Splittermond Forum
Allgemeines => Allgemeines => Thema gestartet von: Luxferre am 17 Jul 2014, 12:45:18
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[Anmerkung: Herausgetrennt aus dem Blubberlutsch-Topic.]
Ich muss mal eine Sache kritisch loswerden:
was bitte soll das Gesieze in den Büchern? Wir teilen ein Hobby und in den Hobbylandschaften ist das Du nicht nur normal, sondern auch ausdrücklich erwünscht.
Außerdem liest sich einiges dadurch recht gestelzt.
Zu guter Letzt wäre es also normal, wenn hier im Forum seitens Redax und Co auch gesiezt würde.
Für mich persönlich eine eklatante Fehlentscheidung seitens Verlag!
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Drüben bei der DSA5ß ist das genau anders herum, da regen sich die Leute auf, das man neuerdings geduzt wird und sehen das als "eklatante Fehlentscheidung" ^^
Ist also klar eine Geschmacksfrage. Mir persönlich fällt das nicht mal auf ob man geduzt oder gesiezt wird bei solchen Regelwerken. Habe da beim Lesen von DSA5ß und Splittermond keinen Unterschied bemerkt ^^ (wenn man halt nicht darauf achtet)
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Ich sehe das wie Yinan. Hier scheiden sich eben die Geister und beiden Seiten kann man es eben nicht zur selben Zeit recht machen. SpliMo hat sich eben für den einen Ansatz entschieden und ich persönlich kann damit genau so gut leben wie mit dem anderen.
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Bin auch über das "Sie" gestolpert und fand's schade. Aber damit kann ich gut leben - der Rest von dat Janze ist zu gut, um mich daran aufzuhängen ;)
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Schlimmer finde ich es, bei IKEA geduzt zu werden. ;)
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Im deutschen gibt es, wunderbarer Weise noch beides, im englischen wurde ja thou abgeschafft und es gibt nur noch you, das ein permanentes Sie auch wenn man es heute anders liest ;-).
Ich mag die deutsche Sprache, sie ist a bissel hölzern aber alleine die Wahl eine Distanz und eine Nähe in der Sprache zu haben finde ich toll, und sei es eine nettes Sie zu haben finde ich schön und als Einwohner von Berlin, wo jeder jeden duzt finde ich Sie erfrsichend, denn wenn du ständig Du hörst, änderst sie die Nähe... ich will aber nicht von jeden geduzt werden.
Im Regelwerk fand ich die Wahl am Anfang auch gewöhnungsbedürftig, aber ich finde es richtig, ich kenne die Autoren nicht, also Sie ;-), es ist ein nettes Sie.
Im Forum ist es etwas anderes, da ist ein nettes Du unter der Community das Pronomen der Wahl ;-)
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Ich komme nochmal auf den Part mit Du und Sie zurück. Mir ist es im Regelwerk nicht aufgefallen, aber das liegt wohl daran, dass man sich für das Sie entschieden hat. Bei DSA 5 ist es mir daher auch negativ aufgefallen, genau wie in diversen Computerspielen neueren Datums. Ich habe kein Problem damit auf einer Con von einem Verkäufer geduzt zu werden, den ich nicht kenne, mit dem ich aber z.B. ein Hobby teile. Als Kunde erwarte ich dagegen zunächst mal Respekt und da gehört das Sie für mich dazu. Mir ist bewusst, dass da teils dieselben Leute hinter der Theke stehen, die auch die Bücher schreiben. Dennoch ist ein fertiges Produkt etwas anderes. Da erwarte ich Professionalität und da gehört das Sie dazu.
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Das "Sie" wird bisher also als professioneller wahrgenommen. Spannend. Denn ich sehe das anders.
Im alltäglichen Gebrauch sieze ich viele Menschen. Meine Angestellten (größtenteils), meine Auftraggeber, Bauleiter, Architekten und andere Gewerke. Das ist selbstverständlich, außerdem mag ich diese professionelle Distanz recht gern. Man streitet sich anders und vor Allem: kultivierter.
Als jemand, der durchaus einiges (Fach-)Wissen zu diesem Thema hat (studien- und berufsbedingt) ist es mir aus mehreren Gründen immer wieder eine Herzensangelegenheit. Das "Sie" hat sich vor einigen Jahren auch im Hobbybereich vermehrt durch die überarbeitete Knigge und diverse Unternehmensberater durchgesetzt. Man wollte auch diesen Bereich, bzw. diese Branche kultivieren und professionalisieren. Und das finde ich ziemlich übertrieben.
Denn wenn man sagt, dass das "Sie" grundsätzlich als freundlicher und professioneller sei, dann gilt im Umkehrschluss also, dass das "Du" unfreundlicher wäre. Ganz ehrlich? Kokolores! Seit wann bin ich zu Familie und Freunden wegen des "Du" unfreundlich? Ich finde das sprachlich sogar ein ganz wichtiges Element. Das "Du" sollte viel bewusster (also nix Berliner Schnauze!) eingesetzt werden. Denn die wahre Kunst besteht darin, Sätze so zu formulieren, dass Respekt und Freundlichkeit für jedermann erkenntlich ist. Fern ab vom "Du" oder "Sie". Dazu hat Sir Peter Ustinov (ich vergöttere diesen Menschen) sehr interessante und augenöffnende Passagen geschrieben (das genaue Buch kann ich aus dem FF gerade nicht benennen). Und das Thema sehe ich genau, wie er.
Wir Deutschen haben die Möglichkeit mit unserem hervorragenden Wortschatz und feiner Grammatik tolle Formulierungen zu fabrizieren. Leider wird dieses Instrument zu selten benutzt.
Was hierzu noch hinzugefügt sei: ich stehe darauf, kurze, prägnante und fassbare Formulierungen zu lesen. Mit "Du" anstelle von "Sie." Hochtrabende Satzbauten braucht es in einem Hobbyprodukt ebensowenig, wie das "Sie".
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Ich würde gerne zunächste mal die Belege sehen, die zeigen, dass sich das Sie in den letzten Jahren erst im Hobby-Bereich verbreitet hat. Spontan habe ich mal einige Zeitschriften aus den 60ern zur Hand genommen, in denen ausschließlich gesiezt wurde, aber auch das ist natürlich noch keine Statistik Dass das "Sie" freundlicher ist hat im Übrigen niemand behauptet, denn siezen hat nichts mit Freundlichkeit zu tun, sondern es ist eine Höflichkeitsform. Diese Höflichkeitsform ist (bzw. war) in jedem Fall der Standard und über das duzen muss(te) man sich erstmal einigen. Diese Einigung fällt heutzutage häuig direkt weg, was nicht schlimm ist, sondern eine Frage sozialer Konventionen.
In der gesprochenen Sprache verbreitet sich grade das "Du" immer mehr als Standard, während man in der Schriftsprache schon immer häufiger auf die Höflichlichkeitsformen (es gibt natürlich noch viel mehr als nur das siezen) zurückgegriffen hat. Duzen hingegen ist ein Ausdruck der Vertraulichkeit und deshalb sollte man sich vorher drüber einigen , ob man es tut. Das kann explizit oder implizit geschehen. Bei einem Schriftstück hat der Empfänger jedoch nciht die Möglichkeit, darüber mitzuentscheiden, da bei einem normalen Produkt erstmal JEDER potenzieller Empänger ist. Und daon auszugehen, dass ich mit jedem Kunden auf einer Vertraulichkeitsbasis agieren kann, ist doch etwas anmaßend.
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Jetzt weiß ich wieder, was ich vorhin noch schreiben wollte.
Einige Passagen lesen sich wegen der gestelzten Sprache wie eine dröge Bedienungsanleitung eines technischen Geräts. Etwas unpassend, wie ich empfinde.
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@Quendan:
nur so aus Interesse ... Ihr habt Euch ja bisher recht bedeckt gehalkten, was das "Sie" angeht. Gibts dazu etwas Offizielles? Ich verspreche auch, nicht weiterzudiskutieren ;) hehe
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Bin gerade nur am Handy und dann zum Feencon-Aufbau. Schick mir eine PM, dann gucke ich später.
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Ich weiß nur, dass es auch zu Beta-Zeiten diskutiert wurde, und meiner Meinung nach eine absolut subjektive Diskussion ist.
Der eine mags so, der andere so, irgendwie musste man sich entscheiden und damit irgendwem auf die Füße treten.
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Wie schon immer meine Uroma sagte: Jeden Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann. Hey ob Sie oder Du ist egal, was zählt ist der Inhalt und der ist sehr gut meiner Meinung nach. Wie du siehst, Luxferre gibt es viele Meinungen und du wirst es nicht mehr ändern. Das Sie ist drin, einfach Dinge akzeptieren die man eh nicht ändern kann und nicht ärgern ;-).
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So, wie versprochen komme ich jetzt doch dazu, mich mal kurz dazu zu äußern. Es wird aber in der Tat kurz werden, denn wie u. a. Grimrokh hier schon schrieb ist das auch eine Geschmackssache. Du, Luxferre, empfindest die Texte teils als gestelzt durch das Siezen. Mir hingegen geht es andersherum, wenn ich in Bücher gucke, die Duzen - das fühlt sich oft kindlich-kumpelhaft oder gar albern-fraternisierend an. Beim Lesen eines Buches, gerade eines Sachbuches, habe ich eine größere Distanz als im direkten Gespräch und für mich liest sich das Sie deutlich angenehmer und flüssiger. Das ist bei dir offensichtlich anders.
Ich denke hier ist auch die Sozialisation eine wichtige Frage: Ich bin es aus DSA seit jeher gewohnt, dass die Texte den Leser siezen, das ist für mich in Rollenspielbüchern auf Deutsch praktisch normal. Und so dürfte es auch vielen unserer Autoren gehen. Wir haben das Thema kurz besprochen zu Beginn der Schreibphase, haben es dann aber schnell als Geschmacksfrage abgehakt und dann einfach abgestimmt, wie wir es halten wollen. Die große Mehrheit war für das Siezen und so haben wir es dann durchgezogen.
Dahinter hängen auch gar keine Gedanken in Bezug auf Professionalität, Freundlichkeit oder so - ein Buch kann sowohl duzend als auch Siezend professionell wirken, je nach Leser. Es ist eine Frage der persönlichen Präferenz. Der eine sieht durch das Siezen eine Distanz aufgebaut, der andere durch das Duzen eine irritierende Brücke geschaffen. Und einer von beiden wird nicht glücklich werden, wenn man das Buch nicht komplett unpersönlich aufbaut ("Der Spielleiter sollte ...").
Ich weiß, dass das vermutlich keine sonderlich zufriedenstellende Antwort ist, aber mehr gibt es dazu nicht zu sagen leider. ;)
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Also mir ist es beim Lesen auch nicht aufgefallen. Aber wenn man mich fragen würde, dann würde ich das sie bevorzugen. Wie oben schon erwähnt wurde ist das du an anzeichen von nähe diese nähe habe ich zu Büchern nicht.
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Mir ist das eigentlich herzlich egal. Solange es lesbar ist reicht mir das. So eine ähnliche Diskussion gab es, um die Splittermond-Farbe. Überall, wo es nur um Geschmack geht, wird es jemanden geben, dem es nicht passt, wie es ist.
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Sehr schönter Titel, lieber Quendan ;)
Und vielen Dank für Deine Zeilen. Der Entscheidungsprozess ist für mich wirklich interessant.
Ich könnte meine Meinung jetzt nochmal in schöne Worte kleiden, aber ich denke, dass mein Punkt klar geworden ist und spare es einfach mal.
Nur eine Kleinigkeit noch ... (musste ja kommen).
Dass ich daran nichts ändern kann, ist mir klar. Dieses Argument, welches hier ein oder zwei Mal gebracht wurde, mutet etwas komisch an. Ich habe nicht davon gesprochen, dass man etwas ändern müsste, sondern war an der Entscheidungsfindung interessiert und vor Allem die Motive dahinter.
Auf jeden Fall tut das Sie der Gesamtqualität keinen Abbruch. Bitte nicht so auffassen! Behaltet diese unbedingt auf diesem Niveau weiter bei.
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Ich bin auch zunächst darüber gestolpert, aber gestört hat mich diese Version nicht und das Duzen hätte es auch nicht.
Was ich in Bezug auf den sprachlichen Umgang in der Community eher auffallend finde, ist das Wort "Fan", das wir schon einige Male aufgefallen war (ich weiß nicht mehr wo) und nun auch einen eigenen Forenbereich ("Fanprojekte") bezeichnet. Da fühle ich mich in gewisser Weise fehleingeschätzt und mir scheint das Verhältnis in die Community bei Splittermond auch nicht das von Autoren/Profis zu Fans. Fan kommt von Fanatiker. Aber selbst wenn man es gängigerweise als Enthusiast oder derlei übersetzt, twirft das ein komisches und unpassendes Licht auf das Verhältnis zur Community. Ich finde die Worte "Spielerschaft", "Community", "Spieler*innen" etc. deutlich treffender und weniger hierarchisierend.
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Ob "Du" ob "Sie" ist eigentlich egal. Schlimmer sind die "Umdeutungen" und Unterstellungen bei gleichzeitiger "Nichtdefinition"
- Ich bin kein Fan (vom FCN, SpliMo, Autos, sonstwas)! -
Aber ich unterstütze und helfe gerne, sogar als "Supporter" wäre ich dazu bereit.