Autor Thema: In einer Welt mit drei Monden...  (Gelesen 2336 mal)

Ravenking

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In einer Welt mit drei Monden...
« am: 22 Feb 2016, 19:17:25 »
Hat sich eigentlich schon jemand von euch weitergehende Gedanken gemacht, wie es sich konkret in einer Welt mit drei Monden lebt?

Im Weltenband wird ja beschrieben, dass der große Mond eine Umlaufzeit von 28 Tagen, der Düstermond von 44 Tagen und der Splittermond von 20 Tagen hat. Aber was bedeutet das genau im Alltagsleben?

Funktionieren Ebbe und Flut mit drei Monden überhaupt noch ähnlich wie die uns bekannten?

Sind alle drei Monde immer jede Nacht zu sehen? Oder "versteckt" sich auch mal einer aufgrund seiner Position auf der Tagseite des Planeten?

Wann bzw. wie oft stehen die Monde im Vollmond zusammen?
Bedeutet Umlaufzeit auch, dass jeder der Monde in diesem Zeitraum genau einmal im Vollmond steht? (Beim irdischen Mond weicht das, glaube ich, leicht ab, oder? Bin da aber astronomisch nicht so fit...)

Falls das so ist, könnte man rein mathematisch betrachten, wie oft das wäre:
Großer Mond und Düstermond: alle 308 Tage
Großer Mond und Splittermond: alle 140 Tage
Düstermond und Splittermond: alle 220 Tagen
alle drei Monde im Vollmond: alle 1.540 Tage (also seltener als alle vier Jahre)
Aber ich bin mir nicht sicher, ob man das so simpel sehen kann.

Und wenn mehr als ein Mond im Vollmond steht, wäre das vermutlich eine ziemlich helle Nacht... Ich kann schon die obligatorische Spielernörgelei beim nächtlichen Auskundschaften hören: "Natürlich sehe ich was, es scheint doch bestimmt der Mond, ach was, bestimmt ist gerade Vollmond, vielleicht sogar bei gleich zwei der Monde!"
« Letzte Änderung: 22 Feb 2016, 19:28:07 von Ravenking »
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Quendan

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #1 am: 22 Feb 2016, 19:29:00 »
Funktionieren Ebbe und Flut mit drei Monden überhaupt noch ähnlich wie die uns bekannten?

Ja. Dabei muss man immer bedenken, dass das Silberlicht deutlich größer ist als die anderen beiden Monde. Es hat einen dominanten Einfluss auf die Gezeiten.

Zitat
Und wenn mehr als ein Mond im Vollmond steht, wäre das vermutlich eine ziemlich helle Nacht... Ich kann schon die obligatorische Spielernörgelei beim nächtlichen Auskundschaften hören: "Natürlich sehe ich was, es scheint doch bestimmt der Mond, ach was, bestimmt ist gerade Vollmond, vielleicht sogar bei gleich der zwei Monde!"

Zumindest der Düstermond spendet kaum hilfreich Licht (wenn das Silberlicht am Himmel steht dürfte er sogar völlig vernachlässigbar sein). Und auch beim Splittermond muss man bedenken, dass er zum einen dunkler ist als unser Mond und zum anderen ebenfalls kleiner. Also nein: Bei drei Monden ist es nicht groß heller als bei uns - das Silberlicht überstrahlt hier einfach. Wenn das Silberlicht in Neumond steht und der Splittermond im Vollmond, dann ist es aber sicher etwas heller als bei uns bei Neumond.

Andarin

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #2 am: 22 Feb 2016, 19:44:56 »
Ich habe mir die "Mondfrage" auch schon gestellt, schon allein aus Fluffgründen. Es ist einfach schick, als SL seinen Spielern bei Beginn der Nachtwache mitzuteilen, wie die Monde heute stehen und wie deshalb die Lichtverhältnisse sind - abhängig vom Wetter natürlich. Für DSA nutze ich dafür die kleine Android-App "DSA Reise", die für Tag X in Monat Y des Jahres Z die Mondphase und den Wochentag berechnet. Eine solche App oder eine simple Tabelle für Splittermond wäre super, aber vorher müsste man sich überlegen, wie und wann sich die Mondzyklen überschneiden.

Solche Nächte dürften ingame sehr interessant sein. Mondportale richten sich nach den Mondphasen, bei "Dreifach-Vollmond" könnten vermehrt Feenwesen nach Lorakis gelangen und so weiter. Man kann spezielle Nächte in seiner Kampagne für Visionen nutzen oder sonstwie verwenden. Generell finde ich, dass bei einem nach einem kaputten Mond benannten Spielsystem die Mondphasen sehr wichtig sind.  ;)
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Jeong Jeong

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #3 am: 22 Feb 2016, 20:33:10 »
Ich persönlich würde bei Ebbe und Flut etwas freier sein. Persönlich finde ich es nämlich etwas schade, dass Splittermond zwar drei Monde bzw. zwei Monde und einen entstehenden Asteroidengürtel hat, sich diese aber gar nicht auf Naturphänomene auswirken und quasi nur hübsch aussehen sollen.

Physikalisch würden sich auch zwei oder auch nur ein weiterer kleiner Mond nämlich recht deutlich auf Ebbe und Flut auswirken: sie wären zum einen deutlich unregelmäßiger und zum anderen würde es teils enorme Springfluten geben. Das hängt damit zusammen, wie Anziehung wirkt, wenn sich mehrere Anziehungskräfte überlagern. Aber ich habe das auch nur mal gegoogelt und wer da mehr Details zu will, macht das am besten auch so. Dazu gibt es nämlich recht viele Infos und Grafiken von SciFi-Fans. :)

Yinan

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #4 am: 22 Feb 2016, 21:22:33 »
Es kommt letztendlich auch auf die Masse der drei Monde an.

Wenn alle 3 zusammen so viel Masse haben, wie unserer Mond, dann sind Ebbe und Flut meistens sehr gering und, wie Jeong Jeong schon sagte, sehr unregelmäßig.
So einen großen Unterschied wie bei uns bekommt man dann nur, wenn alle 3 Monde auf einer Linie dann sind.

Und dabei kann es dann auch gut und gerne sein, das das Silberlicht nicht ganz so viel Einfluss hat. Nur weil er groß ist, heißt das nicht, das er auch unbedingt mehr Masse haben muss (kommt halt auf die Zusammensetzung an).
Wenn nicht anders gesagt, dann befassen sich meine Aussagen zu Regeln niemals mit Realismus oder Simulationismus, sondern nur mit Balancing.
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TauReticuli

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #5 am: 22 Feb 2016, 22:30:51 »
Die bisherige Überlegung war: Von ein paar "special features" der Monde abgesehen, verhalten sie sich schon wie ganz reale Himmelskörper. Das heißt:
—In erster Linie reflektieren sie das Sonnenlicht, d.h. je nach Stand am Himmel zeigen sie allesamt Mondphasen (genau wie der einzige irdische Mond). Ausnahme hier sind die Trümmer des Blauen Mondes, die stets zusätzlich ein gewisses bläuliches Schimmern, bisweilen sogar gelegentliche blaue Eruptionen zeigen. (Wie solche Eruptionen mit Schauern von Mondsplittern zusammenhängen, ist nicht geklärt.)
—Der Düstermond ist "etwa halb so groß" am Firmament und offensichtlich aus einem dunkleren Material. Das heißt, dass er Pi mal Daumen zwischen einem Zehntel und einem Fünfzigstel der Helligkeit des Silberlichts hat. Das reicht aber allemal für separate rötliche Schattenwürfe, wenn nicht gerade das Silberlicht hell am Himmel steht.
—Da der Splittermond(-gürtel) ja die "Innenbahn" hat, ist sein Licht das üblicherweise dominierende: Es sind immer irgendwelche Trümmer am Himmel zu sehen, selbst wenn die Leere/Lücke im Meridian steht. (Wenn man den Gravuren auf den Portalen folgt, war der Blaue Mond optisch auch etwa halb so groß wie das Silberlicht.)
—Da sie auf unterschiedlich weiten Bahnen umlaufen, sieht man natürlich je nach Konstellation 0, 1, 2 oder alle 3 Monde am Himmel.
—Das heißt: Außer bei völlig geschlossener Wolkendecke ist es nachts nie wirklich sackfinster.
—Was die Gezeiten angeht, dürften sich die Wirkungen die meiste Zeit ziemlich ausgleichen, sprich: nur wenig an den Primärwirkungen von Sonne und Silberlicht ändern. Nur bei wirklich auffälligen Konstellationen gibt es auch bemerkbare Spring- und Nipptiden. Dabei muss man bedenken, dass Tidenhub und Tidenlauf auch stark von der Form des Meeresbodens und vom Küstenverlauf abhängen und Binnenmeere deutlich geringeren Tidenhub aufweisen als offene Ozeane. Den auffälligsten Tidenhub dürfte die Westküste von Lorakis zwischen Ynis Afal und dem Elyrischen Golf haben, eventuell gibt es noch eine auffällige Tidenströmung bei den Firnzähnen, die eine "Nordostpassage" zu einem gewagten Unterfangen macht.
—Das sind alles Pi-mal-Daumen-Aussagen, und eigentlich soll es auch nicht genauer werden (dafür haben wir schließlich auch den Splittermond als Equalizer) - so lange nicht jeder Abenteuerautor mit speziellen Drei-Mond-Konstellationen ankommt  ;)

Luxferre

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #6 am: 24 Feb 2016, 08:36:08 »
Apropos Tiden: gibt es eigentlich auch ein Wattenmeer?

Und danke für die super ausführliche Geschichtsstunde. Ich liebe solche Details in Welten. Gerade meine Spieler fressen solche Sachen.
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Travita

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #7 am: 06 Mär 2016, 12:59:00 »
Es wär interessant, mal einen Mondkalender für Lorakis zu bauen - jeden Tag aufgelistet, wenn jeder der drei Monde auf- und untergeht und in welchem Viertel er steht.
Gibts eigentlich Bezeichnungen der Monate und Wochentage (zumindest im Kaiserreich)?

Grimrokh

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #8 am: 06 Mär 2016, 13:15:45 »
Zitat von: Die Welt
Die Wochentage werden häufig nach den vorherrschenden Göttern des lokalen Pantheons bezeichnet, die basargnomischen Umschreibungen
findest du im Weltband auf S. 248.

Zitat von: Die Welt
Diese 13 Mondläufe sind dann auch die Monate des Jahres, und sie werden üblicherweise in jeweils vier Wochen zu je sieben Tagen unterteilt. Die basargnomischen Namen der Monate im dragoreischen Kulturkreis sind
ebenfalls ersichtlich im Weltband auf S. 248 ;)

Ob das Kaiserreich eigene Bezeichnungen kennt, wird evtl. im demnächst (?) erscheinenden Seleniaband erläutert.

Das lorakische Jahr ist übrigens 364 Tage lang und es passen exakt dreizehn Mondumläufe in ein Jahr.

Siehe auch: Splitterwikieintrag
« Letzte Änderung: 07 Mär 2016, 11:41:10 von Grimrokh »
Preiset die Drei, die Eins sind! Auf dass ihre Macht sich stetig mehren möge.

Rhizom

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #9 am: 29 Apr 2017, 12:19:23 »
Ich würde mir tatsächlich gern einen solchen Kalender bauen. Dazu sind keine großen Programmierkenntnisse und auch kein großer Programmieraufwand notwendig.

So ein Kalender ist toll, weil man mit bestimmten Mondkonstellationen bestimmt toll viele mystische Ereignisse untermalen könnte. Allerdings könnte es natürlich auch sein, dass die einzelnen Splitter des Splittermondes einen riesigen Einfluss auf die lorakische Magie / Mystik haben, und da würde es dann verdammt schwer zu simulieren. Schließlich haben die Mondsplitter ja Umlaufzeiten "zwischen 17 und 22 Tagen" (Die Welt, S. 8). Vielleicht könnte man als Spielleiter einfach drei bis fünf besondere Splitter mit ihren Umlaufzeiten definieren und bestimmen, welche Auswirkungen es zum Beispiel hat wenn drei davon gleichzeitig im "Vollmond" (eigentlich "Voll-Mondsplitter") stehen. Damit hat ein ein weit differenzierteres System für die magischen Auswirkungen als nur mit den drei Monden, deren kleinstes gemeinsames Vielfaches (wenn ich mich nicht vertue) bei 9*11*14*4 Tagen liegt.

Aber eine Information fehlt mir:

Ist ein bestimmter Tag mit Datum bekannt, zu dem alle drei Monde im Vollmond standen? Das wäre sozusagen der Fixpunkt, den ich für den Kalender bräuchte. (Für die Splitter müsste ich solch einen Nullpunkt/Fixpunkt natürlich selbst festlegen.)

Belzedar

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #10 am: 29 Apr 2017, 13:02:35 »
Es gibt tatsächlich einen Tag. Der ist in Nacht über Herathis festgehalten. Da stehen dir Monde im Vollmond in einer speziellen Konstellation. Leider habe ich das Buch gerade nicht zur Hand.

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #11 am: 29 Apr 2017, 13:28:11 »
Ah! Superinformation! Danke! Da Selenia gerade nicht im Zentrum meines Interesses steht, hätte ich den Roman wahrscheinlich demnächst eher nicht zur Hand genommen, aber jetzt hab ich dann ja einen (völlig äußerlichen) Grund, den zu lesen :)

Aber steht da denn auch drin, um welches genaue Datum es sich handelt? Hoffentlich!

Dahrling

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #12 am: 29 Apr 2017, 14:16:20 »
Dazu hätte ich eine Frage: Gelten aktuell und zukünfitg die Aussagen in Lorakis Romanen als Kanon? Aus anderen Regelwerken kenne ich da etliche Beispiele die dem Crunch/Fluff der Regelbücher wiedersprechen.
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SeldomFound

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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #13 am: 29 Apr 2017, 15:01:09 »
Sofern es hilft: Das besondere Datum im Roman war der 17. Blütenmond 991 nach L.Z.
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Re: In einer Welt mit drei Monden...
« Antwort #14 am: 29 Apr 2017, 15:02:58 »
Und wie das hilft! Danke sehr! Jetzt ist der Kalender schon fast fertig :D

Allerdings bleibt noch eine Frage: Ist der erste Tag eines Jahres jeweils ein Mondtag? Das steht bestimmt irgendwo und ich habs überlesen...