Autor Thema: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen  (Gelesen 806 mal)

Richtenstahl

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"Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« am: 22 Jun 2017, 11:58:09 »
Hallo!
Ich habe noch nie Splittermond gespielt. Was mich aber beim Lesen der Regeln interessiert, ist, wie sich das "Spielgefühl" im Kampf bei schnellen bzw langsamen Waffen unterscheidet.
Der Typ mit dem Stachelhandschuh ist halt mal dreimal so oft dran, wie sein Kumpel mit dem Kriegsflegel. Dafür verteilt er "nur" Mückenstiche, während es bei dem Kollegen rummst, wenn er trifft. Bei schnellen Waffen macht es weniger, wenn man mal nicht trifft, weil ein geringerer Anteil des Schadens verloren geht. Schadensresistenz ist gegen schnelle Waffen stärker, dafür kann man damit viel mehr Effektmanöver machen (Umreißen, Entwaffnen, wasweißich...). Der mit der schnelleren Waffe hat (viel) mehr "Stagetime" im Kampf.
Etc. Pp.

Kurz, wer kennt sich mit verschiedenen Waffengeschwindigkeiten aus und kann mir mal einen Erfahrungsbericht über das jeweilige Spielgefühl geben?
I came into this world screaming and covered in someone else's blood.
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Yinan

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #1 am: 22 Jun 2017, 12:19:16 »
Bei langsamen Waffen hat man oft das Gefühl, das man ein Großteil der Zeit nur rumwartet.
Wenn man aber dann dran ist, dann fliegen die Fetzen. Wenn ich treffe, hat der Gegner Probleme weil ich ihm viel Schaden dabei mache. Umso frustrierender aber, wenn ich dann mal nicht treffen.

Bei schnellen Waffen habe ich das Gefühl, dass ich andauernd dran bin aber trotzdem nicht wirklich voran komme.
Wenn ich mal nicht treffe ist das nicht wirklich ein Problem und ich kann schön viele Manöver ransetzen womit der Gegner dann am boden liegt, verwirrt ist und noch vlt. andere Statuseffekte hat, aber es dauert trotzdem lange, bis ich ihn effektiv besiegt habe.
Oftmals besiegt der der Kämpfer mit der langsamen Waffe den Gegner, bevor ich es tue, aber dafür komme ich halt auch öfters dran und kann viele verschiedene Sachen machen und auf die Situation schneller Reagieren.

Das meine bisherigen Erfahrungen.
Ich persönlich spiele lieber mit schnellen Waffe da es mich nicht stört, insgesamt länger zu brauchen und meinen Gegner zu besiegen, macht es mir doch viel mehr Spaß andauernd mit Manövern alle Gegner um mich zu stressen ^^
Und da man sowieso in einem Team spielt ist das für mich sogar noch besser, weil ich dann die Gegner mit Manövern stresse, während diejenigen mit den langsamen aber starken Waffen dann eben diese Gegner schnell den Gar aus machen.
Wenn nicht anders gesagt, dann befassen sich meine Aussagen zu Regeln niemals mit Realismus oder Simulationismus, sondern nur mit Balancing.
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TrollsTime

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #2 am: 22 Jun 2017, 12:53:02 »
... ich bin der mit der langsamen starken Waffe!
Noch dazu jemand mit sehr guter Ini (funktioniert aber auch mit langsamerer).
Bei diesem Konzept versuche ich möglichst schnell möglichst hohen Schaden zu machen. Zweihänder sind Killefit, Kriegshammer muss her!
Und wenn der "Kreisel des Todes" sich dann langsam ausdreht, retten die Gruppen-"Yinans" mir den Arsch.
Auch hatten wir die Kombo, dass einer mit einer Niedrigschadenswaffe den Gegner umriss und ich ihn dann platt klopfen durfte mit umsomehr Schaden.
Das wirkt alles sehr technisch...
... aber dennoch oder gerade deswegen konnte ich mir Kämpfe nie so plastisch vorstellen wie jetzt bei Splittermond.

Und das schöne ist:
Sowohl die Yinaner als auch die Trollstimoristen dieser Welt finden ihre Nische und ergänzen sich gut.

@Yinan
Schön, auch ein Stimmungsbild von der anderen Seite zu lesen, echt!

@Richtenstahl
Humm, Sowohl langsame, als auch schnelle Waffen funktionieren dann nicht, wenn alle anderen in der Gruppe ebensolche Waffen tragen. Ich kann es nicht so gut erklären wie Yinan, aber die Mischung in der Gruppe gibt viel her!
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"

Blizzard

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #3 am: 22 Jun 2017, 15:25:59 »
Kurz, wer kennt sich mit verschiedenen Waffengeschwindigkeiten aus und kann mir mal einen Erfahrungsbericht über das jeweilige Spielgefühl geben?
Yinan & Trolls Time haben das schon recht gut aus Sicht der jeweiligen "Fraktion" beschrieben. Es ist schon so, dass man mit schwächeren Waffen zwar weniger Schaden anrichtet, aber eben auch öfter dran kommt im Kampf, was einem halt auch mal Zeit gibt/erlaubt für (zusätzliche) Manöver, oder wo man halt mal noch eher eine aktive Abwehr zwischen schieben kann , und dann nicht gefühlt ne 1/2 Ewigkeit warten muss, bis man wieder dran ist. Das gilt übrigens mitunter auch für Zauber. Ein gutes Beispiel hierfür wäre Selesha von den Archetypen, wo es des öfteren in meinen Runden teilweise verwundert hieß: " Was , die ist schon wiederdran?"

Mit einer heftigen bzw. "fetten" (Zweihand-)Waffe sieht es eben dementsprechend umgekehrt aus. Die ist eben einfach behäbiger im Handling (auch wegen ihrer Größe) und deswegen dauert es einfach länger, bis man mit ihr zuschlagen kann. Dafür macht eine solche Waffe dann eben auch entsprechend mehr oder heftigeren Schaden als die "kleinen" Waffen. Das sieht man ja mitunter nicht nur an der Anzahl der Schadenswürfel , sonder auch am Würfeltyp (W10 vs. W6). Diese "heftigeren" Waffen sind halt gut geeignet, einen Gegner gleich auszuschalten, oder aber zumindest schon mal schwere Verletzungen oder Wunden zuzufügen. Da kann man quasi wüten wie die Axt im Walde. ;D (@Richtenstahl: Bogatyr aus 7teSee lässt grüßen, oder aber auch der Schnitter aus Arcane Codex) ;). Und wenn der Gegner dann schwer verwundet noch stehen sollte, kommt eben im best case wieder einer mit einer leichten, schnellen Waffe und macht ihm dann den Garaus. Und in der Regel ergänzen sich somit leichte/schnelle und schwere/langsame Waffen-nicht nur taktisch- ganz gut. Anders gesagt:
@Richtenstahl
Humm, Sowohl langsame, als auch schnelle Waffen funktionieren dann nicht, wenn alle anderen in der Gruppe ebensolche Waffen tragen. Ich kann es nicht so gut erklären wie Yinan, aber die Mischung in der Gruppe gibt viel her!
Das ist auch mitunter ein Grund, warum ich darauf achte, dass es in meinem Demo-Runden ein einigermaßen ausgewogenes Mischungsverhältnis dieser beiden "Waffentypen" gibt.

Und das Schöne an der Ganzen Sache ist: Das sieht man eben auch optisch gut auf dem Spielfeld bzw. der Tick-Leiste abgedeckt. Oder aber wie TrollsTime sagte:
Das wirkt alles sehr technisch...
... aber dennoch oder gerade deswegen konnte ich mir Kämpfe nie so plastisch vorstellen wie jetzt bei Splittermond.

 Klar ist natürlich auch, dass so etwas immer subjektiv gefärbt und nicht einfach zu beschreiben und von persönlichen Vorlieben abhängig ist. Und man es natürlich mal aktiv im Spiel oder als Spieler "erlebt " haben muss. Am Sonntag hast du ja dann endlich mal die Gelegenheit dazu... 8)
« Letzte Änderung: 22 Jun 2017, 17:46:36 von Blizzard »

TrollsTime

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #4 am: 22 Jun 2017, 15:52:56 »
Ich schätze Yinan sehr, maße mir aber nicht an, mit ihm wesensgleich zu sein!
Dein letztes Zitat, Blizzard, ist von mir!

EDIT:  :)
« Letzte Änderung: 23 Jun 2017, 07:09:07 von TrollsTime »
Quendan zu TrollsTime: "Du musst nicht alle überzeugen!"

Blizzard

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #5 am: 22 Jun 2017, 17:52:26 »
Ich schätze Yinan sehr, maße mir aber nicht an, mit ihm wesensgleich zu sein!Dein letztes Zitat, Blizzard, ist von mir!
Ach du meine Güte, ich wusste gar nicht, dass Trolle so sensibel sind. :o
Anders gesagt:Ja, sorry, das habe ich im Eifer des Gefechts verwechselt. Ich habe es aber inzwischen auch schon korrigiert. Das hättest du mir aber auch via PM mitteilen können oder hinter deinen letzten Satz ein  ;) setzen können und kein !. ::)

Wandler

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #6 am: 22 Jun 2017, 18:57:57 »
Splittermond hat eine Spielmechanik in der es sehr viel mehr Optionen für Aktionen (Angriffe, Zauber, ...) wie für Reaktionen gibt. Kämpfe sind schlechthin die Situation in der es darauf ankommen kann die Initiative zu behalten (Deutsche Fechtschule: Im "Vor" sein"). Wie Richtenstahl schon sagt: Manöver können angewendet werden, gezielt oder Lücken gesucht, Entscheidungen anderen zu helfen und ähnliches.
Das alles ist mit leichten schnellen Waffen einfacher - sofern man dann nicht an schweren Rüstungen (mit Schadensreduktion) von Gegnern "hängen bleibt".
Zusätzlich zu niedrigen Werten in Waffengeschwindigkeit hilft da auch Taktik "im Vor zu bleiben" - also den Gegner passiv zu halten. Schnelle leichte Waffen werden allerdings dann ad absurdum geführt wenn andere Kämpfer oder zu beschützende Personen Hilfe bräuchten - und Du mal eben noch sechzig Ticks mit Deinem Dolch und vielen Stimmungsvollen Manövern rumalberst :-)
Im Zusammenspiel mit der Splittergabe "Blitz" können schnelle Waffen allerdings sehr effektiv werden - aber siehe "andere Hilfsbedürftige ...

Richtenstahl

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #7 am: 26 Jun 2017, 14:43:33 »
Vielen Dank für eure Antworten. Das gibt mir schonmal ein bischen einen Eindruck. Nicht, dass ich jetzt schon wüsste, was ich haben will...    ;D
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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #8 am: 01 Jul 2017, 22:16:48 »
Was noch zu beachten gilt, aber noch nicht erwähnt wurde, ist folgendes:

Richtig schnelle Waffen werden eigentlich so gut wie nie mit einer aktiven Abwehr pariert, während die dicken Brummer im Prinzip nahezu jedesmal damit rechnen müssen. Gerade auf höheren Heldengraden können das schnell mal 6-10 Punkte mehr Verteidigung sein, die man überwinden muss. Das kann mitunter frustrierend werden für die langsameren Waffen.
Für Fetzenstein! Nieder mit Knax!

Don-Lope

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #9 am: 03 Jul 2017, 17:55:53 »
Es gibt natürlich auch noch die Waffen, die dazwischen liegen. Mit denen kann man dann mit eine Verbesserung und z.B. dem Mondzeichen Blitz auch schnell zuschlagen oder im 2 Waffenkampf eine mittlere und eine schnelle, je nach Ticksituation kombinieren.

Wandler

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #10 am: 03 Jul 2017, 19:33:39 »
... und es gibt Meisterschaften die nahe legen dass man nicht mit allzu leichten Waffen herumlaufen sollte. Siehe "Entwaffnen" wo man eine Waffe braucht die mindestens die Last der gegnerischen Waffe hat. Es kommt also auch sehr auf Kampfstil - sprich Meisterschaften an.

Andarin

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Re: "Feeling" schnelle vs. langsame Waffen
« Antwort #11 am: 10 Jul 2017, 22:05:05 »
Mein Varg gehört mit seinem Speer (WGS 12, verbessert zu 1W10+10 mit Scharf 3 wenn beidhändig geführt) zur langsamen, hart zuschlagenden Fraktion. Das funktioniert für mich sehr gut, da er zu Kampfbeginn häufig als erstes handeln kann, so bei Initiative -7 in etwa. (Basis-Initiative dank Attributen, Stärke und Meisterschaft ist 0, mit Katzenreflexen in verstärkter Version -3.) In Kombination mit der Meisterschaft Klingenwirbel und ein paar Erfolgsgraden dank +22 auf den Angriffswurf kann das früh im Kampf sehr, sehr weh tun. Dass mein Varg dann erst 18 Ticks später wieder zuschlägt geht in Ordnung, wenn dafür ein Gegner bereits im Staub liegt oder schwer verletzt ist.

Generell gesprochen würde ich mir immer den "Schaden pro Tick Waffengeschwindigkeit" anschauen. Ein Dolch, ein Kurzschwert oder eine Maira gehen für mich total in Ordnung, wenn durchschnittlich mehr als 1 Schadenspunkt pro Tick herauskommt. Häufig agieren zu können ist super, viele Angriffswürfe mit hohem Angriffsbonus bedeuten natürlich auch viele Male Bonusschaden aus den Erfolgsgraden.

Das alles jetzt mal durch die Optimierer-Brille betrachtet. Ich finde auch, dass die Waffe zum Charakterkonzept passen muss, daher kam für meinen Jäger aus den Stammesgebieten an der Westküste nur eine primitive Waffe wie ein Speer in Frage.
Küchenpsychologe