Splittermond Forum
Allgemeines => Produkte => Thema gestartet von: JohnLackland am 16 Apr 2014, 15:25:03
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Hallo, ich habe mal ne ganz andere Frage zur Produktion, nämlich was für Papier verwendet ihr? Ist es den Recyclingpapier? FSC oder gar Blauer Engel ;-) und wie umweltvertäglich und sozialvertäglich ist den der Druck?
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Öh ... keine Ahnung. ;)
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Das finde ich eine gute Frage! Das muss mir immer wieder auffallen, dass in den Hobbybereichen (im zunehmenden Gegensatz zu anderen Konsumbereichen) sehr wenig Gedanken vonseiten der Spielerschaft und (möglicherweise folgerichtig) von den Verlagen auf die Frage verantwortungsvollen Konsums verwendet werden.
Da verwendet der Vegetarier und Pelzgegner Rotmaderhaarpinsel, Spiele und Figuren werden (ohne weitere Nachfrage) in Ländern produziert, in denen bei Elektonikgeräten, Kinderspielzeug oder Kleidung schon mal Bedenken zu den Produktionsbedingungen geäußert würden bzw. ihnen nachgegangen würde, und selbst die ökologische Seite (Papierwahl, Verpackungen etc.) findet keine Erwähnung.
Ich finde das schade und glaube auch, dass man als Verlag da durchaus schlafende Potentiale angehen könnte, wenn man mal erste und sinnvolle CSR-Bestrebungen angehen und bewerben würde.
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Was die Produktion in Ländern ohne Arbeitsrechte etc. angeht, kann ich da zumindest beruhigen: Unsere Bücher werden in der EU gedruckt. Teilweise in Deutschland, teilweise in Polen. Ich glaube wir haben auch schon mal ein Buch in Lettland oder Estland gedruckt. Wo der Weltband jetzt genau gedruckt wurde weiß ich nicht, aber in jedem Fall in der EU (gut, das steht ja auch vorne drin).
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Das ist schon mal super! Finde ich gut - nicht weil man in anderen Ländern nicht produzieren sollte, aber weil man sich so, wenn man keine weiteren Infos hat, dennoch recht sicher sein kann, dass vernünftige Arbeitsstandards gelten.
Daumen hoch! ;-)
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Vor allem dürfte so auch der CO2 Fußabdruck geringer als wenn man in Asien druckt...
Ich fände es cool wenn die Abenteuer auf Recyclingpapier in Schwarz / Weiß erscheinen ;-).
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Vor allem dürfte so auch der CO2 Fußabdruck geringer als wenn man in Asien druckt...
Ich fände es cool wenn die Abenteuer auf Recyclingpapier in Schwarz / Weiß erscheinen ;-).
Also da bin ich unsicher. Klar, ich fänd das auch gut, aber ich denke, dass es viele verantwortliche Handlungsmöglichkeiten gibt, die man angehen könnte, die nicht so unmittelbar die Produktqualität betreffen. Denn die Farbigkeit wurde hier von vielen als besonders erfreuliches Merkmal hervorgehoben. Da kann ich gut verstehen, wenn das nicht unbedingt das erste ist, an das das Splittermondteam bei nachhaltigem Handeln denken wird.
Nicht falsch verstehen: Ich fänd das ebenfalls super, aber ich finde es auch wichtig, dass nachhaltiges Handeln (oder jedenfalls gute Schritte dorthin) und gutes Wirtschaften miteinander verträglich sind (und da ist die Produktqualität und -auffälligkeit bei Marktneuheiten nunmal nicht die erste Schraube, an der man gerne drehen wird).
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Also als Spieler nutze ich ein Tablet (für DSA mit DSATab) und als Meister meistens ein Laptop, und wenn ich keine Technik parat habe, merke ich mir den Kram einfach und schreibe es notfalls später auf (digital) falls es von Nöten sein sollte. Ich versuche die Nutzung Papier zu vermeiden, auch wenn es Bestandteil des Namens Pen and Paper ist :P
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Spannende Frage im Übrigen, inwiefern Tablets und Laptops wirklch ökologischer und nachhaltiger sind. Der Energieverbrauch und die vermutlich beinhalteten Konfliktmineralien sind auch nicht gerade frei vom Verdacht, nicht so eine weiße Weste zu haben, wie man zunächst annimmt.
Für Laptops ist das wohl so, dass eine einmalig gedruckte, ökologisch produzierte Papierversion sinnvoller sein kann. Bei Tablets sieht das Ganze anders aus und beruht natürlich bei beiden auch darauf, welchen Strom man nutzt etc. (Andere Fragen bzglw. Landenteignung für Regenwaldrodung, Konfliktmineralien in Elektrogeräten etc. mal außen vor.)
Interessante Zahlen und Gedankenanstöße:
http://blog.zhaw.ch/papierlosesstudium/e-medien-oder-papier-was-ist-oekologischer/
http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Thoreau/Papier/
Bei mehrfach gelesenen Nachschlagewerken wie Rollenspielbüchern gibt es natürlich dort nicht berücksichtigte Pluspunkte für die einmalige Umweltbelastung des Buches gegenüber der steten elektronischen. Aber als Anhaltspunkte fand ich das gerade recht spannend.
EDIT: Wobei ich nochmal betonen will, dass bei aller Komplexität, die man da aufmachen kann, es immer schon ein wahnsinnig großer und toller Schritt ist, wenn Verbraucher und Unternehmen überhaupt darüber nachdenken und erste (vielleicht nicht optimierte) Schritte einleiten. Man muss Dinge ja nicht perfekt machen, um sie besser zu machen.
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Vor allem dürfte so auch der CO2 Fußabdruck geringer als wenn man in Asien druckt...
Ich fände es cool wenn die Abenteuer auf Recyclingpapier in Schwarz / Weiß erscheinen ;-).
Also da bin ich unsicher. Klar, ich fänd das auch gut, aber ich denke, dass es viele verantwortliche Handlungsmöglichkeiten gibt, die man angehen könnte, die nicht so unmittelbar die Produktqualität betreffen. Denn die Farbigkeit wurde hier von vielen als besonders erfreuliches Merkmal hervorgehoben. Da kann ich gut verstehen, wenn das nicht unbedingt das erste ist, an das das Splittermondteam bei nachhaltigem Handeln denken wird.
Nicht falsch verstehen: Ich fänd das ebenfalls super, aber ich finde es auch wichtig, dass nachhaltiges Handeln (oder jedenfalls gute Schritte dorthin) und gutes Wirtschaften miteinander verträglich sind (und da ist die Produktqualität und -auffälligkeit bei Marktneuheiten nunmal nicht die erste Schraube, an der man gerne drehen wird).
Aber die Abenteuer werden ja in Schwarz / Weiß erscheinen. Also warum nicht auch gleich auf Recyclingpapier? Recyclingpapier ist meistens etwas grauer, als das helle Papier für den Farbdruck. Daher kam mein Wunsch.
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Es dreht sich da ja nicht nur um den Farbdruck. Recyclingpapier hat eine andere Textur und, wie du auch schon sagst, einen anderen Farbton, den viele Leute vermutlich mit minderwertig und gebraucht assoziieren - es ist eben keine tolle glänzende Neuware, sondern etwas, das schonmal verwendet wurde. Das lässt die gefühlte Wertigkeit eines Produktes sinken.
Ich bin da übrigens leidenschaftslos. Bei Abenteuern (die ja ohnehin eher nur wenige Male verwendet werden) hätte ich kein Problem mit Recycling-Papier, ich kann aber verstehen, wenn ein Verlag hier eher die "Oooooh, shiny!"-Ebene ansprechen will.
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Aber kann auch ein Alleinstellungsmerkmal sein, also ich achte beim Kaufen von Dingen auf sowas ;-). Queen Games hat da so ein Logo Grün Spielen und ihr Karton ist auch Altpapier.
Was ich richtig gut fand war übrigens die Papierqualität im Weltenbuch, die war griffig und nicht so dünn wie die neueste 19,95 Schwarte von den gepflügelten Pferde Verlag . Da ist es auch in Ordnung, das es so ist oder beim Regelwerk und man "hochwertiges" Paier usw. nimmt.
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Spannende Frage im Übrigen, inwiefern Tablets und Laptops wirklch ökologischer und nachhaltiger sind. Der Energieverbrauch und die vermutlich beinhalteten Konfliktmineralien sind auch nicht gerade frei vom Verdacht, nicht so eine weiße Weste zu haben, wie man zunächst annimmt.
Für Laptops ist das wohl so, dass eine einmalig gedruckte, ökologisch produzierte Papierversion sinnvoller sein kann. Bei Tablets sieht das Ganze anders aus und beruht natürlich bei beiden auch darauf, welchen Strom man nutzt etc. (Andere Fragen bzglw. Landenteignung für Regenwaldrodung, Konfliktmineralien in Elektrogeräten etc. mal außen vor.)
Interessante Zahlen und Gedankenanstöße:
http://blog.zhaw.ch/papierlosesstudium/e-medien-oder-papier-was-ist-oekologischer/
http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Thoreau/Papier/
Bei mehrfach gelesenen Nachschlagewerken wie Rollenspielbüchern gibt es natürlich dort nicht berücksichtigte Pluspunkte für die einmalige Umweltbelastung des Buches gegenüber der steten elektronischen. Aber als Anhaltspunkte fand ich das gerade recht spannend.
EDIT: Wobei ich nochmal betonen will, dass bei aller Komplexität, die man da aufmachen kann, es immer schon ein wahnsinnig großer und toller Schritt ist, wenn Verbraucher und Unternehmen überhaupt darüber nachdenken und erste (vielleicht nicht optimierte) Schritte einleiten. Man muss Dinge ja nicht perfekt machen, um sie besser zu machen.
Klar keine Frage. Wobei man dazu sagen muss, dass das zwei unterschiedliche Themen sind ;)
Ich selber würde immer ein echtes Buch aus Papier immer einer digitalen Version bevorzugen. Aber das Buch ist beständig und wird im Normalfall nicht weggeschmissen. Char- und Notizblätter aber durchaus. Und diese versuche ich zu umgehen.
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ich oute mich mal als jemand dem das egal ist.
Zum Thema Nachhaltigkeit bin ich der Ansicht das es besser ist einmalig ein nicht nachhaltiges Produkt zu kaufen und lange zu nutzen, als jedes Jahr ein neues Öko-was-auch-immer neu anzuschaffen. Freue mich ja schon auf die ersten Öko-smartfons und das Gezeter der konsumfreudigen Ökogutmenschen die immer das neuste Modell haben müssen. Und Rollenspielbücher habe ich noch nie weggeschmissen (und neugekauft).
Und zum Thema Papierrecycling habe ich noch einen ehemaligen Dozenten im Hinterkopf der meinte das die Energiekosten und Chemieeinsatz beim Recycling von Papier das Recyclingpapier nicht so gut dastehen lassen wie Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
(Finde gerade keinen Link, dafür einige die meine Aussage widersprechen. Weiß jemand mehr dazu?)
Bei vielen Rohstoffrecycling sei der Aufwand der Aufbereitung ökologisch nicht sinnvoll und würde hauptsächlich wegen des Müllproblems und Grenzen des Rohstoffvorkommens gemacht. Nicht unbedingt aus ökologischen Gründen. Und Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Zumindest solange gefällte Bäume wieder Nachgepflanzt werden. Und das wird in Europa nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit sondern auch der Selbsterhaltung wegen getan.
Problematisch sehe ich somit nur Papier (generell Holzprodukte) aus Urwaldrodung etc.
EDIT: Ich entschuldige mich für den oben verwendeten Begriff des Ökogutmenschen. Dieser war unglücklich gewählt und nicht gegen Menschen mit ökologischen und sozialem Bewusstsein gerichtet. Mir ging es viel mehr darum meinen Unmut über Menschen zu äußern welche leichtfertig mit dem Label "Öko" umgehen ohne dieses oder ihr eigenes Konsum- und Lebensgewohnheiten zu hinterfragen.
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Hallo,
es besteht hier ja der Einwand, dass Recyclingpapier ein bisschen grauer ist. Mein Bruder hat aber ein Heft aus Recyclingpaier, dass aussieht wie ganz normales anderes Papier 8). Liegt wahrscheinlich daran, dass das Papier noch nicht so häufig verwendet wurde, aber immernoch besser als neues Papier.
Gruß
IceFreez3r
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Dass Recyclingpapier öologisch schlechter sein könnte als Papier aus nachhaltiger (und regionaler) Forstwirtschaft halte ich nicht für ausgeschlossen. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt allerdings macht da eine recht definitive Aussage in die andere Richtung, wie ich gerade gegooglet habe (oder besser und korrekter: geecosiat *g).
http://www.bafu.admin.ch/abfall/01495/01498/01502/index.html?lang=de#sprungmarke0_3
Das weiße Recyclingpapier ist schlicht und ergreifend geweißtes Papier, also mit Farbstoffen versehen.
Im Übrigen:
Aber kann auch ein Alleinstellungsmerkmal sein, also ich achte beim Kaufen von Dingen auf sowas ;-). Queen Games hat da so ein Logo Grün Spielen und ihr Karton ist auch Altpapier.
Ich achte da auch drauf und für mich ist/wäre das ein absolut schlagendes Kaufargument. Als wirtschaftliche denkender Verlag wird man aber natürlich genau die Nachhaltigkeitsthemen bedienen, die profitabel oder jedenfalls wirtschaftlich mehr oder weniger neutral sind.
Allerdings wusste ich auch nicht, dass die Abenteuer schwarz-weiß werden. Dann finde ich das auch eine Überlegung wert.
Zum Thema Nachhaltigkeit bin ich der Ansicht das es besser ist einmalig ein nicht nachhaltiges Produkt zu kaufen und lange zu nutzen, als jedes Jahr ein neues Öko-was-auch-immer neu anzuschaffen. Freue mich ja schon auf die ersten Öko-smartfons und das Gezeter der konsumfreudigen Ökogutmenschen die immer das neuste Modell haben müssen. Und Rollenspielbücher habe ich noch nie weggeschmissen (und neugekauft).
Das ist, denke ich, ein viel vernachlässigtes, aber gutes Argument, auch wenn ich mich stolz als Ökogutmensch bekenne. ;)
Reines Effizienzdenken ohne zu sehen, dass gleichzeitige, kluge Suffizienz (ohne da gleich in Postwachstumsbereiche gehen zu müssen) viel sinnvoller sein kann, ist natürlich inkonsistent bzw. unterkomplex. Manchmal ist weniger kaufen und länger nutzen einfach nachhaltiger.