einem Wagen verborgen hatte. Hao konnte es dem Vogel vorsichtig abnehmen, heilte das wespenartige Wesen magisch und brachte es in einem Gefäß unter, dessen Wände hoffentlich der Säure des Insektes widerstehen konnten. Eine Analyse am folgenden Tag bestätigte mit Hilfe einiger Fachleute, dass das Insekt magischen Ursprungs war und vermutlich aus einer an Dragorea grenzenden Feenwelt stammte. Die Säure dieser Wespen wurde anscheinend teilweise für Waffen- und Rüstungsätzungen verwendet. Handelte es sich eventuell doch nur um einen missglückten Fall von Schmuggel? Hao kam auf die Idee, Fallen für die Wesen auszulegen und begann mit Experimenten, um einen geeigneten Köder zu finden.
Am Abend lagerte die Karawane an einem See, der von Kappas bewohnt wurde. Die scheuen Wasserwesen erwiesen sich als gastfreundlich. Sie brachten Geschenke als Tribut an die göttliche Kaiserin und versorgten die Reisenden mit frischem Proviant. Außerdem wurden Wettkämpfe im Ringen und Armdrücken veranstaltet, bei denen die überraschend kräftigen Kappa klar dominierten. Auch Akira wurde mühelos von einem der Wasserwesen besiegt. Hao stellte ihre Fallen auf, um die magischen Insekten zu fangen. Tatsächlich gingen fünf der gefährlichen Insekten in die Falle, allerdings entkamen einige weitere.
Der weitere Weg zum „Leuchtenden Berg“ Kirameki no Yama verlief ereignislos. Der Aosagibi folgte weiterhin der Karawane – die Bedrohung durch die rätselhaften Feen-Insekten war offenbar noch nicht vorbei. Schattenhafte Bewegungen im Unterholz ließen vermuten, dass der Zug beobachtet wurde, vermutlich neugierige Feenwesen. Die „Stadtherrin“ Tomoe ermahnte alle Offiziere, dass der Marktfrieden für alle Seiten gewahrt werden müsse.
Die Abenteurer überlegten, wie sie bezüglich der Bedrohung durch die Rebellen weiter vorgehen sollten. Auch wenn die in die Karawane eingeschleusten Rebellen-Agenten festgesetzt worden waren – da war immer noch die Gefahr weiterer Aktionen durch andere Aufrührer in der Hauptstadt. Laut dem Verhör würden diese den Kontakt zu der Verhafteten Masseurin Hikibi suchen. Gab es eine Möglichkeit, die Rebellen-Kontakte in die Irre zu führen? Und was bedeutete die seltsamen Markierungen auf den magischen Bohnensamen, die man den Rebellen abgenommen hatte? Zusammengesetzt ergaben die Zeichnungen das (leider unvollständige) Bild einer Blüte. Aber was bedeutete das?
Inzwischen erhielten die Helden noch einige Informationen zu dem Feenmarkt im „Leuchtenden Berg“. Geld stand bei den Feenwesen nicht hoch im Kurs und musste meist gegen die lokale Marktwährung umgetauscht werden. Lieber nahmen die Feen für ihre exotischen Waren Darbietungen, Edelsteine, Schmuckstücke, aber auch Blut, Tränen, Haare, Magie, Atemzüge oder auch Erinnerungen, den Schatten oder das Spiegelbild des Käufers.
Der Kirameki no Yama erwies sich als ein hoher Kalksteinfelsen, dessen in die Felswand eingelassenes Tor sich nach einem magischen Ritual für die „Seidene Stadt“ öffnete. Die Karawane folgte dem Weg in eine von geisterhaften Lichtern schwach erhellte Dunkelheit. Offenbar würde in diesem Jahr der „Nacht-Markt“ stattfinden, der besondere Waren, aber auch deutlich mehr Gefahren versprach. Beim „Erblühen“ der „Seidenen Stadt“ in einer schattenhaften Ebene (?) zu Füßen einer gigantischen Festung zeigte sich die Magie des Marktes: das aus dem Boden beschworene Wasser leuchtete und verstärkte den unirdischen Glanz des Marktes. Der über den Berg herrschende Oni hieß die irdischen Gäste feierlich willkommen. Stumme, in schwere Holzpanzer gehüllte Krieger wachten über den Marktfrieden. Einige würden die „Seidene Stadt“ als Tributgabe an die Lebende Göttin begleiten. Akira schärfte seinen Untergebenen ein, auf keinen Fall Streit zu suchen, war dann aber ebenso begierig wie Hao, in das faszinierende Wirrwarr des Marktes einzutauchen, auf dem exotische Materialien, seltsame Waren, Getränke und Speisen sowie magische Dienstleistungen angeboten wurden. Sogar lebendige Wesen konnte man kaufen, zum Beispiel Spinnen, die als Schmuck getragen werden konnten, oder die magische Wiegen für Kinder spannen. Und natürlich waren schon die fremdartigen Händler und Besucherinnen ein beeindruckender Anblick.
Die Spannungen unter den Händlern der „Seidenen Stadt“ waren allerdings auch auf dem Feenmarkt spürbar und Hao musste beschwichtigend eingreifen. Nur wenig später musste sie vermitteln, als gegenüber einem feeischen Händler der Vorwurf laut wurde, er hätte betrogen und jemandem „den Atem gestohlen“. Für sich selber suchte Hao nach dem seltenen Feengarn. Tatsächlich wurde sie fündig, zahlte allerdings einen recht hohen Preis – nicht nur in Silber, sondern auch in Magie, Blut und ihrem eigenen Schatten, den sie für zwei Wochen veräußerte. Zudem suchte sie nach Informationen zu den seltsamen feeischen Insekten, die den Wagenzug seit einigen Tagen plagten. Leider erfuhr sie nur wenig Neues, abgesehen von der Bestätigung, dass der Herkunftsort der Insekten eine an Dragorea grenzende Feenwelt sei. Es handelte sich wohl um Schwarminsekten. Es war also zu befürchten, dass sich noch mehr in der „Seidenen Stadt“ verbargen, möglicherweise sogar ein ganzes Nest.
Währenddessen erkundete auch Akira die Stände der Feenhändler. Er hatte sich der jungen Kampfpriesterin Aki angeschlossen, die den Helden in den letzten Tagen wiederholt geholfen und für die Akira mehr als nur Respekt zu empfinden begonnen hatte, obwohl sie möglicherweise nicht die zu sein schien, die sie vorgab. Bei einem Stand entdeckte der Krieger ein exzellent gefertigtes Wakizashi. Der Preis war beträchtlich, aber im Austausch für die Geschichte von dem Zweikampf Akiras mit einem magischen Panther, sowie etwas Blut, Magie, Silber und ein kürzlich für die Abwehr des Räuberüberfalls erhaltenes Schmuckstück, konnte der junge Krieger die Klinge erwerben. Allerdings spottete die Rabentochter, der der Stand gehörte, dass die Klinge ihrem vorherigen Besitzer neun Leben lang gedient und dieser jedes Mal blutig geendet hätte. Vermutlich handelte es sich um ein Beutestück aus der feeischen „Welt des Krieges“. Aki schien vor allem an den Informationen und Geheimnissen interessiert, die auf dem Markt angeboten wurden, fand allerdings nicht das, was sie suchte.
Die Freizeit der Helden wurde jäh beendet, als Hao zu der „Stadtherrin“ Tomoe gerufen wurden: man hatte einen Toten gefunden. Anscheinend handelte es sich um den Gehilfen eines Händlers, doch eine genaue Identifizierung war schwierig, da jemand oder etwas dem Toten das Gesicht abgerissen hatte. Die Helden sollten unauffällig ermitteln, um den Marktfrieden nicht zu stören. Bei der Untersuchung der Leiche fand Hao ein langes silbernes Haar, das mit feinen Haken besetzt war. Vorsichtige Recherchen auf dem Feenmarkt brachten die Helden zu der Vermutung, dass der Tote einer Hari-Onago zum Opfer gefallen sei: einem mächtigen weiblichen Feenwesen, das junge Männer anlockte, sie mit ihrem magischen Haar erwürgte und ihr Gesicht raubte. Einigen Gerüchten zufolge waren Hari-Onago Rachegeister, die die Familienmitglieder ihres Mörders verfolgten.
Die Helden baten sowohl Aki als auch die Kontaktleute beim Kintarai-Geheimdienst um Unterstützung – auch wenn das bedeutete, dass die vor einigen Tagen festgesetzten Rebellenagenten statt von den Geheimdienstlern vorerst von Soldaten bewacht werden mussten. Aufgrund der Weitläufigkeit des Marktes wollten sich die Jäger in zwei Gruppen aufteilen: In der aus Hao, Aki und Akira bestehenden Gruppe sollte Akira als Lockvogel agieren.
Vermutlich stellte sich der junge Krieger zu ungeschickt an, denn die Suche blieb erfolglos. Wenig später wurden die Helden durch Schreckensschreie alarmiert. Eine weitere Leiche war gefunden worden – diesmal in einer belebteren Ecke des Marktes. Es handelte sich um einen Soldaten der „Seidenen Stadt“. Akira gelang es, die entstehende Unruhe zu kontrollieren, während Aki und Hao nach Spuren suchten. Da das Verbrechen erst vor kurzem stattgefunden hatte (soweit man das in der feeischen Umgebung sagen konnte), fanden sie tatsächlich eine schwache Blutspur. Dieser folgend, stießen Hao und Aki auf eine der Kurtisanen der seidenen Stadt, deren Gesicht Hao seltsam…falsch vorkam. Ein Trugbild vermutend, stellte Hao der jungen Frau eine Fangfrage und kam zu der Überzeugung, dass sich hier jemand hinter einem vertrauten Gesicht verbarg. Direkt angesprochen, ließ die Hari-Onago die Maske fallen und griff die Helden und Aki an. Die Geisterfrau erwies sich als gefährlicher Gegner, die Hao und Akira mit ihrem magischen Haar umschlang und ihnen gefährliche Wunden zufügte. Nur mit vereinten Kräften konnte der Geist besiegt werden. Leider blieb der Kampf nicht unbemerkt – der Vorfall stellte natürlich einen mehr als peinlichen Verstoß gegen den Marktfrieden sowie gegen die Ehre der „Stadtherrin“ Tomoe und des Herrschers des Berges dar.
Leider sollte dies nicht das einzige Blutvergießen bleiben: Als man zu dem Wagen zurückkehrte, in dem die Rebellenagenten gefangen gehalten wurden, fand man sie erschlagen vor. Offenbar hatte eine zur Bewachung abgestellte Soldatin von Akiras Einheit alle drei Gefangenen brutal abgeschlachtet. Die normalerweise stets zu Scherzen aufgelegte Kriegerin wirkte apathisch und wiederholte immer wieder, sie hätte die drei töten müssen. Alles sprach dafür, dass sie unter einem Suggestionszauber gehandelt hatte. Vermutlich hatte die Gefangene Himmelsblume den Zauber ausgelöst, als sie einen Anfall simuliert und dadurch dafür gesorgt hatte, dass jemand sie berührt und sich die zweite Wache auf der Suche nach einem Arzt entfernte. Das war ein beunruhigender Beweis der Entschlossenheit der Rebellen und ein schwerer Schlag für die Ermittlungen, wie auch für den Geheimdienst und Akira, dessen Untergebe die Tat verübt hatte. Der junge Krieger legte ein gutes Wort für die unfreiwillige Mörderin ein, aber sie wurde vorerst festgesetzt.
Nach diesem Debakel und angesichts der erlittenen Wunden waren die Helden kaum noch in der Stimmung, den Feenmarkt zu genießen, bevor die „Seidene Stadt“ wieder aufbrach. Obwohl dem Gefühl nach wenig mehr als eine Nacht vergangen war, verriet der Stand des Mondes beim Verlassen des „Leuchtenden Berges“, dass tatsächlich seit dem Passieren des Feentors mehrere Tage verstrichen sein mussten.