Autor Thema: Hochstufige Charaktere auf Con-Runden - Braucht man einheitliche Richtlinien?  (Gelesen 1503 mal)

Mr.Renfield

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achja: vorgefertigte chars muß auch nicht zwangsläufig heißen, das alles bis aufs letzte detail festgeschrieben und unveränderlich ist. wenn ich auf nem con ein datenblatt "vorgesetzt" bekomme, ists eigentlich fast immer so, daß ich mir ein bischen gedanken über den charakter und wie ich ihn gerne spielen würde mache, und dann entweder wenn eh noch ein paar punkte frei sind diese ausgebe oder auch mal die eine oder andere fertigkeit/spezialisierung oder auch nur herkunft oder geschlecht des chars abändere, natürlich in rs mit der sl. in den seltenen fällen, in denen die antwort "nein, weil!" lautete, wurde mir dann auch im laufe des spiels klar, warum. manchmal sind "hobby"fertigkeiten wie klavierspielen, modellbahnbau oder geschichte des sowjetischen autorenfilms halt wirklich nur zeichen dafür, daß der sl noch punkte übrig hatte, manchmal auch nicht  8)
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Jeong Jeong

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Eigentlich hängen diese Fragen auch miteinander zusammen. Ohne eine freie Charaktererschaffung wäre die Fragestellung in diesem Thread überflüssig.

Es geht doch um hochstufige Charaktere, oder? Wie TT schon sagte, gleichen sich Charaktere der unterschiedlichen Charaktererschaffungsarten im Laufe von HG 1 durch die Caps meistens recht gut an. Spätestens am Ende von HG 2 kann man meiner Erfahrung nach nicht mehr groß Unterscheiden, wer wie generiert wurde.


Ich persönlich bin aber auch kein Fan der Paket-Erschaffung und zwar vor allem aus folgenden zwei Gründen:

1. In meinen Augen schränkt sie einen zu sehr in den möglichen Konzepten ein. Es gibt im GRW glaube ich gerade einmal 17 Abstammungen und 16 Ausbildungen und selbst mit allen Erweiterungsbänden wird das nicht so viel mehr. Splittermond legt diese Abstammungen und Ausbildungen alle sehr offen an, aber sie können trotzdem einfach nicht alle denkbaren Konzepte abdecken, wie man im Charaktererschaffungs-Bereich dieses Forums auch immer wieder sieht.

2. Die Paketerschaffung belohnt meiner Einschätzung nach langweilige Konzepte und bestraft kreative Konzepte. Ein Krieger mit Kultur Zwingard, Abstammung Kriegsvolk und Ausbildung Kämpfer ist genauso gut auf den Kampf optimiert, wie jeder mit der freien Charaktererschaffung erstellte Krieger. Es sind nur die kreativen Konzepte, die unter der Paketerschaffung leiden. Beispielsweise wird ein Charakter mit Kultur Mertalia und Abstammung Magistrale der sich zur Natur hingezogen fühlt und eine Ausbildung als Waldläufer hat, mit der Paketerschaffung zu Spielstart erst einmal kein guter Wildnischarakter sein. Dafür ist der Hintergrund zu durchmischt, während ein Paketcharakter mit Kultur Dämmeralben, Abstammung Reisende und Ausbildung Waldläufer wiederum als Wildnischarakter genauso gut ist, wie einer der mit der freien Charaktererschaffung erstellt wurde.

Kurz gesagt: man kann mit der Paketerschaffung in meinen Augen genauso gut optimieren wie mit der freien Erschaffung, nur werden dann die Charakterkonzepte halt langweiliger. Ich persönlich benutze deswegen fast immer nur die freie Charakterschaffung, weil ich Charaktere mit kreativem Hintergrund spielen will, die in ihren Spezialgebieten trotzdem gut sein sollen.

Nevym

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[...]
Prinzipiell ist es, denke ich, immer dann am schönsten, wenn die Gruppe zusammen was erreichen kann. In Kämpfen wird das meistens zwingend notwendig. Deshalb lernen viele Charaktere auch "irgendwie ein Bisschen Kampf". In sozialen Aspekten erlebe ich dagegen öfter, dass Gruppen aus Sozialnieten bestehen, die einen oder vielleicht mit Glück zwei Leute dabei haben, die das doch können. [...]
Jetzt stell Dir das mal umgekehrt vor - Eine Truppe von Kampfnieten!
Ich glaub ich würde "davonlaufen" und nur noch hysterisch schreien ....
Das ist halt auch die andere Seite  :o :o :o

Oder noch anders, ist eines meiner Lieblingsbeispiele:
Zitat
Bsp1:
Warum sollten die Gegner ausschließlich auf den Kampfstärksten Char einer Heldegruppe fokusieren?
Wäre es nicht taktisch geschickter erst die Kampfunterstützer auszuschalten um sich dann dem Panzer der Gruppe gemeinsam zu widmen?

Bsp2:
Auf einer beliebigen Straße wird eine beliebige Heldengruppe, bzgl. Zusammenstellung, Fähigkeiten und örtlicher Position von einer ebenso beliebigen Schurkengruppe in Anzahl, Fähigkeiten,Absichten etc. angegriffen.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß ausgerechnet der Heldenkämpfer den besten Schurkenkämpfer abbekommt, bzw. wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß die anderen Helden "nur" einen Gegener bekommen, der ihren Fähigkeiten entspricht?
Ich würde sagen, so klein, daß ich es nicht berechnen oder auch nur abschätzen kann...
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Mr.Renfield

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Jetzt stell Dir das mal umgekehrt vor - Eine Truppe von Kampfnieten!

kann unheimlich spaß machen, sofern ein szenario bespielt wird, in dem kampf keine oder eine nur sehr untergeordnete rolle spielt. deswegen ja auch mein plädoyer für zum abenteuer passende vorgefertigte chars. was natürlich auch ehrlich kommuniziert werden soll. wenn ich mich auf nem con bewußt in system X eintrage, weil ich gehört habe, das hätte ein unglaublich innovatives kampfsystem, daß ich mal ausprobieren will, und dann gibts keinen kampf, wäre ich genauso angepißt, wie wenn (leider deutlich häufiger zu erleben auf cons) auf dem rundenaushang irgendwas von sandboxigem intensivem politischem intrigenspiel steht und 90% der zeit dann doch nur der dungeon durchgekloppt wird.
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Welf

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@ Spezialisierung von Rollen

Das hat mit diesem Thema eigentlich nichts zu tun, ich schlage vor, ihr könnt hier weiter diskutieren:
Ich sah das Thema hier jetzt nicht so wirklich als Off-Topic an, weil die Spezialisierungen der Charaktere (erst Recht, wenn es sich um hochstufige Charaktere handelt) ja quasi eine Ursache sein könnten, warum man für Con-Runden einheitliche Richtlinien braucht. In nem eigenen Thema ist es aber sicher auch nicht fehl am Platz :)

Die Paketerschaffung belohnt meiner Einschätzung nach langweilige Konzepte und bestraft kreative Konzepte. Ein Krieger mit Kultur Zwingard, Abstammung Kriegsvolk und Ausbildung Kämpfer ist genauso gut auf den Kampf optimiert, wie jeder mit der freien Charaktererschaffung erstellte Krieger.
Ich würde das ja nicht langweilig nennen. Schließlich kann man aus der Kombination jetzt schon ne ganze Menge raus ziehen, sodass man mit exakt dieser Wahl noch immer eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere spielen kann. Alleine die Wahl von Meisterschaften und Co gibt einem da ja viele Grundlagen. Mehrere Charaktere sehen dann natürlich auf dem Papier ähnlich aus, haben aber doch noch ihre wichtigen Eigenheiten. Und dann kommt natürlich noch der rollenspielerische Aspekt dazu und dann könnte man sicher auch mit ner Gruppe, die nur aus Zwingarder Kriegsvolk Kämpfern besteht, ziemlich interessante Dinge erleben, ohne dass es langweilig wird :)

Man kriegt halt nur nicht so toll passende Werte mit passenden Paketen hin.


Wenn ich ne Con-Runde leiten würde, egal ob nun für hochstufige oder frische Charaktere, dann würde ich direkt kurz und knapp angeben, in welche Richtung es gehen sollte und was für meine Runde und für mich als individuellen Spielleiter relevant wäre. Vier, fünf Stichworte und fertig ist die Sache. Dann wissen die Leute, in welche Richtung es etwa gehen soll und werden nicht komplett überrumpelt. Im Idealfall hält man eine gewisse Zahl schöner vorgefertigter Charaktere bereit, die auf jeden Fall ins Setting passen und es sollte auf jeden Fall laufen. Die kann man dann im Notfall noch anbieten.

Jeong Jeong

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Ich würde das ja nicht langweilig nennen. Schließlich kann man aus der Kombination jetzt schon ne ganze Menge raus ziehen, sodass man mit exakt dieser Wahl noch immer eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere spielen kann.

"Langweilig" ist vielleicht wirklich etwas stark negativ geprägt. Vielleicht wäre es besser von Charakteren mit typischem bzw. untypischem Hintergrund zu sprechen.

Xandila

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und nein, natürlich spricht auch nichts dagegen, auf nem con eigene chars zu spielen, nur sollten die dann halt mit der sl besprochen werden und gerade die "mein sl hat mir außerdem noch nen fliegendes pferd geschenkt; außerdem hab ich nen schwert, daß alle feenwesen automatisch tötet, meine werte verstoßen hier und dort gegen die regeln und zusätzlich hab ich noch genug geld, um mir ne baronie zu kaufen, brauch ich aber nicht: bin eh der prinzregent"-dinge sollten dann auch wegfallen. und seien wir ehrlich: in fast jeder festen heimrunde wird mit der einen oder anderen hausregel gespielt oder mal großzügigst goodies verteilt. und falls sich rausstellen sollte, daß der mitgebrachte char nicht zu den sl-vorstellungen paßt (egal ob wegen solch zugegebenermaßen übertrieben dargstellten mächtigkeit oder einfach nur weil ein char, der sich in der zu bespielenden baronie (nicht) auskennt, den plot behindern würde) gibts dann halt welche vorrätig.
Von den PG-Chars, die die Regeln nicht nur massiv biegen, sondern auch brechen, habe ich bisher bei Cons (egal ob eher "privaten" oder größeren) bisher nur sehr wenige am eigenen Spieltisch erlebt, und keinen davon als Meister. Was ich dagegen schon öfter hatte, waren Chars, deren Fähigkeiten und Regeln die Spieler gar nicht so genau kannten, was auch lästig ist. Bei unbekannten, weil gerade erst ausgeteilten Chars steigt das Risiko davon an.
Natürlich schaue ich mir Chars vorher kurz an (kontrolliere und merke mir aber nicht jeden Wert) und frage auch nach Besonderheiten. Wenn da etwas gar nicht passt, dann sollte der Spieler halt entweder das für mein Abenteuer ändern, oder Char oder gar die Spielrunde wechseln. Bisher habe ich jedes Mal aus den vorhandenen Chars der interessierten Spieler etwas zusammenstellen können, was für das Abenteuer passte. Das einzige, was ich kurzfristig abgekürzt hab, weil es zu gruselig zum leiten wurde, lag an Spielern, nicht an den Chars, wäre also sicherlich auch mit vorgefertigten passiert.

So wie ich dich verstanden hab, gibt es bei dir dann auch nicht die Archetypen, sondern von dir erstellte Chars dazu?
Muß ich sagen, hätte ich gar keine Lust und Zeit dafür. Ich stecke die Zeit lieber in die Abenteuervorbereitung, oder bastel an eigenen Chars, als Charakterrohlinge für meine Conabenteuer zu erstellen. Und manches, was sich durch die Ideen der Spieler, was sie gerne spielen würde, ergibt, und was dann echt toll ist, das hätte sich durch von mir vorgegebene Sachen nie so ergeben.
Bei Cons wo mit Leuten zu rechnen ist, die noch nie Splittermond gespielt haben, hab ich ein paar der Archetypen dabei, aber das wars auch.

Anmar

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@Eigene Chars
Ich habe am letzten Splittermond-Forentreffen einen von meinen Chars gespielt, den ich auch in einer Hausrunde spiele. Allerdings schreibe ich dann nicht die EPs, Geld etc. auf.
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Grimrokh

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Kurz gesagt: man kann mit der Paketerschaffung in meinen Augen genauso gut optimieren wie mit der freien Erschaffung, nur werden dann die Charakterkonzepte halt langweiliger. Ich persönlich benutze deswegen fast immer nur die freie Charakterschaffung, weil ich Charaktere mit kreativem Hintergrund spielen will, die in ihren Spezialgebieten trotzdem gut sein sollen.

Ich persönlich rate vor allem meist Splittermond-Neulingen die Pakete zu wählen und dann geht man als SL gemeinsam mit dem Spieler den Charakter durch und verteilt Punkte so um bis es stimmig ist und für den Spieler passt. Allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass bei einer reinen Paketerschaffung schnell einmal sehr ähnliche oder gar beinahe gleiche Abenteurer (dieselbe Kultur, Abstammung und Ausbildung) entstehen können, weil Spieler nun mal oft den idealen Kämpfer, den effektivsten Wildnischarakter, den kompetentesten Diplomaten, den mächtigsten Magier, usw. suchen und da eignen sich nun mal manche Paketkombinationen am besten.

Im Vordergrund sollte aber so oder so vor allem stehen, dass der Spieler Spaß an seinem Abenteurer hat. Und den hat er höchstwahrscheinlich nicht mehr, wenn im abseits der Generierungsregeln zusätzlich von der Spielleitung diktiert hat welcher Wert in welcher Fertigkeit jetzt objektiv und absolut als stimmig zu betrachten sei und welcher nicht.
Preiset die Drei, die Eins sind! Auf dass ihre Macht sich stetig mehren möge.

Mr.Renfield

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So wie ich dich verstanden hab, gibt es bei dir dann auch nicht die Archetypen, sondern von dir erstellte Chars dazu?

idR ja, wobei ich auf cons kein splimo oder ähnlich regelintensive systeme leite, weshalb das deutlich weniger arbeitsaufwand bedeutet.
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Mr.Renfield

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Und manches, was sich durch die Ideen der Spieler, was sie gerne spielen würde, ergibt, und was dann echt toll ist, das hätte sich durch von mir vorgegebene Sachen nie so ergeben.

um ehrlich zu sein, sind so (auf privateren veranstaltungen auf denen ich gerne komplett improvisiere) die meisten meiner conabenteuer entstanden, oder zumindest deren grundideen.
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Xandila

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@Eigene Chars
Ich habe am letzten Splittermond-Forentreffen einen von meinen Chars gespielt, den ich auch in einer Hausrunde spiele. Allerdings schreibe ich dann nicht die EPs, Geld etc. auf.
Das ist ja wieder eine andere Geschichte.
Chars, die irgendwo anders schon fest unterwegs sind, versuche ich bei Conrunden zu vermeiden, und lieber welche zu spielen, die "frei" haben. Wenn doch aus welchem Grund auch immer wer gespielt wird, der eigentlich eingebunden ist, werte ich das aber auch nicht als vorhanden für die Entwicklung des Chars.

Xandila

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Kurz gesagt: man kann mit der Paketerschaffung in meinen Augen genauso gut optimieren wie mit der freien Erschaffung, nur werden dann die Charakterkonzepte halt langweiliger. Ich persönlich benutze deswegen fast immer nur die freie Charakterschaffung, weil ich Charaktere mit kreativem Hintergrund spielen will, die in ihren Spezialgebieten trotzdem gut sein sollen.

Ich persönlich rate vor allem meist Splittermond-Neulingen die Pakete zu wählen und dann geht man als SL gemeinsam mit dem Spieler den Charakter durch und verteilt Punkte so um bis es stimmig ist und für den Spieler passt. Allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass bei einer reinen Paketerschaffung schnell einmal sehr ähnliche oder gar beinahe gleiche Abenteurer (dieselbe Kultur, Abstammung und Ausbildung) entstehen können, weil Spieler nun mal oft den idealen Kämpfer, den effektivsten Wildnischarakter, den kompetentesten Diplomaten, den mächtigsten Magier, usw. suchen und da eignen sich nun mal manche Paketkombinationen am besten.
Pakete können auch schöne Inspirationen sein. Ein paar Sachen verteilt man ja sowieso frei, manches gibt es eh zur Auswahl und natürlich wird beim Feinschliff auch das eine oder andere getauscht, bis es passt.
Wer kreative oder gute Ideen hat, baut meiner Ansicht nach nie einen langweiligen Char, weil die Werte ja immer nur ein Teil des Ganzen sind, der Hintergrund ist ja auch wichtig.
Daß ähnliche Chars bei ähnlicher Herkunft und Ausbildung rauskommen können, finde ich auch nicht schlimm, solange es weder Klone sind noch sie einzig und allein zur Optimierung so gewählt wurden. Auch hier hängt es also für mich vom Hintergrund ab, ob die Figur langweilig wird, oder interessant sein kann.
Ich habe zB eine vargische Rahidipriesterin, natürlich sind manche Sachen bei ihr ähnlich wie bei dem Archetypen, aber eben auch vieles unterschiedlich, manches sogar grundverschieden, und der dakardsmyrer Wissenspriester, der in meiner heimatlichen Runde war, unterscheidet sich von beiden deutlich nicht nur bei der Rasse, sondern auch bei Fähigkeiten und Auftreten. Alle drei basieren aber auf derselben Ausbildung.

TrollsTime

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Wird das jetzt hier ne Religionsfrage?

Ich bin ein absoluter Fan vom Freibau, dennoch spreche ich doch nicht jedem die kreative Kompetenz ab, der den Paketbau oder selbst den Archetypcharakter bevorzugt. Und selbst, wenn der Spieler weniger kreativ wäre... und? Vielleicht spielt er seinen 08/15-Char wesentlich schöner, als ich es je könnte.
Mir geht echt der Hut hoch, wenn eine der drei Methoden irgendwie gelobhudelt wird.

Ich beispielsweise finde den Freibau bei Splittermond (oder auch DSA5) ja gerade deshalb so gut, weil ich mich immer an den Pakten orientieren und von den sehr gut gelungenen Archetypen inspirieren lassen kann.
Da habe ich dann ein Korrektiv, dass mir die Frage stellt "Wie exotisch willst du es haben?" bzw "Vorsichtig: Diese Wertverteilung könnte zu Problemen führen!"

Frage 5 Spieler, wie ein Berserker aussehen soll und du wirst 6 verschiedene Antworten bekommen.... UND DAS IST GUT SO!
Schlecht ist es erst, wenn der eine mit der Rollenspielbibel kommt.

Wo mir das Herz aufgegangen ist, war als mein "Pippin Knochenbrecher - Gnomberserker und Drogenkoch", der zugegeben starke PG (Powergaming)-Anteile hat, in einem Kampf plötzlich neben "Cederion von Seite 16 aus dem Regelbuch" stand und mein "voll innovatives und kampfstarkes Konzept" in vielen Fällen durchaus auf einer Ebene mit dem vermeintlichen 08/15-Ritter war.

Umgekehrt gilt ähnliches: Mal ist eine große Schnauze mit militärischem Drill (Anführen) gefragt und mal Einfühlsamkeit(Diplomatie)
Mal reicht ein drogensüchtiger Pilzesammler (Naturkunde) und dann braucht es einen echten Waldläufer.
Wir ergänzen uns in unserer Gruppe gut..... naja bis auf "Einbrechen" und "Straßenkunde". Das verkommt bei uns oft zu slapstickartigen Situationen.... und? .... ruhig mal einen auf die Fresse bekommen. Macht den Spieler demütig und den SL dankbar.
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EDIT
Conrunden:
Wenn ich einen Char spiele, spiele ich exakt den und keinen Klon. Anders kann ich nicht. Führte dann dazu, dass ich auf der letzten und einzigen Con EP erwarb und ein Mitspieler etwas neidisch oder kritisch wurde. Kann ich verstehen, würde ich nächstes Mal anders kommunizieren.

Was jetzt "Charaktere auf Kons an sich" betrifft.
Auf der letzten Kon spielten wir Cederion und Pippin am Rande von HG2 neben einer Zauberin auf mittlerem HG1 und einem "öh, ich habe einfach aktiviert, was mir irgendwas bringt". Und?
Selbst der letzte Char war irgendwie interessant.... was ich aber zugegebenerweise nie erwartet hätte.

In der zweiten Runde spielten wir die gleichen beiden Chars, aber der Rest spielte wesentlich stärkere Chars Mitte HG 2. Noch dazu waren es auch alles Kämpfer, womit der "achsotolle Berserker" schwuppdiwupp vom Kampf-Babo über den 08/15-Chabo zur fast schon beschützenswerten Scheiblette wurde. Und?
Zugegeben, es lag auch an den Mitspielern. Aber trotz der vielen Kämpfer mit Kampfkrafthierarchie ergab sich keine Langeweile, sondern es bildete sich in Nullkommanix das Bild einer "Eingreiftruppe".
Bin Loki als SL immer noch dankbar. War der Con-Höhepunkt!

« Letzte Änderung: 12 Jul 2017, 12:23:31 von TrollsTime »
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"

Jeong Jeong

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Wird das jetzt hier ne Religionsfrage?

Ich bin ein absoluter Fan vom Freibau, dennoch spreche ich doch nicht jedem die kreative Kompetenz ab, der den Paketbau oder selbst den Archetypcharakter bevorzugt. Und selbst, wenn der Spieler weniger kreativ wäre... und? Vielleicht spielt er seinen 08/15-Char wesentlich schöner, als ich es je könnte.
Mir geht echt der Hut hoch, wenn eine der drei Methoden irgendwie gelobhudelt wird.

Keine Ahnung, gegen was du hier jetzt genau anredest. Ich glaube du alleine machst hier gerade andere Argumentationen zu einer Religionsfrage, die gar nicht so gemeint waren.