Autor Thema: [Fanmade]Gott der einsamen Gourmeten: Inogashira  (Gelesen 111 mal)

SeldomFound

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[Fanmade]Gott der einsamen Gourmeten: Inogashira
« am: 30 Jan 2018, 23:53:44 »
Zitat von: Inspiration
https://deatsat.wordpress.com/2012/11/03/kodoku-no-gurume-japanese-drama/

Die Geschichte eines einfachen Mannes

Inogashira ist weder ein besonders bekannter noch einflussreicher Gott. Und das will er auch nicht sein. Angeblich war er einst ein gewöhnlicher Mann, ein Händler aus Takasadu, der sein Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Porzellanware über die Seidenstraße verdiente. Doch wann immer er Zeit hatte, durchstreifte er die Städte, die er als Händler bereiste und hielt Ausschau nach einer kleinen, noch unbekannte Gaststätte, um sich satt zu essen. Alleine für sich lernte er die verschiedensten Gerichte Dragoreas und Takasadu kennen, erlebte manche Überraschung und manche Enttäuschungen. Doch immer blieb er Respekt voll und behielt seine Meinungen für sich. Nur selten konnte ihn etwas aus seiner Ruhe bringen, zum Beispiel, als er erleben musste, wie ein junger Mann zum Trinken gezwungen wurde oder der Koch seinen Gehilfen öffentlich demütigte. Denn für Inogashira war es wichtig, sein Essen in Ruhe und Freiheit genießen zu dürfen und wo er diese nicht fand, sagte er seine Meinung und ging. Wer versuchte mit ihm einen Streit anzufangen, soll häufig festgestellt haben, dass dieser einfache Händler sich unbewaffnet zu wehren wusste. So verbrachte Inogashira sein Leben als Sterblicher still und friedlich.

Bis zu dem Tag, wo er die Sphäre der Sterblichen verließ und zu einem Gott aufstieg. Was war der Anlass dafür? Hatte er die Gunst einer Göttin gewonnen? Besiegte er einen Gott im Zweikampf? Hatte er aus Versehen eine Speise der Götter zu sich genommen? Erreichte er in seiner stetigen Mediationen über die verschiedene Gerichte Erleuchtung?


Der Kult des Inogashiras

Auch die wenige Anhänger Inogashiras sind sich nicht einig, doch aus dem wenigen Bekanntem von ihm, was meistens auf Anekdoten der verschiedenen Dorfschänken und Tavernen basierte, in denen er einkehrte, entwickelte sich bei einigen Reisen eine stille Bewunderung für diesen Mann. Die ersten Priester des Inogashiras erhielten ihre Initation einige Jahre später, meist jeder für sich und völlig unerwartet während einer guten Mahlzeit.

Inzwischen hat sich unter den kleinen Kulten, meist kaum mehr als 10 oder 20 Leute von bürgerlichen Stand, gewisse Rituale entwickelt, über die neue Priester oder Anhänger eingeführt werden. Jedoch herrscht in diesen Kulten relativ wenig Verpflichtungen außer vielleicht ein relativ kleiner jährlicher Beitrag zu der Finanzierung von kleinen Treffen oder Spenden an die Bedürftigen. Die meiste dieser Kulte findet man in Dragorea oder in Takasadu, doch es gibt auch einen etwas bekannteren Kult in Siprangu und natürlich auch Repräsentanten des Glaubens in Ioria. In der Stadt des Kristallorakels ist der Gott auch seit einem Orakelspruch von 901 offiziell anerkannt. Dieser Orakelspruch brachte auch eines der wenigen Artefakte des Glaubens ans Licht: Eine alte Reisetasche von Inogashira aus seiner Zeit als Händler, die angeblich den Besitzer erlaubt, auch Läden zu besuchen, die es gar nicht mehr gibt.

Gebote und Verbote

Eine der höchsten Güter für einen Anhänger Inogashiras ist Freiheit. Darunter wird aber keine absolute, bedingungslose Freiheit verstanden, denn Inogashira versteht, dass man als Sterblicher seinen Aufgaben auf Erden hat, die man erfüllen muss. Viel mehr geht es um kleine, poetische Freiheiten, wie zum Beispiel, dass man sich aussuchen kann, wo man am Abend zu Essen geht oder was man sich zum Trinken bestellt. Dafür allerdings soll man sich in diesen kleinen Momenten der Freiheit völlig austoben! Die Anhänger des Inogashiras sind für ihren Appetit in manchen Gasthäusern gefürchtet.
 
Nicht überraschend, sind viele Anhänger des Inogashiras, wie er einst selbst, Händler oder üben andere Berufe aus, bei denen sie immer auf Reisen sind. Manche Anhänger bevorzugen es aber tatsächlich, in der Wildnis als Eremiten frei und ungebunden zu leben. Doch auch von diesen sind nur wenige jemals als Freiheitskämpfer oder Sklavenbefreier aufgefallen, vielleicht weil das sich mit ihrer anderen Tugend widerspräche: Ruhe.

Ruhe bedeutet im Glauben des Inogashiras, dass man sich für sich selbst nach einem harten Arbeitstag Zeit nimmt, sich selbst etwas Gutes tut. Und auch wenn es keine Pflicht ist, so sieht es der Gott gerne, wenn seine Anhänger auch anderen Sterblichen dabei helfen, eine solche Ruhe zu finden. Dabei muss der Anhänger aber sich nicht verbiegen, doch wo er helfen kann, wäre es schön, wenn er auch hilft.

Die dritte und vierte Tugend ist schließlich Genuss und Dankbarkeit. Ein Gläubiger soll das angebotene Essen immer möglichst nach der Ettiquette der jeweiligen Kultur verzehren und immer zumindest das Mindestmass an Höflichkeit dabei zeigen. Besonders wenn es ihm schmeckt, soll er dies durch eine großzügige Entlohnung oder vielleicht einem kleinen Gefallen zeigen.

Verbote gibt es in dem Kult nur wenige, doch eines findet man häufig: Kein Alkohol! Denn Inogashira selbst mochte diese Genussmittel überhaupt nicht. Auch ansonsten gehen viele Priester davon aus, dass man niemanden dazu zwingen darf, etwas zu essen, was er nicht mag. In diesem Punkt kann auch der friedlichste Anhänger des Gourmet-Gottes ungemütlich werden.


Die "Gourmetpilger" und die "Gourmetvagabunden"

Von wichtigen Strömungen kann man in diesem sehr individualistischen Kult kaum sprechen, doch es gibt zwei Tendenzen: Die Mehrzahl der Inogashira-Priester und Anhänger sind Reisende von Vermögen und Stand, die von Stadt zur Stadt reisen, allerdings nicht um zu predigen oder zu missionieren, was gegen die Gebote von Freiheit und Ruhe verstößen würde. Die Pflicht eines Priesters dieser "Gourmetpilger" besteht in erster Linie darin, einzelne Anhänger zu beraten oder vielleicht neue und interessante Gaststätten zu finden. Dabei hängen sie ihren Glauben nicht an die große Glocke oder tragen offensichtliche Kultsymbole, weswegen sie in manchen Gegenden eher mit Misstrauen betrachtet werden. Viele Kulte haben in der Tat Geheimnisse: Zum Beispiel eine eigene Karte von Lorakis, auf denen sie alle ihn bekannte Gaststätte verzeichnen, oder eine Reihe von Geheimzeichen, mit denen sie sich gegenseitig zum Beispiel vor schlechten Service oder gefährlichen Stammkunden warnen.

Die "Gourmetvagabunden" hingegen bevorzugen ein Leben in der freien Natur. Sie leben zwar bescheidener als die "zivilisierten Anhänger", sind aber dafür recht selbstständig und in der Regel sogar zugänglicher. Denn wo der "Gourmetpilger" eher oberflächlich höflich bleibt, ist der "Gourmetvagabund" viel offener gegenüber seinen Gefühlen und begrüßt eine Gemeinschaft, mit der man selbst erlegte Tiere und gesammelte Früchte zusammen verzehren kann. Dabei sind "Gourmetvagabunden" aber keinesfalls sehr aggressiv bei ihrer Jagd nach neuen Zutaten. Sie sehen eine Mahlzeit als ein Ritual an, bei dem man sich mit dem Land, von dem man sich ernährt, verbindet. Daher ist es für einen "Gourmetvagabunden" wichtig, dass er sich nicht mehr nimmt, als was das Land ihm gibt, wobei entsprechende Ansichten durchaus variieren.

Anhänger von Inogashira im Spiel

Als Abenteurer eignen sich vor allen Dingen die "Gourmetvagabunden", die sich gerne eine Reisegruppe anschließen, um neue Länder und damit neue Zutaten kennenzulernen. Außerdem genießen sie es, sich am Abend im Lagerfeuer mit ihren Gefährten zusammenzusetzen und den Lohn eines harten Tages auszukosten. Als besondere Fähigkeiten bringen sie meistens gute Kenntnisse zum Überleben in der Wildnis, Naturkunde sowie auch Jagdkunst mit und können auch mit den entsprechenden Jagdwaffen wie Bogen oder Speere gut umgehen.

"Gourmetpilger" hingegen schließen sich Abenteurergruppen eher kurzfristig an. Sie bevorzugen bei diesen Gruppe die größere Freiheit gegenüber offiziellen Handelskaravanen, doch auch wenn er gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern immer freundlich und höflich bleibt, ein "Gourmetpilger" hat an sich kaum Interesse an Abenteuer und bleibt auch beim Abendessen eher für sich. Trotzdem mag auch der abenteuerscheuste "Gourmetpilger" sich von Zeit zu Zeit besonderen Herausforderungen stellen, zum Beispiel, weil er noch ein Gefallen schuldet oder weil ein Ort der Ruhe und Frieden gestört wird. Ihre Stärke liegt dabei eher in ihrem ausführlichen Wissen über das Leben in Städte, gute bis hervorragende Kontakte, ein charmantes Auftreten und sensibles Einfühlungsvermögen. Als Waffen benutzen sie die angemessenen Waffen ihres Standes, meist Klingenwaffen oder aber ausgefeilte Selbstverteidigungstechniken.


« Letzte Änderung: 31 Jan 2018, 00:00:43 von SeldomFound »
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