Autor Thema: FSK / Altersfreigabe  (Gelesen 484 mal)

Armove

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 39
    • Profil anzeigen
FSK / Altersfreigabe
« am: 09 Okt 2017, 21:51:32 »
Mich interessiert welche Erfahrungen ihr mit Kindern / Teenies gemacht habt. Ab welchem Alter ca. sind sie in der Lage Rollenspiele zu spielen (Gedult und Regelverständnis)? Ab welchem Alter sollten sie erst mitspielen (Gewalt, Mord und Totschlag, Intriegen, ...)?

Xandila

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 442
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #1 am: 09 Okt 2017, 22:15:15 »
Ist aber ja auch immer die Frage, wieviel an der Person liegt und wieviel am Alter.
Kinder beim Rollenspiel kenne ich noch nicht so viele, und einen von denen brauch ich nie wieder an meinem Spieltisch. Zwei Chancen hatte er, einmal hab ich ihn erlebt, als ich Spieler war, einmal als Meister, und das reichte mir (Ungeduld, Regelverständnis, Aufmerksamkeitsbedürfnis, dumme Aktionen, ...) Alter ist ne gute Frage, ca 10 Jahre vielleicht?
Daß Kinder aber auch ganz anders sein können, hab ich beim Brettspielen schon ab und zu erlebt, da gab es mehrere, mit denen ich mir Rollenspiel durchaus vorstellen könnte.

Was die FSK angeht: Wenn ich mir anschaue, was bei Actionkinderserien los ist und mit welcher Begeisterung teils Monsterkämpfe ausgefochten werden (egal ob Actionfiguren, Legofiguren oder Videospiele), dann sind Kämpfe im Rollenspiel nicht unbedingt heftiger. Ich würde aber die Gewaltbeschreibungen auf jeden Fall nur rudimentär anreißen, Fieslinge auch nicht über Opfer- oder Folterszenen charakterisieren und vermutlich relativ schwarz-weiß bei der Weltsicht bleiben (Gut und Böse deutlich unterscheidbar und die Spieler sind die Guten)

SeldomFound

  • Beta-Tester
  • Hero Member
  • ***
  • Beiträge: 8.091
  • Wohin auch die Reise geht, ich bin da
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #2 am: 09 Okt 2017, 22:37:08 »
Man kann mit einem Kind RPGs spielen, sobald sie von selbst mit dem Rollenspielen anfangen. Wenn dein Sohn oder deiner Tochter anfangen, im Garten in die Rolle ihrer Lieblingsfiguren schlüpfen, kann man die ersten Schritte versuchen. Hier sind einige Geschichten über das Spiel mit jungen Kindern:

https://www.wired.com/2012/11/intro-rpg-for-kids/

https://www.wired.com/2013/01/hero-kids/


Was der Thematik angeht, funktioniert es, wie es bei allen Gruppen funktionieren sollte: Man achtet darauf, für was sich die Spieler interessieren. Wenn dein Kind kein Interesse an Gewalt hat, lässt du Gewalt weg, wenn es sich gerne Geistergeschichten vorlesen lässt,dann kann es auch ein bisschen unheimlich werden. In der Regel sagen Kinder schon sehr deutlich, was sie interessiert und was nicht.
Patience is a virtue, possess it if you can
Seldom found in woman
Never found in man

Albenkind

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 865
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #3 am: 12 Okt 2017, 14:08:02 »
ich habe schon sehr gute Erfahrung mit Kinder und Splittermond gemacht, auf der Kekscon bei Hannover, waren dort mit ihrem Vater und haben beide gut mitgespielt, ich würde sie um die 9-12 Jahre Schätzen.
ich finde solange Kinder ankommen und damit anfangen ist es ok.

JohnLackland

  • Beta-Tester
  • Hero Member
  • ***
  • Beiträge: 2.569
  • Nicht Beißen!
    • Profil anzeigen
    • Oh Kultes
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #4 am: 12 Okt 2017, 15:23:25 »
Ich kenne in meinen Freundeskreis mehre Eltern die mit ihren Kindern Rollenspiel spielen, ab 7 bis 9 kann man ruhig starten. Beim Liverollenspiel gibt es Kindercons die schon ab 5 Jahre Anfangen (Waldritter kann ich nur empfehlen, weil sie  Pädagogik mit einbinden und sie sehr geniale Nordic LARPS machen (die gar nicht für Kinder sind)), bei Fantasy Cons die ich mal organisiert habe, durften die Kinder mit sobald die Eltern es für richtig hielten und wir als Orga sagten, geht in Ordnung (nicht jeder Plot und Setting ist für Kinder geeignet). Die Eltern / Onkel / Tanten müssen nur damit rechnen das die Kinder erzählen das sie Orks getötet haben oder das Papa sich geschlagen hat in der Schule und die Lehrer nachfragen könnten.
« Letzte Änderung: 12 Okt 2017, 17:09:00 von JohnLackland »
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

Xandila

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 442
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #5 am: 12 Okt 2017, 16:26:11 »
Daß Kinder dann Sachen erzählen, die seltsam auf Außenstehende klingen, dazu braucht es aber kein Larp oder Pen'n'Paper, da reicht auch der neue Rapunzelfilm :D (in einem Blog gelesen, daß der Junge bei einer der Kinderuntersuchungen beim Arzt die Frage, was man mit einer Pfanne macht, mit "schlagen!" beantwortet hat ;) )

Beim Larp hab ich auch schon kleinere Kinder erlebt, von Säugling an bis Teenager, und das hat bisher gut funktioniert.

Cherubael

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2.840
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #6 am: 12 Okt 2017, 19:54:54 »
Vielleicht nicht repräsentativ, aber hier spielt ein Vater mit seiner Fünfjährigen DnD extra light:
http://cavalorn.livejournal.com/587342.html
"Ich wusste, dass sie wussten, dass ich es wusste.
...
Deswegen ist Ihr Stuhl mit dem Stromnetz verbunden." - Edward Nygma

Nevym

  • Beta-Tester
  • Hero Member
  • ***
  • Beiträge: 895
  • I have a dream ...
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #7 am: 13 Okt 2017, 16:00:12 »
Mein Sohn war unter 10, schätze so etwa acht, als er bei unserer damaligen Mega-Kampagne (der Sphärenschänder...) als mein "Knappe" einstieg, naja war ein Konstrukt.
Unser SL hatte damals ein paar Kunstgriffe gemacht um nicht zuviel "pöses" dem kindlichen Verstand zuzumuten, was ich aus heutiger Sicht fast schon unnötig finde, betrachtet man die Realität (Siehe Tatort vom Sonntag? und die abartigen Diskussionen dazu).
Als er dann ca. 10 war habe ich eine eigene Spielgruppe für ihn aufgezogen, mit mir als SL, wobei er der jüngste und der älteste damals Ende 13 war. Das hat alles super funktioniert, auch mit einem komplexen Regelwerk - Kinder und Jugendliche sind da "feindfrei" und sehr gelassen, man muß sie nur begeistern und motivieren.
Das ist auch das Thema, mit welchen Abenteuern und Geschchten das (gut) funktioniert. Kinder brauchen positive Geschichten, bei denen sie das Gefühl habe etwas bewirken zu können. Gelingt das, und sie sind bei Dir als Geschichtenerzähler, dann ist es nahezu schon egal.
Vielleicht sollte man eine gewissen Affinität zum Spielen und zur Phantasie noch voraussetzen - Jemand, der mit nicht realem, nichts anzufangen weis ist sicher nicht gerade geeignet und sollte bei (streng reglemenierten) Brettspielen bleiben.
Ich bin der Sand im Getriebe - ich kommentiere - ich kritisiere - ich phantasiere
The only real prison is fear, and the only real freedom is freedom from fear. (Aung San Suu Kyi)

Padi

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 6
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #8 am: 18 Okt 2017, 22:16:43 »
Ich weiß eben, dass viele Verlage "ab 14" machen, damit keine Prüfung stattfinden muss. Generell halte ich ein Mindestalter nicht wirklich nötig, kommt auf das Kind an. Ich hab 8 jährige gehabt die System blitzschnell verinnerlicht hatten, ebenso 18 jährige mit nem IQ von 1 Meter Feldweg.

Persönlich finde ich "je älter desto besser" gut. Den meisten Spaß hatte ich in einer Runde mit ein einer Hand voll Leute +/- 60 (die hatten aber noch von früher Rollenspielerfahrung). 

Andarin

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 128
    • Profil anzeigen
Re: FSK / Altersfreigabe
« Antwort #9 am: 20 Okt 2017, 14:23:20 »
Ich finde dass das sehr stark vom Setting, von der Kampagne und der "FSK-Einstellung" der Runde abhängt.

Man kann relativ harmlose Abenteuer spielen oder welche, die brutale Szenen oder Szenen enthalten, die ein Kind traumatisieren können. Das muss nur eine Mutter sein, die ihr Kind zurücklässt, so etwas rüttelt bei vielen Kindern an den Grundfesten ihres Weltbilds. Ein anderer Punkt ist die Moral: Solange nur böse Monster gehauen werden ist das "Töten" harmloser als wenn es um menschliche Räuber geht, die nur überleben wollen oder sich gar ergeben haben. Oder wenn der Priester der Gruppe einen vermeintlichen Kultisten richtet, der sich danach als unschuldiges Bauernopfer herausstellt.

Dann gibt es natürlich noch das Thema Sexualität. Bei DSA stehen in vielen Abenteuern bereits bei den NSC-Beschreibungen Sätze wie "ist einem Techtelmechtel mit einem Spielercharakter nicht abgeneigt". So etwas kann man ausklammern oder eben nicht. Auch ohne dass man am Tisch ins Detail geht kann es Kinder und auch junge Jugendliche irritieren, wenn Mamas Heldin oder Papas Held mit "Fremden" ins Bett gehen will. Oder mit dem Charakter eines Mitspielers. Das ist natürlich alles Geschmackssache, aber falls es in der heimischen Runde auch diesen Aspekt des Heldenlebens mal andeutungsweise gibt sollte man darüber nachdenken, wie das auf Kinder wirkt.

Horrorszenarien wie aus "Call of Cthulhu" würde ich mit Kindern und Jugendlichen definitiv nicht spielen. Wenn ich nur an "Der Sänger von Dhol" denke...  :-\

Letztendlich wissen Eltern meist am besten, was sie ihrem eigenen Kind zutrauen und was nicht. Sie können auch die Reaktionen am Tisch am besten lesen und notfalls gegensteuern.
Küchenpsychologe