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Abenteuer und Kampagnen / Re: [Spielbericht] Abenteuerkampagne in Takasadu (Enthält Spoiler)
« am: 27 Mär 2026, 22:25:24 »
Eine Waffe für eine Göttin
Kintai, Hauptstadt Senrai (Akira, Luo, Ren)
Während ihres Aufenthalts in Senrai hörte sich Ren interessehalber nach hiesigen Geistererscheinungen um. Natur- und Tiergeister wurden vielfach als Diener und Gefolge Myurikos verehrt. Etwas anderes war es mit Totengeistern: Obwohl Ahnenverehrung auch in Kintai praktiziert wurde, wurden solche Geister oft als tragische oder feindselige Wesen gesehen und in der Regel möglichst gebannt. Todesmagie war generell verpönt.
Unter anderem hörte Ren von einer bösartigen Erscheinung in Gestalt einer Magistratin, die zhoujiangische Besucher Senrais angriff. Die Myuriko-Priesterschaft hatte die Erscheinung statt bannen nur eindämmen können. Rens Nachforschungen zufolge erschien der Geist das erste Mal vor etwa 150 Jahren. frühere Ermittlungen waren aus unbekannten Gründen rasch eingestellt worden. Die Neugier der Magierin war geweckt.
Ren konnte einige Plätze ermitteln, an denen die Erscheinung erschienen war.
Um mehr über die früheren Ermittlungen und den Grund für ihren Stopp zu erfahren, bat Ren Akira zu Hilfe. Als adliger Schwertalb würde er einfacher bei den offiziellen Stellen nachhaken können. Akira stellte fest, dass die Berichte zu der Erscheinung unvollständig waren. Jemand musste sie nachträglich zensiert haben. Immerhin konnte Akira einen Priester ermitteln, der an den Untersuchungen beteiligt gewesen war. Von dem alten Alben erfuhr Akira, dass es sich bei der Verstorbenenn um eine ehemalige Mitarbeiterin der zhoujiangischen Botschaft namens Lu handelte, die unter fragwürdigen Umständen verstorben sei. Hinter der Einstellung der Untersuchung hatte angeblich der Kintarai-Geheimdienst gesteckt: Die Angelegenheit erhielt mit einmal eine politische Dimension.
Ren, die gleichzeitig die Familien der ehemaligen zhoujiangischen Oberschicht befragte, die nach Myurikos Sieg ihre Macht eingebüßt hatten, stieß auf Gerüchte, dass die Kintarai-Behörden zeitgleich zu dem Tod der Gesandten gegen einen Kult vorgegangen waren, der einen der alten Tiergeister der Vor-Myuriko-Zeit verehrt und sich gegen die Göttliche Kaiserin positioniert hatte. Gab es da einen Zusammenhang? Gerüchten zufolge hatten die Verschwörer Kontakte zu einigen schwertalbischen Adligen gehabt. Vermutlich hatten die Behörden deshalb so schnell zugeschlagen. Angeblich war im Zuge der „Säuberung“ ein kleines Adelshaus, die Kohone, ausgelöscht worden – allerdings ohne, dass offiziell Anklage gegen sie oder die Kultisten erhoben worden sei. Akiras Recherchen in der Kirche Myurikos untermauerten die Gerüchte. Er erfuhr zudem den vollständigen Namen der verschwundenen Beamten: Lu Bao. Ihre Aufgabe war offenbar der Kontakt zu in Senrai lebenden Exilanten und ehemaligen zhoujiangischen Adligen gewesen.
Um zum Kern der Geschichte vorzustoßen, wollte Ren die Geistermagistratin beschwören. Die Helden mieteten sich in einem Gasthaus ein, in dem der Geist früher wiederholt erschienen war. Solange die von der Myuriko-Kirche in der Stadt platzierten Bannsprüche aktiv waren, blieb eine Kommunikation mit der Geistererscheinung allerdings unmöglich. Deshalb beschlossen die Helden, ein Wagnis einzugehen: Nachdem Akira eine (halbe) Erlaubnis seitens der Myurijko-Kirche eingeholt hatte, entfernten die Helden einen der Bannsprüche. Vorher gingen sie sicher, dass sich während der Beschwörung in dem Gasthaus außer Ren keine Zhoujiangi aufhielt, der den Zorn der Erscheinung auf sich hätte ziehen können. Da sie im Umgang mit Geistern versiert war, konnte Ren die zornige Geisterfrau beruhigen und befragen.
Zu Lebzeiten war es Lu Baos Auftrag gewesen, Kontakt zu Gegnern Myurikos zu knüpfen, die Zhoujiang gegebenenfalls zur Schwächung des Nachbarreiches hatte benutzen wollen. Im Zuge dessen hatte sie von den Kultisten erfahren. Doch diese erwiesen sich als gefährlicher als gedacht und entwickelten den Plan, eine Waffe zu schmieden, mit der man eine Göttin verletzen könne. Angeblich wandten sie sich düsterer Magie zu und knüpften Kontakte ins ferne Esmoda, wo die göttertötende Waffe dann tatsächlich geschmiedet worden sei. Lu Bao bekam kalte Füße und warnte ihre Vorgesetzten, dass die Angelegenheit zu eskalieren drohe. Doch diese beschlossen, alle Spuren der Verwicklung Zhoujiangs zu beseitigen. Lu Bao wurde ermordet und in einem anonymen Massengrab verscharrt. Der Kult, der sich mit seinen nur halb eingeweihten adligen Günstlingen zerstritt, sei dann von den Kintarai zerschlagen worden. Lu Bao hatte nach dem Tod keine Ruhe gefunden, und ein ihr selbst rätselhafter Zorn hatte sie immer wieder dazu getrieben, ihre Landsleute anzugreifen – bis die Bannzauber der Myuriko-Kirche sie davon abhielten. Sie berichtete den Helden außerdem, wo sich der Kult damals im Verborgenen getroffen hatte.
Die Helden beschlossen, die ehemalige Kultstätte zu erkunden. Vielleicht ließ sich dort der Grund dafür finden, warum Lu Bao keine Ruhe fand. Allerdings war der unterirdische Raum samt etlichen Kultanhängern bei der Zerschlagung der Verschwörung versiegelt und inzwischen überbaut worden. Das Anwesen gehörte nun den Okuras, einer Adelsfamilie, die dem Zakur-Klan zugeschworen war. Leider war die Familie nicht gewillt, aufgrund einer wilden Geschichte Ausgrabungen auf ihrem Anwesen zu dulden - vor allem, wenn es um derart anrüchige Dinge wie Gotteslästerung und Verschwörung gegen die kaiserliche Hoheit ging. Da die Helden die offiziellen Stellen (noch) nicht direkt involvieren wollten, sannen sie auf alternative Zugangsmöglichkeiten zu dem Anwesen.
Luo hörte sich nach Angestellten der Okuras um, die den Helden vielleicht gegen ein Entgelt Zugang zum Grundstück zu gewähren bereit waren. Akira und Ren suchten gleichzeitig nach alternativen Zugängen. Das Viertel wurde von Kanälen durchzogen. Vielleicht gab es über diese oder die Kanalisation eine Möglichkeit, Zugang zum Anwesen zu erlangen. Die Helden erfuhren rasch, dass die Kanäle durch Geisterwesen gewartet wurden, die man durch ein relativ simples Ritual herbeirufen könne – das freilich schwimmend ausgeführt werden musste. Wohl oder übel übernahm Akira dies und konnte tatsächlich Kontakt zu einem Geistwesen herstellen, dass sich – auch dank Rens Unterstützung – als auskunftsfreudig erwies. Der Geist bestätigte, dass unter dem fraglichen Anwesen etwas „Seltsames“ passiert sei und konnte einen unter Wasser befindlichen Zugang weisen. Er war sogar bereit, die Helden bei ihrem Tauchgang zu unterstützen. Nach kurzem Überlegen entschlossen sich die Gefährten, diesen Zugang zu versuchen.
Akira machte den Anfang. Tatsächlich gelang es ihm mit Hilfe des Geistes, den alten Abflussstollen zu durchtauchen und die Abdeckung aufzubrechen, die den darüber liegenden unterirdischen Raum versiegelte. Die anderen Helden folgten ihm. Die Luft in dem Kellerraum war stickig und verbraucht, aber atembar. Im schwachen Schein der magischen Leuchtperlen, die die Helden als Lichtquelle mitgenommen hatten, sahen sie einen alten Beschwörerkreis, ein Podest, auf dem ein voluminöses Buch ruhte – und ein halbes Dutzend regloser Körper: Männer und Frauen, deren Haut dunkelbraun angelaufen war und wie gegerbt wirkte. Ihre Fingernägel waren unnatürlich lang und auf den Stirnen hatte jemand rot beschriftete Papierstreifen befestigt. Mehr Zeit, die Unglücklichen zu mustern, hatten die Helden nicht: Mit einmal erwachten die Kadaver zum Leben und griffen an.
Akira und Luo gelang es, drei der Gegner niederzuhauen. Dabei entdeckten, sie dass ein Zerstören der Papierstreifen die Untoten sofort vernichtete. Doch dann rächten sich die schlechten Lichtverhältnisse und die zahlmäßige Überlegenheit der Angreifer, zumal keiner der Helden gerüstet war. Luo ging schwerstverletzt zu Boden, während Akira trotz Rens Schutzzaubern schwere Wunden hinnehmen musste.
Die Helden wären überwältigt worden, wenn nicht die auf Akira liegende Gunst Myurikos die Untoten kurz zurückgetrieben hätte. Das gab Ren die Gelegenheit, dass auf dem Podest ruhende Buch zu erreichen – und zu ihrer Überraschung so Kontakt mit der Wesenheit herzustellen, die in dem Werk gefangen war. Vielleicht in der Hoffnung, die Helden für sich einzunehmen, bannte die Wesenheit die verbliebenen Untoten. Hastig stabilisierte Ren den schwerstverletzten Luo. Unter Mitnahme des Buches traten die Helden den Rückzug an.
Die Entität in dem Buch nannte sich Masaharu. Nachforschungen Rens enthüllten, dass dies der Name eines mächtigen Geistes, Gottesdieners oder Dämons war, der in einigen alten Geschichten auftauchte. Masaharu empfand keine Liebe für diejenigen, die ihn in dem Buch gebunden hatten, weshalb er den Helden geholfen hatte und bereitwillig Auskunft über die Kultisten gab – auch im Austausch gegen kleinere Geschenke in Gestalt von in das Buch fokussierter magischer Kraft. Seine Bindung in das Buch sei ein „Probelauf“ für die Herstellung der gegen Myuriko bestimmten Waffe gewesen, die von einer noch sehr viel mächtigeren Wesenheit beseelt werden sollte. Über den Gott (?), den der Kult verehrt hatte, behauptete Masaharu, nichts zu wissen. Die Kultisten hätten immer nur Umschreibungen wie „Das Gesicht hinter dem Spiegel“ benutzt. Er kannte allerdings die Namen einiger der Kontaktpersonen des Kultes in Esmoda.
Natürlich verfolgte der Dämon eigene Ziele. Er bot Ren mächtige Rituale und magische Meisterschaften der Todesmagie an, falls sie einen Pakt mit ihm einging oder ihn befreite. Ren war durchaus versucht. Sie hoffte zudem, Masaharu für die Sache der Kaiserlichen im zhoujiangischen Bürgerkrieg einsetzen zu können. Allerdings stieß sie auf Akiras Widerstand, der das Buch für viel zu gefährlich und Masaharu für nicht vertrauenswürdig hielt. Letztlich konnte Akira durchsetzen, dass das Buch in die Obhut der Myuriko-Kirche überstellt wurde – auch wenn Ren damit fast so unzufrieden wie Masaharu war.
Akira erstatte der Myuriko-Kirche umfassend Bericht, doch war man zwar für das Buch dankbar, schien ihn aber nicht ganz ernst zu nehmen – besonders seine Warnung vor der Waffe, die der göttlichen Kaiserin gefährlich werden könne. Akira war da nicht so zuversichtlich. Er und seine Gefährten hatten im Laufe ihrer Abenteurer einige sehr rätselhafte Geschichten gehört und den Eindruck gewonnen, dass die Göttlichen Kaiserin mehr als einen jenseitigen Feind haben mochte. Vielleicht würde man irgendwann ins ferne Esmoda aufbrechen müssen, um der Geschichte auf den Grund zu gehen. Allerdings waren die Helden dafür noch längst nicht erfahren genug.
Die Myuriko-Kirche erneuerte die von den Helden teilweise getilgten Schutzsiegel, um jedes Risiko auszuschließen. Allerdings schien die Geister-Magistratin tatsächlich etwas Ruhe gefunden zu haben, so dass die Gefahr für die zhoujiangischen Besucher Senrais hoffentlich gebannt war.
Kintai, Hauptstadt Senrai (Akira, Luo, Ren)
Während ihres Aufenthalts in Senrai hörte sich Ren interessehalber nach hiesigen Geistererscheinungen um. Natur- und Tiergeister wurden vielfach als Diener und Gefolge Myurikos verehrt. Etwas anderes war es mit Totengeistern: Obwohl Ahnenverehrung auch in Kintai praktiziert wurde, wurden solche Geister oft als tragische oder feindselige Wesen gesehen und in der Regel möglichst gebannt. Todesmagie war generell verpönt.
Unter anderem hörte Ren von einer bösartigen Erscheinung in Gestalt einer Magistratin, die zhoujiangische Besucher Senrais angriff. Die Myuriko-Priesterschaft hatte die Erscheinung statt bannen nur eindämmen können. Rens Nachforschungen zufolge erschien der Geist das erste Mal vor etwa 150 Jahren. frühere Ermittlungen waren aus unbekannten Gründen rasch eingestellt worden. Die Neugier der Magierin war geweckt.
Ren konnte einige Plätze ermitteln, an denen die Erscheinung erschienen war.
Um mehr über die früheren Ermittlungen und den Grund für ihren Stopp zu erfahren, bat Ren Akira zu Hilfe. Als adliger Schwertalb würde er einfacher bei den offiziellen Stellen nachhaken können. Akira stellte fest, dass die Berichte zu der Erscheinung unvollständig waren. Jemand musste sie nachträglich zensiert haben. Immerhin konnte Akira einen Priester ermitteln, der an den Untersuchungen beteiligt gewesen war. Von dem alten Alben erfuhr Akira, dass es sich bei der Verstorbenenn um eine ehemalige Mitarbeiterin der zhoujiangischen Botschaft namens Lu handelte, die unter fragwürdigen Umständen verstorben sei. Hinter der Einstellung der Untersuchung hatte angeblich der Kintarai-Geheimdienst gesteckt: Die Angelegenheit erhielt mit einmal eine politische Dimension.
Ren, die gleichzeitig die Familien der ehemaligen zhoujiangischen Oberschicht befragte, die nach Myurikos Sieg ihre Macht eingebüßt hatten, stieß auf Gerüchte, dass die Kintarai-Behörden zeitgleich zu dem Tod der Gesandten gegen einen Kult vorgegangen waren, der einen der alten Tiergeister der Vor-Myuriko-Zeit verehrt und sich gegen die Göttliche Kaiserin positioniert hatte. Gab es da einen Zusammenhang? Gerüchten zufolge hatten die Verschwörer Kontakte zu einigen schwertalbischen Adligen gehabt. Vermutlich hatten die Behörden deshalb so schnell zugeschlagen. Angeblich war im Zuge der „Säuberung“ ein kleines Adelshaus, die Kohone, ausgelöscht worden – allerdings ohne, dass offiziell Anklage gegen sie oder die Kultisten erhoben worden sei. Akiras Recherchen in der Kirche Myurikos untermauerten die Gerüchte. Er erfuhr zudem den vollständigen Namen der verschwundenen Beamten: Lu Bao. Ihre Aufgabe war offenbar der Kontakt zu in Senrai lebenden Exilanten und ehemaligen zhoujiangischen Adligen gewesen.
Um zum Kern der Geschichte vorzustoßen, wollte Ren die Geistermagistratin beschwören. Die Helden mieteten sich in einem Gasthaus ein, in dem der Geist früher wiederholt erschienen war. Solange die von der Myuriko-Kirche in der Stadt platzierten Bannsprüche aktiv waren, blieb eine Kommunikation mit der Geistererscheinung allerdings unmöglich. Deshalb beschlossen die Helden, ein Wagnis einzugehen: Nachdem Akira eine (halbe) Erlaubnis seitens der Myurijko-Kirche eingeholt hatte, entfernten die Helden einen der Bannsprüche. Vorher gingen sie sicher, dass sich während der Beschwörung in dem Gasthaus außer Ren keine Zhoujiangi aufhielt, der den Zorn der Erscheinung auf sich hätte ziehen können. Da sie im Umgang mit Geistern versiert war, konnte Ren die zornige Geisterfrau beruhigen und befragen.
Zu Lebzeiten war es Lu Baos Auftrag gewesen, Kontakt zu Gegnern Myurikos zu knüpfen, die Zhoujiang gegebenenfalls zur Schwächung des Nachbarreiches hatte benutzen wollen. Im Zuge dessen hatte sie von den Kultisten erfahren. Doch diese erwiesen sich als gefährlicher als gedacht und entwickelten den Plan, eine Waffe zu schmieden, mit der man eine Göttin verletzen könne. Angeblich wandten sie sich düsterer Magie zu und knüpften Kontakte ins ferne Esmoda, wo die göttertötende Waffe dann tatsächlich geschmiedet worden sei. Lu Bao bekam kalte Füße und warnte ihre Vorgesetzten, dass die Angelegenheit zu eskalieren drohe. Doch diese beschlossen, alle Spuren der Verwicklung Zhoujiangs zu beseitigen. Lu Bao wurde ermordet und in einem anonymen Massengrab verscharrt. Der Kult, der sich mit seinen nur halb eingeweihten adligen Günstlingen zerstritt, sei dann von den Kintarai zerschlagen worden. Lu Bao hatte nach dem Tod keine Ruhe gefunden, und ein ihr selbst rätselhafter Zorn hatte sie immer wieder dazu getrieben, ihre Landsleute anzugreifen – bis die Bannzauber der Myuriko-Kirche sie davon abhielten. Sie berichtete den Helden außerdem, wo sich der Kult damals im Verborgenen getroffen hatte.
Die Helden beschlossen, die ehemalige Kultstätte zu erkunden. Vielleicht ließ sich dort der Grund dafür finden, warum Lu Bao keine Ruhe fand. Allerdings war der unterirdische Raum samt etlichen Kultanhängern bei der Zerschlagung der Verschwörung versiegelt und inzwischen überbaut worden. Das Anwesen gehörte nun den Okuras, einer Adelsfamilie, die dem Zakur-Klan zugeschworen war. Leider war die Familie nicht gewillt, aufgrund einer wilden Geschichte Ausgrabungen auf ihrem Anwesen zu dulden - vor allem, wenn es um derart anrüchige Dinge wie Gotteslästerung und Verschwörung gegen die kaiserliche Hoheit ging. Da die Helden die offiziellen Stellen (noch) nicht direkt involvieren wollten, sannen sie auf alternative Zugangsmöglichkeiten zu dem Anwesen.
Luo hörte sich nach Angestellten der Okuras um, die den Helden vielleicht gegen ein Entgelt Zugang zum Grundstück zu gewähren bereit waren. Akira und Ren suchten gleichzeitig nach alternativen Zugängen. Das Viertel wurde von Kanälen durchzogen. Vielleicht gab es über diese oder die Kanalisation eine Möglichkeit, Zugang zum Anwesen zu erlangen. Die Helden erfuhren rasch, dass die Kanäle durch Geisterwesen gewartet wurden, die man durch ein relativ simples Ritual herbeirufen könne – das freilich schwimmend ausgeführt werden musste. Wohl oder übel übernahm Akira dies und konnte tatsächlich Kontakt zu einem Geistwesen herstellen, dass sich – auch dank Rens Unterstützung – als auskunftsfreudig erwies. Der Geist bestätigte, dass unter dem fraglichen Anwesen etwas „Seltsames“ passiert sei und konnte einen unter Wasser befindlichen Zugang weisen. Er war sogar bereit, die Helden bei ihrem Tauchgang zu unterstützen. Nach kurzem Überlegen entschlossen sich die Gefährten, diesen Zugang zu versuchen.
Akira machte den Anfang. Tatsächlich gelang es ihm mit Hilfe des Geistes, den alten Abflussstollen zu durchtauchen und die Abdeckung aufzubrechen, die den darüber liegenden unterirdischen Raum versiegelte. Die anderen Helden folgten ihm. Die Luft in dem Kellerraum war stickig und verbraucht, aber atembar. Im schwachen Schein der magischen Leuchtperlen, die die Helden als Lichtquelle mitgenommen hatten, sahen sie einen alten Beschwörerkreis, ein Podest, auf dem ein voluminöses Buch ruhte – und ein halbes Dutzend regloser Körper: Männer und Frauen, deren Haut dunkelbraun angelaufen war und wie gegerbt wirkte. Ihre Fingernägel waren unnatürlich lang und auf den Stirnen hatte jemand rot beschriftete Papierstreifen befestigt. Mehr Zeit, die Unglücklichen zu mustern, hatten die Helden nicht: Mit einmal erwachten die Kadaver zum Leben und griffen an.
Akira und Luo gelang es, drei der Gegner niederzuhauen. Dabei entdeckten, sie dass ein Zerstören der Papierstreifen die Untoten sofort vernichtete. Doch dann rächten sich die schlechten Lichtverhältnisse und die zahlmäßige Überlegenheit der Angreifer, zumal keiner der Helden gerüstet war. Luo ging schwerstverletzt zu Boden, während Akira trotz Rens Schutzzaubern schwere Wunden hinnehmen musste.
Die Helden wären überwältigt worden, wenn nicht die auf Akira liegende Gunst Myurikos die Untoten kurz zurückgetrieben hätte. Das gab Ren die Gelegenheit, dass auf dem Podest ruhende Buch zu erreichen – und zu ihrer Überraschung so Kontakt mit der Wesenheit herzustellen, die in dem Werk gefangen war. Vielleicht in der Hoffnung, die Helden für sich einzunehmen, bannte die Wesenheit die verbliebenen Untoten. Hastig stabilisierte Ren den schwerstverletzten Luo. Unter Mitnahme des Buches traten die Helden den Rückzug an.
Die Entität in dem Buch nannte sich Masaharu. Nachforschungen Rens enthüllten, dass dies der Name eines mächtigen Geistes, Gottesdieners oder Dämons war, der in einigen alten Geschichten auftauchte. Masaharu empfand keine Liebe für diejenigen, die ihn in dem Buch gebunden hatten, weshalb er den Helden geholfen hatte und bereitwillig Auskunft über die Kultisten gab – auch im Austausch gegen kleinere Geschenke in Gestalt von in das Buch fokussierter magischer Kraft. Seine Bindung in das Buch sei ein „Probelauf“ für die Herstellung der gegen Myuriko bestimmten Waffe gewesen, die von einer noch sehr viel mächtigeren Wesenheit beseelt werden sollte. Über den Gott (?), den der Kult verehrt hatte, behauptete Masaharu, nichts zu wissen. Die Kultisten hätten immer nur Umschreibungen wie „Das Gesicht hinter dem Spiegel“ benutzt. Er kannte allerdings die Namen einiger der Kontaktpersonen des Kultes in Esmoda.
Natürlich verfolgte der Dämon eigene Ziele. Er bot Ren mächtige Rituale und magische Meisterschaften der Todesmagie an, falls sie einen Pakt mit ihm einging oder ihn befreite. Ren war durchaus versucht. Sie hoffte zudem, Masaharu für die Sache der Kaiserlichen im zhoujiangischen Bürgerkrieg einsetzen zu können. Allerdings stieß sie auf Akiras Widerstand, der das Buch für viel zu gefährlich und Masaharu für nicht vertrauenswürdig hielt. Letztlich konnte Akira durchsetzen, dass das Buch in die Obhut der Myuriko-Kirche überstellt wurde – auch wenn Ren damit fast so unzufrieden wie Masaharu war.
Akira erstatte der Myuriko-Kirche umfassend Bericht, doch war man zwar für das Buch dankbar, schien ihn aber nicht ganz ernst zu nehmen – besonders seine Warnung vor der Waffe, die der göttlichen Kaiserin gefährlich werden könne. Akira war da nicht so zuversichtlich. Er und seine Gefährten hatten im Laufe ihrer Abenteurer einige sehr rätselhafte Geschichten gehört und den Eindruck gewonnen, dass die Göttlichen Kaiserin mehr als einen jenseitigen Feind haben mochte. Vielleicht würde man irgendwann ins ferne Esmoda aufbrechen müssen, um der Geschichte auf den Grund zu gehen. Allerdings waren die Helden dafür noch längst nicht erfahren genug.
Die Myuriko-Kirche erneuerte die von den Helden teilweise getilgten Schutzsiegel, um jedes Risiko auszuschließen. Allerdings schien die Geister-Magistratin tatsächlich etwas Ruhe gefunden zu haben, so dass die Gefahr für die zhoujiangischen Besucher Senrais hoffentlich gebannt war.



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