Autor Thema: Der Krieger kämpft, der Händler kauft ein - Darf man Spezialisierungen zulassen?  (Gelesen 1643 mal)

Xandila

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Heutzutage gelten die Schwächen eines Vampirs als Allgemeinwissen, aber dem ist nicht so gewesen.

Doch, dem ist eben sehr wohl so gewesen. Was denkst du denn, wo Bram Stoker seine Ideen hatte?
Aus seit Jahrhunderten verbreitetem Sagen/Legenden-Wissen über Ympire, Nachtschmatzer und dergleichen.
Bram Stoker schrieb Dracula 1897. Wann es spielt, ist mir nicht ganz klar. Aber das ist zu einer Zeit geschrieben worden, als schon ca 150 Jahre lang im Westen Vampirgeschichten diskutiert und wissenschaftlich untersucht wurden und von jemandem, der gebildet war.
Der bekannteste "tatsächliche" Vampirfall, der sie für die Wissenschaft interessant machte, war 1732. Und da gab es in den umgebenden Dörfern schon manche Geschichten und Gerüchte über irgendwie widergehende Tote, aber was genau so ein Toter anstellt und wie man ihn beseitigt, darüber gab es sehr unterschiedliche Aussagen und Ideen. Da die meisten Dörfler nicht lesen konnten und im Westen Vampire eben erst durch diese Vorfall in Medvedga bekannt wurden (und das eifrige Diskussionen über das Wesen dieser Widergänger auslöste), darf weder als gesichert gelten, daß das Wissen über Vampire zu der Hochzeit ihrer Meldungen allgemein bekannt, oder überall auch gleiche Erkennungszeichen und Gegenmittel bekannt waren.
Geschichten über ruhelose Tote, klar, da kannte jedes Dorf irgendwelche. Es gab auch reisende Spezialisten, die sich solchen Fällen annahmen (und fleißig weiter den Aberglauben schürten und gleichzeitig ihre Methoden geheim hielten oder mystifizierten, damit sie weiterhin Arbeit hatten). Aber eindeutig bekanntes Allgemeinwissen, wie es mitterweile durch die Medien verbreitet ist? Ziemlich sicher nicht. Und ähnlich würde ich das für Splittermond auch sehen.
Je nach Gegend gibt es sehr unterschiedliche Dinge, die in der Gegend Allgemeinwissen sind, manches davon sind auch Gerüchte und Mythen, die leider falsch sind, aber da wir in Lorakis auch langsame Kommunikation und viele Analphabeten haben, wird solches "Allgemeinwissen" weder tatsächlich überall verbreitet noch überall gleich sein (zumindest in meinem Lorakis)
Btw, das, was als "klassische Vampirversatzstücke" heutzutage bekannt ist, hat teils nur wenig mit dem zu tun, wie der dörfliche Vampiraberglaube tatsächlich damals war bzw traf vielleicht auf manche Wiedergänger zu, auf andere aber gar nicht ;)


Ein Spieler kann auch in Form der Spezialisierung auf seine Probe verzichten, wenn zum Beispiel der Klassiker kommt: Würfelt alle mal auf Wahrnehmung, weil er vielleicht mit den Gedanken ganz woanders ist oder es schlicht nicht zum Charakter passt und sein Spiel - das er da gleich den Hinterhalt sieht. Aber dieses Form von freiwilliger Beschränkung und Spezialisierung geht weg von Gewinnen wollen sondern ehr Spielen um zu Stolpern und anderen ihren Raum zu lassen und ihre Hot Spots.
Finde ich einen wichtigen und guten Punkt, und mache ich bei meiner Wissenspriesterin zB auch bewußt so. Erstreckt sich bei mir auch bis hin zum Steigern: Bis sie mal etwas körperliches gesteigert bekommt oder auch Wahrnehmung, muß sie damit deutlich öfter zu tun gehabt haben als andere Chars von mir, weil sie Theoretikerin und Tolpatsch ist. Stattdessen weiß sie aber sehr viel und lernt auch dort schnell. Wobei ich aber zB ihre Punkte in Handwerk und Edelhandwerk eher als theoretisches Wissen in den Bereichen ansehe, und bei der praktischen Ausführung aufgrund der Tolpatsch-Schwäche auch schonmal ihr von mir aus negative Umstände verpasse.

JohnLackland

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zu den Vampiren.... die einzige Wahrheit dazu steht in den Dresden Files... der schwarze, rote und weiße Hof... und Bram Stroker hat nur den schwarzen Hof beschrieben^^ Wollte da auch nochmal reintrollen.... macht doch nen extra Vampir Thread auf°°
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

Wandler

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Weg von Vampiren  :D
Die Weisheit ist nicht gerade neu: Wenn man alle gleich behandelt handelt man nicht gerecht.
Bedürfnisse sind unterschiedlich - und das gilt auch für Rollenspieler.
Es wurden viele Mechanismen aufgezeigt wie Charakterentwicklung an "Ingame" Elemente geknüpft werden können: Charakter an sich, Erfahrungen die der Charakter gemacht hat, Zielsetzungen des Charakters.
All das ist in meinen Augen überhaupt nicht falsch: Viele dieser Mechanismen greifen auch bei meinen Charakteren.
Aber ...
Rollenspiel - auch im Kampf - ist ein gutes Stück von der Realität entfernt. Wir wollen kein Aktion - Reaktion - einer stirbt, der andere überlebt vielleicht wie es in manchen Kampfkünsten und mit manchen Waffen (in manchen Epochen) der Fall wäre.
Wir wollen Spaß - und haben deshalb auch "Hollywood" mit spannenden, hin und her wogenden Kämpfen mit eingebaut.

Damit schließt sich für mich der Kreis: Was Spaß macht ist in Ordnung.
Als Spielleiter und Spieler wird es dann lustig wenn man sich - ganz gleich welches Gebiet, ob Intrigue, Wildnis, Bogenbau, Feilscherei oder Kampf - ein Duell liefern kann bei dem beide mit Spielspaß Schläge abtauschen die sich nachher toll anfühlen.
Mit Spezialisierung oder ohne.

SeldomFound

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zu den Vampiren.... die einzige Wahrheit dazu steht in den Dresden Files... der schwarze, rote und weiße Hof... und Bram Stroker hat nur den schwarzen Hof beschrieben^^ Wollte da auch nochmal reintrollen.... macht doch nen extra Vampir Thread auf°°

Den gibt es schon seit 2014: http://forum.splittermond.de/index.php?topic=1909.msg34166#msg34166

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Nevym

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nette anekdote, die genausowenig mit dem threadtitel zu tun hat wie die vorherigen posts:

conrunde aber ohne zeitdruck, anderes setting (erde, europa im 17ten jahrhundert+ein bischen fantasy) anderes system (Honour&Intrigue iirc):

allen am spieltisch ist klar: hier treibt ein vampir sein unwesen! aber was bedeutet das aus charsicht? nungut, also würfeln tatsächlich alle mal auf mythen&legenden (oder wie auch immer das in jenem system hieß) mit peinlichen ergebnissen. resultat: alle inklusive des zuerst verdutzten sls hatten ne menge spaß in der dreiviertelstunde zusatzplot "wie beschaffen wir uns im hinterletzten bauerndorf silberkugeln?"

EDIT: zeitalter ergänzt
Jo! Das kenn ich auch gut!
Wir haben zuletzt den SL zur Verzweiflung getrieben als wir im SteamPunk-Setting von "Space 1889" einfach die Aufzüge in diesem Mega-Moderen Gebäude (InCharacter) nicht akzeptieren wollten und die ganze Gruppe lieber die 3000m des Gebäudes zu Fuß über die Treppen hochgeklettert ist - nebenbei permanent über die Erbauer des Gebäudes geflucht hat und ihnen allen möglichen Schwachsinn unterstellt hat - Warum habe die Deppen nicht einen einzigen Paternoster eingebaut! - sowas von Schwachsinnig eine Megahohes Gebäude zu bauen statt die weite der ungenutzten Landschaft zu bebauen! - das kann nur irgendeine primitive Kultur gewesen sein (Pyramiden, Turmbau zu Babel u.ä. als Analogie) ...
Natürlich hatten unsere Charaktere auch jede Menge an Erklärungen für die Phänomene in dieser Stadt...
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im prinzip auch schön, aber was hattet ihr gegen aufzüge? gibts laut https://de.wikipedia.org/wiki/Aufzugsanlage#Geschichte seit 1766 - also schon deutlich länger als ätherschrauben.
Nicht ich ignoriere Plots.
Viele Spielleiter wollen Plots erzwingen, die meinen Charakter ignorieren!

Nevym

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im prinzip auch schön, aber was hattet ihr gegen aufzüge? gibts laut https://de.wikipedia.org/wiki/Aufzugsanlage#Geschichte seit 1766 - also schon deutlich länger als ätherschrauben.
Wikipedia bietet hier eine nette, recht wissenschaftliche, umfassende Erklärung und Beschreibung.
Gleichzeitig unterstützt es vollständig die Argumentation unserer Charaktere. Für Leute von denen grad einer einen Paternoster kennt, werden in einer Anlage ähnlich wie HIER mit einer Tür, die in eine Kammer führt wenig anfangen können. Unsere Charaktere waren schlichtweg inGame völlig überfordert mit dem Erkennen einer technischen Einrichtung.
Irgendwie hielten wir die Kammern, die es auf jedme Stockwerk gab für was religiöses, rituelles oder spezielle Ruheräume.
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