Autor Thema: Roman - Nacht über Herathis  (Gelesen 4332 mal)

Drakon

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #30 am: 05 Mai 2017, 22:56:47 »
Nun ja, wenigstens hat man es geschafft von einer Herabwürdigung der Mitdiskutanten (abgesehen von kleinen Seitehieben wie "pseudo-intellektuellem Gedisse") zu einem klaren Verriss des Buchs überzugehen. Immerhin - da arbeitet jemand an sich.

Und nein, ich äußere mich nicht weiter zum Buch oder meiner "Farbenlehre". Ich stoße mich einfach an der Form der Kritik und zwar immer noch.
Du, mordio, sagst, du möchtest mit deiner Kritik etwas verbessern, aber sorry, das nehme ich dir nicht ab.
Wenn du nur irgendetwas von Kommunikationstheorie weißt (und davon gehe ich mal aus, so wie du dich hier hinsichtlich deiner Belesenheit und deines literarischen Urteilsvermögens gibst), sollte dir klar sein, dass man ein Gegenüber nicht dazu bringt, auf konstruktive Kritik zu hören, wenn man Begriffe wie "Machwerk", "handwerklich schlecht", "ich ärgere mich, dass es durch ein sogenanntes Lektorat kam" (womit wir doch wieder bei einer ad hominem-Attacke auf das Lektorat sind), "null Innovation", "einfach schlecht" oder "lesensunwert" verwendet. Nein, ganz sicher will hier keiner zur Verbesserung eines Produkts beitragen.
Es ist ein klassischer (diesmal ohne Anführungszeichen!) Verriss und ein solcher hat nie den Künstler oder weiter gefasst: den Rezensierten als Adressaten, sondern ein Publikum, das der Rezensent unterhalten will und vor dem er durch geistreiche Formulierungen, seine Gebildetheit und tw. einfache Polemik seine Überlegenheit gegenüber dem Rezensierten und dem rezensierten Objekt beweisen will.

Im Übrigen: ich packe "meinen Anton" (die seltsamen Anführungszeichen um seinen Vornamen spare ich mir mal beim Zitieren) nicht in Watte. Ich nenne ihn Anton, weil ich ihn schon länger persönlich kenne und werde ihm Kritikpunkte, die man durchaus auch (so weit wie das überhaupt möglich ist) objektiv an dem Roman sehen kann, gerne persönlich mitteilen. Aber natürlich auch das, was mir gefallen hat.
Ich habe nichts gegen Kritik oder eine negative Rezension und habe mich hier in diesem Forum, soweit mir bewusst ist, noch nie gegen eine solche verwandt, aber ich habe etwas gegen schlechten Stil.
Damit ist für mich alles gesagt. Bin hier raus.
Der Eule kurz, dem Feinde lang. Näk.

Finubar

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #31 am: 06 Mai 2017, 17:31:24 »
Ich fand ihn GUT! Ein wenig vorhersehbar, aber GUT :-)
Ein Tag ohne Lächeln ist ein Verlorener ... ;-)

Gonzo

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #32 am: 06 Mai 2017, 18:35:16 »
Zum Buch:
Wir bewegen uns hier auf dem Spielfeld der Trivialliteratur....
Zur Kritik:
Wir bewegen uns hier auf dem Spielfeld der Schmähkritik... 

;)

Mich würde nun mal wirklich interessieren welche Werke denn nun so lesenswert waren? Schaffe es aus Zeitgründen ja nur zur Höhenkammliteratur, trashigem Pulp und Pinups - aber bin ja immer gewillt meinen Horizont zu erweitern.

mordio

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #33 am: 07 Mai 2017, 13:10:53 »
Schmähkritik ist schlicht der falsche Begiff. Ich habe zu Beginn geschrieben, dass ich die Abenteuer von Weste sehr gut gelungen finde und ich möchte in keinster Weise hier die Person Anton Weste angreifen, nur eben seinen Roman. Also bitte keine weiteren Unterstellungen, Gonzo.

Für die Empfehlungsliste würde ich - da weit entfernt vom eigentlichen Thema - einen neuen Thread empfehlen. Alles andere führt doch viel zu weit weg.

Und natürlich schreibe ich etwas polemisch und auch provozierend. So erreicht man doch auch am einfachsten die Aufmerksamkeit der Leute; leider auch ihre Abneigung. Da ich, wie man an meiner bisherigen Beitragsfülle unschwer erkennen kann, keinen gesteigerten Wert auf die Aufmerksamkeit der hier ansässigen Leserschaft in Bezug auf meine Person lege, möchte ich nochmal betonen, dass es mir um die Sache geht.

Was den Roman angeht, ist das Kind ja bereits in den Brunnen gefallen. Mein Anliegen ist es einfach, darauf aufmerksam zu machen und Prävention zu betreiben. Das Rollenspiel Splittermond habe ich mit Vorfreude erwartet, das Regelsystem und die Ideen zur Gestaltung der Welt sind hervorragend. Ich bin im Besitz einiger Veröffentlichungen zum Rollenspiel (Roman, Die Welt, Selenia, Die Regeln, Kristallsee, Krähenwasser, Diener der Götter) und kenne weitere durch meine Mitspieler. Man könnte sagen, ich habe einen guten Überblick über die bisherigen Veröffentlichungen und da ist mir aufgefallen, dass (da muss ich Drakon zustimmen) es eine ziemlich simple Linie verfolgt. Ich möchte sagen zu simpel für meinen Geschmack. Wenn die vornehmliche Zielgruppe für dieses Rollenspiel zwischen 14 und 16 Jahre liegt, dann muss ich das akzeptieren, aber dann wird sich ein Mordio wohl über kurz oder lang verabschieden, was, ich weiß, nach meinen letzten Forenbeiträgen niemanden groß stören wird, aber trotzdem sehr schade ist, da ich doch gerne weiter in Lorakis spielen möchte.
Der Roman, um den Kreis zu schließen, ist einfach nur die Krönung des Ganzen gewesen.

Meine Anregung also: Tiefergehende, kompliziertere Abenteuer und amüsante, komplexe Verwicklungen in den Regionalbänden. Vielleicht auch eine Metaplot-Veröffentlichung alla SR mit Verweisen auf Abenteuer versehen, das wäre großartig.

Ich hoffe, das war jetzt konstruktiv genug und weniger polemisch, um nicht die Gonzos dieser Welt auf den "Ich-tute-ins-Horn-meines-Vorredners-Plan" zu rufen. Die halten nur auf.
Habe jetzt genug gesagt, bin auch hier raus.

Gonzo

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #34 am: 07 Mai 2017, 14:07:06 »
Hätte es für mein Verständnis sinnvoll empfunden ein paar der Werke die auf der vorangegangen Seite ja noch zur themenbezogenen Anführung genutzt wurden ("Es gibt auch handwerklich gute Romane in Rollenspielreihen, wobei ich da nur mit DSA und SR vertraut bin, aber da gibt es lesenwerte Sachen.") genannt zu bekommen um das beanstandende Werk damit einmal vergleichen zu können. Aber jedem das seine wenn man sich nun von einem mit klarem Smilie abgeschlossenem Einzeiler getriggert fühlen mag, dann geh ich mal wieder mit mir selbst tanzen.  ;)

Turek

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #35 am: 08 Mai 2017, 15:52:51 »
Freude!  ;D Splittermond ist mit zwei Produkten für den RPC-Award nominiert.
  • Zum einen in der Kategorie "Literatur" mit dem Roman "Nacht über Herathis".
  • Zum anderen mit der Spielhilfe "Diener der Götter" im Bereich P&P.

Der RPC-Award ist ein Publikumspreis, das heißt jeder kann abstimmen. Es gibt auch etwas zu gewinnen. Die Abstimmung läuft bis zum 16.05.
Hier der Link:

http://rpcgermany.polldaddy.com/s/rpc-fantasy-award-2017

Die Preisträger werden auf der Role Play Convention in Köln bekannt gegeben.

JohnLackland

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #36 am: 08 Mai 2017, 16:14:00 »
Splittermond, das Märchenrollenspiel, legen Sie Brotkrumen aus und befreien Sie die Prinzessin aus dem Turm.

Weist du, ich bin froh das Splittermond Märchenhaft ist, den die Realität ist es oft nicht so sehr und ich sehe gerade das als große Stärke des Settings. Mir gefällt das und ich feu mich auf viele weitere Romane. Was ich an deiner Kritik nicht verstehe ist, was du dir wünschst, also so mal Konkret. Ich muss gestehen, ich kenn keinen Rollenspielroman, auch nicht die von DSA oder Shadowrun die ich als Hochliteratur bezeichnen kann, nichtmal die Kiesow Romane. Der Roman will unterhalten und nichts anderes ist der Anspruch.
« Letzte Änderung: 08 Mai 2017, 16:37:17 von JohnLackland »
Spielst du schon oder diskutierst du noch über die Regeln?

von Thurgau

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #37 am: 01 Jun 2017, 01:49:48 »
Möchte herzlich zum Award an der RPC gratulieren.

Gonzo

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #38 am: 01 Jun 2017, 09:45:19 »
Möchte herzlich zum Award an der RPC gratulieren.
Finde ich klasse, so ist das Thema Splittermond-Romanreihe gut eingeschlagen und man auf weitere Lektüre hoffen.

Somberlain

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #39 am: 01 Nov 2017, 17:58:04 »
Bei uns in der Gruppe haben drei Leute bisher das Buch gelesen. Der erste hat es nach der Hälfte weggelegt. Der zweite fand es "soweit okay". Und ich? Hmm...

Ich bin, was Lizenz-Romane angeht, doch recht anspruchsvoll.
AD&D ohne die "Drachenlanze"-Saga von Hickman/Weis oder die Dunkelelfen-Saga um Drizzt Do'Urden von R.A.Salvatore? BattleTech ohne Michael Stackpoles "Krieger"/"Blut der Kerensky"-Romane oder Shadowrun ohne die "Trilogie der Macht" von Rob N. Charrette? Schwer vorstellbar.
Mir ist bewusst, dass ich hier a) schwere Geschütze und b) Bücher aus den 90ern anführe, aber das sind für mich nunmal die Standards - ohne jetzt aus deutschen Landen z.B. die vielen sehr guten DSA-Romane ignorieren zu wollen.

Ich erwarte von einem Lizenz-Roman, dass er nicht nur eine tolle Geschichte erzählt, sondern auch das Flair der Spielwelt "richtig" einfängt (was auch immer ich unter richtig verstehe...). "Nacht in Herathis" hat irgendwie das eine nicht, das andere schon geschafft. Aber der Reihe nach.

Das Cover (Florian Stitz...tscha) zeigt eine der Schlüsselszenen, ein Yonnus-Priester soll assassiniert werden. Wenn ich sowas mache, dann habe ich auch immer ein grünes Giftfläschchen mit Warnhinweis am Gürtel. Safety first und so. Aber soweit okay, es zeigt, was auf den Leser zu kommt.

Der Roman selbst erzählt uns relativ simpel eine Geschichte, in der böse Buben/Mädels Mit Herz Aus Gold die Welt vor einer grausigen Verschwörung bewahren (quasi ein Cthulhu-Abenteuer, wenn dem Spielleiter die originellen Ideen ausgehen).
Das kann jetzt ganz nett sein und es läuft im Rahmen der Geschichte auch recht flott ab, allerdings ohne große Aha-Momente und Schnörkel. Experimente oder Geschehnisse, die den Leser fordern, fehlen leider. Viele Twists sind arg vorhersehbar (Seitenwechsel eines Charakters) oder Dank der Dramatis Personae schon verraten. Von der Story her also jetzt nichts Bahnbrechendes, aber auch sicher nichts haarsträubend Schlechtes.

Womit ich persönlich allerdings arge Probleme habe, ist der Schreibstil.
Ich dachte zuerst, ah, ein Romandebüt, da kann man schon mal holprig schreiben. Dann habe ich gegoogelt und festgestellt, dass Anton Weste ja bereits arg viele Abenteuer geschrieben hat, die einen ziemlich guten Ruf haben. Oha.
Der Roman liest sich, als ob er für eine sehr junge Zielgruppe geschrieben wurde, gerade die Gestalt von Pitt ist unerträglich "witzig" - das ständige Schnicki-Schnacki ist kaum zu ertragen und wenn ich für jeden "Kugelbauch" einen Lunar bekommen würde...  Nicht falsch verstehen, Susanne Pavlovic z.B. hat auch einen ziemlich jugendlich-modernen Schreibstil, aber bei ihr funktioniert sowas.
Der Verkäufer von Palindromen im Feenmarkt hat mich fast zum Brechen gebracht. Was sollte diese Aufzählung von (Zitat) "Uhus, Ellen, Grassärgen, Kajaks, Reliefpfeilern und Gnudung" Ich WEIß, was ein Palindrom ist, dadurch macht man eine coole Szene (den Feenmarkt à la Hellboy oder Valerian) kaputt. Dazu kommen noch für die Handlung sinnlose Erklärbärszenen über Lorakis wie die Diskussion, was denn Splitterträger sind. Und Motivation oder Hintergrund der Hauptpersonen bekommen wir in einer knappen Seite (Pitt) oder gar nicht (Dorn) präsentiert.

Auf der positiven Seite ist Lorakis als Spielwelt schön eingebunden, Feen, Herathis, Lamera, Magie, alles sehr schön getroffen

Aber leider muss ich sagen, dass mich der erste Splittermond-Roman doch arg enttäuscht. Zu einfach, zu erklärend,  und auch etwas zu oberflächlich



PS: Karte wäre schön gewesen...

PPS:
Was ich grundsätzlich bei vielen Fantasy-Romanen nicht verstehe, ist der Anhang. Ich habe immer das Gefühl, (vor allem) deutsche Fantasy-Verleger halten ihr Publikum für blöd! Oder ihre Autoren? Ich möchte keinen fünfseitigen Glossar und eine sechsseitige Beschreibung der Welt. Was wichtig ist, soll gefälligst aus dem Roman rauskommen, clever in der Geschichte hervorgebracht werden oder der Leser soll gefälligst selbst etwas nachdenken!




« Letzte Änderung: 02 Nov 2017, 09:55:43 von Somberlain »

Anguisis

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #40 am: 02 Nov 2017, 14:07:49 »
Ich kann die Kritik von Somberlain verstehen.
Die Romane lese ich auch um als SL ein wenig den Flair von Lorakis aufnehmen zu können und so im laufenden Spiel ein paar nette Bezugspunkte mit einbringen zu können oder auch nur den Barde-NSC eine gute Geschichte erzählen zu lassen. So konnte ich zum Beispiel in meiner Runde einen reisenden Händler vom Feenmarkt in Herathis berichten lassen. Das kam in der Gruppe gut an und der NSC hatte plötzlich mehr Tiefe als irgendein Platzhalter-NSC.

Die Story fand ich aber "ganz okay", aber eben mehr nicht.
Aber ich versuche das auch immer ins Verhältnis zu setzen. Ich bin auch mit der Drachenlanze, Drizzt und der Midkemia-Saga groß geworden und fande die Bücher damals atemberaubend. Aber damals war ich 15 Jahre alt. Drachenlanze habe ich mit Anfang 30 nochmal gelesen... und es war nett, aber ich habe auch für mich erkannt, dass mich die Story und die Charaktere damals viel mehr begeistert haben. Ich denke mal, dass liegt zu einem daran, dass man selbst älter geworden ist und zum anderen, dass man schon einiges im Fantasy-RPG gesehen/"erlebt" hat.

Mein Fazit: Ich freue mich schon auf die Zeit, in der meine beiden Kinder in das Alter kommen, in der ich ihnen die Drachenlanze Abends zum einschlafen vorlesen kann :-) Das wird mit "Nacht über Herathis" eher nicht passieren.

Was evtl. cool wäre, wäre eine Geschichte/Saga über mehrere Bände. Aber ich kann verstehen, dass "evtl. cool" als Grundlage einer wirtschaftlichen Abwägung nicht so richtig werthaltig ist :-)

Quendan

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #41 am: 08 Dez 2017, 11:58:48 »
Wem der Roman gefallen hat und wer einen Lovelybooks-Account hat (oder anlegen will): Nacht über Herathis ist als bestes deutschsprachiges Debüt nominiert. :)

Jeder der dort angemeldet ist, kann abstimmen.

https://www.lovelybooks.de/buecher/sonstiges/Bestes-Buch-einer-s-deutschsprachigen-Deb%C3%BCtautors-in-2017-1431877237/

Mela

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #42 am: 29 Dez 2017, 17:53:24 »
Ein schöner Roman zum Eintauchen und weglesen.

Der Rest unserer Splittermondrunde war ebenfalls positiv von dem Roman angetan.

Ich verstehe hier manche Kritiken nicht  (einen Meilenstein der Fantasy-Literatur habe ich nicht erwartet).

Auch meine Frau hat das Buch gelesen und fand es ebenfalls nett zum "mal so lesen"  (und meine Frau ist kein Fantasy-Fan und kein Rollenspieler).

von Thurgau

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #43 am: 29 Dez 2017, 21:26:29 »
Ein schöner Roman zum Eintauchen und weglesen.

Der Rest unserer Splittermondrunde war ebenfalls positiv von dem Roman angetan.

Ich verstehe hier manche Kritiken nicht  (einen Meilenstein der Fantasy-Literatur habe ich nicht erwartet).

Auch meine Frau hat das Buch gelesen und fand es ebenfalls nett zum "mal so lesen"  (und meine Frau ist kein Fantasy-Fan und kein Rollenspieler).

Kann ich so unterschreiben. Andere Personen die ich persönlich kenne und den Roman auch gelesen haben teilen ebenfalls diese Meinung - sogar einige generelle Lesemuffel. Denke mal dass bei einigen die Erwartungshaltung einfach zu hoch ist/war und man sich eher die Mühe macht in einem Forum eine negative Rezension zu schreiben als eine gute - ein unzufriedenes Kleinkind verhält sich tendenziell auch lauter als ein zufriedenes.

Bei Romanen deren Handlung in irgendwelchen Kampagnenwelten spielt, bin ich schon zufrieden, wenn diese immersiv unterhalten und somit etwas Eskapismus bieten. Meine Erwartungshaltung kommt natürlich daher, dass viele/die meisten dieser Romane es leider nichtmal schafften mich in die Szenerie der Geschichte zu versetzen und somit landeten die meisten nach dem lesen sofort in den "Spenden für Jugendheime" Karton. Nacht über Herathis hat sich aber einen Platz in meinem Regal verdient, Pirimoy nicht und nach der Leseprobe werde ich mir Affe und Phönix wohl nicht mehr holen - aber Geschmäcker sind verschieden und anderen hier im Forum gefallen diese sogar noch besser als der Debütroman. Aus diesen Gründen finde ich die Idee mit der Leseprobe eine tolle Sache.
« Letzte Änderung: 29 Dez 2017, 21:34:19 von von Thurgau »

Xandila

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Re: Roman - Nacht über Herathis
« Antwort #44 am: 03 Jan 2018, 14:01:11 »
Dazu kommen noch für die Handlung sinnlose Erklärbärszenen über Lorakis wie die Diskussion, was denn Splitterträger sind.
Was ich grundsätzlich bei vielen Fantasy-Romanen nicht verstehe, ist der Anhang. Ich habe immer das Gefühl, (vor allem) deutsche Fantasy-Verleger halten ihr Publikum für blöd! Oder ihre Autoren? Ich möchte keinen fünfseitigen Glossar und eine sechsseitige Beschreibung der Welt. Was wichtig ist, soll gefälligst aus dem Roman rauskommen, clever in der Geschichte hervorgebracht werden oder der Leser soll gefälligst selbst etwas nachdenken!
Das widerspricht sich aber.
Wenn die Zielgruppe des Romans nicht ausschließlich Splittermondspieler sein sollen, dann muß man die Welt zumindest kurz erklären!
Im Roman ist doof, weil das als sinnlos empfunden wird (Geschmackssache, ich fand die innerweltliche Erklärung zu Splitterträgern dort recht passend. Ein Priester, der schon viele Umwege im Leben gegangen ist, über sich viel reflektiert hat und dort nun einer der Hauptpersonen versucht, etwas Zuversicht zurückzugeben, passte dahin und erklärt noch etwas von der Welt), und als Anhang ist es doof, weil es die Leser für dumm hält und wichtige Sachen doch in den Roman gehören. Tja, alles, was nicht offensichtlich und klar ist für jemanden, der Splittermond nicht kennt, in den Roman zu packen, das hätte aber noch mehr "sinnlose" Erklärszenen bedeutet, und da wäre bestimmt vieles schlechter in die Handlung passend gewesen als das zu den Splitterträgern.
Sollen halt keine lesen, die die Welt nicht kennen, wäre die einzige Alternative, wenn Anhänge und kurze Weltbeschreibungen doof sind und Erklärungen im Roman teils als sinnlos empfunden werden - und das fänd ich falsch, denn über Romane kann man doch auch Intesse für eine Welt wecken und damit neue Spieler werben.


Dorns Motivation für seine Berufswahl kam mir auch zu kurz, wie schon von anderen bemerkt wurde. Und etwas dumm, naiv oder leichtgläubig oder gut in Selbstbetrug, wenn er bis zu den Ereignissen im Roman tatsächlich denkt, nur diejenigen, die es verdient haben "bedient" zu haben. Pitt verhält sich zwar teilweise so auffällig bzw sorglos, daß es verwunderlich ist, daß sie in dem Geschäft so lange überlebt hat, aber ihre Motivation wird zumindest kurz erklärt und ihr Pragmatismus passt auch besser als Dorns here Moralvorstellungen.
Die am schönesten beschriebenen Chars sind aber die beiden Rentner, die auch von anderer Seite schon gelobt wurden.
Sorry but you are not allowed to view spoiler contents.

Die Welt ist schön beschrieben, sowohl im Großen, was Jokabaum und Umgebung oder was den Feenmarkt angeht, als auch in kleinen Details wie zB in der beiläufigen Zauberei, die von so vielen beherrscht wird, was ja einer der Punkte ist, die Lorakis auszeichnen.